Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Widerruf-Button – Pflicht im Online-Handel bei B2C

    Für alle Online-Ver­träge über Waren, Dienst­leis­tungen und Finanz­pro­dukte, die über eine Online-Benut­zer­ober­fläche geschlossen werden, wird zum 19.6.2026 ein Wider­rufs-Button ver­pflich­tend. Ziel ist es, Ver­brau­chern die Mög­lich­keit zu geben, online geschlos­sene Ver­träge ebenso ein­fach zu wider­rufen, wie sie abge­schlossen wurden. Die Aus­ge­stal­tung erfolgt in 2 Stufen. Zunächst gibt der Ver­brau­cher Ver­trags­daten ein, anschlie­ßend bestä­tigt er den Widerruf

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  • Hotel­zim­mer­an­frage trotz Bestä­ti­gung keine ver­bind­liche Buchung

    Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a. M. (OLG) hatte zu ent­scheiden, ob eine per E‑Mail gestellte Zim­mer­an­frage mit anschlie­ßender Reser­vie­rungs­be­stä­ti­gung bereits eine ver­bind­liche Buchung dar­stellt. In dem ent­schie­denen Fall erhielt ein Hotel per E‑Mail von einem Unter­nehmen mit dem Betreff „Zim­mer­an­frage“ eine Anfrage über die Reser­vie­rung meh­rerer Zimmer für zwei Zeit­räume. Das Hotel bestä­tigte die Buchung, gab

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  • Keine Mehr­kosten für ange­mes­senes Hand­ge­päck

    Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm (OLG) hatte sich mit der Frage zu befassen, ob Flug­ge­sell­schaften für übli­ches Hand­ge­päck zusätz­liche Gebühren ver­langen dürfen. In dem vom OLG ent­schie­denen Fall ging es um die Praxis einer Air­line, im Basis­tarif ledig­lich ein sehr kleines Hand­ge­päck­stück (hier: 40 x 30 x 20 cm) kos­ten­frei zuzu­lassen. Für grö­ßeres oder zusätz­li­ches Hand­ge­päck – etwa einen

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  • Bonus­kür­zung wegen Eltern­zeit

    Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schieden, dass eine variable, ziel­ab­hän­gige Ver­gü­tung wäh­rend der Eltern­zeit anteilig gekürzt werden darf. Selbst dann, wenn die zugrunde lie­gende Betriebs­ver­ein­ba­rung keine aus­drück­liche Kür­zungs­re­ge­lung ent­hält. Im Streit­fall hatte ein Arbeit­nehmer seine Ziele im Jahr 2022 deut­lich über­erfüllt, befand sich jedoch an 62 Tagen in Eltern­zeit. Der Arbeit­geber kürzte die variable Ver­gü­tung ent­spre­chend.

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  • Strenge Anfor­de­rungen bei Kün­di­gung wegen Kir­chen­aus­tritt

    Der Euro­päi­sche Gerichtshof (EuGH) stellte klar, dass einem Mit­ar­beiter, der für einen kirch­li­chen Arbeit­geber arbeitet, nicht zwangs­läufig wegen eines Kir­chen­aus­tritts gekün­digt werden kann. Im kon­kreten Fall ging es um eine pri­vate Orga­ni­sa­tion, deren Selbst­ver­ständnis auf reli­giösen Grund­sätzen beruht. Sie ver­langte von einem Mit­ar­beiter, der Mit­glied einer bestimmten Kirche war, wäh­rend des lau­fenden Arbeits­ver­hält­nisses nicht aus

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  • Eltern­un­ter­halt – Anhalts­punkte für Über­schreiten der Ein­kom­mens­grenze

    Ein Unter­halts­rück­griff durch den Sozi­al­hil­fe­träger auf ein erwach­senes Kind, dessen Eltern vom Sozi­alamt Leis­tungen erhalten, ist beschränkt. So geht ein mög­li­cher Unter­halts­an­spruch der Eltern gegen ihre erwach­senen Kinder erst dann auf den Sozi­al­hil­fe­träger über, wenn das Ein­kommen des Kindes einen Jah­res­be­trag von 100.000 € über­steigt. Dabei wird gesetz­lich ver­mutet, dass diese Ein­kom­mens­grenze nicht über­schritten wird.

