Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Kün­di­gungs­schutz bei geteilter Eltern­zeit

    Nach dem Gesetz zum Eltern­geld und zur Eltern­zeit kann jeder Eltern­teil seine Eltern­zeit auf drei Zeit­ab­schnitte ver­teilen. Eine Ver­tei­lung auf wei­tere Zeit­ab­schnitte ist nur mit der Zustim­mung des Arbeit­ge­bers mög­lich. Der Arbeit­geber darf das Arbeits­ver­hältnis ab dem Zeit­punkt, von dem an Eltern­zeit ver­langt worden ist, nicht kün­digen. Der Kün­di­gungs­schutz beginnt frü­hes­tens 8 Wochen vor Beginn einer…

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  • Kün­di­gung wegen einer Covid-19-Qua­ran­täne

    Eine Kün­di­gung durch den Arbeit­geber auf­grund einer behörd­lich ange­ord­neten Qua­ran­täne gegen­über einem Arbeit­nehmer ist unwirksam. In einem Fall aus der Praxis befand sich ein Arbeit­nehmer auf tele­fo­ni­sche Anord­nung des Gesund­heits­amtes im Oktober 2020 in häus­li­cher Qua­ran­täne. Hier­über infor­mierte er seinen Arbeit­geber, einen kleinen Dach­de­cker­be­trieb. Der Arbeit­geber bezwei­felte die Qua­ran­tä­ne­a­n­ord­nung und ver­mu­tete, der Arbeit­nehmer wolle sich…

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  • Pauschalpreis­vereinbarung ist nicht gleich Fest­preis­ver­ein­ba­rung

    Die Ver­ein­ba­rung einer Pau­schal­ver­gü­tung ist nicht mit der Ver­ein­ba­rung einer Fest­ver­gü­tung gleich­zu­setzen. So kann eine Fest­ver­gü­tung auch so ver­standen werden, dass der Auf­trag­nehmer selbst bei uner­war­teten Preis­stei­ge­rungen an die ver­ein­barten Ein­heits­preise gebunden ist. Rechnet der Auf­trag­nehmer seine Leis­tung nach Ein­heits­preisen ab und beruft sich der Auf­trag­geber auf die Ver­ein­ba­rung einer gerin­geren Pau­schal­ver­gü­tung, muss der Auf­trag­nehmer…

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  • Abschneiden über­hän­gender Äste

    Nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch kann der Eigen­tümer eines Grund­stücks Wur­zeln eines Baumes oder eines Strau­ches, die von einem Nach­bar­grund­stück ein­ge­drungen sind, nach Ein­räu­mung einer ange­mes­senen Frist, abschneiden und behalten. Mit seinem Urteil vom 11.6.2021 hat der Bun­des­ge­richtshof (BGH) ent­schieden, dass ein Grund­stücks­nachbar – vor­be­halt­lich natur­schutz­recht­li­cher Beschrän­kungen – von dem oben beschrie­benem Selbst­hil­fe­recht auch dann Gebrauch…

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  • Gemein­samer Miet­ver­trag und Schei­dung

    Paare mieten eine gemein­same Woh­nung meis­tens zu zweit, indem beide Partner den Miet­ver­trag unter­schreiben. Sie sind durch den Ver­trag gemeinsam berech­tigt und ver­pflichtet. Hier stellt sich die Frage, was pas­siert, wenn ein Partner aus­zieht? Diese hatte das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg (OLG) am 29.3.2021 zu klären. In dem vor­lie­genden Fall war der Ehe­mann im Zuge der Tren­nung…

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  • Unfall­ver­si­che­rungs­schutz auf dem Weg zur Arbeit – aus­ge­hend von einem sog. dritten Ort

    In 2 Urteilen hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) ent­schieden, dass für die Bewer­tung des Schutzes in der Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung im Fall der Wege­un­fälle von einem sog. dritten Ort keine ein­schrän­kenden Kri­te­rien mehr gelten. Ein dritter Ort liegt dann vor, wenn der Arbeitsweg nicht von der Woh­nung aus ange­treten wird, son­dern von einem anderen Ort, oder wenn der…

