Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Frist­lose Kün­di­gung wegen sexu­eller Beläs­ti­gung am Arbeits­platz

    Leider kommt es in der Arbeits­welt z. B. beim Umgang mit Kol­le­ginnen und Kol­legen zu sexu­ellen Beläs­ti­gungen am Arbeits­platz. Das kann von anzüg­li­chen Bemer­kungen oder Beläs­ti­gungen über uner­wünschte sexua­li­sierte Berüh­rungen bis hin zu sexua­li­sierten kör­per­li­chen Über­griffen rei­chen. Nach dem All­ge­meinen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz hat ein Arbeit­geber seine Mit­ar­beiter vor sexu­ellen Beläs­ti­gungen wirksam zu schützen. Im Falle einer

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  • Gewer­be­miet­ver­trag – frist­lose Kün­di­gung wegen Erkran­kung

    Den Rich­tern des Ober­lan­des­ge­richt Ros­tock (OLG) lag am 9.7.2020 fol­gender Sach­ver­halt zur Ent­schei­dung vor: Der Mieter kün­digte im März 2017 einen geschlos­senen Gewer­be­raum-Miet­ver­trag auf­grund seiner schweren Erkran­kung. Diese würde ihm die Nut­zung der Miet­räume unmög­lich machen. Nach den Rege­lungen im Bür­ger­li­chen Gesetz­buch kann eine Ver­trags­partei das Miet­ver­hältnis aus wich­tigem Grund außer­or­dent­lich fristlos kün­digen. Ein wich­tiger

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  • Recht auf Akten­ein­sicht bei Tes­ta­ment des Ex-Ehe­gatten

    In der Regel errichten Ehe­gatten ein gemein­schaft­li­ches Tes­ta­ment. Jetzt hatten die Richter des Ober­lan­des­ge­richts Schleswig-Hol­stein (OLG) zu klären, ob ein geschie­dener Ehe­gatte einen Anspruch auf die Ein­sicht in ein neues Tes­ta­ment hat, wel­ches der Ex-Ehe­gatte mit dem neuen Ehe­partner ver­fasste. Sie bejahten das berech­tigte Inter­esse des Ex-Ehe­gatten, da es sich aus der Erben­stel­lung auf­grund des

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  • Vor­sicht beim Betreten eines Geh-/Rad­weges als Fuß­gänger

    Das Ober­lan­des­ge­richt Celle hat in seiner Ent­schei­dung vom 20.11.2018 noch einmal betont, dass einen Fuß­gänger beim Über­schreiten eines Geh- und Rad­weges die­selben Sorg­falts­pflichten treffen wie beim Über­schreiten einer Fahr­bahn. Dazu gehört es, sich zu ver­ge­wis­sern, ob der Weg gefahrlos für sich und andere betreten werden kann.

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  • Moder­ni­sie­rung des Woh­nungs­ei­gen­tums­ge­setzes (WEG)

    Neben dem Bun­destag hat nun auch der Bun­desrat der Moder­ni­sie­rung des Woh­nungs­ei­gen­tums­ge­setzes zuge­stimmt. Hier kurz die wich­tigsten Punkte: Mieter haben künftig einen Anspruch darauf, dass Ver­mieter den Einbau einer Elektro-Lade­sta­tion sowie Maß­nahmen zur Bar­rie­re­redu­zie­rung und zum Ein­bruch­schutz auf Kosten der Mieter gestatten. Ein­zelne Woh­nungs­ei­gen­tümer können künftig ver­langen, dass sog. pri­vi­le­gierte Maß­nahmen von den Mit­ei­gen­tü­mern zu

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  • Verbot von Kurz­zeit­ver­mie­tungen

    Für viele euro­päi­sche Städte werden über Online­platt­formen wie z. B. Airbnb pri­vate Woh­nungen für Kurz­zeit­ver­mie­tungen ange­boten. Für Woh­nungs­ei­gen­tümer ist die Ver­mie­tung für einen Kurz­auf­ent­halt i. d. R. lukra­tiver als eine lang­fris­tige Ver­mie­tung. Darauf haben einige Städte reagiert und sog. Zweck­ent­frem­dungs­ver­bote erlassen. Bei einem Ver­stoß gegen ein sol­ches Verbot kann ein Buß­geld fällig werden. Die Richter