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  • Unbe­rech­tigte Kün­di­gung wegen Schrift­form­man­gels kann Scha­dens­er­satz aus­lösen

    Ein Ver­mieter, der bei einem lang­fris­tigen Miet­ver­trag eine unbe­rech­tigte Kün­di­gung wegen eines behaup­teten Schrift­form­man­gels aus­spricht, kann sich scha­dens­er­satz­pflichtig machen, wenn der Mieter infolge der Kün­di­gung das Miet­ob­jekt räumt und zurück­gibt. Im ent­schie­denen Fall hatte zwar der Ver­mieter zwei Groß­kanz­leien im Rahmen einer Due-Dili­gence-Prü­fung beim Erwerb des Anwe­sens ein­ge­schaltet, die die Kün­di­gung im Rahmen einer Plau­si­bi­li­täts­prü­fung

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  • Bloßes Kauf­in­ter­esse recht­fer­tigt keine Grund­buch­ein­sicht

    Nach der Grund­buch­ord­nung (GBO) ist jedem die Ein­sicht in das Grund­buch gestattet, der ein berech­tigtes Inter­esse dar­legt. Im Januar 2026 bat ein Mann das Grund­buchamt um Mit­tei­lung der Eigen­tü­mer­kon­takt­daten zu einem durch Adresse bezeich­neten Haus mit der Begrün­dung, er hätte Inter­esse, das Haus zu kaufen. Das Amt teilte ihm jedoch mit, dass ein bloßes Kauf­in­ter­esse

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  • Prü­fung eines Tes­ta­ments im Erb­schein­ver­fahren

    Im Erb­schein­ver­fahren wird die Gül­tig­keit des Tes­ta­ments von Amts wegen geprüft. Soll ein Erb­schein erteilt werden, muss nicht nur der erb­recht­liche Cha­rakter der Erklä­rung fest­stehen, son­dern auch deren Echt­heit und Eigen­hän­dig­keit. Fehlt inso­fern die Über­zeu­gung des Gerichts, geht dies zulasten des­je­nigen, der Rechte aus der Urkunde her­leiten will. Im Zwei­fels­fall ist von Amts wegen ein

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  • Haf­tung bei Kol­li­sion nach Rot­licht­ver­stoß und Wen­de­ma­növer

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a. M. (OLG) ent­schie­denen Fall stritten sich die Par­teien um Scha­dens­er­satz­an­sprüche im Zusam­men­hang mit einem Ver­kehrs­un­fall. Ein Mann war mit einem Pkw in süd­li­cher Fahrt­rich­tung unter­wegs. Im Kreu­zungs­be­reich ord­nete er sich auf der Links­ab­bie­ger­spur hinter vier wei­teren Fahr­zeugen ein. Nachdem der Links­ab­bie­ger­pfeil auf Grün umge­schaltet hatte, fuhr er als fünftes

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  • Flug­an­nul­lie­rung – Erstat­tung muss auch erho­bene Pro­vi­sion umfassen

    In einem vom Euro­päi­schen Gerichtshof (EuGH) ent­schie­denen Fall kauften meh­rere Rei­sende in einem Buchungs­portal Flug­ti­ckets für einen Hin- und Rück­flug der Flug­ge­sell­schaft KLM von Wien (Öster­reich) nach Lima (Peru). Da die Flüge annul­liert wurden, erstat­tete KLM ihnen den von ihnen gezahlten Betrag abzüg­lich etwa 95 €, die das Buchungs­portal ihnen als Ver­mitt­lungs­pro­vi­sion in Rech­nung gestellt

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  • Hand­werks­be­trieb – Betriebs­leiter muss fach­lich-tech­ni­sche Lei­tung tat­säch­lich aus­üben

    Der Betriebs­leiter einer juris­ti­schen Person muss wie ein das Hand­werk selbst­ständig betrei­bender Hand­werks­meister die hand­werk­li­chen Tätig­keiten leiten. Er hat dafür zu sorgen, dass die hand­werk­li­chen Arbeiten „meis­ter­haft“ aus­ge­führt werden. Die fach­lich-tech­ni­sche Lei­tung des Betriebes muss in seiner Hand liegen. Er muss über den Hand­werks­be­trieb in seiner fach­li­chen Aus­ge­stal­tung und seinem tech­ni­schen Ablauf bestimmen und inso­weit

