Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Klausel zur auto­ma­ti­schen Ver­län­ge­rung eines Makler-Allein­auf­trags

    Der Bun­des­ge­richtshof hat am 28.5.2020 ent­schieden, dass einem Immo­bi­li­en­makler in All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gungen grund­sätz­lich ein auf sechs Monate befris­teter Mak­le­r­al­lein­auf­trag erteilt werden kann, der sich auto­ma­tisch um jeweils drei wei­tere Monate ver­län­gert, wenn er nicht inner­halb einer Frist von vier Wochen gekün­digt wird. Ein Mak­le­r­al­lein­auf­trag, mit dem sich der Makler zum Tätig­werden ver­pflichtet und durch den

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  • Gesetz­li­cher Unfall­ver­si­che­rungs­schutz beim „Home-Office”

    Eine Beschäf­ti­gung im „Home-Office” liegt vor, wenn die in der Woh­nung des Arbeit­neh­mers gele­genen Arbeits­räume auf­grund arbeits­ver­trag­li­cher (Individual-)Vereinbarungen dau­er­haft ein­ge­richtet sind und er dort im Rahmen seiner Arbeit regel­mäßig tätig ist. Beschäf­tigte sind zuhause gesetz­lich unfall­ver­si­chert, wenn sie in Aus­übung ihrer ver­si­cherten Tätig­keit Betriebs­wege zurück­legen, um ihre häus­liche Arbeits­stätte („Home-Office”) zu errei­chen. Dazu wurden zwei

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  • Eltern­geld bei Selbst­stän­digen

    Anspruch auf Eltern­geld haben Mütter und Väter, die ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen und des­halb nicht mehr als 30 Std./Woche arbeiten. In der Höhe ori­en­tiert sich das Eltern­geld am lau­fenden durch­schnitt­lich monat­lich ver­füg­baren Erwerbs­ein­kommen, wel­ches der betreu­ende Eltern­teil in den letzten 12 Kalen­der­mo­naten vor der Geburt des Kindes bzw. vor dem

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  • Rück­for­de­rung regel­mä­ßiger Spar­zah­lungen an Kinder bzw. Enkel­kinder durch Sozi­al­hil­fe­träger

    Das Ober­lan­des­ge­richt Celle hat am 13.2.2020 ent­schieden, dass über meh­rere Jahre monat­lich geleis­tete Zah­lungen an Fami­li­en­an­ge­hö­rige zum Kapi­tal­aufbau keine „pri­vi­le­gierten Schen­kungen” dar­stellen und der Sozi­al­hil­fe­träger diese des­halb von den beschenkten Fami­li­en­an­ge­hö­rigen zurück­for­dern kann, wenn der Schenker selbst bedürftig wird und des­halb Leis­tungen von einem Sozi­al­hil­fe­träger bezieht. In dem der Ent­schei­dung zugrun­de­lie­genden Sach­ver­halt hatte eine Groß­mutter

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  • För­de­rung von Aus­bil­dungs­plätzen durch das Corona-Kon­junktur-Pro­gramm

    Klein- und Mit­tel­be­triebe (KMU), die ihr Aus­bil­dungs­platz­an­gebot 2020 im Ver­gleich zu den drei Vor­jahren nicht ver­rin­gern, können für jeden neu geschlos­senen Aus­bil­dungs­ver­trag eine ein­ma­lige Prämie in Höhe von 2.000 €, die nach Ende der Pro­be­zeit aus­ge­zahlt wird, erhalten. Erhöhen sie ihr Angebot, erhalten sie für die zusätz­li­chen Aus­bil­dungs­ver­träge 3.000 €. KMU, die ihre Aus­bil­dungs­ak­ti­vität trotz

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  • Über­brü­ckungs­hilfen durch das Corona-Kon­junktur-Pro­gramm

    Der Koali­ti­ons­aus­schuss hat am 3.6.2020 in einem 57 Punkte umfas­senden Eck­punk­te­pa­pier das Ergebnis der Ver­hand­lungen zu einem Kon­junk­tur­pro­gramm, das die Aus­wir­kungen der Corona-Pan­demie über­winden und Inves­ti­ti­ons­an­reize för­dern soll, bekannt gegeben. Dort wurde u. a. auch eine Über­brü­ckungs­hilfe für Klein- und Mit­tel­un­ter­nehmen fest­ge­legt, die wie folgt aus­sehen soll: Für die durch die Corona-Pan­demie bedingten Umsatz­aus­fälle wird

