Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Nach­weis des Zugangs einer E‑Mail nicht durch Ver­sen­dungs­nach­weis

    Nach einem Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Hamm kann der Nach­weis des Zugangs einer E‑Mail nicht durch den Nach­weis der Ver­sen­dung erbracht werden. Auch durch die Über­sen­dung eines Screen­shots der E‑Mail gelingt der Nach­weis des Zugangs nicht. Bei der Ver­sen­dung von E‑Mails wird zwar ein Anscheins­be­weis befür­wortet. Jedoch genügt es nicht, wenn der Absender ledig­lich die Absen­dung…

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  • Urhe­ber­recht – Luft­bild­auf­nahmen mit­tels einer Drohne

    Die im Urhe­ber­rechts­ge­setz gere­gelte Pan­ora­ma­frei­heit bezweckt die Frei­stel­lung der Nut­zung von Werken, wenn und soweit sie Teil des von der All­ge­mein­heit wahr­nehm­baren Straßen- oder Land­schafts­bildes sind. Bei der Aus­le­gung der Rege­lung muss eine Abwä­gung zwi­schen der Infor­ma­tions- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­frei­heit der Werk­nutzer und dem berech­tigten Inter­esse der Urheber, an der wirt­schaft­li­chen Nut­zung ihrer Werke tun­lichst ange­messen…

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  • „Cashless“-Zahlungssysteme – Keine Gebühr für Gut­ha­ben­aus­zah­lung

    Mitt­ler­weile werden bei Ver­an­stal­tungen wie z.B. Fes­ti­vals häufig „Cashless“-Zahlungssysteme ver­wendet, um den Kauf von Speisen, Getränken, Mer­chan­dise oder anderen Ser­vices zu erleich­tern. Der Ablauf ist nor­ma­ler­weise wie folgt:•    Besu­cher erhalten beim Ein­tritt eine spe­zi­elle Karte oder ein RFID-Arm­band, das sie mit Gut­haben z.B. per Kre­dit­karte oder EC-Karte auf­laden können.•    Wäh­rend der Ver­an­stal­tung kann…

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  • AGB im Internet – Ver­weis dazu im Wer­be­brief

    Nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch werden All­ge­meine Geschäfts­be­din­gungen u.a. nur dann Bestand­teil eines Ver­trags, wenn der Ver­wender bei Ver­trags­schluss der anderen Ver­trags­partei die Mög­lich­keit ver­schafft, in zumut­barer Weise, die auch eine für den Ver­wender erkenn­bare kör­per­liche Behin­de­rung der anderen Ver­trags­partei ange­messen berück­sich­tigt, von ihrem Inhalt Kenntnis zu nehmen. In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf (OLG) ent­schie­denen Fall…

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  • Frist­lose Kün­di­gung bei vor­ge­täuschter Arbeits­un­fä­hig­keit

    Der Beweis krank­heits­be­dingter Arbeits­un­fä­hig­keit (AU) wird in der Regel durch die Vor­lage einer ärzt­li­chen AU-Beschei­ni­gung geführt. Die ord­nungs­gemäß aus­ge­stellte AU-Beschei­ni­gung ist das gesetz­lich aus­drück­lich vor­ge­se­hene und inso­weit wich­tigste Beweis­mittel für das Vor­liegen krank­heits­be­dingter Arbeits­un­fä­hig­keit. Der Arbeit­geber kann den Beweis­wert der AU-Beschei­ni­gung jedoch dadurch erschüt­tern, dass er tat­säch­liche Umstände dar­legt und im Bestrei­ten­sfall beweist, die Zweifel…

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  • Ziel­ver­ein­ba­rung für Tan­tieme

    Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hatte zu ent­scheiden, ob ein Arbeit­geber scha­dens­er­satz­pflichtig wird, wenn er bei einer Tan­tieme die Ziele ein­seitig fest­legt. In dem Fall aus der Praxis sah der Arbeits­ver­trag eines Arbeit­neh­mers ein jähr­li­ches Grund­ge­halt von 180.000 € vor. Zusätz­lich wurde die Mög­lich­keit einer erfolgs­ab­hän­gigen Tan­tieme bis zur glei­chen Höhe zuge­si­chert, die an das Errei­chen bestimmter…

