Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Pflicht zur Miet­zah­lung trotz staat­li­cher Schlie­ßungs­an­ord­nung

    Vor den Ober­lan­des­ge­richten in Dresden und Karls­ruhe wurden Ein­zel­fall­ent­schei­dungen bezüg­lich even­tu­eller Mie­t­an­pas­sungen getroffen, die auf­grund der Bestim­mungen zum Schutz vor den Aus­wir­kungen der Corona-Pan­demie ent­stehen. Wäh­rend das OLG in Dresden einer Ver­min­de­rung der Kalt­miete um 50 % zustimmte, gab das OLG Karls­ruhe einer Miet­min­de­rung keine Chance. In beiden Fällen mussten Ein­zel­han­dels­ge­schäfte auf­grund der behörd­li­chen Schlie­ßungs­an­ord­nung

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  • Frist­lose Kün­di­gung eines Miet­ver­trags auf­grund wie­der­holt auf­ge­tre­tener Mängel

    Jede Ver­trags­partei kann das Miet­ver­hältnis aus wich­tigem Grund außer­or­dent­lich fristlos kün­digen. Besteht der wich­tige Grund in der Ver­let­zung einer Pflicht aus dem Miet­ver­trag, so ist die Kün­di­gung erst nach erfolg­losem Ablauf einer zur Abhilfe bestimmten ange­mes­senen Frist oder nach erfolg­loser Abmah­nung zulässig. Dies gilt nicht, wenn eine Frist oder Abmah­nung offen­sicht­lich keinen Erfolg ver­spricht. Auf

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  • Antrags­frist für erleich­terten Zugang zu Kurz­ar­bei­ter­geld ver­län­gert

    Die Bun­des­re­gie­rung hat die Antrags­frist zum erleich­terten Zugang zum Kurz­ar­bei­ter­geld um 3 Monate bis zum 30.6.2021 ver­län­gert. Den erleich­terten Zugang können Betriebe, die bis 30.6.2021 erst­mals oder nach drei­mo­na­tiger Unter­bre­chung erneut Kurz­ar­beit ein­führen, bis 31.12.2021 in Anspruch nehmen. Vor­aus­set­zung: Min­des­tens 10 % der Beschäf­tigten sind vom Arbeits­aus­fall betroffen. Auf den Aufbau von Minus­stunden wird voll­ständig ver­zichtet.

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  • Län­gere Ver­träge für Sai­son­ar­beits­kräfte

    Der Bun­desrat hat am 7.5.2021 eine Aus­nah­me­re­ge­lung für Sai­son­be­schäf­ti­gungen gebil­ligt, die der Bun­destag am 22.4.2021 ver­ab­schiedet hatte. Mit dem Gesetz wird die zuläs­sige Dauer kurz­fris­tiger sozi­al­ver­si­che­rungs­freier Beschäf­ti­gung aus­nahms­weise für die Zeit vom 1.3. bis 31.10.2021 auf eine Höchst­dauer von 4 Monaten oder 102 Arbeits­tagen (bisher 3 Monate /​ 70 Arbeits­tage) ver­län­gert. Hin­ter­grund ist, dass die Fluk­tua­tion aus­län­di­scher

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  • Annah­me­pflicht von Home­of­fice und Ange­bots­pflicht von Selbst- oder Schnell­tests

    Arbeit­geber sind ver­pflichtet Beschäf­tigten im Büro oder mit ver­gleich­baren Tätig­keiten Home­of­fice anzu­bieten. Nur bei Vor­liegen zwin­gender betrieb­li­cher Gründe, z. B. wenn nötige Arbeits­mittel fehlen oder die vor­han­dene IT-Infra­struktur nicht aus­reicht, kann auf das Anbieten von Home­of­fice ver­zichtet werden. Orga­ni­sa­to­ri­sche Erschwer­nisse rei­chen nicht aus und eine Min­dest­be­triebs­größe für Home­of­fice gibt es eben­falls nicht. Mit Inkraft­treten der

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  • Ein­ord­nung von ärzt­li­chem Hin­ter­grund­dienst als Ruf­be­reit­schaft oder Bereit­schafts­dienst

