Kategorie: Aktuelles

  • Beweis­last beim Glät­te­sturz und Haf­tung des Ver­mie­ters

    Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) setzt die win­ter­liche Räum- und Streu­pflicht auf Straßen oder Wegen eine kon­krete Gefah­ren­lage voraus, d. h. grund­sätz­lich das Vor­han­den­sein einer „all­ge­meinen Glätte“ und nicht nur ein­zelner Glät­te­stellen. All­ge­meine Glätte setzt nicht voraus, dass es im ganzen Gemein­de­ge­biet glatt ist. Die Beweis­last, dass eine Streu­pflicht bestanden hat und diese ver­letzt wurde,

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  • GbR & Schrift­form – Unter­schrift aller Gesell­schafter oder klarer Ver­tre­tungs­wille

    Wird eine der Ver­trags­par­teien des Miet­ver­trags, hier die Ver­mie­terin als GbR, durch eine Mehr­zahl an Per­sonen, hier durch ihre Gesell­schafter, ver­treten, so ist in dem Fall, dass nur eine der zur Ver­tre­tung beru­fenen Per­sonen den Miet­ver­trag unter­zeichnet, die Schrift­form nur gewahrt, wenn die Unter­schrift den Hin­weis ent­hält, dass das unter­zeich­nende Mit­glied auch die anderen ver­tre­tungs­be­rech­tigten

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  • Erhö­hung der Min­dest­ver­gü­tung für Aus­zu­bil­dende

    Für Aus­zu­bil­dende, die außer­halb der Tarif­bin­dung liegen, gilt eine Min­dest­ver­gü­tung. Die Höhe der monat­li­chen Min­dest­ver­gü­tung nach dem Berufs­bil­dungs­ge­setz wurde nun fort­ge­schrieben. Hier eine Über­sicht der Min­dest­ver­gü­tungen von 2022 bis 2026 vom 1.1. bis 31.12. des jewei­ligen Jahres: Aus­bil­dungs­be­ginn 1. Aus­bil­dungs­jahr 2. Aus­bil­dungs­jahr 3. Aus­bil­dungs­jahr 4. Aus­bil­dungs­jahr 2026 724,00 € 854,00 € 977,00 € 1.014,00 € 2025 682,00 €

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  • Gesetz­liche Unfall­ver­si­che­rung – Beginn des Ver­si­che­rungs­schutzes

    Der Ver­si­che­rungs­schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung ent­steht erst mit dem objektiv erkenn­baren Ver­lassen des häus­li­chen Lebens­be­reichs, also mit dem Durch­schreiten einer Außentür des vom Ver­si­cherten bewohnten Gebäudes. Das gilt auch in Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern. Eine Außentür eines Gebäudes ist nicht nur die klas­si­sche Haustür mit Klingel und Brief­kas­ten­an­lage, son­dern jede Außentür, durch die der häus­liche Bereich ver­lassen werden

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  • Beschränkte Arbeit­neh­mer­haf­tung im Betrieb

    Im Arbeits­recht gilt eine begrenzte Arbeit­neh­mer­haf­tung, weil das unter­neh­me­ri­sche Betriebs­ri­siko grund­sätz­lich beim Arbeit­geber liegt. Bei leichter Fahr­läs­sig­keit haftet ein Arbeit­nehmer nicht und bei mitt­lerer Fahr­läs­sig­keit ist der Schaden in aller Regel zwi­schen Arbeit­nehmer und Arbeit­geber zu ver­teilen. Bei vor­sätz­lich ver­ur­sachten Schäden besteht hin­gegen eine umfas­sende Haf­tung – auch wenn der Schaden bei einer betrieb­lich ver­an­lassten

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  • Drei­zeu­gen­tes­ta­ment – Unter­schrift des Erb­las­sers zwin­gend erfor­der­lich

    Ein Drei­zeu­gen­tes­ta­ment ist nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch zulässig, wenn der Erb­lasser sich objektiv oder nach über­ein­stim­mender (sub­jek­tiver) Über­zeu­gung aller drei Zeugen in so naher Todes­ge­fahr befindet, dass eine Errich­tung vor dem Bür­ger­meister oder Notar nicht mehr mög­lich erscheint. Das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen (OLG) stellte dazu jedoch klar, dass die Unter­schrift des unter­schrifts­fä­higen Erb­las­sers zu den zwin­genden

