Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Ver­län­ge­rung von Kin­der­kran­ken­geld

    Ver­si­cherte haben Anspruch auf Kran­ken­geld, wenn es nach ärzt­li­chem Zeugnis erfor­der­lich ist, dass sie zur Beauf­sich­ti­gung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und ver­si­cherten Kindes der Arbeit fern­bleiben, eine andere in ihrem Haus­halt lebende Person das Kind nicht beauf­sich­tigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das 12. Lebens­jahr noch nicht voll­endet hat oder behin­dert und

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  • Keine Abwei­chung von gericht­lich gere­geltem Umgang mit Kin­dern wegen der Corona-Pan­demie

    Ein fami­li­en­ge­richt­lich gere­gelter Umgang des Kindes mit dem anderen Eltern­teil darf ohne recht­fer­ti­gende Ände­rungs­ent­schei­dung des Fami­li­en­ge­richts nicht unter Hin­weis auf die Kon­takt­be­schrän­kungen wegen der Ver­brei­tung des Corona-Virus ver­wei­gert werden. Gegen einen Eltern­teil, der den Umgang gleich­wohl nicht gewährt, kann ein Ord­nungs­geld ver­hängt werden, ent­schied das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main mit seinem Beschluss v. 8.7.2020. Der

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  • Keine Geschenk­zu­gaben bei Rezept­ein­lö­sung in der Apo­theke

    Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat mit seinem Urteil vom 9.7.2020 ent­schieden, dass inlän­di­sche Apo­theken ihren Kunden beim Erwerb ver­schrei­bungs­pflich­tiger Arz­nei­mittel keine Vor­teile in Form von Sach­leis­tungen (z. B. eine Rolle Geschenk­pa­pier, ein Paar Kuschel­so­cken oder Gut­scheine) ver­spre­chen und gewähren dürfen. Ein Apo­theker ver­stößt gegen die arz­nei­mit­tel­recht­liche Preis­bin­dung, wenn er seinen Kunden für den Erwerb eines rezept­pflich­tigen Arz­nei­mit­tels

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  • Rück­kehr aus einem Corona-Virus-Risi­ko­ge­biet

    Trotz der Rei­se­war­nungen des Aus­wär­tigen Amtes auf­grund der Corona-Pan­demie ver­bringen viele den Urlaub in ihrem Wunsch­land. Viele Unter­nehmen sehen es jedoch nicht gern, wenn die Mit­ar­beiter ihren Urlaub in einem sog. Risi­ko­land buchen. Grund­sätz­lich hat der Arbeit­geber jedoch keinen Ein­fluss auf die Urlaubs­pla­nung des Rei­se­landes seiner Arbeit­nehmer. Der Arbeit­nehmer ist jedoch ver­pflichtet mit­zu­teilen, ob er

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  • Kün­di­gung wäh­rend der Kurz­ar­beit nicht aus­ge­schlossen

    Wird in einem Unter­nehmen Kurz­ar­beit geleistet, so spricht dies dafür, dass die Betriebs­par­teien nur von einem vor­über­ge­henden Arbeits­mangel und nicht von einem dau­er­haft gesun­kenen Beschäf­ti­gungs­be­darf aus­gehen. Ent­fällt die Beschäf­ti­gungs­mög­lich­keit für ein­zelne von der Kurz­ar­beit betrof­fene Arbeit­nehmer auf­grund später ein­ge­tre­tener Umstände oder ver­än­derter wirt­schaft­li­cher und/​oder orga­ni­sa­to­ri­scher Rah­men­be­din­gungen auf Dauer, so kann trotz der Kurz­ar­beit ein drin­gendes

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  • Neu­re­ge­lungen der EU-Ent­sen­de­richt­linie

    Arbeit­nehmer, die nach Deutsch­land ent­sendet werden, ver­dienen häufig weniger als ihre ein­hei­mi­schen Kol­legen. Mit dem Inkraft­treten der Neu­re­ge­lungen im EU-Ent­sen­de­ge­setz soll sich das ändern. Das Gesetz zur Umset­zung der geän­derten EU-Ent­sen­de­richt­linie soll dafür sorgen, dass es den glei­chen Lohn für die gleiche Arbeit am glei­chen Ort gibt und dass aus­län­di­sche Arbeit­nehmer künftig stärker als bis­lang

