Kategorie: Aktuelles

  • EuGH – Arbeit­geber müssen Eltern behin­derter Kinder unter­stützen

    Der Euro­päi­sche Gerichtshof (EuGH) hatte einen Fall zu ver­han­deln, in dem eine Sta­ti­ons­auf­sicht ihren Arbeit­geber mehr­mals ersuchte, sie an einem Arbeits­platz mit festen Arbeits­zeiten ein­zu­setzen. Dies begrün­dete sie damit, dass sie sich um ihren schwer­be­hin­derten, voll­in­va­liden Sohn küm­mern müsse. Der Arbeit­geber gewährte ihr vor­läufig bestimmte Anpas­sungen, lehnte es jedoch ab, diese Anpas­sungen auf Dauer zu

    Artikel lesen

  • Licht­emis­sionen und Nach­bar­schutz

    Bei der Beur­tei­lung, ob „glän­zende“ und damit wegen ihrer poten­ti­ellen Stör­wir­kung nach einer ört­li­chen Bau­vor­schrift unzu­läs­sige Dach­pfannen ver­wendet worden sind, ist eine durch­schnitt­liche Emp­find­lich­keit zugrunde zu legen. Ob Licht von einem Grund­stück für den Nach­barn noch zumutbar ist, hängt davon ab, wie schutz­würdig und schutz­be­dürftig die Wohn­be­reiche des Nach­barn sind – sowohl drinnen (Wohn­räume) als

    Artikel lesen

  • Aus­nahme von objekt­be­zo­gener Kos­ten­tren­nung nur bei sach­li­chem Grund

    Sieht die Gemein­schafts­ord­nung einer Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft (WEG) eine objekt­be­zo­gene Kos­ten­tren­nung vor, müssen grund­sätz­lich nur die Woh­nungs­ei­gen­tümer die Kosten tragen, deren Son­der­ei­gentum oder Son­der­nut­zungs­recht in dem jewei­ligen Gebäu­de­teil oder sepa­raten Gebäude liegt (z. B. Kosten einer Tief­ga­rage). Es wider­spricht i. d. R. der ord­nungs­mä­ßigen Ver­wal­tung, wenn die WEG durch Beschluss auch die übrigen Woh­nungs­ei­gen­tümer an diesen Erhal­tungs­kosten

    Artikel lesen

  • Widerruf durch Zer­reißen des Tes­ta­ments – Auf­be­wah­rung im Schließ­fach unbe­acht­lich

    Zer­reißt der Erb­lasser sein Tes­ta­ment, liegt darin regel­mäßig ein Widerruf und ist damit unwirksam. Gesetz­lich wird ver­mutet, dass der Erb­lasser mit der Ver­nich­tung die Auf­he­bung seiner letzt­wil­ligen Ver­fü­gung beab­sich­tigte. Diese Ver­mu­tung wird nicht dadurch wider­legt, dass das zer­ris­sene Tes­ta­ment anschlie­ßend im Schließ­fach des Erb­las­sers auf­be­wahrt wird. Dieser Ent­schei­dung vom Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a. M. (OLG) lag

    Artikel lesen

  • Tes­ta­ment – Kopie ist kein Ori­ginal

    Die Kopie eines Tes­ta­ments kann nicht als letzt­wil­lige Ver­fü­gung ange­sehen werden, wenn Zweifel an der wirk­samen Errich­tung des „Ori­ginal-Tes­ta­ments“ ver­bleiben. Um ein Erbrecht aus einem Tes­ta­ment nach­zu­weisen, muss i. d. R. das Ori­ginal des Tes­ta­ments vor­ge­legt werden, auf das sich der Erbe beruft. Ist das Ori­ginal des Tes­ta­ments jedoch ohne Willen und Zutun des Erb­las­sers

    Artikel lesen

  • Auf­fahr­un­fall nach Spur­wechsel

    Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a. M. (OLG) hatte über einen Auf­fahr­un­fall auf der BAB 45 zu ent­scheiden. Ein Ford Ranger wech­selte wegen einer Bau­stelle von der linken auf die mitt­lere Spur, brach den Spur­wechsel aber ab und kehrte auf die linke Spur zurück, weil auf der mitt­leren Spur der Ver­kehr stockte. Das vor­aus­fah­rende Fahr­zeug bremste bis

