Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Bei irr­tüm­li­cher Annahme einer Leis­tungs­pflicht keine betrieb­liche Übung

    Unter einer betrieb­li­chen Übung ist die regel­mä­ßige Wie­der­ho­lung bestimmter Ver­hal­tens­weisen des Arbeit­ge­bers zu ver­stehen, aus denen die Arbeit­nehmer schließen können, ihnen solle eine Leis­tung oder eine Ver­güns­ti­gung auf Dauer ein­ge­räumt werden. So können u. U. auch Tarif­ver­träge im Wege einer betrieb­li­chen Übung anwendbar sein. Eine betrieb­liche Übung ent­steht jedoch nicht, wenn sich der Arbeit­geber irr­tüm­lich…

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  • Anspruch auf Min­dest­lohn bei einem Prak­tikum – Unter­bre­chung des Prak­ti­kums

    Prak­ti­kanten haben keinen Anspruch auf den gesetz­li­chen Min­dest­lohn, wenn sie das Prak­tikum zur Ori­en­tie­rung für eine Berufs­aus­bil­dung oder für die Auf­nahme eines Stu­diums leisten und es eine Dauer von drei Monaten nicht über­schreitet. Das Prak­tikum kann aus Gründen in der Person des Prak­ti­kanten recht­lich oder tat­säch­lich unter­bro­chen und um die Dauer der Unter­bre­chungs­zeit ver­län­gert werden,…

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  • Streu­pflicht auf einem Kun­den­park­platz

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof am 2.7.2019 ent­schie­denen Fall war es auf­grund der Wit­te­rung auf dem Kun­den­park­platz eines Lebens­mit­tel­marktes glatt. Eine Kundin parkte ihr Auto, rutschte nach dem Aus­steigen aus und ver­letzte sich. Zwi­schen den par­kenden Fahr­zeugen war nicht gestreut. Darin sah die Frau eine Ver­let­zung der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht und ver­langte Scha­dens­er­satz. Der Park­platz des Lebens­mit­tel­marktes wurde…

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  • Ver­kehrs­si­che­rungs­pflichten im Hotel­ein­gangs­be­reich

    Der Bun­des­ge­richtshof hatte in einem Fall vom 14.1.2020 zu ent­scheiden, bei dem ein Urlauber gegen ein Rei­se­un­ter­nehmen Ansprüche auf­grund eines Unfalls gel­tend machte, der sich im Rahmen einer bei dem Unter­nehmen gebuchten Pau­schal­reise nach Lan­za­rote ereignet hatte. Der Urlauber ist links­seitig ober­schen­kel­am­pu­tiert, trägt eine Pro­these und ist auf eine Unter­arm­stütze ange­wiesen. Am Tag nach der…

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  • Kein Unfall­ver­si­che­rungs­schutz bei Säge­ar­beiten für Nach­barn

    Grund­sätz­lich können auch arbeit­neh­mer­ähn­liche Tätig­keiten (Wie-Beschäf­ti­gung) außer­halb eines bestehenden Arbeits­ver­hält­nisses unter dem Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung stehen. In einem vom Thü­rin­gi­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richt (LSG) am 5.9.2019 ent­schie­denen Fall führte ein Mann für seine Nach­barin Säge­ar­beiten (Brenn­holz zuschneiden) aus. Dabei zog er sich an der linken Hand erheb­liche Schnitt­ver­let­zungen zu. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft hatte das Vor­liegen eines Arbeits­un­falls…

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  • Unfall in der Wasch­straße

    Ein Kraft­fahr­zeug, das ohne eigene Motor­kraft auf dem För­der­band durch eine auto­ma­ti­sche Wasch­an­lage gezogen wird, befindet sich nicht „in Betrieb”, da bei diesem Vor­gang weder die Fort­be­we­gungs- noch die Trans­port­funk­tion des Fahr­zeugs zum Tragen kommt. Ereignet sich wäh­rend des auto­ma­ti­sierten Wasch- und Trans­port­vor­gangs ein Unfall, haftet der Halter des Kraft­fahr­zeugs daher nicht aus dem Gesichts­punkt…

