Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Widerruf trotz Maß­an­fer­ti­gung – kein Wer­ter­satz für Trep­pen­lift

    Wird ein außer­halb von Geschäfts­räumen geschlos­sener Ver­trag wider­rufen, hat der Ver­brau­cher grund­sätz­lich Wer­ter­satz für die­je­nigen Dienst­leis­tungen zu leisten, die der Unter­nehmer bis zum Widerruf tat­säch­lich erbracht hat. Bei Werk­ver­trägen umfasst dies jedoch nur solche Leis­tungen, die sich bereits im Werk ver­kör­pert haben. Im vom Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schie­denen Fall ging es um den Widerruf eines Ver­trags

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  • Beschrän­kung bei Rück­gabe von Fes­tival-Token zulässig

    Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf hat ent­schieden, dass Fes­ti­val­be­su­cher gekaufte Token nicht zeit­lich unbe­grenzt zurück­geben können. In dem ent­schie­denen Fall war es auf dem Fes­ti­val­ge­lände unter­sagt, eigene Speisen oder Getränke mit­zu­bringen. Alle Ein­käufe bei der Ver­an­stal­tung mussten mit spe­zi­ellen Token bezahlt werden. Diese waren aus­schließ­lich wäh­rend des Fes­ti­vals erhält­lich und konnten nur vor Ort an bestimmten Kassen

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  • Wahl­arzt­leis­tung – keine Ver­tre­tung ohne aus­drück­liche Zustim­mung

    Eine auf Initia­tive des Kran­ken­haus­trä­gers bezie­hungs­weise eines Wahl­arztes getrof­fene Wahl­leis­tungs­ver­ein­ba­rung mit dem Inhalt, dass wahl­ärzt­liche Leis­tungen ohne beson­dere Bedin­gungen durch einen anderen Arzt als Ver­treter des Wahl­arztes aus­ge­führt werden, ist unwirksam. Dies hat der Bun­des­ge­richtshof (BGH) ent­schieden. Nach den Aus­füh­rungen des BGH geht es dem Pati­enten bei Abschluss einer Wahl­leis­tungs­ver­ein­ba­rung in erster Linie darum, sich

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  • Aus­ge­rutscht beim Kaf­fee­holen – ein Arbeits­un­fall?

    Der Weg zur Kaf­fee­ma­schine dient grund­sätz­lich der eigen­wirt­schaft­li­chen Tätig­keit (Nah­rungs­auf­nahme, Genuss­mittel) und steht nicht auto­ma­tisch unter dem Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung. In einem Fall aus der Praxis rutschte eine Arbeit­neh­merin aus, als sie gegen 15:30 Uhr im Sozi­al­raum des Arbeit­ge­bers, wie üblich gegen diese Uhr­zeit, an dem Kaf­fee­münz­au­to­maten einen Kaffee holen wollte. Der Raum war

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  • Arbeits­un­fä­hig­keit wäh­rend Abbau eines Zeit­gut­ha­bens durch Frei­stel­lung

    In einem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln (LAG) ent­schie­denen Fall schlossen ein Arbeit­nehmer und der Arbeit­geber am 20.6.2023 einen Auf­he­bungs­ver­trag mit Wir­kung zum 30.9.2023. Zum Zeit­punkt des Ver­trags­ab­schlusses bestand im Lang­zeit­konto des Arbeit­neh­mers ein Gut­haben von 31 Tagen. Zum Aus­gleich dieses Gut­ha­bens sollte er im Zeit­raum vom 18.8.2023 bis 29.9.2023 frei­ge­stellt werden. Dem­entspre­chend wurden für den ver­ein­barten

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  • Eigen­be­darf des Ver­mie­ters bei Umbau der eigenen Woh­nung

    Ein Ver­mieter kann das Miet­ver­hältnis ordent­lich nur kün­digen, wenn er an dessen Been­di­gung ein berech­tigtes Inter­esse hat. Ein sol­ches berech­tigtes Inter­esse liegt ins­be­son­dere vor, wenn der Ver­mieter die Woh­nung für sich, seine Fami­li­en­an­ge­hö­rigen oder Ange­hö­rige seines Haus­halts benö­tigt. Das Tat­be­stands­merkmal des Benö­ti­gens erfor­dert nicht, dass der Ver­mieter oder seine Fami­li­en­an­ge­hö­rigen oder Ange­hö­rige seines Haus­halts auf