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  • Novelle des Kli­ma­schutz­ge­setzes

    Mit Beschluss vom 29.4.2021 hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schieden, dass die Rege­lungen des Kli­ma­schutz­ge­setzes vom 12.12.2019 über die natio­nalen Kli­ma­schutz­ziele und die bis zum Jahr 2030 zuläs­sigen Jah­res­e­mis­si­ons­mengen mit den Grund­rechten unver­einbar sind. Der Grund: Es fehlen hin­rei­chende Maß­gaben für die wei­tere Emis­si­ons­re­duk­tion ab dem Jahr 2031. Die Bun­des­re­gie­rung war daher gezwungen, beim Gesetz nach­zu­bes­sern. Mit…

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  • Neue EU-Regeln zur Ein- und Aus­fuhr von Bar­geld

    Im Rahmen der neuen – seit dem 3.6.2021 gel­tenden – Regeln erwei­tert sich die Defi­ni­tion des Begriffs „Bar­geld“ um Bank­noten und Münzen, ein­schließ­lich Wäh­rungen, die nicht mehr im Umlauf sind, aber noch bei Finanz­in­sti­tuten umge­tauscht werden können. Des Wei­teren zählen ab sofort auch Gold­münzen sowie Gold in Form z. B. von Barren oder Nug­gets mit…

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  • Smart­phone als Per­so­nal­aus­weis

    Die eID-Funk­tion des Per­so­nal­aus­weises, des elek­tro­ni­schen Auf­ent­halts­ti­tels und der eID-Karte ermög­licht die sichere Iden­ti­fi­zie­rung einer Person bei der Inan­spruch­nahme von Ver­wal­tungs­leis­tungen. Bis­lang werden hierzu Per­so­nal­aus­weis, elek­tro­ni­scher Auf­ent­halts­titel oder eID-Karte, eine PIN sowie ein Kar­ten­le­se­gerät benö­tigt. Mit dem vom Bun­des­ka­bi­nett beschlos­senen Ent­wurf für das Gesetz zur Ein­füh­rung eines elek­tro­ni­schen Iden­ti­täts­nach­weises mit einem mobilen End­gerät (Smar­teID-Gesetz) will…

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  • Arbeits­zeit­er­fas­sung

    Nach einem Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofs aus dem Jahr 2019 müssen die Mit­glied­staaten Arbeit­geber ver­pflichten, ein objek­tives, ver­läss­li­ches und zugäng­li­ches System ein­zu­richten, mit dem die von einem jeden Arbeit­nehmer geleis­tete täg­liche Arbeits­zeit gemessen werden kann. Eine natio­nale Rege­lung hat die Bun­des­re­gie­rung jedoch noch nicht getroffen. Die Gerichte legen die Ent­schei­dung unter­schied­lich aus. In einigen Ent­schei­dungen…

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  • Über­gangs­frist für höheren Ver­dienst bei Mini­job­bern

    Für eine erneute Über­gangs­zeit vom 1.6. – 31.10.2021 kann vor­über­ge­hend ein vier­ma­liges Über­schreiten der monat­li­chen Ver­dienst­grenze im Minijob mög­lich sein. Ein Mit­ar­beiter kann also in ein­zelnen Monaten mehr als 450 € ver­dienen. Dieses gilt jedoch nur für Beschäf­ti­gungs­zeit­räume ab Inkraft­treten der Über­gangs­re­ge­lung. Für davor lie­gende Zeit­räume bleibt es bei der Mög­lich­keit des drei­ma­ligen nicht vor­her­seh­baren…

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  • Aus­le­gung der Zeit­grenzen bei kurz­fris­tigen Beschäf­ti­gungen

    Eine kurz­fris­tige Beschäf­ti­gung liegt vor, wenn sie inner­halb eines Kalen­der­jahres auf längs­tens 3 Monate oder 70 Arbeits­tage im Voraus begrenzt ist. Dabei gilt bisher die Grenze von 3 Monaten, wenn an min­des­tens 5 Tagen in der Woche gear­beitet wird, bei wöchent­lich 4 oder weniger Arbeits­tagen gilt die 70-Arbeits­tage-Grenze. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) hat nun mit seinem Urteil vom 24.11.2020 ent­schieden,…