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  • Sorg­falts­pflichten im Pfle­ge­heim – keine lücken­lose Beauf­sich­ti­gung von Demenz­kranken

    Zwar besteht grund­sätz­lich eine Ver­pflich­tung des Pfle­ge­heims, Pati­enten nach Mög­lich­keit vor Stürzen zu bewahren. Der Umfang der zu tref­fenden Siche­rungs­maß­nahmen richtet sich danach, ob und inwie­weit sich ein Sturz­ri­siko absehen lässt. Dabei ist der Schutz des Pati­enten vor einem Sturz abzu­wägen mit dem Schutz seiner Intim­sphäre. Diese ist auch bei einem Demenz­kranken zu beachten. Bei…

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  • Begriff „Abkömm­linge” im Tes­ta­ment

    Wenn Ehe­gatten ein gemein­sames Tes­ta­ment ver­fassen, bedenken sie sich i. d. R. zunächst einmal gegen­seitig. Nach dem Tod des Letzt­ver­ster­benden sollen dann häufig die Kinder erben, manchmal auch die Enkel – oder eine ganz andere Person oder Ein­rich­tung. Dies alles kann man in einem Tes­ta­ment fest­legen. Tut man es nicht, so gilt die gesetz­liche Erb­folge,…

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  • Fuß­gänger haben Vor­rang vor Elek­tro­kleinst­fahr­zeugen

    Auf einem kom­bi­nierten Fuß- und Radweg haben Fuß­gänger gegen­über Elek­tro­kleinst­fahr­zeugen (hier: Segway) abso­luten Vor­rang. Der Fuß­gänger muss des­halb dort nicht fort­wäh­rend nach Fahr­zeugen Aus­schau halten, um ihnen aus­wei­chen zu können. Viel­mehr haben die Fahrer ihre Fahr­weise und Fahr­ge­schwin­dig­keit so anzu­passen, dass es nicht zu einer Behin­de­rung oder Gefähr­dung des Fuß­gän­gers kommt. Hierzu gehört es auch,…

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  • Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz

    Um den Fach­kräf­te­mangel in Deutsch­land zu lin­dern, tritt am 1.3.2020 das Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz in Kraft. Mit dem Gesetz wird der Arbeits­markt für Fach­kräfte aus Staaten außer­halb der Euro­päi­schen Union voll­ständig geöffnet. Künftig können auch Fach­kräfte mit einer aus­län­di­schen beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tion in allen Berufen ein Visum oder einen Auf­ent­halts­titel zur Beschäf­ti­gung erhalten. Die Beschrän­kung auf Eng­pass­be­rufe ent­fällt.…

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  • Rück­kehr zur Meis­ter­pflicht

    Der Bun­desrat hat in seiner Sit­zung vom 20.12.2019 das vom Bun­destag beschlos­sene „Vierte Gesetz zur Ände­rung der Hand­werks­ord­nung und anderer hand­werks­recht­li­cher Vor­schriften” gebil­ligt. Danach soll in zwölf der­zeit zulas­sungs­freien Hand­werken künftig die Meis­ter­pflicht wieder gelten. Es geht um diese zwölf Berufe: Fliesen‑, Platten- und Mosa­i­k­leger, Beton­stein- und Ter­razzo­her­steller, Est­rich­leger, Behälter- und Appa­ra­te­bauer, Par­kett­leger, Roll­laden- und…

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  • Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall – zweite Erkran­kung

    Der gesetz­liche Anspruch auf Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall ist auch dann auf die Dauer von sechs Wochen beschränkt, wenn wäh­rend bestehender Arbeits­un­fä­hig­keit eine neue, auf einem anderen Grund­leiden beru­hende Krank­heit auf­tritt, die eben­falls Arbeits­un­fä­hig­keit zur Folge hat. Ein neuer Ent­gelt­fort­zah­lungs­an­spruch ent­steht nur, wenn die erste krank­heits­be­dingte Arbeits­ver­hin­de­rung bereits zu dem Zeit­punkt beendet war, zu dem die…

