Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Sach­grund­lose Befris­tung – ein Tag Über­schrei­tung des Zwei-Jah­res­zeit­raums

    Nach dem Teil­zeit- und Befris­tungs­ge­setz ist die kalen­der­mä­ßige Befris­tung eines Arbeits­ver­trages ohne Vor­liegen eines sach­li­chen Grundes nur bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig. In einem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf (LAG) am 9.4.2019 ent­schie­denen Fall begann das Arbeits­ver­hältnis am 5.9.2016. In der Zeit vom 5.9.2016 bis zum 23.9.2016 besuchte der Arbeit­nehmer eine Schu­lung und reiste dazu

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  • Nach­träg­liche Zulas­sung einer Kün­di­gungs­schutz­klage

    War ein Arbeit­nehmer nach erfolgter Kün­di­gung trotz Anwen­dung aller ihm nach Lage der Umstände zuzu­mu­tenden Sorg­falt ver­hin­dert, die Klage inner­halb von drei Wochen nach Zugang der schrift­li­chen Kün­di­gung zu erheben, so ist auf seinen Antrag hin die Klage nach­träg­lich zuzu­lassen. Eine Klage nach der o. g. gesetz­li­chen Rege­lung ist jedoch nicht nach­träg­lich zuzu­lassen, wenn ein

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  • Kein Arbeits­un­fall bei Ein­wurf eines pri­vaten Briefs

    In einem vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) ent­schie­denen Fall ver­letzte sich eine Frau, als sie auf dem Heimweg von ihrer Arbeits­stelle ver­suchte einen pri­vaten Brief ein­zu­werfen. Das Gericht hatte nun zu ent­scheiden, ob es sich hier um einen Arbeits­un­fall han­delte. Das BSG kam zu der Ent­schei­dung, dass dieser Brief­ein­wurf als rein pri­vat­wirt­schaft­liche Hand­lung zu beur­teilen ist, und

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  • Hin­weis­pflicht des Arbeit­ge­bers auf dro­henden Ver­fall des Urlaubs­an­spruchs

    Arbeit­geber müssen auf den dro­henden Ver­fall von Urlaub aus ver­gan­genen Jahren hin­weisen. Nach einem Urteil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln (LAG) vom 9.4.2019 erlischt der Urlaubs­an­spruch eines Arbeit­neh­mers in der Regel nur dann am Ende des Kalen­der­jahres, wenn der Arbeit­geber den Arbeit­nehmer zuvor über seinen Urlaubs­an­spruch und die Ver­fall­fristen belehrt hat. Diese Initia­tiv­last des Arbeit­ge­bers bezieht sich

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  • Ver­si­che­rungs­pflicht­grenze – Über­prü­fung des Jah­res­ar­beits­ent­gelts

    Das Bun­des­ka­bi­nett beschließt jähr­lich die Ver­ord­nung über die Sozi­al­ver­si­che­rungs­re­chen­größen und somit auch die Jah­res­ar­beits­ent­gelt­grenze (JAEG). Die JAEG gibt an, ab wel­cher Höhe des regel­mä­ßigen jähr­li­chen Arbeits­ent­gelts ein Arbeit­nehmer nicht mehr in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung pflicht­ver­si­chert sein muss. Für die Prü­fung, ob Ver­si­che­rungs­pflicht vor­liegt, muss der Arbeit­geber bei Beginn einer Beschäf­ti­gung, bei Ände­rungen des Gehalts und

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  • Eltern­zeit – Kür­zung von Urlaubs­an­sprü­chen

    Der gesetz­liche Urlaubs­an­spruch besteht auch für den Zeit­raum der Eltern­zeit, er kann jedoch vom Arbeit­geber gekürzt werden. Möchte der Arbeit­geber von seiner Befugnis Gebrauch machen, den Erho­lungs­ur­laub für jeden vollen Kalen­der­monat der Eltern­zeit um 1/​12 zu kürzen, muss er eine darauf gerich­tete emp­fangs­be­dürf­tige rechts­ge­schäft­liche Erklä­rung abgeben. Dazu ist es aus­rei­chend, dass für den Arbeit­nehmer erkennbar