    Artikel lesen

  • Steu­er­frei­heit bei Rück­ab­wick­lung einer Anteils­über­eig­nung

    Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hatte dar­über zu ent­scheiden, ob die Rück­ab­wick­lung einer Anteils­über­tra­gung von GmbH-Anteilen unter Ehe­leuten rück­wir­kend die Steu­er­pflicht des ursprüng­lich steu­er­pflich­tigen Über­tra­gungs­vor­gangs ent­fallen lässt. Ein zusammen zur Ein­kom­men­steuer ver­an­lagtes Ehe­paar ver­ein­barte abwei­chend vom gesetz­li­chen Güter­stand der Zuge­winn­ge­mein­schaft mit nota­ri­ellem Ver­trag den Güter­stand der Güter­tren­nung. Der Ehe­mann war an einer GmbH betei­ligt. Zum Aus­gleich des

    Artikel lesen

  • Pflicht­teils­ver­zicht gegen abge­tre­tene Abfin­dung in Raten

    Gesetz­liche Erben sind pflicht­teils­be­rech­tigt, wenn sie nahe Ange­hö­rige sind, z. B. Kinder und Ehe­partner, Eltern kann ein Pflicht­teil zustehen, wenn Erb­lasser keine Abkömm­linge (Kinder oder Enkel) hat. Der Pflicht­teils­ver­zicht ist vor allem für ver­mö­gende Erb­lasser mit illi­quiden Ver­mö­gens­werten, wie z. B. Immo­bi­lien oder Unter­nehmen, ein Instru­ment, im Erb­fall die Zer­schla­gung oder Ver­äu­ße­rung der Ver­mö­gens­werte unter

    Artikel lesen

  • BFH: Zugangs­ver­mu­tung infrage gestellt

    Der BFH hatte über einen Fall zu ent­scheiden, bei wel­chem der Rechts­be­helf einen Tag zu spät ein­ge­legt wurde. Die Klä­gerin hatte den Steu­er­be­scheid per Brief erhalten. Sie war beruf­lich län­gere Zeit abwe­send. Der Brief­kasten wurde von Dritten geleert, unter anderem war auch der Steu­er­be­scheid, gegen den dann ver­spätet Ein­spruch ein­ge­legt wurde, zuge­gangen. An wel­chem Tag

    Artikel lesen

  • Ent­gelt­liche Ablö­sung eines Nieß­brauchs­rechts an GmbH-Anteilen

    Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hatte über fol­genden Fall zu ent­scheiden: Eine Mutter hatte 49 % ihrer GmbH-Anteile mit jeweils 24,5 % per Schen­kung an ihre beiden Töchter über­tragen und sich hierbei den Nieß­brauch vor­be­halten. Sie erhielt ledig­lich den Gewinn. Die Gesell­schaf­ter­rechte, also Mit­glieds­rechte, wirt­schaft­li­chen Chancen und Risiken, erhielten die Töchter. Diese haben die GmbH-Anteile sodann in

    Artikel lesen

    ,
  • E‑Rechnung: Ent­wurf einer neuen Anwei­sung

    Bevor die elek­tro­ni­sche Rech­nung (E‑Rechnung) für die meisten inlän­di­schen Unter­nehmen im B2B-Wirt­schafts­ver­kehr zum 1.1.2025 zur Pflicht geworden ist, hatte das Bun­des­mi­nis­te­rium der Finanzen (BMF) sein erstes Anwen­dungs­schreiben am 15.10.2024 ver­öf­fent­licht. Wei­tere beab­sich­tigte Ergän­zungen hat das BMF durch ein Ent­wurfs­schreiben am 25.6.2025 zur Stel­lung­nahme an die Ver­bände ver­sendet. Die end­gül­tige Ver­sion des Ände­rungs- bzw. Ergän­zungs­schrei­bens soll

    Artikel lesen

  • Digi­taler Daten­aus­tausch startet 2026

    Ab dem 1.1.2026 erfolgt der digi­tale Daten­aus­tausch zwi­schen den Pri­vaten Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rungen einer­seits und dem Bun­des­zen­tralamt für Steuern (BZSt) bzw. dem Lohn­ab­rech­nungs­system ande­rer­seits. Die digi­tale Über­mitt­lung soll das bisher papier­ba­sierte Ver­fahren ersetzen, manu­elle Nach­mel­dungen sind dann nicht mehr zulässig. Das bedeutet, dass Arbeit­neh­mern Nach­teile ent­stehen, wenn der Daten­aus­tausch nicht kor­rekt durch­ge­führt wird, sowohl beim

    Artikel lesen

  • Ände­rungen zur aus­län­di­schen UStIDNr.