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  • Alters­teil­zeit – kein Urlaubs­an­spruch für Frei­stel­lungs­phase

    Nach Been­di­gung eines Alters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nisses im Block­mo­dell besteht kein Anspruch auf Abgel­tung von Urlaub für die sog. Frei­stel­lungs­phase. Das ent­schieden die Richter des Bun­des­ar­beits­ge­richts in ihrem Urteil vom 24.9.2019. Zur Ent­schei­dung lag den Rich­tern der nach­fol­gende Sach­ver­halt vor: Ein Arbeit­nehmer war im Rahmen eines Voll­zeit­ar­beits­ver­hält­nisses beschäf­tigt. Ab dem 1.12.2014 wurde das Arbeits­ver­hältnis als Alters­teil­zeit­ar­beits­ver­hältnis mit der…

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  • Bewil­li­gung von Sonn­tags­ar­beit nur unter strengen Vor­aus­set­zungen

    Eine Aus­nahme vom Sonn­tags­ar­beits­verbot kommt nach dem Arbeits­zeit-gesetz nur dann in Betracht, wenn beson­dere Ver­hält­nisse diese zur Ver­hü­tung eines unver­hält­nis­mä­ßigen Scha­dens erfor­dern. Unter „beson­deren Ver­hält­nissen” sind nur solche Umstände zu ver­stehen, die von außen ver­ur­sacht worden sind und auf die das antrag­stel­lende Unter­nehmen keinen Ein­fluss nehmen kann. Auf­grund des hohen Arbeits­auf­kom­mens vor Weih­nachten hatte Amazon…

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  • Ver­kauf „gebrauchter” E‑Books

    In einem vom Euro­päi­schen Gerichtshof (EuGH) am 19.12.2019 ent­schie­denen Fall bot ein Online-Händler aus den Nie­der­landen im Rahmen eines „Lese­klubs” gebrauchte E‑Books zum Kauf oder Tausch an. Zwei Inter­es­sen­ver­bände, deren Ziel die Ver­tre­tung der Inter­essen der nie­der­län­di­schen Ver­leger ist, hatten dagegen geklagt. Sie sahen hierin eine Urhe­ber­rechts­ver­let­zung. Die EuGH-Richter stellten fest, dass die Über­las­sung eines…

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  • Laub‑, Nadel- oder Zap­fen­fall – Baum­rück­schnitt bei Grund­stücks­be­ein­träch­ti­gung

    Der Eigen­tümer eines Grund­stücks kann her­über­ra­gende Zweige selbst abschneiden, wenn er dem Besitzer des Nach­bar­grund­stücks eine ange­mes­sene Frist zur Besei­ti­gung bestimmt hat und die Besei­ti­gung nicht inner­halb der Frist erfolgt (Selbst­hil­fe­recht). Nach einer wei­teren Rege­lung im Bür­ger­li­chen Gesetz­buch kann er auch vom Nach­barn die Besei­ti­gung der Zweige ver­langen. Die Vor­schrift erfasst nicht nur die unmit­telbar…

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  • Rück­gabe der Miet­sache – Erlö­schen der Rück­ga­be­pflicht

    Grund­sätz­lich ist der Mieter ver­pflichtet, die Miet­sache nach Been­di­gung des Miet­ver­hält­nisses zurück­zu­geben. Dieses geschieht in der Regel beim Über­ga­be­termin. In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Sachsen-Anhalt (OLG) ent­schie­denen Fall wurde das Miet­ver­hältnis für ein Gewer­be­miet­ob­jekt durch den Mieter ordent­lich gekün­digt und geräumt. Der mehr­ma­lige Ver­such einen Über­ga­be­termin mit dem Ver­mieter zu ver­ein­baren blieb, trotz Setzen einer Frist,…

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  • „Düs­sel­dorfer Tabelle” seit dem 1.1.2020