    Ob ärzt­li­cher Hin­ter­grund­dienst für Ärzte zu ver­gü­tende Ruf­be­reit­schaft oder Bereit­schafts­dienst ist, hängt davon ab, ob der Arbeit­geber den Arbeit­nehmer durch eine Vor­gabe ins­be­son­dere hin­sicht­lich der Zeit zwi­schen Abruf und Auf­nahme der Arbeit zwingt, sich an einem bestimmten Ort auf­zu­halten und damit eine fak­ti­sche Auf­ent­halts­be­schrän­kung vor­gibt. Das gilt auch, wenn der ärzt­liche Hin­ter­grund­dienst mit einer Tele­fon­be­reit­schaft

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  • Kran­ken­geld aus­nahms­weise auch bei ver­spä­teter Krank­mel­dung

    Ein Ver­si­cherter, der wegen Arbeits­un­fä­hig­keit (AU) Kran­ken­geld erhält, muss spä­tes­tens am nächsten Werktag nach dem Ende der zuletzt fest­ge­stellten AU deren Fort­dauer ärzt­lich beschei­nigen lassen, damit er wei­terhin kran­ken­geld­be­rech­tigt ist. Wird er an diesem Tag aus orga­ni­sa­to­ri­schen Gründen von der Arzt­praxis auf einen spä­teren Termin ver­wiesen, so kann die gesetz­liche Kran­ken­kasse die Zah­lung von Kran­ken­geld

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  • Ver­jäh­rung von Pflicht­teils­an­sprü­chen

    Ein Erb­lasser kann einen Erben nicht kom­plett ent­erben. Dieser hat dann immer noch einen gesetz­li­chen Pflicht­teils­an­spruch. Die Ver­jäh­rungs­frist von Pflicht­teils­an­sprü­chen beträgt 3 Jahre und beginnt in dem Zeit­punkt, in dem der Pflicht­teils­be­rech­tigte von dem Ein­tritt des Erb­falles und von der ihn beein­träch­ti­genden Ver­fü­gung Kenntnis erlangt. Für den Beginn der Ver­jäh­rung des Pflicht­teils­an­spruchs eines Geschäfts­un­fä­higen ist auf

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  • Erhöhtes Buß­geld bei Miss­ach­tung meh­rerer Höchst­ge­schwin­dig­keits­schilder

    Pas­siert ein Fahrer hin­ter­ein­ander meh­rere die Höchst­ge­schwin­dig­keit beschrän­kende Ver­kehrs­zei­chen, ohne seine Fahr­ge­schwin­dig­keit anzu­passen, han­delt er — wenn nicht gar vor­sätz­lich — mit gestei­gerter Fahr­läs­sig­keit, wes­halb gegen ihn ein erhöhtes Buß­geld ver­hängt werden kann. Das hat das Ober­lan­des­ge­richt Koblenz mit seinem Beschluss vom 8.3.2021 ent­schieden. Die im Buß­geld­ka­talog für fahr­läs­sige Ver­stöße fest­ge­legten Regel­geld­bußen gehen von „gewöhn­li­chen”

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  • Ent­wurf eines Trans­pa­renz­re­gister- und Finanz­in­for­ma­ti­ons­ge­setzes

    Die Bun­des­re­gie­rung will mit dem Trans­pa­renz­re­gister- und Finanz­in­for­ma­ti­ons­ge­setz mehr Trans­pa­renz über deut­sche Gesell­schaften und ihre wirt­schaft­lich Berech­tigten schaffen. Diese Instru­mente sollen Geld­wä­sche und Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung bekämpfen. Der Gesetz­ent­wurf sieht die Umstel­lung des Trans­pa­renz­re­gis­ters von einem Auf­fang­re­gister auf ein Voll­re­gister vor. Hierzu wird die Mit­tei­lungs­fik­tion auf­ge­hoben, nach der bis­lang die­je­nigen Rechts­ein­heiten, deren Eigen­tums- und Kon­troll­struktur und damit

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  • „Ber­liner Mie­ten­de­ckel” mit dem Grund­ge­setz unver­einbar

    Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat mit Beschluss vom 25.3.2021 das Gesetz zur Mie­ten­be­gren­zung im Woh­nungs­wesen in Berlin (Mie­tenWoG Bln) für mit dem Grund­ge­setz unver­einbar und des­halb nichtig erklärt. Rege­lungen zur Miet­höhe für frei finan­zierten Wohn­raum, der auf dem freien Woh­nungs­markt ange­boten werden kann (unge­bun­dener Wohn­raum), fallen in die kon­kur­rie­rende Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit. Die Länder sind nach dem Beschluss jedoch