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  • Unfall bei Firmen-Fuß­ball­tur­nier ist kein Arbeits­un­fall

    Ver­letzt sich ein Arbeit­nehmer bei einem fir­men­in­ternen Fuß­ball­tur­nier, han­delt es sich nicht um einen Arbeits­un­fall. Zu dieser Ent­schei­dung kam das Bun­des­so­zi­al­ge­richt mit seinem Urteil v. 26.9.2024. Dazu lag den Rich­tern der nach­fol­gende Sach­ver­halt zur Ent­schei­dung vor: Eine Unter­neh­mens­gruppe ver­an­staltet jähr­lich ein Firmen-Fuß­ball­tur­nier. An dem betref­fenden Tur­nier nahmen 80 Mit­ar­beiter teil und ein Arbeit­nehmer ver­letzte sich…

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  • Kin­der­wunsch­be­hand­lung – Kos­ten­über­nahme der Kran­ken­kasse

    Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Berlin-Bran­den­burg (LSG) hat eine für die Praxis bedeut­same Aus­le­gung einer Vor­schrift aus dem Fünften Buch Sozi­al­ge­setz­buch vor­ge­nommen. Nach den gesetz­li­chen Vor­gaben umfassen die Leis­tungen der Kran­ken­be­hand­lung auch medi­zi­ni­sche Maß­nahmen zur Her­bei­füh­rung einer Schwan­ger­schaft, wenn nach ärzt­li­cher Fest­stel­lung hin­rei­chende Aus­sicht besteht, dass durch die Maß­nahmen eine Schwan­ger­schaft her­bei­ge­führt wird. Eine hin­rei­chende Aus­sicht besteht nicht…

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  • Mak­ler­ver­trag – Auf­wen­dungs­er­satz bei Been­di­gung der Ver­kaufs­ab­sicht

    Gibt ein Kunde seine Ver­kaufs­ab­sicht auf, kann der Makler grund­sätz­lich nur Ersatz der kon­kret durch die Bear­bei­tung des ein­zelnen Auf­trags ent­stan­denen Kosten ver­langen. Soll sich der Auf­wen­dungs­er­satz nach AGB-Rege­lungen auch auf die Zah­lung von Gemein­kosten erstre­cken (hier: antei­lige Büro­kosten), ist die Klausel zum Auf­wen­dungs­er­satz ins­ge­samt unwirksam. Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main (OLG) hat damit einen…

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  • Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht – Schnee­fang­gitter erfor­der­lich?

    Eine Auto­be­sit­zerin for­derte Scha­dens­er­satz von einer Grund­stücks­ei­gen­tü­merin, nachdem ihr Fahr­zeug durch eine Dach­la­wine beschä­digt worden war. Die Frau parkte ihr Auto bei starkem Schnee­fall in der Nähe eines Hauses. Am nächsten Tag, bedingt durch extreme Wet­ter­be­din­gungen, ging Schnee vom Dach ab und stürzte auf das Auto. Sie führte an, dass die Grund­stücks­ei­gen­tü­merin ihrer Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht nicht…

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  • Pro­zent­an­gabe der Preis­er­mä­ßi­gung in einer Wer­bung

    Eine deut­sche Ver­brau­cher­zen­trale bean­stan­dete die Art und Weise, in der ein Dis­counter in seinen wöchent­li­chen Pro­spekten u.a. mit Preis­er­mä­ßi­gungen wirbt. In dem Pro­spekt war für 1 kg Bananen ein Preis von 1,29 € ange­geben. Die als letzter Ver­kaufs­preis genannten 1,69 € waren durch­ge­stri­chen und ein Rabatt von ‑23 % abge­druckt. Als nied­rigsten Preis der letzten 30…

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  • Online-Kün­di­gung von Ver­brau­cher­ver­trägen über Kün­di­gungs­button

