Autor: Andreas Bruns

  • BFH zur rück­wir­kenden Anwen­dung des Erb­schaft­steu­er­rechts

    Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hat Ende März 2026 ein Urteil vom 20.11.2025 zur Zuläs­sig­keit der rück­wir­kenden Anwen­dung einer gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung als ver­fas­sungs­recht­lich zulässig ange­sehen, auch für Schen­kungen, die vor der Ver­kün­dung des Gesetzes erfolgt sind. Worum ging es? Die spä­tere Klä­gerin über­trug im Juli 2016 den Anteil an einer Kom­man­dit­ge­sell­schaft (KG) als Schen­kung. Zu diesem Zeit­punkt

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  • Alters­vor­sor­ge­re­form ver­ab­schiedet

    Bun­destag und Bun­desrat haben Ende März 2026 das Alters­vor­sor­ge­re­form­ge­setz ver­ab­schiedet bzw. diesem zuge­stimmt. Ab 1.1.2027 soll die pri­vate Alters­vor­sor­ge­re­form in Kraft treten. Diese löst die sog. Riester-Vor­sorge ab. Bestehende Ver­träge können weiter bes­part und Zulagen in Anspruch genommen werden. Neu­ab­schlüsse wird es nicht mehr geben, eine auto­ma­ti­sche Kün­di­gung oder Umwand­lung eben­falls nicht. Ein frei­wil­liger Wechsel

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  • Termin: Umset­zung der Ent­gelt­trans­pa­renz­richt­linie

    In der Novem­ber­aus­gabe 2025 war hier über den Inhalt und die Aus­wir­kungen der bis zum 7.6.2026 in natio­nales Recht umzu­set­zenden Euro­päi­schen Ent­gelt­trans­pa­renz­richt­linie berichtet worden. Aus­wir­kungen hat dies ins­be­son­dere auf die Arbeits­weise von Per­so­nal­ab­tei­lungen in Unter­nehmen. Durch die Umset­zung der Richt­linie sollen geschlechts­spe­zi­fi­sche Ent­gelt­un­ter­schiede redu­ziert und das Ziel, glei­chen Lohn für gleiche bzw. gleich­wer­tige Arbeit zu

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  • Endet die kos­ten­freie Mit­ver­si­che­rung für Ehe- und Lebens­partner in der GKV?

    Seit 1985 können Ehe- und ein­ge­tra­gene Lebens­partner sowie deren Kinder bis zum 18. bzw. 25. Lebens­jahr in Schul- und Berufs­aus­bil­dung oder Stu­dium unter bestimmten Vor­aus­set­zungen bei dem sozi­al­ver­si­che­rungs­pflichtig beschäf­tigten Ange­hö­rigen in der gesetz­li­chen Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung kos­ten­frei mit­ver­si­chert sein. Diese Rege­lung soll offenbar auf Vor­schlag der GKV-Kom­mis­sion für Ehe- und ein­ge­tra­gene Lebens­partner durch eine Reform

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  • Kin­der­geld künftig ohne Antrag

    Ab dem Jahr 2027 soll ein wei­terer Bau­stein des Büro­kra­tie­ab­baus die Aus­zah­lung des Kin­der­geldes ohne Antrag sein. Dies hat das Bun­des­ka­bi­nett beschlossen. Die Umset­zung soll in zwei Stufen erfolgen. Zunächst gilt die Neue­rung ab Früh­jahr 2027 für Fami­lien, die schon Kinder haben und Kin­der­geld beziehen, da die rele­vanten Daten der Fami­li­en­kasse bereits vor­liegen. In einem

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  • Ende der Erin­ne­rung an Steu­er­vor­aus­zah­lung

    Als letztes Bun­des­land hat Bayern nun die (gesetz­lich nie vor­ge­schrie­bene) pos­ta­li­sche Erin­ne­rung der Steu­er­pflich­tigen an die vier­tel­jähr­li­chen Steu­er­vor­aus­zah­lungen (10.3., 10.6., 10.9., 10.12.) ein­ge­stellt. Für die Gewer­be­steu­er­vor­aus­zah­lungen gelten abwei­chend der 15.2., 15.5., 15.8. und 15.11. Die Steu­er­pflich­tigen müssen hieran nun selbst denken. In beiden Fällen gilt eine drei­tä­gige Zah­lungs­schon­frist ab Fäl­lig­keit. Alter­na­tiven sind die Ein­rich­tung eines