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  • Daten­schutz von Mie­tern beim Ver­kauf der Immo­bilie

    In einem vom Pfäl­zi­schen Ober­lan­des­ge­richt Zwei­brü­cken (OLG) ent­schie­denen Fall bewohnten Mieter eine Dop­pel­haus­hälfte, die der Eigen­tümer ver­äu­ßern wollte. Zu Ver­kaufs­zwe­cken fer­tigte ein vom Ver­mieter beauf­tragter Makler bei einem mit den Mie­tern abge­stimmten Termin Innen­raum­fotos an, auf denen aber keine Per­sonen abge­bildet waren. Nach Ver­öf­fent­li­chung der Ver­kaufs­an­zeige und der Über­gabe des Expo­seés an Kauf­in­ter­es­senten wurden die

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  • Ver­stoß gegen Umgangs­ver­ein­ba­rung – Selbst­stän­dig­keit per se kein Ent­schuldi-gungs­grund

    Bei einem Ver­stoß gegen eine gericht­lich gebil­ligte Umgangs­ver­ein­ba­rung kann ein Ord­nungs­geld ver­hängt werden. Die Fest­set­zung eines Ord­nungs­mit­tels unter­bleibt, wenn der Ver­pflich­tete Gründe vor­trägt, aus denen sich ergibt, dass er die Zuwi­der­hand­lung nicht zu ver­treten hat. Dem Thü­ringer Ober­lan­des­ge­richt lag fol­gender Sach­ver­halt zur Ent­schei­dung vor: Eine gericht­lich gebil­ligte Rege­lung sah vor, dass ein Umgang zwi­schen Vater

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  • Ver­erben an den Haus­arzt trotz berufs­recht­li­chen Ver­bots wirksam

    Der Bun­des­ge­richtshof hat ent­schieden, dass eine Zuwen­dung von Todes wegen zugunsten des Haus­arztes des Erb­las­sers nicht des­halb unwirksam ist, weil es gegen ein den Haus­arzt tref­fendes berufs­stän­di­sches Zuwen­dungs­verbot ver­stößt. Die Vor­schrift ver­bietet nur ein Ver­halten des Arztes, dem es nicht gestattet ist, Geschenke oder andere Vor­teile zu for­dern, sich ver­spre­chen zu lassen oder anzu­nehmen. Nicht

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  • Über­schreiten der Park­zeit – keine War­te­pflicht zum Abschleppen

    Der Betreiber eines Park­platzes hatte auf dem Platz einen Park­schein­au­to­maten auf­ge­stellt. Eine Frau stellte ihren PKW gegen 8:11 Uhr auf dem Park­platz ab und löste für 4 € einen bis 10:51 Uhr gül­tigen Park­schein. Da die bezahlte Park­zeit über­schritten war, beauf­tragte der Betreiber ein Unter­nehmen mit dem Abschleppen des Fahr­zeugs. Erst nach Zah­lung der Abschlepp­kosten

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  • Nach­träg­liche Her­ab­set­zung der monat­li­chen Rente bei Riester-Ver­trägen

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) ent­schie­denen Fall ging es um fonds­ge­bun­dene Riester-Ren­ten­ver­si­che­rungen, bei denen die spä­tere Ren­ten­höhe anhand eines im Ver­si­che­rungs­schein fest­ge­legten Ren­ten­fak­tors berechnet wird. Dieser Ren­ten­faktor beruht auf den vom Ver­si­cherer ange­nom­menen Rech­nungs­grund­lagen, ins­be­son­dere dem Rech­nungs­zins und der kal­ku­lierten Lebens­er­war­tung, und bestimmt die monat­liche Rente je 10.000 € Poli­cen­wert. Die in einigen Ver­trägen ver­wen­deten

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  • Abbruch­ar­beiten – Keine Haf­tung bei unklarer Leis­tungs­ab­gren­zung