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  • Stra­ßen­ver­kehr – Son­der­rechte von Ein­satz­fahr­zeugen

    Ereignet sich ein Unfall beim Links­ab­biegen, spricht regel­mäßig der typi­sche Gesche­hens­ab­lauf dafür, dass der Abbie­gende seine beson­deren Sorg­falts­pflichten nicht beachtet hat. Beson­dere Anfor­de­rungen gelten, wenn ein Ein­satz­fahr­zeug mit Blau­licht und Mar­tins­horn im Ver­kehr unter­wegs ist (hier: Kata­stro­phen­schutz­ein­satz einer Ret­tungs­hun­de­staffel). Solche Fahr­zeuge dürfen in Not­si­tua­tionen von den übli­chen Ver­kehrs­re­geln abwei­chen, bleiben aber auf die Mit­hilfe der

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  • Die Früh­start­rente

    Die soge­nannte Früh­start­rente soll in Deutsch­land ein­ge­führt werden und darauf abzielen, Eltern bei der früh­zei­tigen Alters­vor­sorge ihrer Kinder zu unter­stützen und hier­durch von Zin­ses­zins­ef­fekten zu pro­fi­tieren. Hier­durch soll das Ren­ten­system für die Zukunft ent­lastet werden. Ob diese, wie zunächst ange­dacht, Anfang 2026 in Kraft treten kann, ist der­zeit unklar, da bis­lang kein Refe­renten- oder Geset­zes­ent­wurf

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  • Son­der­ab­schrei­bung: Neuer Ersatzbau = Neubau?

    Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hat Ende Oktober 2025 ein bereits seit län­gerer Zeit erwar­tetes Urteil vom 12.8.2025 zur Son­der­ab­schrei­bungs­mög­lich­keit von Miet­woh­nungs­neubau ver­öf­fent­licht. Im Kla­ge­ver­fahren ging es um einen ersten För­der­zeit­raum, für den die Woh­nungs­her­stel­lung durch Bau­an­trag oder Bau­an­zeige nach dem 31.8.2018, aber vor dem 1.1.2022 begann. Aktuell gibt es einen zweiten För­der­zeit­raum für Bau­an­träge oder Bau­an­zeigen

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  • Deutsch­land­ti­cket 2026

    Das Deutsch­land­ti­cket soll auch in den Jahren 2026 – 2030 erhalten bleiben. Der aktu­elle Bezugs­preis von 58 € in 2025 soll lt. Ver­ein­ba­rung der Ver­kehrs­mi­nister der Bun­des­länder in 2026 auf 63 € monat­lich steigen. Auch im Jahr 2026 können Zuschüsse zum Deutsch­land­ti­cket durch den Arbeit­geber steuer- und sozi­al­ver­si­che­rungs­frei zusätz­lich zum ohnehin geschul­deten Arbeits­lohn gezahlt werden.

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  • Bei­trags­be­mes­sungs­grenzen steigen ab 2026

    Das Bun­des­ka­bi­nett hat am 8.10.2025 eine Erhö­hung der Bei­trags­be­mes­sungs­grenzen für 2026 um mehr als 5 % beschlossen, die Zustim­mung des Bun­des­rates steht noch aus. Men­schen mit höherem Ein­kommen müssen somit, sofern sie in das gesetz­liche Sozi­al­ver­si­che­rungs­system ein­zahlen, auf einen höheren Anteil ihres Ein­kom­mens Bei­träge abführen. Diese sehen wie folgt aus: Sozi­al­ver­si­che­rungs­re­chen­größe Monat Jahr Bezugs­größe in

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  • Neue Sach­be­zugs­werte 2026 für Unter­kunft und Ver­pfle­gung