    Die von dem Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf her­aus­ge­ge­bene „Düs­sel­dorfer Tabelle” ist zum 1.1.2020 geän­dert worden. U. a. wurden die Bedarfs­sätze min­der­jäh­riger und voll­jäh­riger Kinder ange­hoben. Die Regel­sätze betragen bei Net­to­ein­kommen bis 1.900 € nun: 369 € für Kinder von 0 – 5 Jahren, 424 € für Kinder von 6?- 11 Jahren, 497 € für Kinder von 12 –…

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  • Bun­desrat segnet Geset­zes­vor­haben ab

    Der Bun­desrat hat in seiner Sit­zung am 29.11.2019 einige Geset­zes­vor­haben abge­segnet, sodass diese nach Unter­zeich­nung des Bun­des­prä­si­denten und der Ver­öf­fent­li­chung im Bun­des­ge­setz­blatt in Kraft treten können. U. a. han­delt es sich dabei um: das Ange­hö­rigen-Ent­las­tungs­ge­setz (Unter­halts­pflicht erst ab 100.000 € Jah­res­ein­kommen) und um das Gesetz zur Moder­ni­sie­rung und Stär­kung der beruf­li­chen Bil­dung (Min­dest­ver­gü­tung von Aus­zu­bil­denden).…

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  • Beschrän­kung bei Mahn­kos­ten­pau­schale

    Mit Urteil vom 26.6.2019 ent­schied der Bun­des­ge­richtshof, dass Unter­nehmen nicht alle Kos­ten, die durch die Erstel­lung von Mah­nungen ent­stehen, über die Mahn­ge­bühren auf den Kunden abwälzen dürfen. Die Mahn­ge­bühren können unter bestimmten Bedin­gungen pau­schal fest­ge­legt werden, dabei ist jedoch die Höhe abhängig von dem zu erwar­tenden Schaden. Nur die Druck­kosten, die Kosten für die Kuver­tie­rung,…

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  • Werk­statt haftet wegen unter­las­sener Auf­klä­rung

    Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf ver­ur­teilte am 17.10.2019 eine Werk­statt zu Scha­dens­er­satz­leis­tungen, weil sie einen Kunden nicht auf den wei­teren Repa­ra­tur­be­darf an seinem SUV hin­ge­wiesen hatte. Die Werk­statt hatte das Fahr­zeug repa­riert und dabei umfang­reiche Arbeiten am Motor durch­ge­führt. Unter anderem wurden alle hydrau­li­schen Ven­til­spiel­aus­gleichs­ele­mente und ein Ket­ten­spanner erneuert. Den Zustand der zu diesem Zeit­punkt bereits stark…

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  • Pflicht­ver­let­zung bei Abreißen der Tapete ohne Neu­ta­pe­zie­rung

    Eine Pflicht­ver­let­zung des Mie­ters kann darin liegen, dass er – ohne anschlie­ßend neue Tapeten anzu­bringen – in der Miet­woh­nung vor­ge­fun­dene Tapeten ganz oder teil­weise ent­fernt. Anders stellt sich die Sach­lage dar, wenn die Tapeten ange­sichts ihres Alters und Zustandes ohnehin wertlos waren. Die Beweis­last trägt der Ver­mieter. In einem vom Bun­des­ge­richtshof am 21.8.2019 ent­schie­denen Fall…

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  • Ärz­te­be­wer­tungs­portal „Jameda” teil­weise unzu­lässig

    Das Ober­lan­des­ge­richt Köln (OLG) hat ent­schieden, dass meh­rere frü­here bzw. aktu­elle Aus­ge­stal­tungen der Platt­form „Jameda” unzu­lässig sind. Mit ihnen ver­ließ „Jameda” die zuläs­sige Rolle des „neu­tralen Infor­ma­ti­ons­mit­t­lers” und gewährte den an die Platt­form zah­lenden Ärzten auf unzu­läs­sige Weise „ver­deckte Vor­teile”. Andere von den Ärzten gerügte Funk­tionen waren dagegen zulässig. Ins­be­son­dere bean­stan­deten die OLG-Richter, dass auf…

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