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  • Erleich­te­rungen in der Wis­sen­schaft wäh­rend der Corona-Pan­demie

    Am 15.5.2020 bil­ligte der Bun­desrat einen Geset­zes­be­schluss der Bun­des­re­gie­rung, der für Wis­sen­schaft­le­rinnen und Wis­sen­schaftler an Hoch­schulen die Ver­län­ge­rung ihrer Ver­träge ein­räumt. Ver­län­ge­rung von Zeit­ver­trägen: Danach können die ver­trag­li­chen Höchst­be­fris­tungs­grenzen für wis­sen­schaft­li­ches und künst­le­ri­sches Per­sonal in einer Qua­li­fi­zie­rungs-phase um die Zeit ver­län­gert werden, in der es pan­de­mie­be­dingte Ein­schrän­kungen des Wis­sen­schafts­be­triebs gibt. Ent­spre­chende Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse können bis zu

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  • Rad­fahrer – Min­dest­ab­stand von 50 cm zu geparkten Fahr­zeugen

    Wenn die Kol­li­sion eines Fahr­rad­fah­rers mit der geöff­neten Fah­rertür im unmit­tel­baren Zusam­men­hang mit dem Öffnen der Fah­rertür erfolgte, spricht dies dafür, dass der Pkw-Fahrer den Unfall ver­ur­sacht hat. Ein die Allein­haf­tung des Pkw-Fah­rers aus­schlie­ßendes Mit­ver­schulden des Rad­fah­rers kann in einem zu geringen seit­li­chen Abstand des Fahr­rad­fah­rers zum geparkten Pkw liegen. Je nach den ört­li­chen Ver­hält­nissen

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  • Welt­weite Rei­se­war­nung bleibt bestehen

    Da die Vor­aus­set­zungen für Reisen ins Aus­land noch nicht wieder gegeben sind, ver­län­gert die Bun­des­re­gie­rung die welt­weite Rei­se­war­nung für nicht not­wen­dige tou­ris­ti­sche Reisen bis 14.6.2020. Bei Reisen im Inland gelten die Regeln der Bun­des­länder. Bei allen even­tu­ellen Reisen gilt es die Kon­takt­be­schrän­kungen und Abstands­re­geln ein­zu­halten. Ob die Stor­nie­rung einer gebuchten Reise mög­lich ist, kann nicht

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  • Gut­schein­lö­sung für abge­sagte Kul­tur­ver­an­stal­tungen

    Die sog. Gut­schein­lö­sung als Ersatz von Tickets für abge­sagte Kul­tur­ver­an­stal­tungen wurde beschlossen. Danach können Ver­an­stalter den Inha­bern ihrer Ein­tritts­karten für Ver­an­stal­tungen, die auf­grund der Corona-Pan­demie nicht statt­finden konnten oder können, einen Gut­schein (Ein­tritts­preis oder das gesamte Ent­gelt ein­schließ­lich etwa­iger Vor­ver­kaufs­ge­bühren) aus­stellen. Dieser Wert­gut­schein kann ent­weder für die Nach­hol­ver­an­stal­tung oder alter­nativ für ein anderes gleich­wer­tiges Angebot

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  • Urlaubs­ge­wäh­rung, Betriebs­fe­rien, Urlaub wäh­rend Kurz­ar­beit

    Grund­sätz­lich obliegt es dem Arbeit­nehmer seinen Urlaub nach seinen Wün­schen zu planen. Bei der zeit­li­chen Fest­le­gung des Urlaubs sind die Urlaubs­wün­sche des Arbeit­neh­mers zu berück­sich­tigen, es sei denn, dass ihrer Berück­sich­ti­gung drin­gende betrieb­liche Belange oder Urlaubs­wün­sche anderer Arbeit­nehmer, die unter sozialen Gesichts­punkten den Vor­rang ver­dienen, ent­ge­gen­stehen. Solche Belange können bei­spiels­weise in der betrieb­li­chen Orga­ni­sa­tion, im

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  • Moder­ni­sie­rung des Woh­nungs­ei­gen­tums­ge­setzes (WEG)