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  • Erhö­hung des Eltern­geldes auf­grund von Gehalts­nach­zah­lungen

    Nach­ge­zahlter lau­fender Arbeits­lohn, den der Eltern­geld­be­rech­tigte außer­halb der für die Bemes­sung des Eltern­gelds maß­geb­li­chen 12 Monate vor dem Monat der Geburt des Kindes (Bemes­sungs­zeit­raum) „erar­beitet” hat, ist der Bemes­sung des Eltern­geldes zugrunde zu legen, wenn er im Bemes­sungs­zeit­raum zuge­flossen ist. Denn ent­schei­dend ist, wel­ches Ein­kommen der Berech­tigte „im Bemes­sungs­zeit­raum hat”. Dies folgt aus der gesetz­li­chen

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  • Rei­se­ver­trag – vor­for­mu­lierte „Trink­geld­emp­feh­lung” eines Rei­se­ver­an­stal­ters

    Die vom Rei­se­ver­an­stalter für eine Kreuz­fahrt vor­for­mu­lierte „Trink­geld­emp­feh­lung”, der zufolge ein pau­scha­liertes Trink­geld vom Bord­konto des Rei­senden abge­bucht wird, solange dieser nicht wider­spricht, benach­tei­ligt den Rei­senden unan­ge­messen. Sie ist daher unwirksam. Das ent­schieden die Richter des Ober­lan­des­ge­richts Koblenz in ihrem Beschluss vom 14.6.2019. Fol­gende Klausel ver­wen­dete der Rei­se­ver­an­stalter in dem ent­schie­denen Fall: „Trink­geld­emp­feh­lung: [Sie sind

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  • Zwi­schen­lan­dung und Lan­dung in Dritt­staat – Aus­gleich bei Flug­ver­spä­tung

    In einem vom Euro­päi­schen Gerichtshof am 11.7.2019 ent­schie­denen Fall buchten Flug­gäste bei einem tsche­chi­schen Luft­fahrt­un­ter­nehmen einen Flug von Prag (Tsche­chi­sche Repu­blik) über Abu Dhabi (Ver­ei­nigte Ara­bi­sche Emi­rate) nach Bangkok (Thai­land). Der erste Teil­flug dieses Fluges mit Umsteigen, der von einer tsche­chi­schen Air­line durch­ge­führt wurde und von Prag nach Abu Dhabi ging, kam pünkt­lich in Abu

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  • Aus­gleich nach der Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung – Erstat­tung von Anwalts­kosten

    Ein Flug­gast kann die Erstat­tung der Anwalts­kosten, die ihm durch die außer­ge­richt­liche Gel­tend­ma­chung eines Aus­gleichs­an­spruchs nach der Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung ent­standen sind, bean­spru­chen, wenn das aus­füh­rende Luft­ver­kehrs­un­ter­nehmen seine Ver­pflich­tung ver­letzt hat, den Flug­gast im Falle einer Annul­lie­rung, großen Ver­spä­tung oder Beför­de­rungs­ver­wei­ge­rung gemäß der Flug­gast­rech­teVO auf seine Rechte hin­zu­weisen, oder es sich bei der Beauf­tra­gung des Rechts­an­walts mit

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  • „Gefällt mir”-Button von Face­book

    Der Betreiber einer Web­site, der den „Gefällt mir”-Button von Face­book so ein­ge­bettet hat, dass schon beim Auf­rufen der Seite die per­so­nen­be­zo­genen Daten des Besu­chers an Face­book über­tragen werden, ist gemeinsam mit Face­book für die Ein­hal­tung von daten­schutz­recht­li­chen Rege­lungen ver­ant­wort­lich. Die Ver­ant­wort­lich­keit für die Ver­ar­bei­tungs­vor­gänge bezieht sich auf die Seiten, auf die der Betreiber tat­säch­lich Ein­fluss

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  • Online-Platt­formen müssen keine Tele­fon­nummer zur Ver­fü­gung stellen