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  • Ordent­liche Kün­di­gung wegen feh­ler­hafter Arbeits­zeit­er­fas­sung

    Der vor­sätz­liche Ver­stoß eines Arbeit­neh­mers gegen seine Ver­pflich­tung, die abge­leis­tete, vom Arbeit­geber nur schwer zu kon­trol­lie­rende Arbeits­zeit kor­rekt zu doku­men­tieren, ist an sich geeignet, einen ver­hal­tens­be­dingten Grund zur außer­or­dent­li­chen wie auch zur ordent­li­chen Kün­di­gung dar­zu­stellen. Das gilt für den vor­sätz­li­chen Miss­brauch von Stem­pel­uhren ebenso wie für das wis­sent­liche und vor­sätz­lich fal­sche Aus­füllen ent­spre­chender For­mu­lare. Dabei

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  • Arbeits­ver­trag – pau­schale Frei­stel­lungs­klausel ist unwirksam

    Ein Arbeit­nehmer war seit dem 1.1.2022 als Gebiets­leiter bei einem Unter­nehmen tätig und ihm wurde ein Dienst­wagen mit Pri­vat­nut­zung zur Ver­fü­gung gestellt. Auf­grund seiner Eigen­kün­di­gung endete das Arbeits­ver­hältnis zum 30.11.2024. Nach dem Erhalt der Kün­di­gung stellte ihn der Arbeit­geber ein­seitig mit Schreiben vom 31.5.2024 von der Erbrin­gung der Arbeits­leis­tung frei und for­derte ihn auf, den

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  • Ruf­be­reit­schaft – kein Unfall­ver­si­che­rungs­schutz bei Trep­pen­sturz im eigenen Heim

    Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Berlin-Bran­den­burg (LAG) hatte dar­über zu ent­scheiden, ob bei fol­gendem Sach­ver­halt ein Arbeits­un­fall vorlag: Ein zum Unfall­zeit­punkt 72 Jahre alter Mann war, obwohl schon in Rente, beruf­lich noch als Fahrer eines Abschlepp­dienstes beschäf­tigt. In einer Dezem­ber­nacht 2022 über­nahm er von zu Hause aus die Ruf­be­reit­schaft für etwaige Not­ein­sätze. Gegen 2 Uhr nachts wurde er zu

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  • Gewer­be­raum­miete – Ein­sichts­recht des Mie­ters in die Ori­gi­nal­be­lege zur Betriebs­kos­ten­ab­rech­nung

    Bei Gewer­be­raum­miet­ver­hält­nissen besteht wei­terhin das Recht des Mie­ters zur Ein­sicht­nahme in die Ori­gi­nal­be­lege zur Betriebs­kos­ten­ab­rech­nung. Eine Bereit­stel­lung der Belege in digi­taler Form ist nicht aus­rei­chend. Dies hat das Schleswig-Hol­stei­ni­sche Ober­lan­des­ge­richt ent­schieden. Nach Auf­fas­sung des Gerichts bleibt es im Gewer­be­raum­miet­recht grund­sätz­lich dabei, dass dem Mieter auf Ver­langen Ein­sicht in die Ori­gi­nal­un­ter­lagen zu gewähren ist. Daran ändere

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  • Gewinn­brin­gende Unter­ver­mie­tung von Wohn­raum unzu­lässig

    Nach den Vor­schriften des Bür­ger­li­chen Gesetz­buchs kann der Mieter nach Abschluss des Miet­ver­trags vom Ver­mieter die Erlaubnis ver­langen, einen Teil der Woh­nung einem Dritten zum Gebrauch zu über­lassen, sofern hierfür ein berech­tigtes Inter­esse besteht. Das kann z. B. bei einem län­geren Aus­lands­auf­ent­halt der Fall sein. In dem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) ent­schie­denen Fall ging es auch

