Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Kün­di­gung von Online-Ver­trägen auch per Brief

    Nach einem Urteil des Land­ge­richts Ham­burg vom 29.4.2021 dürfen Unter­nehmen ihren Kunden nicht vor­schreiben, dass sie bei Online-Ver­trägen aus­schließ­lich auf elek­tro­ni­schem Weg kom­mu­ni­zieren dürfen. Es ist unzu­lässig, eine Kün­di­gung oder einen Widerruf des Ver­trags per Brief aus­zu­schließen. Auch eine Ent­gelt­klausel für die Nut­zung des Post­weges ist dem­nach unwirksam.

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  • Andro­hung einer Krank­schrei­bung recht­fer­tigt Kün­di­gung

    Die Pflicht­wid­rig­keit der Ankün­di­gung einer Krank­schrei­bung bei objektiv nicht bestehender Erkran­kung im Zeit­punkt der Ankün­di­gung liegt in erster Linie darin, dass der Arbeit­nehmer mit einer sol­chen Erklä­rung zum Aus­druck bringt, dass er not­falls bereit ist, seine Rechte aus dem Ent­gelt­fort­zah­lungs­recht zu miss­brau­chen, um sich einen unbe­rech­tigten Vor­teil zu ver­schaffen. Durch die Pflicht­ver­let­zung wird das Ver­trauen

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  • COVID-19 – ggf. Arbeits­un­fall oder Berufs­krank­heit

    Grund­sätz­lich kann eine COVID-19-Erkran­kung einen Ver­si­che­rungs­fall der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung dar­stellen. Nach­fol­gend einmal auf­ge­führt die jewei­ligen Vor­aus­set­zungen, ob die Erkran­kung als Berufs­krank­heit oder als Arbeits­un­fall zu werten ist. Für die Mel­dung von Arbeits­un­fällen bei dem jeweils zustän­digen Ver­si­che­rungs­träger ist der Arbeit­geber ver­ant­wort­lich. Han­delt es sich dabei um beson­ders schwere oder gar töd­liche Arbeits- oder Wege­un­fälle, muss

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  • Scha­dens­er­satz wegen nicht recht­zeitig nach­ge­wie­senem Betreu­ungs­platz

    Kinder haben ab Voll­endung des ersten Lebens­jahres Anspruch auf früh­kind­liche För­de­rung in einer Tages­ein­rich­tung oder Kin­der­ta­ges­pflege. Daraus ergibt sich die Amts­pflicht des Trä­gers der Jugend­hilfe, jedem anspruchs­be­rech­tigten Kind, für wel­ches recht­zeitig Bedarf ange­meldet wurde, einen ange­mes­senen Platz nach­zu­weisen. Wegen ver­spä­teter Zur­ver­fü­gung­stel­lung eines sol­chen Platzes hat das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main (OLG) mit Urteil vom 28.5.2021

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  • Schen­kung von den Schwie­ger­el­tern bei einer Schei­dung

    Viele Eltern schenken ihrem Kind und dessen Ehe­partner Geld oder über­tragen ihnen Grund­be­sitz. Aber was pas­siert, wenn die Ehe aus­ein­an­der­geht? Darf dann der geschie­dene Ehe­partner das „Geschenk“ behalten? In einem sol­chen Fall hatte das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg (OLG) am 14.10.2020 zu ent­scheiden: Eine Frau hatte ihrer Tochter und deren Mann 2013 eine Eigen­tums­woh­nung geschenkt. Die Beiden

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  • Wohl des Kindes bei Umgangs­re­ge­lung maß­geb­lich

    Nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch hat ein Kind das Recht auf Umgang mit jedem Eltern­teil und jeder Eltern­teil ist zum Umgang mit seinem Kind ver­pflichtet und berech­tigt. Das Gericht kann hierbei über den Umfang des Umgangs­rechts ent­scheiden und seine Aus­übung näher regeln. Ent­schei­dender Maß­stab ist das Kin­des­wohl. So gehört zum Wohl des Kindes in der Regel