    Unent­gelt­liche bzw. ver­güns­tigte Mahl­zeiten des Arbeit­ge­bers an seine Arbeit­nehmer sind als geld­werter Vor­teil den Arbeit­neh­mern im Rahmen des Arbeits­ver­hält­nisses zuzu­rechnen und zu ver­steuern. Die Sach­be­zugs­werte werden sich nach dem Refe­ren­ten­ent­wurf der Sozi­al­ver­si­che­rungs­ent­gelt­ver­ord­nung vom 8.10.2025 zum 1.1.2026 vor­aus­sicht­lich erhöhen. Ver­ab­schiedet werden soll die Ände­rung nach Redak­ti­ons­schluss dieser Aus­gabe. Danach sehen die Sach­be­zugs­werte wie folgt aus: Steu­er­freier

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  • Fäl­lig­keits­ter­mine Dezember 2025

    Umsatz­steuer (mtl.), für Dau­er­frist­ver­län­ge­rung Umsatz­steuer Lohn- u. Kir­chen­lohn­steuer, Soli-Zuschlag (mtl.) Einkommen‑, Körperschaft‑, Kir­chen­steuer, Soli-Zuschlag (VZ): 10.12.2025 (Zah­lungs­schon­frist 15.12.2025) Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge: 18.12.2025 (Abgabe der Erklä­rung – 24 Uhr) (Zah­lung 23.12.2025)

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  • Basis­zins /​ Ver­zugs­zins

    Ver­zugs­zins­satz seit 1.1.2002: (§ 288 BGB) Rechts­ge­schäfte mit Ver­brau­chern: Basis­zins­satz + 5-%-Punkte Rechts­ge­schäfte mit Nicht­ver­brau­chern (abge­schlossen bis 28.7.2014): Basis­zins­satz + 8-%-Punkte Rechts­ge­schäfte mit Nicht­ver­brau­chern (abge­schlossen ab 29.7.2014): Basis­zins­satz + 9-%-Punktezzgl. 40 € Pau­schale Basis­zins­satz nach § 247 Abs. 1 BGB maß­geb­lich für die Berech­nung von Ver­zugs­zinsen seit 01.07.2025 = 1,27 % 01.01.2025 – 30.06.2025 = 2,27

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  • Ver­brau­cher­preis­index

    Ver­brau­cher­preis­index (2020 = 100) 2025 123,0  Oktober 122,6  Sep­tember 122,3  August 122,2  Juli 121,8  Juni 121,8  Mai 121,7  April 121,2  März 120,8  Februar 120,3  Januar 2024 120,5  Dezember 119,9  November Ältere Ver­brau­cher­preis­in­dizes finden Sie im Internet unter: http://www.destatis.de – Kon­junk­tur­in­di­ka­toren – Ver­brau­cher­preise

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  • AGB-Klausel – Ruf­nummer plus Pass­wort­pflicht für SIM-Kar­ten­sperre unwirksam

    Der Bun­des­ge­richtshof (BGH) hat mit Urteil vom 23.10.2025 eine Klausel in den All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gungen eines Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­mens für unwirksam erklärt. Nach dieser musste der Kunde seine Ruf­nummer und sein per­sön­li­ches Kenn­wort nennen, um seine SIM-Karte sperren zu lassen. In ihrer Begrün­dung führten die BGH-Richter aus, dass zwar beide Seiten ein berech­tigtes Inter­esse an einer zuver­läs­sigen Authen­ti­fi­zie­rung

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  • Alt­ge­sellen dürfen väter­li­chen Hand­werks­be­trieb über­nehmen

    In der Hand­werks­ord­nung (HwO) ist unter anderem Fol­gendes gere­gelt: Eine Aus­übungs­be­rech­ti­gung für zulas­sungs­pflich­tige Hand­werke erhält, wer in diesem Hand­werk, in einem ver­wandten zulas­sungs­pflich­tigen Hand­werk oder in einem dem zu betrei­benden zulas­sungs­pflich­tigen Hand­werk ent­spre­chenden Beruf eine Tätig­keit von ins­ge­samt 6 Jahren aus­geübt hat, davon ins­ge­samt 4 Jahre in lei­tender Stel­lung. Eine lei­tende Stel­lung ist dann anzu­nehmen, wenn dem

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  • Auf eine Post­lauf­zeit von ein bis zwei Tagen kann nicht ver­traut werden