    Mit Schreiben vom 6.6.2025 hat das Bun­des­mi­nis­te­rium der Finanzen ver­fah­rens­recht­liche und mate­riell-recht­liche Ände­rungen zur Bestä­ti­gung aus­län­di­scher UStIDNr. mit Wir­kung seit dem 20.7.2025 bekannt­ge­geben und schreitet hiermit auf dem Weg zur wei­teren Digi­ta­li­sie­rung voran. Künftig ist das Bun­des­zen­tralamt für Steuern (BZSt) für diese Auf­gabe zuständig. Tele­fo­ni­sche und schrift­liche Anfragen sind seither nicht mehr zulässig, nur Anfragen

    Artikel lesen

  • Daten­aus­tausch über Finanz­konten in Steu­er­sa­chen

    Das Bun­des­mi­nis­te­rium der Finanzen (BMF) hat mit Schreiben vom 3.6.2025 eine neue Liste der Länder ver­öf­fent­licht, mit denen die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land einen Aus­tausch der Finanz­kon­ten­daten per auto­ma­ti­schem Daten­aus­tausch zum 30.9.2025 vor­nimmt. Basis sind die Daten, die Finanz­in­sti­tute zum 31.7.2025 an das Bun­des­zen­tralamt für Steuern für das Jahr 2024 zu über­mit­teln haben. Über­mit­telt werden Infor­ma­tionen über

    Artikel lesen

  • Fäl­lig­keits­ter­mine Oktober 2025

    Umsatz­steuer (mtl.), Lohn- u. Kir­chen­lohn­steuer, Soli.-Zuschlag (mtl.): 10.10.2025 (Zah­lungs­schon­frist 13.10.2025 ) Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge: 24.10.2025 * (Abgabe der Erklä­rung) (Zah­lung 28.10.2025 *) * In den Bun­des­län­dern, in denen der 31.10. ein Fei­ertag (Refor­ma­ti­onstag) ist,  ver­schieben sich die Ter­mine auf den 23. bzw. 27.10.2025

    Artikel lesen

  • Basis­zins /​ Ver­zugs­zins

    Ver­zugs­zins­satz seit 1.1.2002: (§ 288 BGB) Rechts­ge­schäfte mit Ver­brau­chern: Basis­zins­satz + 5-%-Punkte Rechts­ge­schäfte mit Nicht­ver­brau­chern (abge­schlossen bis 28.7.2014): Basis­zins­satz + 8-%-Punkte Rechts­ge­schäfte mit Nicht­ver­brau­chern (abge­schlossen ab 29.7.2014): Basis­zins­satz + 9-%-Punktezzgl. 40 € Pau­schale Basis­zins­satz nach § 247 Abs. 1 BGB maß­geb­lich für die Berech­nung von Ver­zugs­zinsen seit 01.07.2025 = 1,27 % 01.01.2025 – 30.06.2025 = 2,27

    Artikel lesen

  • Ver­brau­cher­preis­index

    Ver­brau­cher­preis­index (2020 = 100) 2025 122,3  August 122,2  Juli 121,8  Juni 121,8  Mai 121,7  April 121,2  März 120,8  Februar 120,3  Januar 2024 120,5  Dezember 119,9  November 120,2  Oktober 119,7  Sep­tember Ältere Ver­brau­cher­preis­in­dizes finden Sie im Internet unter: http://www.destatis.de – Kon­junk­tur­in­di­ka­toren – Ver­brau­cher­preise