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  • Ver­brau­cher­schüt­zende Ände­rungen im Dar­le­hens­recht

    Die Rechte von Ver­brau­chern werden beim Abschluss von Dar­le­hens­ver­trägen und bei der vor­zei­tigen Rück­zah­lung von Kre­diten gestärkt. Eine ent­spre­chende Ände­rung des Ver­brau­cher­dar­le­hens­rechts ist zum 15.6.2021 in Kraft getreten. Nach­fol­gend die wich­tigsten Ände­rungen: Vor­zei­tige Erfül­lung von Dar­le­hens­ver­bind­lich­keiten: Soweit Ver­brau­cher ihre Dar­le­hens­ver­bind­lich­keiten vor­zeitig erfüllen, haben sie künftig ein Recht auf Ermä­ßi­gung aller – lauf­zeit­ab­hän­giger und lauf­zeit­un­ab­hän­giger –

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  • Bun­desrat bil­ligt Gesetz für faire Ver­brau­cher­ver­träge

    Der Bun­desrat hat am 25.6.2021 ein Gesetz gebil­ligt, das die Posi­tion von Ver­brau­chern gegen­über Unter­nehmen beim Ver­trags­ab­schluss als auch bei den Ver­trags­in­halten ver­bes­sern soll. Dabei geht es z. B. um Ver­träge mit Fit­ness­stu­dios, Online-Part­ner­börsen, Gas- und Strom­lie­fe­ranten oder Zei­tungs-Abos. Regeln für still­schwei­gende Ver­trags­ver­län­ge­rungen: Ver­träge müssen nach Ablauf der Min­dest­lauf­zeit monat­lich kündbar sein. Eine still­schwei­gende Ver­trags­ver­län­ge­rung ist

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  • Mehr Schutz auf Online-Markt­plätzen

    Die Ver­brau­cher­infor­ma­tion bei Online-Ein­käufen wird ver­bes­sert. Betreiber von digi­talen Markt­plätzen wie Amazon oder eBay sind künftig ver­pflichtet, vor Ver­trags­schluss über wesent­liche Umstände, die die Ent­schei­dung des Kunden beein­flussen können, auf­zu­klären. Erfasst werden Ver­träge über den Kauf von Waren, Dienst­leis­tungen (außer z. B. Ver­träge über Finanz­dienst­leis­tungen) und digi­talen Pro­dukten, die über einen Online-Markt­platz abge­schlossen werden. Dabei

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  • Gesetz­li­cher Min­dest­lohn für ent­sandte aus­län­di­sche Pfle­ge­kräfte

    Nach Deutsch­land in einen Pri­vat­haus­halt ent­sandte aus­län­di­sche Betreu­ungs­kräfte haben Anspruch auf den gesetz­li­chen Min­dest­lohn für geleis­tete Arbeits­stunden. Dazu gehört auch Bereit­schafts­dienst. Ein sol­cher kann darin bestehen, dass die Betreu­ungs­kraft im Haus­halt der zu betreu­enden Person wohnen muss und grund­sätz­lich ver­pflichtet ist, zu allen Tag- und Nacht­stunden bei Bedarf Arbeit zu leisten.

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  • Kün­di­gungs­schutz bei geteilter Eltern­zeit

    Nach dem Gesetz zum Eltern­geld und zur Eltern­zeit kann jeder Eltern­teil seine Eltern­zeit auf drei Zeit­ab­schnitte ver­teilen. Eine Ver­tei­lung auf wei­tere Zeit­ab­schnitte ist nur mit der Zustim­mung des Arbeit­ge­bers mög­lich. Der Arbeit­geber darf das Arbeits­ver­hältnis ab dem Zeit­punkt, von dem an Eltern­zeit ver­langt worden ist, nicht kün­digen. Der Kün­di­gungs­schutz beginnt frü­hes­tens 8 Wochen vor Beginn einer

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  • Kün­di­gung wegen einer Covid-19-Qua­ran­täne