    Eine Online-Platt­form wie Amazon ist nach einer Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs (EuGH) vom 10.7.2019 nicht ver­pflichtet, dem Ver­brau­cher vor Ver­trags­ab­schluss stets eine Tele­fon­nummer zur Ver­fü­gung zu stellen. Sie muss dem Ver­brau­cher jedoch ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mittel bereit­stellen, über das er mit ihr schnell in Kon­takt treten und effi­zient kom­mu­ni­zieren kann. Der EuGH weist darauf hin, dass es

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  • Ent­gelt­liche Über­las­sung von Gemein­schafts­räumen an Mit­ei­gen­tümer

    Über­lässt eine Mit­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft gemein­schaft­liche Räume einem ihrer Mit­glieder ver­trag­lich gegen Ent­gelt zur allei­nigen Nut­zung, kommt hier­durch regel­mäßig ein (Wohn­raum-) Miet­ver­hältnis zustande. Auf ein der­ar­tiges Miet­ver­hältnis sind die zum Schutz des Mie­ters vor­ge­se­henen gesetz­li­chen Bestim­mungen anzu­wenden. Dem wirk­samen Zustan­de­kommen eines sol­chen Miet­ver­trags steht nicht ent­gegen, dass der Mit­ei­gen­tümer hieran sowohl auf Mie­ter­seite als auch – neben

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  • Unter­halts­an­spruch einer nicht ehe­li­chen Mutter bei neuer Part­ner­schaft

    Die nicht ehe­liche Mutter ver­liert nicht ihren Unter­halts­an­spruch gegen den Vater des Kindes, wenn sie mit einem neuen Partner eine feste Bezie­hung ein­geht und mit diesem einen gemein­samen Haus­stand unter­hält. Sie ist inso­weit nicht einer ehe­li­chen Mutter gleich­zu­stellen, bei der eine neue Part­ner­schaft zur Ver­wir­kung des Unter­halts­an­spruchs führt. Zu dieser Ent­schei­dung kamen die Richter des

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  • Bun­desrat bil­ligt Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz

    Das Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz ermög­licht Fach­kräften auch aus Staaten außer­halb der EU künftig eine leich­tere Ein­wan­de­rung. Das soll den Fach­kräf­te­mangel in Deutsch­land lin­dern. Nach dem Gesetz darf jede Person in Deutsch­land arbeiten, die einen Arbeits­ver­trag und eine aner­kannte Qua­li­fi­ka­tion vor­weisen kann. Die Beschrän­kung auf sog. Eng­pass­be­rufe ent­fällt. Auch auf die bis­lang ver­pflich­tende Vor­rang­prü­fung, ob nicht auch Deut­sche

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  • Gesetz gegen ille­gale Beschäf­ti­gung und Sozi­al­leis­tungs­miss­brauch

    Mit dem Gesetz gegen ille­gale Beschäf­ti­gung und Sozi­al­leis­tungs­miss­brauch soll die wir­kungs­volle und effek­tive Ver­hin­de­rung von ille­galer Beschäf­ti­gung und Schwarz­ar­beit erreicht werden. Dafür erhält die „Finanz­kon­trolle Schwarz­ar­beit” wei­tere Befug­nisse im Kampf gegen ille­gale Beschäf­ti­gung, Steu­er­hin­ter­zie­hung und Sozi­al­leis­tungs­miss­brauch. Der Bun­desrat stimmte einem ent­spre­chenden Geset­zes­be­schluss des Bun­des­tages am 28.6.2019 zu. Die „Finanz­kon­trolle Schwarz­ar­beit”, die beim Zoll ange­sie­delt ist,

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  • Aus­kunfts­pflichten des Arbeit­ge­bers

    In einem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Baden-Würt­tem­berg (LAG) ent­schie­denen Fall wurde einem Arbeit­nehmer nach meh­reren Abmah­nungen wegen Min­der­leis­tung gekün­digt. Gegen den betrof­fenen Mit­ar­beiter führte das Unter­nehmen vorher interne Com­pli­ance-Ermitt­lungen durch. Der Arbeit­nehmer ver­langte Aus­kunft über alle Daten, die der Arbeit­geber über ihn gespei­chert hatte. Dieser wei­gerte sich. Die LAG-Richter ver­pflich­teten den Arbeit­geber jedoch die gesam­melten Infor­ma­tionen her­aus­zu­geben