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  • Fäl­lig­keits­ter­mine Mai 2026

    Umsatz­steuer (mtl.), für Dau­er­frist­ver­län­ge­rung Umsatz­steuerLohn- u. Kir­chen­lohn­steuer, Soli-Zuschlag (mtl.): 11.5.2026 (Zah­lungs­schon­frist 15.5.2026) Gewer­be­steuer, Grund­steuer (VZ): 15.5.2026 (Zah­lungs­schon­frist 18.5.2026) Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge: 21.5.2026 (Abgabe der Erklä­rung – 24 Uhr) (Zah­lung 27.5.2026)

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  • Basis­zins /​ Ver­zugs­zins

    Ver­zugs­zins­satz seit 1.1.2002: (§ 288 BGB) Rechts­ge­schäfte mit Ver­brau­chern: Basis­zins­satz + 5-%-Punkte Rechts­ge­schäfte mit Nicht­ver­brau­chern (abge­schlossen bis 28.7.2014): Basis­zins­satz + 8-%-Punkte Rechts­ge­schäfte mit Nicht­ver­brau­chern (abge­schlossen ab 29.7.2014): Basis­zins­satz + 9-%-Punktezzgl. 40 € Pau­schale Basis­zins­satz nach § 247 Abs. 1 BGB maß­geb­lich für die Berech­nung von Ver­zugs­zinsen seit 01.01.2026 = 1,27 % 01.07.2025 – 31.12.2025 = 1,27

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  • Ver­brau­cher­preis­index

    Ver­brau­cher­preis­index (2020 = 100) 2026 124,5  März 123,1  Februar 122,8  Januar 2025 122,7  Dezember 122,7  November 123,0  Oktober 122,6  Sep­tember 122,3  August 122,2  Juli 121,8  Juni 121,8  Mai 121,7  April Ältere Ver­brau­cher­preis­in­dizes finden Sie im Internet unter: http://www.destatis.de – Kon­junk­tur­in­di­ka­toren – Ver­brau­cher­preise

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  • Widerruf-Button – Pflicht im Online-Handel bei B2C

    Für alle Online-Ver­träge über Waren, Dienst­leis­tungen und Finanz­pro­dukte, die über eine Online-Benut­zer­ober­fläche geschlossen werden, wird zum 19.6.2026 ein Wider­rufs-Button ver­pflich­tend. Ziel ist es, Ver­brau­chern die Mög­lich­keit zu geben, online geschlos­sene Ver­träge ebenso ein­fach zu wider­rufen, wie sie abge­schlossen wurden. Die Aus­ge­stal­tung erfolgt in 2 Stufen. Zunächst gibt der Ver­brau­cher Ver­trags­daten ein, anschlie­ßend bestä­tigt er den Widerruf

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  • Hotel­zim­mer­an­frage trotz Bestä­ti­gung keine ver­bind­liche Buchung

    Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a. M. (OLG) hatte zu ent­scheiden, ob eine per E‑Mail gestellte Zim­mer­an­frage mit anschlie­ßender Reser­vie­rungs­be­stä­ti­gung bereits eine ver­bind­liche Buchung dar­stellt. In dem ent­schie­denen Fall erhielt ein Hotel per E‑Mail von einem Unter­nehmen mit dem Betreff „Zim­mer­an­frage“ eine Anfrage über die Reser­vie­rung meh­rerer Zimmer für zwei Zeit­räume. Das Hotel bestä­tigte die Buchung, gab

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  • Keine Mehr­kosten für ange­mes­senes Hand­ge­päck

    Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm (OLG) hatte sich mit der Frage zu befassen, ob Flug­ge­sell­schaften für übli­ches Hand­ge­päck zusätz­liche Gebühren ver­langen dürfen. In dem vom OLG ent­schie­denen Fall ging es um die Praxis einer Air­line, im Basis­tarif ledig­lich ein sehr kleines Hand­ge­päck­stück (hier: 40 x 30 x 20 cm) kos­ten­frei zuzu­lassen. Für grö­ßeres oder zusätz­li­ches Hand­ge­päck – etwa einen