    Eine Kün­di­gung durch den Arbeit­geber auf­grund einer behörd­lich ange­ord­neten Qua­ran­täne gegen­über einem Arbeit­nehmer ist unwirksam. In einem Fall aus der Praxis befand sich ein Arbeit­nehmer auf tele­fo­ni­sche Anord­nung des Gesund­heits­amtes im Oktober 2020 in häus­li­cher Qua­ran­täne. Hier­über infor­mierte er seinen Arbeit­geber, einen kleinen Dach­de­cker­be­trieb. Der Arbeit­geber bezwei­felte die Qua­ran­tä­ne­a­n­ord­nung und ver­mu­tete, der Arbeit­nehmer wolle sich

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  • Pauschalpreis­vereinbarung ist nicht gleich Fest­preis­ver­ein­ba­rung

    Die Ver­ein­ba­rung einer Pau­schal­ver­gü­tung ist nicht mit der Ver­ein­ba­rung einer Fest­ver­gü­tung gleich­zu­setzen. So kann eine Fest­ver­gü­tung auch so ver­standen werden, dass der Auf­trag­nehmer selbst bei uner­war­teten Preis­stei­ge­rungen an die ver­ein­barten Ein­heits­preise gebunden ist. Rechnet der Auf­trag­nehmer seine Leis­tung nach Ein­heits­preisen ab und beruft sich der Auf­trag­geber auf die Ver­ein­ba­rung einer gerin­geren Pau­schal­ver­gü­tung, muss der Auf­trag­nehmer

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  • Abschneiden über­hän­gender Äste

    Nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch kann der Eigen­tümer eines Grund­stücks Wur­zeln eines Baumes oder eines Strau­ches, die von einem Nach­bar­grund­stück ein­ge­drungen sind, nach Ein­räu­mung einer ange­mes­senen Frist, abschneiden und behalten. Mit seinem Urteil vom 11.6.2021 hat der Bun­des­ge­richtshof (BGH) ent­schieden, dass ein Grund­stücks­nachbar – vor­be­halt­lich natur­schutz­recht­li­cher Beschrän­kungen – von dem oben beschrie­benem Selbst­hil­fe­recht auch dann Gebrauch

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  • Gemein­samer Miet­ver­trag und Schei­dung

    Paare mieten eine gemein­same Woh­nung meis­tens zu zweit, indem beide Partner den Miet­ver­trag unter­schreiben. Sie sind durch den Ver­trag gemeinsam berech­tigt und ver­pflichtet. Hier stellt sich die Frage, was pas­siert, wenn ein Partner aus­zieht? Diese hatte das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg (OLG) am 29.3.2021 zu klären. In dem vor­lie­genden Fall war der Ehe­mann im Zuge der Tren­nung

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  • Unfall­ver­si­che­rungs­schutz auf dem Weg zur Arbeit – aus­ge­hend von einem sog. dritten Ort

    In 2 Urteilen hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) ent­schieden, dass für die Bewer­tung des Schutzes in der Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung im Fall der Wege­un­fälle von einem sog. dritten Ort keine ein­schrän­kenden Kri­te­rien mehr gelten. Ein dritter Ort liegt dann vor, wenn der Arbeitsweg nicht von der Woh­nung aus ange­treten wird, son­dern von einem anderen Ort, oder wenn der

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  • Novelle des Kli­ma­schutz­ge­setzes

    Mit Beschluss vom 29.4.2021 hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schieden, dass die Rege­lungen des Kli­ma­schutz­ge­setzes vom 12.12.2019 über die natio­nalen Kli­ma­schutz­ziele und die bis zum Jahr 2030 zuläs­sigen Jah­res­e­mis­si­ons­mengen mit den Grund­rechten unver­einbar sind. Der Grund: Es fehlen hin­rei­chende Maß­gaben für die wei­tere Emis­si­ons­re­duk­tion ab dem Jahr 2031. Die Bun­des­re­gie­rung war daher gezwungen, beim Gesetz nach­zu­bes­sern. Mit

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  • Neue EU-Regeln zur Ein- und Aus­fuhr von Bar­geld