    Ent­fernt ein Unter­nehmer im Rahmen von Abbruch- oder Demon­ta­ge­ar­beiten mehr Bau­teile als der Besteller nach seiner Vor­stel­lung erwartet, führt dies nicht zwangs­läufig zu einer Pflicht­ver­let­zung oder zum Ver­lust des Ver­gü­tungs­an­spruchs. Dies ver­deut­licht eine Ent­schei­dung des Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richts. Im zugrunde lie­genden Fall hatten die Par­teien einen Werk­ver­trag über bestimmte Demon­ta­geleis­tungen geschlossen. Der Unter­nehmer führte die Arbeiten

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  • Mehr­ar­beits­zu­schläge für Teil­zeit­be­schäf­tigte

    Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Berlin-Bran­den­burg hat ent­schieden, dass eine tarif­ver­trag­liche Rege­lung, nach der sämt­liche Beschäf­tigte ein­schließ­lich der Teil­zeit­be­schäf­tigten Mehr­ar­beits­zu­schläge erst ab der Über­schrei­tung der Wochen­ar­beits­zeit für Voll­zeit­be­schäf­tigte erhalten, eine gesetz­lich ver­bo­tene Dis­kri­mi­nie­rung der Teil­zeit­be­schäf­tigten dar­stellt. Rechts­folge ist die gericht­liche „Anpas­sung nach oben“ mit der Folge, dass auch bei Teil­zeit­be­schäf­tigten die Über­schrei­tung ihrer indi­vi­du­ellen Wochen­ar­beits­zeit die tarif­ver­trag­liche Zuschlags­pflicht

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  • Gesetz­li­cher Min­dest­lohn – Keine Erfül­lung durch Fir­men­wagen

    Der gesetz­liche Min­dest­lohn­an­spruch kann durch die Über­las­sung eines Fir­men­wa­gens nicht er-füllt werden. Das Min­dest­lohn­ge­setz ver­langt eine Zah­lung von Geld. Ein Fir­men­wagen kann nicht zur Erfül­lung der Min­dest­lohn­pflicht ange­nommen werden. Ein Arbeit­geber muss also zusätz­lich zu den wegen Über­las­sung eines Fir­men­wa­gens bereits ent­rich­teten Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trägen auch Bei­träge auf den gesetz­li­chen Min­dest­lohn zahlen, da durch die Über­las­sung eines

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  • Frist­lose Kün­di­gung wegen Online-AU ohne Arzt­kon­takt

    Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm hat ent­schieden, dass die Vor­lage einer online erwor­benen Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung ohne jeg­li­chen Arzt­kon­takt eine frist­lose Kün­di­gung recht­fer­tigen kann. Ent­schei­dend ist dabei weniger, ob der Arbeit­nehmer tat­säch­lich arbeits­un­fähig war, son­dern ob er mit der Beschei­ni­gung den Ein­druck erweckte, die Arbeits­un­fä­hig­keit wurde ärzt­lich fest­ge­stellt. In dem Fall aus der Praxis hatte ein Arbeit­nehmer für meh­rere

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  • Woh­nungs­ei­gen­tümer – kein Zurück­be­hal­tungs­recht beim Wohn­geld

    Hat ein Mieter aus dem Miet­ver­hältnis einen fäl­ligen Gegen­an­spruch gegen den Ver­mieter, etwa auf Besei­ti­gung eines Man­gels (z. B. Repa­ratur der Hei­zung), kann er die geschul­dete Leis­tung in ange­mes­senem Umfang bis zur Bewir­kung der ihm zuste­henden Leis­tung zurück­be­halten (Zurück­be­hal­tungs­recht). Vor­aus­set­zung hierfür ist stets ein fäl­liger Gegen­an­spruch des Schuld­ners gegen den Gläu­biger. Diese Grund­sätze lassen sich

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  • Abriss bei wesent­li­cher Abwei­chung von der Bau­ge­neh­mi­gung

    Wer von seiner Bau­ge­neh­mi­gung abweicht, ris­kiert im schlimmsten Fall den kom­pletten Abriss. Damit ein Bau­werk noch als das ursprüng­lich geneh­migte Vor­haben gilt, müssen die wesent­li­chen Merk­male unver­än­dert bleiben. Zu diesen Merk­malen gehören vor allem Standort, Grund­fläche, Bau­vo­lumen, Zweck, Höhe, Dach­form und das äußere Erschei­nungs­bild. Ändern sich diese Punkte, kommt es darauf an, wie stark die