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  • Keine Deckung in der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung für Was­ser­aus­tritt aus Grund­stücks­drai­nage

    Im Außen­be­reich um ein Gebäude ver­legte Drai­na­ge­rohre, die aus­schließ­lich Nie­der­schlags- und Sicker­wasser sam­meln und ableiten, dienen nicht der Was­ser­ver­sor­gung. Aus einer sol­chen Drai­nage bestim­mungs­widrig aus­tre­tendes Wasser stellt daher keinen Lei­tungs­was­ser­schaden in der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung dar. Ihr bau­li­cher Zweck besteht viel­mehr aus­schließ­lich in der Ent­wäs­se­rung des Bodens, d. h. dem Sam­meln und der Abfuhr von Schicht- und

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  • Mus­ter­fest­stel­lungs­klage zur Ankün­di­gung einer Moder­ni­sie­rungs­maß­nahme

    Der Bun­des­ge­richtshof hat am 18.3.2021 in einem Mus­ter­fest­stel­lungs­ver­fahren ent­schieden, dass ein Ver­mieter auf­grund der im Dezember 2018 für die Zeit ab Dezember 2019 ange­kün­digten Moder­ni­sie­rungs­maß­nahmen in seiner großen Wohn­an­lage eine Miet­erhö­hung nach den bis Ende 2018 gel­tenden Vor­schriften berechnen kann. Eines engen zeit­li­chen Zusam­men­hangs zwi­schen der Moder­ni­sie­rungs­an­kün­di­gung und dem vor­aus­sicht­li­chen Beginn der Arbeiten bedarf es

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  • Preis in der Wer­bung muss Gesamt­preis sein

    Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a. M. (OLG) hatte am 4.2.2021 in einem Fall zu ent­scheiden, bei dem ein Fit­ness­studio mit einem Monats­preis von „Euro 29,99 bei 24-Monats-Abo” für Mit­glied­schaften warb. Die Angabe war durch ein Stern­chen gekenn­zeichnet, das auf der rechten Seite klein­ge­druckt mit dem Hin­weis „zzgl. 9,99 € Servicegebühren/​Quartal” auf­ge­löst wurde. Die OLG-Richter stellten klar,

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  • Nach­schuss­pflicht bei Auf­lö­sung einer GbR

    Ver­bleibt bei der Auf­lö­sung einer Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR) nach der Berich­ti­gung der gemein­schaft­li­chen Schulden und der Rück­erstat­tung der Ein­lagen ein Über­schuss, so gebührt er den Gesell­schaf­tern nach dem Ver­hältnis ihrer Anteile am Gewinn. Reicht das Gesell­schafts­ver­mögen zur Berich­ti­gung der gemein­schaft­li­chen Schulden und zur Rück­erstat­tung der Ein­lagen nicht aus, so haben die Gesell­schafter für den

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  • Arbeit­geber trägt das Betriebs­ri­siko für Mit­ar­beiter auch in der Pan­demie

    Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf (LAG) hatte sich in seiner Ent­schei­dung vom 30.3.2021 mit einem Fall aus der Praxis zu befassen, in dem eine Mit­ar­bei­terin wegen Corona-Pan­demie-bedingter Betriebs­schlie­ßung keinen Lohn vom Arbeit­geber erhielt. Dieser war der Auf­fas­sung, dass der Lohn­aus­fall zum all­ge­meinen Lebens­ri­siko der Arbeit­neh­merin gehört, weil ihr auf­grund der behörd­lich ange­ord­neten bzw. ver­an­lassten Betriebs­schlie­ßung die Annahme

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  • Keine Wei­ter­be­schäf­ti­gung wegen Hygie­never­stoß einer Pfle­ge­fach­kraft

    Bei einem Aus­bruch von Covid-19 in einer Senio­ren­re­si­denz kam es im Dezember 2020 zu 20 Infek­tionen bei Bewoh­nern (7 ver­starben) und 10 Infek­tionen bei Mit­ar­bei­tern. Das Gesund­heitsamt stellte bei mehr­fa­chen Bege­hungen fest, dass die als Ein­rich­tungs­lei­terin und Pfle­ge­fach­kraft tätige Mit­ar­bei­terin trotz anders lau­tender Anord­nungen wie­der­holt nicht in Dienst­klei­dung ange­troffen worden war. Zudem hatte diese, nachdem