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  • Der neue Schufa-Score

    Unter­nehmen sind grund­sätz­lich berech­tigt, Boni­täts­aus­künfte bei der Schufa ein­zu­holen, sofern ein sog. berech­tigtes Inter­esse vor­liegt. Ein sol­ches besteht ins­be­son­dere dann, wenn ein Unter­nehmen in Vor­leis­tung tritt, etwa indem Waren oder Dienst­leis­tungen vor der Bezah­lung bereit­ge­stellt oder Kre­dite gewährt werden. Seit dem 17.3.2026 hat die Schufa zur Berech­nung des Scores neue Regeln. Der neue Score basiert

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  • Widerruf trotz Maß­an­fer­ti­gung – kein Wer­ter­satz für Trep­pen­lift

    Wird ein außer­halb von Geschäfts­räumen geschlos­sener Ver­trag wider­rufen, hat der Ver­brau­cher grund­sätz­lich Wer­ter­satz für die­je­nigen Dienst­leis­tungen zu leisten, die der Unter­nehmer bis zum Widerruf tat­säch­lich erbracht hat. Bei Werk­ver­trägen umfasst dies jedoch nur solche Leis­tungen, die sich bereits im Werk ver­kör­pert haben. Im vom Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schie­denen Fall ging es um den Widerruf eines Ver­trags

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  • Beschrän­kung bei Rück­gabe von Fes­tival-Token zulässig

    Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf hat ent­schieden, dass Fes­ti­val­be­su­cher gekaufte Token nicht zeit­lich unbe­grenzt zurück­geben können. In dem ent­schie­denen Fall war es auf dem Fes­ti­val­ge­lände unter­sagt, eigene Speisen oder Getränke mit­zu­bringen. Alle Ein­käufe bei der Ver­an­stal­tung mussten mit spe­zi­ellen Token bezahlt werden. Diese waren aus­schließ­lich wäh­rend des Fes­ti­vals erhält­lich und konnten nur vor Ort an bestimmten Kassen

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  • Wahl­arzt­leis­tung – keine Ver­tre­tung ohne aus­drück­liche Zustim­mung

    Eine auf Initia­tive des Kran­ken­haus­trä­gers bezie­hungs­weise eines Wahl­arztes getrof­fene Wahl­leis­tungs­ver­ein­ba­rung mit dem Inhalt, dass wahl­ärzt­liche Leis­tungen ohne beson­dere Bedin­gungen durch einen anderen Arzt als Ver­treter des Wahl­arztes aus­ge­führt werden, ist unwirksam. Dies hat der Bun­des­ge­richtshof (BGH) ent­schieden. Nach den Aus­füh­rungen des BGH geht es dem Pati­enten bei Abschluss einer Wahl­leis­tungs­ver­ein­ba­rung in erster Linie darum, sich

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  • Aus­ge­rutscht beim Kaf­fee­holen – ein Arbeits­un­fall?

    Der Weg zur Kaf­fee­ma­schine dient grund­sätz­lich der eigen­wirt­schaft­li­chen Tätig­keit (Nah­rungs­auf­nahme, Genuss­mittel) und steht nicht auto­ma­tisch unter dem Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung. In einem Fall aus der Praxis rutschte eine Arbeit­neh­merin aus, als sie gegen 15:30 Uhr im Sozi­al­raum des Arbeit­ge­bers, wie üblich gegen diese Uhr­zeit, an dem Kaf­fee­münz­au­to­maten einen Kaffee holen wollte. Der Raum war

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  • Arbeits­un­fä­hig­keit wäh­rend Abbau eines Zeit­gut­ha­bens durch Frei­stel­lung

    In einem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln (LAG) ent­schie­denen Fall schlossen ein Arbeit­nehmer und der Arbeit­geber am 20.6.2023 einen Auf­he­bungs­ver­trag mit Wir­kung zum 30.9.2023. Zum Zeit­punkt des Ver­trags­ab­schlusses bestand im Lang­zeit­konto des Arbeit­neh­mers ein Gut­haben von 31 Tagen. Zum Aus­gleich dieses Gut­ha­bens sollte er im Zeit­raum vom 18.8.2023 bis 29.9.2023 frei­ge­stellt werden. Dem­entspre­chend wurden für den ver­ein­barten

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