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  • Ver­pflich­tung des Ver­wal­ters zur Prü­fung von Män­geln

    Das Woh­nungs­ei­gen­tums­ge­setz ver­pflichtet den Ver­walter, Mängel an der Wohn­an­lage fest­zu­stellen und die Woh­nungs­ei­gen­tümer dar­über zu infor­mieren. Der Ver­walter darf auf die ihm oblie­gende Unter­rich­tung zu mög­li­chen Män­geln am Gemein­schafts­ei­gentum und auf die Vor­be­rei­tung einer sach­ge­rechten Beschluss­fas­sung über das wei­tere Vor­gehen nicht des­wegen ver­zichten, weil die Woh­nungs­ei­gen­tümer „über den Stand der Dinge infor­miert” sind und „wei­tere

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  • Neu­be­stel­lung eines Ver­wal­ters in einer Eigen­tü­mer­ver­samm­lung

    Bei der Neu­be­stel­lung eines Ver­wal­ters ist es regel­mäßig geboten, den Woh­nungs­ei­gen­tü­mern die Ange­bote der Bewerber oder jeden­falls deren Namen und die Eck­daten ihrer Ange­bote grund­sätz­lich inner­halb der Ein­la­dungs­frist zukommen zu lassen. Um den Woh­nungs­ei­gen­tü­mern bei der Neu­be­stel­lung eines Ver­wal­ters, der für sie wich­tige und weit­rei­chende Funk­tionen wahr­nimmt und regel­mäßig für meh­rere Jahre bestellt wird, eine

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  • Bei eigener Abstands­ver­let­zung kein Abwehr­an­spruch bei Abstands­ver­let­zung des Nach­barn

    In einem vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt NRW ent­schie­denen Fall bean­stan­dete ein Grund­stücks­ei­gen­tümer die erteilte Bau­ge­neh­mi­gung für seinen Nach­barn, da nach seiner Auf­fas­sung der geplante Bau gegen das Abstands­recht ver­stößt. Der Grund­stücks­ei­gen­tümer hielt jedoch die Abstands­flä­chen im selben Umfang eben­falls nicht ein. Die Gel­tend­ma­chung eines Abwehr­rechts gegen einen nach­bar­li­chen Ver­stoß gegen Abstands­recht stellt sich als unzu­läs­sige Rechts­aus­übung dar,

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  • Aus­lis­tungs­be­gehren gegen Internet-Such­dienst

    Im Jahr 2011 wies ein Regio­nal­ver­band einer Wohl­fahrts­or­ga­ni­sa­tion ein finan­zi­elles Defizit von knapp 1 Mio. Euro auf. Der Geschäfts­führer dieses Regio­nal­ver­bandes mel­dete sich kurz vor Ver­öf­fent­li­chung des Berichtes dazu in der Tages­presse krank. In den Berichten wurde der volle Name des Geschäfts­füh­rers genannt. Dieser ver­langte nun von den Ver­ant­wort­li­chen für die Inter­net­such­ma­schine „Google”, es zu unter­lassen,

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  • Rück­for­de­rung einer Schen­kung wegen Eltern­un­ter­halt

    Soweit der Schenker nach der Voll­zie­hung der Schen­kung außer­stande ist u. a. seinen ange­mes­senen Unter­halt zu bestreiten, kann er von dem Beschenkten die Her­aus­gabe des Geschenkes for­dern. In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) ent­schie­denen Fall zahlte ein Sozi­al­hil­fe­träger Sozi­al­hil­fe­leis­tungen für eine pfle­ge­be­dürf­tige Frau, die voll­sta­tionär in einem Senio­ren­heim unter­ge­bracht war. Nach dem Tod der Frau ver­langte

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  • Zustim­mung des Eltern­teils bei Flug­reise ins Aus­land

    Grund­sätz­lich kann der jeweils betreu­ende Eltern­teil über Aus­lands­reisen allein ent­scheiden, wenn die Reise nicht mit Nach­teilen bzw. Gefahren für das Kind ver­bunden ist. Daher boten bis­lang Flug­reisen in das euro­päi­sche Aus­land wenig Anlass für Strei­tig­keiten. In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Braun­schweig (OLG) am 30.7.2020 ent­schie­denen Fall hatte die Mutter in den Som­mer­fe­rien eine Flug­reise nach Mal­lorca