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  • Unfall­schutz im Home-Office

    Arbeits­un­fälle sind die Unfälle, die ver­si­cherte Per­sonen infolge der ver­si­cherten Tätig­keit erleiden. Dabei ist es uner­heb­lich, ob die ver­si­cherte Tätig­keit im Unter­nehmen oder im Home-Office geleistet wird. Ent­schei­dend ist, dass der Unfall im Zusam­men­hang mit der Arbeit stehen muss – was im Home-Office jedoch nicht immer ganz leicht abzu­grenzen ist. Auch wann ein Unfall pas­siert,…

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  • Gesetz­li­cher Unfall­ver­si­che­rungs­schutz bei kurzer Unter­bre­chung des Arbeits­wegs

    Der Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung erstreckt sich bei Arbeit­neh­mern nicht nur auf die beruf­liche Tätig­keit, son­dern auch auf dem Weg zwi­schen Woh­nung und Arbeits­platz. Aus­nahme: Der Weg wird aus pri­vaten Gründen unter­bro­chen, z. B. um an einem Geld­au­to­maten Bar­geld zu holen. In einem vom Baye­ri­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richt (LSG) am 10.2.2021 ent­schie­denen Fall stieg eine Arbeit­neh­merin auf…

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  • Keine Ände­rung des Bebau­ungs­plans wegen Erhalt der freien Aus­sicht

    Der freie Blick in die Land­schaft und der Erhalt des Land­schafts­bildes sind ggf. keine Belange, die eine Stadt oder Gemeinde in ihrer Abwä­gung zur Ände­rung eines Bebau­ungs­plans berück­sich­tigen muss. Der Erhalt der freien Aus­sicht auf ein Feld sowie den Kamm des Weser­ge­birges in weiter Ent­fer­nung begründet keinen abwä­gungs­er­heb­li­chen Belang, der in der Pla­nung zu berück­sich­tigen…

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  • Pflicht zur Rech­nungs­le­gung gegen­über den Erben

    Küm­mert sich ein Sohn um die Bank­an­ge­le­gen­heiten seiner Mutter, ist er nach deren Tod den Mit­erben gegen­über nicht in jedem Fall zur Rech­nungs­le­gung über die vor­ge­nom­menen Geschäfte ver­pflichtet. Das ent­schied das Ober­lan­des­ge­richt Braun­schweig (OLG) in seinem Urteil vom 28.4.2021. In dem vom OLG ent­schie­denen Fall besorgte der Sohn für die Mutter zu ihren Leb­zeiten die…

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  • Begrün­dung einer Prä­mi­en­an­pas­sung in der pri­vaten Kran­ken­ver­si­che­rung

    Der Bun­des­ge­richtshof hat in zwei Urteilen am 16.12.2020 ent­schieden, dass in der Begrün­dung einer Prä­mi­en­an­pas­sung ange­geben werden muss, bei wel­cher Rech­nungs­grund­lage – Ver­siche-rungs-leis­tungen, Ster­be­wahr­schein­lich­keit oder beiden – eine nicht nur vor­über­ge­hende und den fest­ge­legten Schwel­len­wert über­schrei­tende Ver­än­de­rung ein­ge­treten ist und damit die Neu­festset-zung ver­an­lasst wurde. Dagegen muss der Ver­si­cherer nicht die genaue Höhe dieser Ver­än­de­rung…

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  • Unzu­läs­sige AGB-Klau­seln einer Bank

    Der Bun­des­ge­richtshof (BGH) hatte am 27.4.2021 über die Wirk­sam­keit einer von Banken ver­wen­deten Klausel ent­schieden. Danach werden Ände­rungen von All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gungen den Kunden spä­tes­tens 2 Monate vor dem vor­ge­schla­genen Zeit­punkt ihres Wirk­sam­wer­dens in Text­form ange­boten. Die Zustim­mung des Kunden gilt als erteilt, wenn er seine Ableh­nung nicht vor dem vor­ge­schla­genen Zeit­punkt des Wirk­sam­wer­dens der Ände­rungen ange­zeigt…