    Seit Juli 2022 sind Unter­nehmen, die auf ihrer Home­page den Abschluss kos­ten­pflich­tiger Dau­er­ver­träge anbieten, ver­pflichtet, eine Kün­di­gungs­mög­lich­keit in Form eines Kün­di­gungs­but­tons ein­zu­richten. Der Unter­nehmer hat sicher­zu­stellen, dass der Ver­brau­cher auf der Web­seite eine Erklä­rung zur ordent­li­chen oder außer­or­dent­li­chen Kün­di­gung eines auf der Web­seite abschließ­baren Ver­trags über einen Kün­di­gungs­button abgeben kann. Dieser muss gut lesbar und…

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  • Anspruch auf Equal Pay

    Nach dem Ent­gelt­trans­pa­renz­ge­setz (Entg­TranspG) ist bei glei­cher oder gleich­wer­tiger Arbeit eine unmit­tel­bare oder mit­tel­bare Benach­tei­li­gung wegen des Geschlechts im Hin­blick auf sämt­liche Ent­gelt­be­stand­teile und Ent­gelt­be­din­gungen ver­boten. Zudem darf für gleiche oder für gleich­wer­tige Arbeit nicht wegen des Geschlechts der oder des Beschäf­tigten ein gerin­geres Ent­gelt ver­ein­bart oder gezahlt werden, als bei einer oder einem Beschäf­tigten…

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  • Kein Anspruch auf Abfin­dung nach Sozi­al­plan

    In einem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Saar­land ent­schie­denen Fall war eine Kran­ken­schwester seit 1986 im evan­ge­li­schen Kran­ken­haus in Saar­brü­cken tätig, das zum 31.3.2023 geschlossen wurde. In der 1. Instanz wandte sich die Schwester noch gegen ihre Ver­set­zung in ein anderes Kran­ken­haus des Betrei­bers in Neun­kir­chen und gegen die vom Arbeit­geber vor­sorg­lich für den Fall der Unwirk­sam­keit der…

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  • Errich­tung eines Pools unter Bäumen – kein Anspruch auf Laub­rente

    Ein Grund­stücks­ei­gen­tümer kann die Zufüh­rung von z.B. Gasen, Dämpfen, Gerü­chen, Rauch, Erschüt­te­rungen und ähn­liche von einem anderen Grund­stück aus­ge­hende Ein­wir­kungen inso­weit nicht ver­bieten, als die Ein­wir­kung die Benut­zung seines Grund­stücks nicht oder nur unwe­sent­lich beein­träch­tigt. Eine unwe­sent­liche Beein­träch­ti­gung liegt i.d.R. vor, wenn die in Gesetzen oder Rechts­ver­ord­nungen fest­ge­legten Grenz- oder Richt­werte nicht über­schritten werden. Das…

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  • Denk­mal­recht­liche Geneh­mi­gung für Solar­zaun

    In einem vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz (OVerwG) ent­schie­denen Fall han­delte es sich um den Eigen­tümer eines Grund­stücks mit einem Wohn­ge­bäude, das seit 1998 als Kul­tur­denkmal unter Schutz gestellt ist. Seinen Antrag auf Ertei­lung einer denk­mal­recht­li­chen Geneh­mi­gung für die Errich­tung eines Solar­z­aunes auf der bestehenden, zwi­schen 1 und 1,60 m hohen Einfrie­dungsmauer ent­lang der Straße lehnte die Stadt ab.…

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  • Klä­rung der Tes­tier­fä­hig­keit – Her­aus­ga­be­an­spruch von Behand­lungs­akte

    Die Richter des Ober­lan­des­ge­richts Hamm (OLG) hatten zu ent­scheiden, ob eine Klinik nach dem Tod einer Pati­entin ver­pflichtet werden kann, die Kran­ken­un­ter­lagen zur Fest­stel­lung der Tes­tier­fä­hig­keit an einen Gut­achter zu über­geben. In dem Fall aus der Praxis hatte eine ver­stor­bene Erb­las­serin in ihrem Tes­ta­ment aus dem Jahr 1998 zunächst ihre Schwester als Allein­erbin ein­ge­setzt. Mit…

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  • Ersatz bei nach­träg­li­chem Mangel an einer Kauf­sache