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  • Mehr Schutz für Rei­sende bei Insol­venzen

    Müssen Rei­se­ver­an­stalter Insol­venz anmelden, sollen nach dem Willen der Bun­des­re­gie­rung Rei­sende künftig umfas­send abge­si­chert sein. Diese voll­um­fäng­liche Absi­che­rung soll aus drei Ele­menten bestehen: Die Kun­den­gelder, die even­tuell not­wen­dige Rück­be­för­de­rung der Rei­senden sowie alle wei­teren Kosten, die im Zusam­men­hang mit der Insol­venz ent­stehen, sollen über einen Pflicht­fonds abge­si­chert sein. Er finan­ziert sich aus den Bei­trägen der

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  • Anspruch auf Rei­se­preis­min­de­rung wegen Bau­lärms am Urlaubsort

    Die Richter des Ober­lan­des­ge­richts Celle (OLG) spra­chen einem Urlauber einen Rei­se­preis­min­de­rungs­an­spruch wegen Bau­lärms am Urlaubsort zu, obwohl dieser nach der Buchung vom Rei­se­ver­an­stalter dar­über infor­miert wurde und die Reise antrat. Dieser Ent­schei­dung lag fol­gender Sach­ver­halt zugrunde: Die Urlauber buchten eine 14-tägige Pau­schal­reise. Nach der Buchung wurden sie vom Rei­se­ver­an­stalter über die Durch­füh­rung umfang­rei­cher Bau­ar­beiten neben

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  • Schön­heits­re­pa­ra­turen bei unre­no­viert über­las­sener Woh­nung

    Ein Mieter, dem eine unre­no­vierte Woh­nung als ver­trags­gemäß über­lassen wurde und auf den die Schön­heits­re­pa­ra­turen nicht wirksam abge­wälzt wurden, kann vom Ver­mieter die Durch­füh­rung der­selben den­noch ver­langen, wenn eine wesent­liche Ver­schlech­te­rung des Deko­ra­ti­ons­zu­stands des Objektes ein­ge­treten ist. Aller­dings ist die Wie­der­her­stel­lung des Anfangs­zu­stands wirt­schaft­lich nicht sinn­voll und liegt auch nicht im Inter­esse der Miet­ver­trags­par­teien. Aus­gangs­punkt

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  • Anspruch auf Lärm­schutz bei Aus­wechs­lung des Boden­be­lags

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof am 26.6.2020 ent­schie­denen Fall hatte ein Woh­nungs­ei­gen­tümer den Tep­pich­boden gegen Fliesen aus­ge­tauscht. Dadurch über­schritt der Tritt­schall­pegel die maß­geb­li­chen Grenz­werte. Nach Auf­fas­sung des BGH ist ihm jedoch die Ein­hal­tung der Min­dest­an­for­de­rungen an den Tritt­schall zumutbar. Diese kann er durch ver­gleichs­weise ein­fache Maß­nahmen errei­chen, näm­lich durch die Ver­le­gung eines Tep­pich­bo­dens oder die Anbrin­gung

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  • Absicht­liche Angabe fal­scher Über­stun­den­zahl recht­fer­tigt frist­lose Kün­di­gung

    Dem Bun­des­ar­beits­ge­richt lag zur Auf­zeich­nung und Angabe von Über­stunden fol­gender Sach­ver­halt zur Ent­schei­dung vor: In einem Arbeits­ver­trag war eine wöchent­liche Arbeits­zeit von 44,5 Std. ver­ein­bart. Geleis­tete Über­stunden wurden vom Arbeit­nehmer notiert und vom Arbeit­geber ent­spre­chend ver­gütet. Ferner erhielt der Arbeit­nehmer bis zur Ernen­nung zum Abtei­lungs­leiter Erschwer­nis­zu­schläge. Durch deren Weg­fall fühlte er sich unge­recht behan­delt und

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  • Umklei­de­zeiten als ver­gü­tungs­pflich­tige Arbeits­zeit