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  • Kurz­ar­beit Null kürzt den Urlaub

    Die Richter des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düs­sel­dorf kamen in ihrem Urteil vom 12.3.2021 zu der Ent­schei­dung, dass einem Arbeit­nehmer für Zeit­räume, in denen er auf­grund von Kurz­ar­beit gar nicht gear­beitet hat, die Urlaubs­an­sprüche ent­spre­chend gekürzt werden können. Für jeden vollen Monat der Kurz­ar­beit Null kann der Urlaub um 1/​12 gekürzt werden. Im Hin­blick darauf, dass der Erho­lungs­ur­laub

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  • Unei­nig­keit der Eltern über Schutz­imp­fungen

    Die Ent­schei­dung über die Durch­füh­rung von Schutz­imp­fungen für ein gemein­sames Kind kann bei Unei­nig­keit der Eltern auf den Eltern­teil über­tragen werden, der seine Hal­tung an den Emp­feh­lungen der Stän­digen Impf­kom­mis­sion (STIKO) ori­en­tiert. Über die all­ge­meine Impf­fä­hig­keit des Kindes muss unab­hängig von einer kon­kreten Imp­fung kein Sach­ver­stän­di­gen­gut­achten ein­ge­holt werden, da nach den Emp­feh­lungen der STIKO die

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  • Kein Her­aus­ga­be­an­spruch von Braut­gabe und Braut­schmuck nach der Schei­dung

    Das OLG Hamm hatte sich in einem Beschwer­de­ver­fahren mit der Frage zu befassen, wie im Fall der Schei­dung einer Ehe eine Braut­gabe und Braut­schmuck recht­lich zu behan­deln sind. Im November 2015 hei­ra­teten eine tür­ki­sche Staats­an­ge­hö­rige und ein deut­scher Staats­an­ge­hö­riger. Beide sind in Deutsch­land geboren und auf­ge­wachsen. Im April 2016 schlossen sie die reli­giöse Ehe. In

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  • Ver­lassen der Unfall­stelle – Ver­lust des Kas­ko­schutzes

    Ver­lässt der Fahrer eines an einem Unfall betei­ligten Fahr­zeugs den Unfallort, ohne die Polizei und/​oder seine Kas­ko­ver­si­che­rung über den Unfall zu infor­mieren, kann hier­durch die in den All­ge­meinen Bedin­gungen für die Kfz-Ver­si­che­rung (AKB) fest­ge­legte War­te­pflicht ver­letzt werden und dies zur Folge haben, dass die Kas­ko­ver­si­che­rung den Schaden nicht regu­lieren muss. Hierauf hat das Ober­lan­des­ge­richt Koblenz

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  • Auf­fahr­un­fall – unver­schul­detes Aus­lösen des Not­fall­brems­as­sis­tenten

    Löst sich auf der Auto­bahn unver­schuldet wäh­rend freier Fahrt der Not­fall­brems­as­sis­tent eines vor­aus­fah­renden Fahr­zeugs und fährt der nach­fol­gende Lkw ohne Ein­hal­tung des nach der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung gebo­tenen Sicher­heits­ab­stands von min­des­tens 50 m auf das abrupt abge­bremste Fahr­zeug auf, über­wiegt der Haf­tungs­an­teil des nach­fol­genden Lkw. Die unbe­grün­dete und erheb­liche Unter­schrei­tung des Sicher­heits­ab­stands ist auf ein schuld­haftes Ver­halten zurück­zu­führen,

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  • Elek­tro­mo­bi­lität – Mehr Lade­säulen für E‑Fahrzeuge

    Nach dem Bun­destag stimmte auch der Bun­desrat dem Gesetz zum Aufbau einer gebäu­de­inte­grierten Lade- und Lei­tungs­in­fra­struktur für die Elek­tro­mo­bi­lität am 5.3.2021 zu; damit ist es nach der Ver­kün­dung im Bun­des­ge­setz­blatt in Kraft getreten. Bei neuen Wohn­ge­bäuden mit mehr als 5 PKW-Stell­plätzen (Nicht-Wohn­ge­bäude 6 Stell­plätze) muss min­des­tens jeder dritte Stell­platz mit Lei­tungs­in­fra­struktur aus­ge­stattet und zusätz­lich ein Lade­punkt errichtet

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