    Ein kürz­lich gekauftes Pro­dukt geht plötz­lich und unvor­her­ge­sehen kaputt. Da stellt sich oft die Frage: Wer ist für den Mangel ver­ant­wort­lich und kann vom Ver­käufer Ersatz ver­langt werden? Zunächst wird beim Erwerb eines Pro­dukts auto­ma­tisch ein Kauf­ver­trag abge­schlossen. Dieser ver­pflichtet den Ver­käufer, dem Käufer das Eigentum an einer man­gel­freien Sache zu ver­schaffen. Tritt später ein…

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  • Fahr­ten­buch­auf­lage – zu späte Bekannt­gabe des Fahr­zeug­füh­rers gegen­über Buß­geld­stelle

    Ent­spre­chend der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung kann die nach Lan­des­recht zustän­dige Behörde gegen­über einem Fahr­zeug­halter u.a. für ein oder meh­rere auf ihn zuge­las­sene Fahr­zeuge die Füh­rung eines Fahr­ten­buchs anordnen, wenn die Fest­stel­lung eines Fahr­zeug­füh­rers nach einer Zuwi­der­hand­lung gegen Ver­kehrs­vor­schriften nicht mög­lich war. Die Richter des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts stellten in ihrem Beschluss v. 7.5.2024 klar, dass die Fest­stel­lung eines Fahr­zeug­füh­rers…

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  • Wirk­sam­keit eines vor der Ehe­schlie­ßung geschlos­senen Erb­ver­trags nach spä­terer Schei­dung

    Der Bun­des­ge­richtshof (BGH) hatte zu ent­scheiden, ob ein meh­rere Jahre vor einer Ehe­schlie­ßung geschlos­sener Erb­ver­trag auf­grund der spä­teren Schei­dung unwirksam ist. Dabei han­delte es sich um den nach­fol­genden Sach­ver­halt: Im Jahr 1995 schlossen der Erb­lasser und die Erb­las­serin, die zu diesem Zeit­punkt in einer nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft lebten, einen Erb­ver­trag und setzten sich gegen­seitig als Allein­erben…

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  • Zugang einer Kün­di­gung per Ein­wurf-Ein­schreiben

    Wird der Zugang einer schrift­li­chen Erklä­rung (hier Kün­di­gung) bestritten und beruft sich der Absender, der die Beweis­last trägt, auf einen Zugang beim Emp­fänger per Ein­wurf-Ein­schreiben der Deut­schen Post AG, begründet die Kom­bi­na­tion von Ein­lie­fe­rungs­beleg der Post und Sen­dungs­status der Post noch keinen Beweis des ersten Anscheins für den Zugang. Ach­tung: Das Urteil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Baden-Würt­tem­berg ist…

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  • Eigen­be­darfs­kün­di­gung gilt nicht für Cousin

    Ein Ver­mieter kann nur kün­digen, wenn er ein berech­tigtes Inter­esse an der Been­di­gung des Miet­ver­hält­nisses hat. Ein sol­ches liegt ins­be­son­dere z.B. vor, wenn der Ver­mieter die Räume als Woh­nung für sich, seine Fami­li­en­an­ge­hö­rigen oder Ange­hö­rige seines Haus­halts benö­tigt. Der Bun­des­ge­richtshof hat sich nun dazu geäu­ßert, welche Per­sonen unter den Begriff „Fami­li­en­an­ge­hö­rige“ fallen. Dieser Begriff umfasst…

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  • Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht für Gar­ten­teich

    Nach den in der Recht­spre­chung ent­wi­ckelten Grund­sätzen muss der­je­nige, der eine Gefah­ren­quelle schafft oder andauern lässt, alle nach Lage der Ver­hält­nisse not­wen­digen und zumut­baren Vor­keh­rungen treffen, um eine Schä­di­gung anderer mög­lichst zu ver­hin­dern. So muss also jeder Grund­stücks­ei­gen­tümer wirk­same und auf Dauer ange­legte Schutz­maß­nahmen ergreifen, um Kinder vor Unfällen als Folge ihrer Uner­fah­ren­heit und Unbe­son­nen­heit…

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