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  • Erhö­hung der Arbeits­zeit bei Teil­zeit­be­schäf­tigten

    Nach dem Teil­zeit- und Befris­tungs­ge­setz hat der Arbeit­geber einen teil­zeit­be­schäf­tigten Arbeit­nehmer, der ihm den Wunsch nach einer Ver­län­ge­rung seiner ver­trag­lich ver­ein­barten Arbeits­zeit ange­zeigt hat, bei der Beset­zung eines ent­spre­chenden freien Arbeits­platzes bei glei­cher Eig­nung bevor­zugt zu berück­sich­tigen. Eine Aus­nahme gilt nur, wenn drin­gende betrieb­liche Gründe oder Arbeits­zeit­wün­sche anderer teil­zeit­be­schäf­tigter Arbeit­nehmer dem ent­ge­gen­stehen. Ein ihm ange­zeigter

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  • Ent­gelte für Barein- und Bar­aus­zah­lungen am Bank­schalter

    In seinem Urteil vom 18.6.2019 kam der Bun­des­ge­richtshof (BGH) zu der Ent­schei­dung, dass Banken seit dem Inkraft­treten des Zah­lungs­dienste­rechts im Jahr 2009 in ihren Preis- und Leis­tungs­ver­zeich­nissen dem Grunde nach Ent­gelte für Bar­ein­zah­lungen und Bar­aus­zah­lungen auf oder von einem Giro­konto am Bank­schalter vor­sehen dürfen. Dem Kunden muss auch keine bestimmte Anzahl von unent­gelt­li­chen Barein- und

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  • Ent­gelt­klausel für Bank­aus­künfte

    Eine Ent­gelt­klausel für Bank­aus­künfte in Höhe eines Betrages von 25 € ist unbe­denk­lich, ent­schied das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main (OLG) in seinem Urteil vom 24.5.2019. In ihrer Begrün­dung führten die OLG-Richter aus, dass es sich bei der Aus­kunfts­er­tei­lung durch die Bank um eine zusätz­liche Leis­tung han­delt, die von sons­tigen Gebühren für Kon­to­füh­rung etc. nicht abge­deckt

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  • Ver­si­che­rung – Beleh­rung über Folgen einer Anzei­ge­pflicht­ver­let­zung

    Eine Ver­si­che­rung muss über die Folgen einer Anzei­ge­pflicht­ver­let­zung in Text­form auf­klären. Dabei genügt es, wenn der Ver­si­cherer diese Beleh­rung des Ver­si­che­rungs­neh­mers in einem Scha­dens­mel­dungs­fra­ge­bogen oder einem sons­tigen Schreiben auf­nimmt, in wel­chem dem Ver­si­che­rungs­nehmer Fragen zur Auf­klä­rung des Ver­si­che­rungs­falles gestellt werden. Die Beleh­rung muss sich jedoch durch ihre Plat­zie­rung in unmit­tel­barer Nähe zu den gestellten Gesund­heits­fragen

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  • Irr­tüm­liche Instand­set­zung des Gemein­schafts­ei­gen­tums (Fenster)

    Die Richter des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) ent­schieden am 14.6.2019, dass ein Woh­nungs­ei­gen­tümer, der die Fenster seiner Woh­nung in der irrigen Annahme erneuert hat, dies ist seine Auf­gabe und nicht gemein­schaft­liche Auf­gabe der Woh­nungs­ei­gen­tümer, keinen Anspruch auf Kos­ten­er­satz hat. Der BGH führte aus, dass Woh­nungs­ei­gen­tümer zwar stets damit rechnen müssen, dass es durch Mängel des Gemein­schafts­ei­gen­tums zu

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  • Weg­fall der Geschäfts­grund­lage bei einer Schen­kung

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof am 18.6.2019 ent­schie­denen Fall schenkte ein Ehe­paar seiner Tochter und deren Lebens­ge­fährten (die Bezie­hung bestand seit 2002) im Jahr 2011 Beträge in einer Gesamt­höhe von ca. 104.000 € für den Erwerb einer Immo­bilie. 2013 trennte sich das Paar. Die Eltern ver­langten von ihm die Hälfte der zuge­wandten Beträge zurück. Bei der

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