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  • Pflicht zur Miet­zah­lung trotz staat­li­cher Schlie­ßungs­an­ord­nung

    Vor den Ober­lan­des­ge­richten in Dresden und Karls­ruhe wurden Ein­zel­fall­ent­schei­dungen bezüg­lich even­tu­eller Mie­t­an­pas­sungen getroffen, die auf­grund der Bestim­mungen zum Schutz vor den Aus­wir­kungen der Corona-Pan­demie ent­stehen. Wäh­rend das OLG in Dresden einer Ver­min­de­rung der Kalt­miete um 50 % zustimmte, gab das OLG Karls­ruhe einer Miet­min­de­rung keine Chance. In beiden Fällen mussten Ein­zel­han­dels­ge­schäfte auf­grund der behörd­li­chen Schlie­ßungs­an­ord­nung…

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  • Frist­lose Kün­di­gung eines Miet­ver­trags auf­grund wie­der­holt auf­ge­tre­tener Mängel

    Jede Ver­trags­partei kann das Miet­ver­hältnis aus wich­tigem Grund außer­or­dent­lich fristlos kün­digen. Besteht der wich­tige Grund in der Ver­let­zung einer Pflicht aus dem Miet­ver­trag, so ist die Kün­di­gung erst nach erfolg­losem Ablauf einer zur Abhilfe bestimmten ange­mes­senen Frist oder nach erfolg­loser Abmah­nung zulässig. Dies gilt nicht, wenn eine Frist oder Abmah­nung offen­sicht­lich keinen Erfolg ver­spricht. Auf…

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  • Antrags­frist für erleich­terten Zugang zu Kurz­ar­bei­ter­geld ver­län­gert

    Die Bun­des­re­gie­rung hat die Antrags­frist zum erleich­terten Zugang zum Kurz­ar­bei­ter­geld um 3 Monate bis zum 30.6.2021 ver­län­gert. Den erleich­terten Zugang können Betriebe, die bis 30.6.2021 erst­mals oder nach drei­mo­na­tiger Unter­bre­chung erneut Kurz­ar­beit ein­führen, bis 31.12.2021 in Anspruch nehmen. Vor­aus­set­zung: Min­des­tens 10 % der Beschäf­tigten sind vom Arbeits­aus­fall betroffen. Auf den Aufbau von Minus­stunden wird voll­ständig ver­zichtet.…

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  • Län­gere Ver­träge für Sai­son­ar­beits­kräfte

    Der Bun­desrat hat am 7.5.2021 eine Aus­nah­me­re­ge­lung für Sai­son­be­schäf­ti­gungen gebil­ligt, die der Bun­destag am 22.4.2021 ver­ab­schiedet hatte. Mit dem Gesetz wird die zuläs­sige Dauer kurz­fris­tiger sozi­al­ver­si­che­rungs­freier Beschäf­ti­gung aus­nahms­weise für die Zeit vom 1.3. bis 31.10.2021 auf eine Höchst­dauer von 4 Monaten oder 102 Arbeits­tagen (bisher 3 Monate /​ 70 Arbeits­tage) ver­län­gert. Hin­ter­grund ist, dass die Fluk­tua­tion aus­län­di­scher…

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  • Annah­me­pflicht von Home­of­fice und Ange­bots­pflicht von Selbst- oder Schnell­tests

    Arbeit­geber sind ver­pflichtet Beschäf­tigten im Büro oder mit ver­gleich­baren Tätig­keiten Home­of­fice anzu­bieten. Nur bei Vor­liegen zwin­gender betrieb­li­cher Gründe, z. B. wenn nötige Arbeits­mittel fehlen oder die vor­han­dene IT-Infra­struktur nicht aus­reicht, kann auf das Anbieten von Home­of­fice ver­zichtet werden. Orga­ni­sa­to­ri­sche Erschwer­nisse rei­chen nicht aus und eine Min­dest­be­triebs­größe für Home­of­fice gibt es eben­falls nicht. Mit Inkraft­treten der…

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