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  • Fort­ent­wick­lung des Sanie­rungs- und Insol­venz­rechts

    Der Ent­wurf des Gesetzes zur Fort­ent­wick­lung des Sanie­rungs- und Insol­venz­rechts sieht u. a. die Ein­füh­rung eines Rechts­rah­mens für Restruk­tu­rie­rungen vor, mit dem Insol­venzen abge­wendet werden können. Davon sollen ins­be­son­dere auch Unter­nehmen Gebrauch machen, die infolge der Corona-Pan­demie in finan­zi­elle Schwie­rig­keiten geraten sind. Hier die wich­tigsten Ände­rungen: Stär­kere Abgren­zung zwi­schen Über­schul­dung und dro­hender Zah­lungs­un­fä­hig­keit (Über­schul­dungs­prü­fung –

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  • Keine Wer­bung auf Social-Media-Platt­formen mit über Gewinn­spiele gene­rierten Bewer­tungen

    Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt (OLG) hat mit seinem Urteil vom 20.8.2020 ent­schieden, dass eine Wer­bung mit Bewer­tungen auf Social-Media-Platt­formen, die als Gegen­leis­tung für die Teil­nahme an einem Gewinn­spiel abge­geben werden, unlauter ist. Es kann unter­stellt werden, dass durch eine Gewinn­spiel­aus­lo­bung eine erheb­liche Zahl an Bewer­tungen gene­riert wird. In dem ent­schie­denen Fall lobte ein Unter­nehmen über Face­book

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  • Abmahn­miss­brauch – Gesetz zur Stär­kung des fairen Wett­be­werbs

    Der Deut­sche Bun­destag hat am 10.9.2020 den vom Bun­des­mi­nis­te­rium der Justiz und für Ver­brau­cher­schutz ein­ge­brachten Ent­wurf eines Gesetzes zur Stär­kung des fairen Wett­be­werbs beschlossen. Das Gesetz soll zur Ein­däm­mung des Abmahn­miss­brauchs führen. Davon sind ins­be­son­dere Selbst­stän­dige sowie klei­nere und mitt­lere Unter­nehmen betroffen. Das Gesetz betrifft u. a. fol­gende Kern­punkte: Ver­rin­ge­rung finan­zi­eller Anreize für Abmahner: Bei

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  • Min­dest­lohn für Ein­satz in der umfas­senden häus­li­chen Betreuung

    In einem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Berlin (LAG) ent­schie­denen Fall wurde eine bul­ga­ri­sche Staats­an­ge­hö­rige auf Ver­mitt­lung einer deut­schen Agentur von ihrem in Bul­ga­rien ansäs­sigen Arbeit­geber nach Deutsch­land ent­sandt, um eine hilfs­be­dürf­tige 96-jäh­rige Dame zu betreuen. In dem Arbeits­ver­trag war eine Arbeits­zeit von 30 Std./Woche ver­ein­bart. In dem Betreu­ungs­ver­trag war eine umfas­sende Betreuung mit Kör­per­pflege, Hilfe beim Essen,

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  • Fal­sche Angaben beim Ver­si­che­rungs­ver­trag

    Beant­wortet ein Ver­si­che­rungs­nehmer beim Ver­trags­schluss Fragen zum Gesund­heits­zu­stand bewusst wahr­heits­widrig, kann die Ver­si­che­rung vom Ver­trag zurück­treten. Diesem Beschluss des Ober­lan­des­ge­richts Braun­schweig (OLG) lag fol­gender Sach­ver­halt zugrunde: Ein Vater hatte im Jahr 2011 für seine damals 15-jäh­rige Tochter eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung abge­schlossen. Die Frage nach Vor­er­kran­kungen im Ver­si­che­rungs­for­mular hatte der Vater mit „nein” beant­wortet, obwohl die Tochter

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  • Ände­rungen eines Tes­ta­ments bedürfen immer der Unter­schrift