    Nach dem Post­ge­setz müssen Uni­ver­sal­dienst­an­bieter (z. B. Deut­sche Post) von den an einem Werktag ein­ge­lie­ferten inlän­di­schen Brief­sen­dungen und inlän­di­schen Paketen im Jah­res­durch­schnitt jeweils min­des­tens 95 % an dem dritten auf den Ein­lie­fe­rungstag fol­genden Werktag und 99 % an dem vierten auf den Ein­lie­fe­rungstag fol­genden Werktag zustellen. Daher kann im Rahmen der Wah­rung von Rechts­mit­tel­fristen nicht

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  • Gesetz­liche Unfall­ver­si­che­rung bei Weih­nachts- und Betriebs­feiern

    Viele Unter­nehmen stärken das Betriebs­klima durch gemein­same Aus­flüge oder Feste. Aller­dings steht nicht jede gesel­lige Zusam­men­kunft von Beschäf­tigten unter dem Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung. Pri­vate Feiern, etwa zu Geburts­tagen oder Beför­de­rungen, bleiben selbst dann unver­si­chert, wenn sie im Betrieb statt­finden. Damit eine Betriebs­feier oder ein Betriebs­aus­flug als ver­si­cherte Gemein­schafts­ver­an­stal­tung gilt, muss •    der Arbeit­geber

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  • Pro­be­zeit­kün­di­gung im befris­teten Arbeits­ver­hältnis

    In einem vom Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­denen Fall arbei­tete eine Arbeit­neh­merin seit 22.8.2022 in einem Unter­nehmen als Bera­terin im Kun­den­ser­vice. Das Arbeits­ver­hältnis war auf ein Jahr befristet, wobei es mit den gesetz­li­chen Fristen kündbar sein sollte. Die ersten 4 Monate der Tätig­keit ver­ein­barten die Par­teien als Pro­be­zeit mit einer zwei­wö­chigen Kün­di­gungs­frist. Mit einem am 10.12.2022 zuge­gan­genen Schreiben

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  • Paar­ver­gleich: Gleiche Arbeit – glei­cher Lohn

    Grund­sätz­lich haben Männer und Frauen bei glei­cher oder gleich­wer­tiger Arbeit Anspruch auf glei­ches Ent­gelt. Ver­langt eine Arbeit­neh­merin glei­ches Ent­gelt für gleiche oder gleich­wer­tige Arbeit, begründet der Umstand, dass ihr Ent­gelt geringer ist als das eines männ­li­chen Kol­legen, der die gleiche oder gleich­wer­tige Arbeit ver­richtet, regel­mäßig die Ver­mu­tung, dass diese Benach­tei­li­gung wegen des Geschlechts erfolgt ist.

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  • Mehr­fa­mi­li­en­häuser im Ein­fa­mi­li­en­haus­ge­biet mög­lich

    Nach einem Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Nord­rhein-West­falen begründet der Gebiets­ge­währ­leis­tungs­an­spruch regel­mäßig kein Abwehr­recht gegen Mehr­fa­mi­li­en­häuser in einem bisher durch Ein­fa­mi­li­en­haus­be­bauung geprägten Gebiet. Grund­stücks­ei­gen­tümer haben es in bebauten inner­städ­ti­schen Wohn­ge­bieten grund­sätz­lich hin­zu­nehmen, dass Grund­stücke inner­halb des Rah­mens bau­lich genutzt werden, den das Bau­pla­nungs­recht und das Bau­ord­nungs­recht vor­geben, und dass es dadurch auch zu Ein­sicht­nah­me­mög­lich­keiten kommt, die in

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  • Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung – Leer­stand allein keine Gefahr­er­hö­hung

    Die Klausel „Das Gebäude ist nicht länger als 6 Monate unun­ter­bro­chen unbe­wohnt“ kann in einer Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung nicht wirksam als Gefahr­er­hö­hungs­tat­be­stand her­an­ge­zogen werden. Das bloße Leer­stehen eines Wohn­ge­bäudes kann für sich allein betrachtet noch nicht als Erhö­hung der (Brand-)Gefahr ange­sehen werden. Von einer erhöhten Brand­ge­fahr kann erst gespro­chen werden, wenn zum Leer­stand wei­tere risi­ko­stei­gernde Umstände hin­zu­kommen. In

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