    Grund­sätz­lich sind Umklei­de­zeiten als Arbeits­zeit zu bewerten und somit ver­gü­tungs­pflichtig. Diese Ver­gü­tungs­pflicht kann jedoch durch Tarif­ver­trag aus­ge­schlossen werden. In einem vom Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­denen Fall beinhal­tete ein Tarif­ver­trag u. a. fol­gende Rege­lung: „Ist infolge beson­ders starker Ver­schmut­zung oder aus gesund­heit­li­chen Gründen eine sorg­fäl­tige Rei­ni­gung erfor­der­lich, so wird täg­lich eine bezahlte Wasch­zeit gewährt. Welche Gruppen der

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  • Pro­gram­mierer in Heim­ar­beit ist sozi­al­ver­si­che­rungs­pflichtig

    Abhängig Beschäf­tigte sind sozi­al­ver­si­che­rungs­pflichtig. Dies gilt auch für Heim­ar­beiter, selbst wenn deren Tätig­keit eine höhere Qua­li­fi­ka­tion erfor­dert wie bei einem Pro­gram­mierer, so die Richter des Hes­si­schen Landes-sozi­al­ge­richts in ihrem Urteil vom 2.7.2020. Sie führten aus, dass Heim­ar­beiter Per­sonen sind, die in eigener Arbeits­stätte im Auf­trag und für Rech­nung von Gewer­be­trei­benden, gemein­nüt­zigen Unter­nehmen oder öffent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaften

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  • Pro­vi­sionen können das Eltern­geld erhöhen

    Als sons­tige Bezüge im Lohn­steu­er­ab­zugs­ver­fahren ange­mel­dete Pro­vi­sionen können gleich­wohl als lau­fender Arbeits­lohn das Eltern­geld erhöhen, wenn die Bin­dungs­wir­kung der Anmel­dung für die Betei­ligten des Eltern­geld­ver­fah­rens weg­ge­fallen ist. Dieser Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts lag der nach­fol­gende Sach­ver­halt zugrunde: Eine Steu­er­fach­wirtin erzielte vor der Geburt ihrer Tochter neben ihrem monat­li­chen Gehalt jeden Monat eine Pro­vi­sion in Höhe von

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  • Vor­zei­tige Auf­he­bung der Zuge­winn­ge­mein­schaft nach drei Jahren Tren­nung mög­lich

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) am 20.3.2019 ent­schie­denen Fall waren Ehe­leute im gesetz­li­chen Güter­stand der Zuge­winn­ge­mein­schaft mit­ein­ander ver­hei­ratet. Sie trennten sich im Jahr 2012. Das am 26.11.2014 rechts­hängig gewor­dene Schei­dungs­ver­fahren war zu diesem Zeit­punkt noch nicht abge­schlossen. In dem seit Sep­tember 2017 rechts­hän­gigen Ver­fahren hat der Ehe­mann die vor­zei­tige Auf­he­bung der Zuge­winn­ge­mein­schaft bean­tragt. Dieser Antrag

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  • Löschung posi­tiver Bewer­tungen in einem Ärz­te­portal wegen Mani­pu­la­ti­ons­ver­dachts

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen (OLG) am 27.2.2020 ent­schie­denen Fall lei­tete ein Ärz­te­be­wer­tungs­portal ein Prü­fungs­ver­fahren ein, da sich bei der Bewer­tung eines Arztes der Ver­dacht einer Mani­pu­la­tion erhär­tete. Ergibt sich im Algo­rithmus, dass Bewer­tungen nicht veri­fi­ziert sind, werden sie gelöscht. Ein Zahn­arzt, dessen posi­tive Bewer­tungen teil­weise ent­fernt wurden, war mit der Löschung nicht ein­ver­standen. Er

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  • Ver­tei­lung der Mak­ler­kosten beim Kauf von Wohn­im­mo­bi­lien

    In der Praxis geht die Initia­tive zur Ein­schal­tung eines Mak­lers meist vom Ver­käufer aus und der Käufer hat häufig keine ernst­hafte Mög­lich­keit, sich gegen eine Über­nahme der antei­ligen oder sogar der voll­stän­digen Mak­ler­pro­vi­sion zu wehren. In Zukunft gilt: Die Abwäl­zung der gesamten Mak­ler­kosten auf den Käufer ist unzu­lässig. Wer einen Makler beauf­tragt, muss künftig min­des­tens

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