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  • „Düs­sel­dorfer Tabelle“ seit dem 1.1.2026

    Die vom Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf her­aus­ge­ge­bene „Düs­sel­dorfer Tabelle“ wurde zum 1.1.2026 geän­dert. Gegen­über der Tabelle 2025 sind die Bedarfs­sätze min­der­jäh­riger und voll­jäh­riger Kinder ange­hoben worden. Außerdem sind die Anmer­kungen zur Tabelle um Rege­lungen des ange­mes­senen Selbst­be­halts bei der Inan­spruch­nahme von Kin­dern auf Eltern­un­ter­halt und von Groß­el­tern auf Enkel­un­ter­halt ergänzt worden.  Die in der Tabelle aus­ge­wie­senen Richt­sätze

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  • Ver­passter Flug nach Pkw-Anreise zum Flug­hafen

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a. M. (OLG) ent­schie­denen Fall buchte eine Frau eine Hawaii-Reise mit Abflug vom Flug­hafen Ham­burg um 6:45 Uhr und schloss dazu eine Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung ab (Kos­ten­er­satz bis 6.500 € pro Person bei not­wen­diger und unver­meid­barer Stor­nie­rung). Am Rei­setag star­tete sie um 4:00 Uhr in Kiel mit einem Miet­wagen. Wegen einer mehr

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  • Rei­se­mängel – volle Erstat­tung des Rei­se­preises trotz erbrachter Teil­leis­tungen

    Auch wenn ein­zelne Rei­se­leis­tungen erbracht wurden, kann dem Rei­senden bei nicht ord­nungs­ge­mäßer Ver­trags­er­fül­lung den­noch ein Anspruch auf voll­stän­dige Erstat­tung zustehen. Dies ist der Fall, wenn die man­gel­hafte Erbrin­gung von Rei­se­leis­tungen so schwer­wie­gend ist, dass die Pau­schal­reise zwecklos wird, und die Reise für den Rei­senden nicht mehr von Inter­esse ist. Zu dieser Ent­schei­dung kamen die Richter

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  • Beweis­last beim Glät­te­sturz und Haf­tung des Ver­mie­ters

    Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) setzt die win­ter­liche Räum- und Streu­pflicht auf Straßen oder Wegen eine kon­krete Gefah­ren­lage voraus, d. h. grund­sätz­lich das Vor­han­den­sein einer „all­ge­meinen Glätte“ und nicht nur ein­zelner Glät­te­stellen. All­ge­meine Glätte setzt nicht voraus, dass es im ganzen Gemein­de­ge­biet glatt ist. Die Beweis­last, dass eine Streu­pflicht bestanden hat und diese ver­letzt wurde,

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  • GbR & Schrift­form – Unter­schrift aller Gesell­schafter oder klarer Ver­tre­tungs­wille

    Wird eine der Ver­trags­par­teien des Miet­ver­trags, hier die Ver­mie­terin als GbR, durch eine Mehr­zahl an Per­sonen, hier durch ihre Gesell­schafter, ver­treten, so ist in dem Fall, dass nur eine der zur Ver­tre­tung beru­fenen Per­sonen den Miet­ver­trag unter­zeichnet, die Schrift­form nur gewahrt, wenn die Unter­schrift den Hin­weis ent­hält, dass das unter­zeich­nende Mit­glied auch die anderen ver­tre­tungs­be­rech­tigten

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  • Erhö­hung der Min­dest­ver­gü­tung für Aus­zu­bil­dende

    Für Aus­zu­bil­dende, die außer­halb der Tarif­bin­dung liegen, gilt eine Min­dest­ver­gü­tung. Die Höhe der monat­li­chen Min­dest­ver­gü­tung nach dem Berufs­bil­dungs­ge­setz wurde nun fort­ge­schrieben. Hier eine Über­sicht der Min­dest­ver­gü­tungen von 2022 bis 2026 vom 1.1. bis 31.12. des jewei­ligen Jahres: Aus­bil­dungs­be­ginn 1. Aus­bil­dungs­jahr 2. Aus­bil­dungs­jahr 3. Aus­bil­dungs­jahr 4. Aus­bil­dungs­jahr 2026 724,00 € 854,00 € 977,00 € 1.014,00 € 2025 682,00 €

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