    Mit dem vom Kabi­nett beschlos­senen Geset­zes­ent­wurf soll das Woh­nungs­ei­gen­tums­ge­setz aus dem Jahr 1951 in wesent­li­chen Teilen moder­ni­siert werden. Hier einmal die wich­tigsten Punkte aus dem vom Bun­des­ka­bi­nett beschlos­senen Geset­zes­ent­wurf. Bau­liche Maß­nahmen durch den Mieter: Jeder Mieter soll einen Anspruch gegen den Ver­mieter erhalten, dass ihm bau­liche Maß­nahmen zur Errich­tung einer Lade­mög­lich­keit für elek­trisch betrie­bene Fahr­zeuge,

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  • Unzu­läs­sige Wer­bung mit „per­fekten Zähnen”

    Ein unzu­läs­siges Erfolgs­ver­spre­chen im Sinne des Heil­mit­tel­wer­be­ge­setzes kann auch dann vor­liegen, wenn die bewor­bene Wir­kung (hier: per­fekte Zähne) zwar nicht voll­ständig objek­ti­vierbar ist, ihr jedoch jeden­falls ein objek­tiver Tat­sa­chen­kern zu ent­nehmen ist. Der Ver­brau­cher ist bei Wer­be­aus­sagen von Ärzten wenig geneigt, von rekla­me­haften Über­trei­bungen aus­zu­gehen, ent­schied das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a. M. und unter­sagte einer Kie­fer­or­tho­pädin

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  • Ver­sand von Arzt­be­richten per Post

    Eine Pati­entin wurde von ihrem Haus­arzt nach Beschwerden im Darm an einen Fach­arzt zur Unter­su­chung über­wiesen. Dieser fer­tigte am Tag nach der Unter­su­chung einen Arzt­be­richt (Arzt­brief) an, erhielt am Tag darauf den his­to­lo­gi­schen Befund und sandte anschlie­ßend den Arzt­brief und den his­to­lo­gi­schen Befund per Post an den Haus­arzt. Die Pati­entin warf dem Fach­arzt dar­aufhin u.

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  • Kein fami­li­en­recht­li­cher Aus­gleichs­an­spruch für Pfle­ge­kosten eines Eltern­teils

    In einem Fall aus der Praxis hatte ein Sohn eine Bürg­schaft für die Pfle­ge­kosten der Mutter über­nommen. Nach ihrem Tod ver­langte er von seinem Bruder eine antei­lige Kos­ten­über­nahme. Da unter Geschwis­tern keine Erstat­tungs­an­sprüche von für die gemein­same Mutter gezahlten Pfle­ge­kosten bestehen, blieb der bür­gende Sohn an den Kosten hängen. Ein fami­li­en­recht­li­cher Aus­gleichs­an­spruch wird ledig­lich für

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  • Höhere Min­dest­löhne für Beschäf­tigte in der Alten­pflege

    Die Pfle­ge­kom­mis­sion hat sich auf höhere Min­dest­löhne für Beschäf­tigte in der Alten- und ambu­lanten Kran­ken­pflege geei­nigt. Danach steigen die Min­dest­löhne bis 1.4.2022 in vier Schritten:   Pfle­ge­hilfs­kräfte qua­li­fi­zierte Pfle­ge­hilfs­kräfte (mind. 1‑jährige Aus­bil­dung) Pfle­ge­fach­kräfte ab alte BL neue BL alte BL neue BL alte BL neue BL 1.5.2020 11,35 € 10,85 € 1.7.2020 11,60 € 11,20

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  • Wider­rufs­recht für Handy-Kunden bei Preis­er­hö­hung

    In dem vom Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt a. M. (OLG) am 9.4.2020 ent­schie­denen Fall konnten Kunden eines Mobil­funk­an­bie­ters einer Preis­er­hö­hung des Anbie­ters wider­spre­chen, wenn die Erhö­hung mehr als 5 % des bis zum Zeit­punkt der Erhö­hung gel­tenden Preises beträgt. Die OLG-Richter erklärten diese Klausel für unwirksam. Bei ein­sei­tigen Preis­er­hö­hungen durch den Mobil­funk­an­bieter haben Kunden stets ‑auch bei

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  • Locke­rung des Miet­rechts durch die Corona-Pan­demie