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  • Bonus­kür­zung wegen Eltern­zeit

    Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schieden, dass eine variable, ziel­ab­hän­gige Ver­gü­tung wäh­rend der Eltern­zeit anteilig gekürzt werden darf. Selbst dann, wenn die zugrunde lie­gende Betriebs­ver­ein­ba­rung keine aus­drück­liche Kür­zungs­re­ge­lung ent­hält. Im Streit­fall hatte ein Arbeit­nehmer seine Ziele im Jahr 2022 deut­lich über­erfüllt, befand sich jedoch an 62 Tagen in Eltern­zeit. Der Arbeit­geber kürzte die variable Ver­gü­tung ent­spre­chend.

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  • Strenge Anfor­de­rungen bei Kün­di­gung wegen Kir­chen­aus­tritt

    Der Euro­päi­sche Gerichtshof (EuGH) stellte klar, dass einem Mit­ar­beiter, der für einen kirch­li­chen Arbeit­geber arbeitet, nicht zwangs­läufig wegen eines Kir­chen­aus­tritts gekün­digt werden kann. Im kon­kreten Fall ging es um eine pri­vate Orga­ni­sa­tion, deren Selbst­ver­ständnis auf reli­giösen Grund­sätzen beruht. Sie ver­langte von einem Mit­ar­beiter, der Mit­glied einer bestimmten Kirche war, wäh­rend des lau­fenden Arbeits­ver­hält­nisses nicht aus

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  • Eltern­un­ter­halt – Anhalts­punkte für Über­schreiten der Ein­kom­mens­grenze

    Ein Unter­halts­rück­griff durch den Sozi­al­hil­fe­träger auf ein erwach­senes Kind, dessen Eltern vom Sozi­alamt Leis­tungen erhalten, ist beschränkt. So geht ein mög­li­cher Unter­halts­an­spruch der Eltern gegen ihre erwach­senen Kinder erst dann auf den Sozi­al­hil­fe­träger über, wenn das Ein­kommen des Kindes einen Jah­res­be­trag von 100.000 € über­steigt. Dabei wird gesetz­lich ver­mutet, dass diese Ein­kom­mens­grenze nicht über­schritten wird.

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  • Unbe­rech­tigte Kün­di­gung wegen Schrift­form­man­gels kann Scha­dens­er­satz aus­lösen

    Ein Ver­mieter, der bei einem lang­fris­tigen Miet­ver­trag eine unbe­rech­tigte Kün­di­gung wegen eines behaup­teten Schrift­form­man­gels aus­spricht, kann sich scha­dens­er­satz­pflichtig machen, wenn der Mieter infolge der Kün­di­gung das Miet­ob­jekt räumt und zurück­gibt. Im ent­schie­denen Fall hatte zwar der Ver­mieter zwei Groß­kanz­leien im Rahmen einer Due-Dili­gence-Prü­fung beim Erwerb des Anwe­sens ein­ge­schaltet, die die Kün­di­gung im Rahmen einer Plau­si­bi­li­täts­prü­fung

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  • Bloßes Kauf­in­ter­esse recht­fer­tigt keine Grund­buch­ein­sicht

    Nach der Grund­buch­ord­nung (GBO) ist jedem die Ein­sicht in das Grund­buch gestattet, der ein berech­tigtes Inter­esse dar­legt. Im Januar 2026 bat ein Mann das Grund­buchamt um Mit­tei­lung der Eigen­tü­mer­kon­takt­daten zu einem durch Adresse bezeich­neten Haus mit der Begrün­dung, er hätte Inter­esse, das Haus zu kaufen. Das Amt teilte ihm jedoch mit, dass ein bloßes Kauf­in­ter­esse

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  • Prü­fung eines Tes­ta­ments im Erb­schein­ver­fahren