    Ände­rungen eines Tes­ta­ments können grund­sätz­lich auch auf der Kopie des eigen­händig geschrie­benen und unter­schrie­benen Tes­ta­ments vor­ge­nommen werden. Vor­aus­set­zung ist dabei aller­dings, dass auch die Ände­rungen mit einer Unter­schrift des Erb­las­sers ver­sehen sind. Eine Erb­las­serin ver­fasste hand­schrift­lich ein Tes­ta­ment. Das Ori­ginal wurde in einem Bank­schließ­fach depo­niert und Kopien ver­wahrte sie in ihrer Woh­nung. Auf einer der

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  • Ver­kürztes Rest­schuld­be­frei­ungs­ver­fahren von der Bun­des­re­gie­rung beschlossen

    Mit dem am 1.7.2020 von der Bun­des­re­gie­rung beschlos­senen Gesetz­ent­wurf sollen die Richt­li­ni­en­vor­gaben zur Rest­schuld­be­freiung umge­setzt werden. Nach­fol­gend die wich­tigsten Punkte im Über­blick: Das Ver­fahren soll im Regel­fall von 6 Jahren auf 3 Jahre ver­kürzt werden. Die Rege­lungen gelten nicht nur für unter­neh­me­risch tätige Schuldner, son­dern auch für Ver­brau­cher. Die Til­gung der Ver­bind­lich­keiten in einer bestimmten Höhe ist

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  • Klare Rege­lungen in Ver­brau­cher­kre­dit­ver­trägen zur Berech­nung der Wider­rufs­frist

    Ver­brau­cher­kre­dit­ver­träge müssen in klarer und prä­gnanter Form die Moda­li­täten für die Berech­nung der Wider­rufs­frist angeben. Dieses wird nicht erfüllt, wenn auf unter­schied­liche Para­grafen im natio­nalen Recht ver­wiesen wird. Die Richter am Euro­päi­schen Gerichtshof (EuGH) hatten zu dieser Pro­ble­matik fol­genden Sach­ver­halt zur Ent­schei­dung vor­liegen: Im Jahr 2012 nahm ein Ver­brau­cher bei einer Bank einen grund­pfand­recht­lich gesi­cherten

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  • Keine Dul­dung der Zeit­er­fas­sung per Fin­ger­ab­druck

    Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Berlin-Bran­den­burg (LAG) hat mit Urteil vom 4.6.2020 ent­schieden, dass Arbeit­nehmer nicht zu einer Zeit­er­fas­sung per Fin­ger­ab­druck-Scanner ver­pflichtet sind. Zu dieser Ent­schei­dung lag dem Gericht fol­gender Sach­ver­halt vor: Ein Arbeit­geber führte ein Zeit­er­fas­sungs­system ein, das mit einem Fin­ger­ab­druck-Scanner bedient wird. Das ein­ge­führte System ver­ar­beitet nicht den Fin­ger­ab­druck als Ganzes, son­dern die Fin­ger­li­ni­en­ver­zwei­gungen (Minu­tien). Der

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  • Alters­dis­kri­mi­nie­rung in einer Stel­len­an­zeige

    Bietet der Arbeit­geber in einer Stel­len­an­zeige eine „zukunfts­ori­en­tierte, krea­tive Mit­ar­beit in einem jungen, hoch­mo­ti­vierten Team”, so liegt hierin eine Tat­sache, die eine Benach­tei­li­gung des nicht ein­ge­stellten 61-jäh­rigen Bewer­bers wegen des Alters ver­muten lässt. Dieser Hin­weis ent­hält regel­mäßig nicht nur die Bot­schaft an poten­ti­elle Stel­len­be­werber, dass die Mit­glieder des Teams jung und des­halb hoch­mo­ti­viert sind. Eine

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  • Kein Anspruch auf halbe Urlaubs­tage

    Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Baden-Würt­tem­berg (LAG) hatte in einem Fall zu ent­scheiden, in dem einem Arbeit­nehmer antrags­gemäß im Jahr 2015 an 18 Tagen und im Jahr 2016 an 13 Tagen halbe Urlaubs­tage gewährt wurden. Im Jahr 2017 teilte der Arbeit­geber mit, dass er ihm zukünftig nicht mehr als 6 halbe Tage pro Jahr gewährt. Nach dem Bun­des­ur­laubs­ge­setz (BUrlG)

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  • Unter­neh­me­ri­sches Risiko ent­scheidet über freie Mit­ar­beiter