    Durch Ein­nah­men­aus­fälle bedingt durch die Corona-Virus-Epi­demie kann es für die Mieter und Pächter zum Pro­blem werden, die lau­fenden Miet- bzw. Pacht­zah­lungen für Wohn- bezie­hungs­weise Gewer­be­flä­chen zu beglei­chen. Die Rege­lung durch das Gesetz zur Abmil­de­rung der Folgen der Corona-Pan­demie sichert Mieter von Grund­stü­cken sowie von zu pri­vaten oder gewerb­li­chen Zwe­cken ange­mie­teten Räumen für einen bestimmten Zeit­raum

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  • Ände­rungen bei Ver­brau­cher­dar­lehen wegen der Aus­wir­kungen der Corona-Krise

    Für Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­träge besteht zwar ein gesetz­li­cher Min­dest­schutz vor vor­ei­ligen ver­zugs­be­dingten Kün­di­gungen des Dar­le­hens­ge­bers. Ange­sichts der zu erwar­tenden Dauer der Corona-Krise ist der Schutz jedoch aller Vor­aus­sicht nach nicht aus­rei­chend. Ein Gesetz sieht daher für Dar­le­hens­nehmer vor, dass die Ansprüche des Dar­le­hens­ge­bers vor­über­ge­hend gestundet werden können. Für Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­träge, die vor dem 15.3.2020 abge­schlossen wurden, sieht das

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  • Erste Urteile zu Corona-Virus-Ein­schrän­kungen

    Das neu­ar­tige Corona-Virus kann unstreitig eine über­trag­bare Erkran­kung ver­ur­sa­chen und erfor­dert nach der Ein­schät­zung des Robert-Koch-Insti­tuts ein­schnei­dende Gegen­maß­nahmen, ins­be­son­dere soziale Distan­zie­rung. Die Schlie­ßung von Ein­rich­tungen, in denen Men­schen zusam­men­kommen, ist eines der geeig­neten Mittel, um die Infek­ti­ons­kurve zumin­dest abzu­fla­chen. Beschwerden gegen beschlos­sene Ver­bote haben auch schon die Gerichte beschäf­tigt. Im ersten Fall legte ein Bürger

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  • Lade­infra­struktur für E‑Autos bald Pflicht

    Für die Ver­bes­se­rung der Lade­infra­struktur für E‑Fahrzeuge brachte die Bun­des­re­gie­rung ein Gesetz auf den Weg, das neue Regeln für Gebäude mit grö­ßeren Park­plätzen mit sich bringt. Bei einem Neubau bezie­hungs­weise grö­ßerer Reno­vie­rung von Gebäuden mit mehr als zehn Park­plätzen ist künftig bei Wohn­ge­bäuden jeder Stell­platz und bei Nicht­wohn­ge­bäuden (z. B. Gewerbe) jeder fünfte Stell­platz mit

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  • Ver­gü­tung von Fahr­zeiten bei Außen­dienst­mit­ar­bei­tern

    Arbeits­ent­gelte und sons­tige Arbeits­be­din­gungen, die durch Tarif­ver­trag gere­gelt sind oder übli­cher­weise gere­gelt werden, können nicht Gegen­stand einer Betriebs­ver­ein­ba­rung sein. Rege­lungen in einer Betriebs­ver­ein­ba­rung, welche die ver­gü­tungs­pflich­tigen Fahrt­zeiten eines Außen­dienst­mit­ar­bei­ters ver­kürzen, sind unwirksam, wenn die betref­fenden Zeiten nach den Bestim­mungen des ein­schlä­gigen Tarif­ver­trags unein­ge­schränkt der ent­gelt­pflich­tigen Arbeits­zeit zuzu­rechnen und mit der tarif­li­chen Grund­ver­gü­tung abzu­gelten sind. Anders

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  • Haf­tung für Kun­den­be­wer­tungen bei Amazon

    In seinem Urteil vom 20.2.2020 stellte der Bun­des­ge­richtshof klar, dass den Anbieter eines auf der Online-Han­dels­platt­form Amazon ange­bo­tenen Pro­dukts für Bewer­tungen des Pro­dukts durch Kunden grund­sätz­lich keine wett­be­werbs­recht­liche Haf­tung trifft. Dieser Ent­schei­dung lag fol­gender Sach­ver­halt zugrunde: Über die Platt­form Amazon wurden Kine­sio­logie-Tapes ange­boten. Unter dem Angebot waren Kun­den­re­zen­sionen abrufbar, die unter anderem die Hin­weise „schmerz­lin­derndes

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