    Im Rahmen der neuen – seit dem 3.6.2021 gel­tenden – Regeln erwei­tert sich die Defi­ni­tion des Begriffs „Bar­geld“ um Bank­noten und Münzen, ein­schließ­lich Wäh­rungen, die nicht mehr im Umlauf sind, aber noch bei Finanz­in­sti­tuten umge­tauscht werden können. Des Wei­teren zählen ab sofort auch Gold­münzen sowie Gold in Form z. B. von Barren oder Nug­gets mit

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  • Smart­phone als Per­so­nal­aus­weis

    Die eID-Funk­tion des Per­so­nal­aus­weises, des elek­tro­ni­schen Auf­ent­halts­ti­tels und der eID-Karte ermög­licht die sichere Iden­ti­fi­zie­rung einer Person bei der Inan­spruch­nahme von Ver­wal­tungs­leis­tungen. Bis­lang werden hierzu Per­so­nal­aus­weis, elek­tro­ni­scher Auf­ent­halts­titel oder eID-Karte, eine PIN sowie ein Kar­ten­le­se­gerät benö­tigt. Mit dem vom Bun­des­ka­bi­nett beschlos­senen Ent­wurf für das Gesetz zur Ein­füh­rung eines elek­tro­ni­schen Iden­ti­täts­nach­weises mit einem mobilen End­gerät (Smar­teID-Gesetz) will

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  • Arbeits­zeit­er­fas­sung

    Nach einem Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofs aus dem Jahr 2019 müssen die Mit­glied­staaten Arbeit­geber ver­pflichten, ein objek­tives, ver­läss­li­ches und zugäng­li­ches System ein­zu­richten, mit dem die von einem jeden Arbeit­nehmer geleis­tete täg­liche Arbeits­zeit gemessen werden kann. Eine natio­nale Rege­lung hat die Bun­des­re­gie­rung jedoch noch nicht getroffen. Die Gerichte legen die Ent­schei­dung unter­schied­lich aus. In einigen Ent­schei­dungen

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  • Über­gangs­frist für höheren Ver­dienst bei Mini­job­bern

    Für eine erneute Über­gangs­zeit vom 1.6. – 31.10.2021 kann vor­über­ge­hend ein vier­ma­liges Über­schreiten der monat­li­chen Ver­dienst­grenze im Minijob mög­lich sein. Ein Mit­ar­beiter kann also in ein­zelnen Monaten mehr als 450 € ver­dienen. Dieses gilt jedoch nur für Beschäf­ti­gungs­zeit­räume ab Inkraft­treten der Über­gangs­re­ge­lung. Für davor lie­gende Zeit­räume bleibt es bei der Mög­lich­keit des drei­ma­ligen nicht vor­her­seh­baren

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  • Aus­le­gung der Zeit­grenzen bei kurz­fris­tigen Beschäf­ti­gungen

    Eine kurz­fris­tige Beschäf­ti­gung liegt vor, wenn sie inner­halb eines Kalen­der­jahres auf längs­tens 3 Monate oder 70 Arbeits­tage im Voraus begrenzt ist. Dabei gilt bisher die Grenze von 3 Monaten, wenn an min­des­tens 5 Tagen in der Woche gear­beitet wird, bei wöchent­lich 4 oder weniger Arbeits­tagen gilt die 70-Arbeits­tage-Grenze. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) hat nun mit seinem Urteil vom 24.11.2020 ent­schieden,

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  • Unfall­schutz im Home-Office

    Arbeits­un­fälle sind die Unfälle, die ver­si­cherte Per­sonen infolge der ver­si­cherten Tätig­keit erleiden. Dabei ist es uner­heb­lich, ob die ver­si­cherte Tätig­keit im Unter­nehmen oder im Home-Office geleistet wird. Ent­schei­dend ist, dass der Unfall im Zusam­men­hang mit der Arbeit stehen muss – was im Home-Office jedoch nicht immer ganz leicht abzu­grenzen ist. Auch wann ein Unfall pas­siert,

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