    Freie Mit­ar­beiter können als abhängig Beschäf­tigte gelten, wenn sie kein unter­neh­me­ri­sches Risiko tragen. Zu diesem Schluss kamen die Richter des Hes­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richts (LSG) in einem Urteil vom 5.3.2020. Grund­le­gend für das Urteil war der Fall einer Phy­sio­the­ra­peutin, die in einer Praxis als freie Mit­ar­bei­terin arbei­tete. Sie war an kei­nerlei Pra­xis­kosten betei­ligt und erhielt den Groß­teil

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  • Ver­län­ge­rung von Kin­der­kran­ken­geld

    Ver­si­cherte haben Anspruch auf Kran­ken­geld, wenn es nach ärzt­li­chem Zeugnis erfor­der­lich ist, dass sie zur Beauf­sich­ti­gung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und ver­si­cherten Kindes der Arbeit fern­bleiben, eine andere in ihrem Haus­halt lebende Person das Kind nicht beauf­sich­tigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das 12. Lebens­jahr noch nicht voll­endet hat oder behin­dert und

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  • Keine Abwei­chung von gericht­lich gere­geltem Umgang mit Kin­dern wegen der Corona-Pan­demie

    Ein fami­li­en­ge­richt­lich gere­gelter Umgang des Kindes mit dem anderen Eltern­teil darf ohne recht­fer­ti­gende Ände­rungs­ent­schei­dung des Fami­li­en­ge­richts nicht unter Hin­weis auf die Kon­takt­be­schrän­kungen wegen der Ver­brei­tung des Corona-Virus ver­wei­gert werden. Gegen einen Eltern­teil, der den Umgang gleich­wohl nicht gewährt, kann ein Ord­nungs­geld ver­hängt werden, ent­schied das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main mit seinem Beschluss v. 8.7.2020. Der

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  • Keine Geschenk­zu­gaben bei Rezept­ein­lö­sung in der Apo­theke

    Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat mit seinem Urteil vom 9.7.2020 ent­schieden, dass inlän­di­sche Apo­theken ihren Kunden beim Erwerb ver­schrei­bungs­pflich­tiger Arz­nei­mittel keine Vor­teile in Form von Sach­leis­tungen (z. B. eine Rolle Geschenk­pa­pier, ein Paar Kuschel­so­cken oder Gut­scheine) ver­spre­chen und gewähren dürfen. Ein Apo­theker ver­stößt gegen die arz­nei­mit­tel­recht­liche Preis­bin­dung, wenn er seinen Kunden für den Erwerb eines rezept­pflich­tigen Arz­nei­mit­tels

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  • Rück­kehr aus einem Corona-Virus-Risi­ko­ge­biet

    Trotz der Rei­se­war­nungen des Aus­wär­tigen Amtes auf­grund der Corona-Pan­demie ver­bringen viele den Urlaub in ihrem Wunsch­land. Viele Unter­nehmen sehen es jedoch nicht gern, wenn die Mit­ar­beiter ihren Urlaub in einem sog. Risi­ko­land buchen. Grund­sätz­lich hat der Arbeit­geber jedoch keinen Ein­fluss auf die Urlaubs­pla­nung des Rei­se­landes seiner Arbeit­nehmer. Der Arbeit­nehmer ist jedoch ver­pflichtet mit­zu­teilen, ob er

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  • Kün­di­gung wäh­rend der Kurz­ar­beit nicht aus­ge­schlossen

    Wird in einem Unter­nehmen Kurz­ar­beit geleistet, so spricht dies dafür, dass die Betriebs­par­teien nur von einem vor­über­ge­henden Arbeits­mangel und nicht von einem dau­er­haft gesun­kenen Beschäf­ti­gungs­be­darf aus­gehen. Ent­fällt die Beschäf­ti­gungs­mög­lich­keit für ein­zelne von der Kurz­ar­beit betrof­fene Arbeit­nehmer auf­grund später ein­ge­tre­tener Umstände oder ver­än­derter wirt­schaft­li­cher und/​oder orga­ni­sa­to­ri­scher Rah­men­be­din­gungen auf Dauer, so kann trotz der Kurz­ar­beit ein drin­gendes

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