    Artikel lesen

  • IBAN-Abgleich bei Über­wei­sungen ab Oktober 2025

    Viele Betrugs­ma­schen beruhen darauf, dass Über­wei­sungen scheinbar an den rich­tigen Emp­fänger gehen, in Wahr­heit aber auf Konten von Betrü­gern landen. Der künftig ver­pflich­tende Abgleich von Emp­fän­ger­name und IBAN soll hier Abhilfe schaffen. Ab dem 9.10.2025 sind Banken und Spar­kassen ver­pflichtet, vor der Frei­gabe einer SEPA-Über­wei­sung den Namen des Zah­lungs­emp­fän­gers mit der ein­ge­ge­benen IBAN abzu­glei­chen. Für

    Artikel lesen

  • Arbeits­recht­li­cher Gleich­be­hand­lungs­grund­satz – höheres Gehalt bei Neu­ein­stel­lung

    In einem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern (LAG) ent­schie­denen Fall ver­langte ein im Per­so­nal­be­reich ange­stellter Arbeit­nehmer (Per­so­nal­leiter) mehr Gehalt, weil ein später ein­ge­stellter Kol­lege mit höherer Qua­li­fi­ka­tion und eine später ein­ge­stellte Kol­legin jeweils für die gleiche Funk­tion deut­lich höher bezahlt wurden. Das LAG lehnte den Anspruch ab. Unter­schied­liche Ver­gü­tung ist zulässig, wenn es sach­liche Gründe gibt –

    Artikel lesen

  • Kün­di­gung – Weg­fall des Arbeits­platzes auf­grund einer unter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dung

    Eine Kün­di­gung ist sozial gerecht­fer­tigt, wenn sie bei­spiels­weise durch drin­gende betrieb­liche Erfor­der­nisse, die einer Wei­ter­be­schäf­ti­gung des Arbeit­neh­mers in diesem Betrieb ent­ge­gen­stehen, bedingt ist. Drin­gende betrieb­liche Erfor­der­nisse liegen vor, wenn eine unter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung einer Beschäf­ti­gungs­mög­lich­keit die Grund­lage ent­zieht. Das kann auch eine sog. gebun­dene Unter­neh­mer­ent­schei­dung sein, also der Arbeit­geber nicht aus eigenem wirt­schaft­li­chen Ermessen, son­dern auf­grund

    Artikel lesen

  • Wege­zeiten auf dem Betriebs­ge­lände keine Arbeits­zeit

    Der Weg zur Arbeit und zurück stellt für den Arbeit­nehmer keine vom Arbeit­geber ver­an­lasste Tätig­keit (sog. fremd­nüt­zige Tätig­keit) dar und ist damit auch nicht zu ver­güten. Die Arbeit beginnt grund­sätz­lich nicht schon mit Betreten des Betriebs­ge­ländes, son­dern erst mit der tat­säch­li­chen Auf­nahme der Tätig­keit. Daran ändert auch eine beson­dere räum­liche Aus­deh­nung des Betriebs­ge­ländes – im

    Artikel lesen

  • Nach­bar­schaft – beid­sei­tiger Abstands­flä­chen­ver­stoß

    Beim Errichten von Gebäuden – etwa eines Anbaus oder einer Garage – sind auf dem eigenen Grund­stück bestimmte Min­dest­ab­stände zur Grund­stücks­grenze ein­zu­halten. Diese Abstands­flä­chen sollen u. a. sicher­stellen, dass aus­rei­chend Licht und Luft auf die Nach­bar­grund­stücke gelangen und die Pri­vat­sphäre gewahrt bleibt. Ein Nachbar kann sich nicht auf die Ver­let­zung abstands­flä­chen­recht­li­cher Vor­schriften berufen, wenn die

    Artikel lesen

  • Kein Rück­tritt bei sicher­heits­be­dingter Dros­se­lung eines Bat­te­rie­spei­chers

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf (OLG) ent­schie­denen Fall war ein 2022 instal­lierter Lithium-Ionen-Spei­cher einer Pho­to­vol­ta­ik­an­lage nach Bränden bau­glei­cher Geräte per Fern­zu­griff abge­schaltet und später mit nur noch 70 % Kapa­zität wieder in Betrieb genommen worden. Zusätz­lich wurde eine Dia­gno­se­soft­ware instal­liert. Die Käu­ferin sah darin einen Mangel und ver­langte die Rück­ab­wick­lung. Das OLG ent­schied jedoch, dass

    Artikel lesen