    Im Erb­schein­ver­fahren wird die Gül­tig­keit des Tes­ta­ments von Amts wegen geprüft. Soll ein Erb­schein erteilt werden, muss nicht nur der erb­recht­liche Cha­rakter der Erklä­rung fest­stehen, son­dern auch deren Echt­heit und Eigen­hän­dig­keit. Fehlt inso­fern die Über­zeu­gung des Gerichts, geht dies zulasten des­je­nigen, der Rechte aus der Urkunde her­leiten will. Im Zwei­fels­fall ist von Amts wegen ein

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  • Haf­tung bei Kol­li­sion nach Rot­licht­ver­stoß und Wen­de­ma­növer

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a. M. (OLG) ent­schie­denen Fall stritten sich die Par­teien um Scha­dens­er­satz­an­sprüche im Zusam­men­hang mit einem Ver­kehrs­un­fall. Ein Mann war mit einem Pkw in süd­li­cher Fahrt­rich­tung unter­wegs. Im Kreu­zungs­be­reich ord­nete er sich auf der Links­ab­bie­ger­spur hinter vier wei­teren Fahr­zeugen ein. Nachdem der Links­ab­bie­ger­pfeil auf Grün umge­schaltet hatte, fuhr er als fünftes

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  • BMF ver­öf­fent­licht Pra­xis­hin­weise zur Aktiv­rente

    Seit dem 1.1.2026 gelten die Rege­lungen zur sog. Aktiv­rente, die einen neuen Steu­er­frei­be­trag für ren­ten­ver­si­che­rungs­pflichtig, nicht­selbst­ständig Beschäf­tigte dar­stellt, die die gesetz­liche Regel­al­ters­grenze unter Berück­sich­ti­gung der Über­gangs­vor­schrift erreicht haben und frei­willig wei­ter­ar­beiten. Es bleibt dabei ein Betrag bis zu 2.000 € monat­lich steu­er­frei. Dieser gilt für unbe­schränkt und beschränkt Steu­er­pflich­tige. Im Jahr 2026 liegt die gesetz­liche

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  • BFH: Neue Ent­schei­dungen zur Grund­er­werb­steuer

    Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hat am 22.10.2025 zwei Ent­schei­dungen zur Grund­er­werb­steuer getroffen. In einem Fall ent­schied der BFH, dass Bemes­sungs­grund­lage für die Grund­er­werb­steuer nicht nur der Kauf­preis einer Immo­bilie ist, son­dern bei Über­nahme eines per­sön­li­ches Wohn­rechts der kapi­ta­li­sierte Jah­res­wert die Bemes­sungs­grund­lage erhöht. Im vor­lie­genden Fall war das Wohn­recht zwar noch nicht ent­standen, weil es noch nicht

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  • Neues BMF-Schreiben zur Gebäu­de­mo­der­ni­sie­rung

    Auf­wen­dungen für Instand­hal­tungs- und Moder­ni­sie­rungs­maß­nahmen an Gebäuden sind regel­mäßig Erhal­tungs­auf­wen­dungen und sofort als Betriebs­aus­gaben oder Wer­bungs­kosten abziehbar. Sind sie jedoch Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kosten oder anschaf­fungs­nahe Her­stel­lungs­kosten, können sie ledig­lich im Wege der AfA über die Jahre ver­teilt steu­er­min­dernd berück­sich­tigt werden. Ins­be­son­dere, wenn inner­halb der ersten 3 Jahre nach Anschaf­fung mehr als 15 % der Gebäu­de­an­schaf­fungs- oder

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  • Dop­pelte Haus­halts­füh­rung: Wohn­mobil als Zweit­haus­halt und Stell­platz­kosten als Miet­kosten?

    Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hatte erneut eine Ent­schei­dung zur dop­pelten Haus­halts­füh­rung zu treffen. Es ging um die Frage, ob Stell­platz­kosten für ein vom Steu­er­pflich­tigen genutztes Fahr­zeug im inlän­di­schen Zweit­haus­halt als Wer­bungs­kosten zu berück­sich­tigen sind. Grund­sätz­lich sind die Kosten im Inland auf monat­lich 1.000 € begrenzt. Die Finanz­ver­wal­tung lehnte den sepa­raten Abzug für die Aner­ken­nung des Stell­platzes

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