Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Bewer­tungs­dar­stel­lung von Unter­nehmen auf einem Internet-Bewer­tungs­portal

    Die Richter des Bun­des­ge­richts­hofs hatten über die Zuläs­sig­keit eines Bewer­tungs­por­tals zu ent­scheiden, in dem ange­mel­dete Nutzer Unter­nehmen durch die Ver­gabe von einem bis zu fünf Sternen und einen Text bewerten konnten. Das Inter­net­portal zeigte alle Nut­zer­bei­träge an und stufte sie ohne manu­elle Kon­trolle durch eine Soft­ware auto­ma­ti­siert und tages­ak­tuell ent­weder als „emp­fohlen” oder als „(momentan)

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  • Schwarz­geld­ab­rede im WhatsApp-Chat

    In den Jahren 2016 und 2017 hatte ein Bau­un­ter­nehmer umfang­reiche Sanie­rungs­ar­beiten für einen Auf­trag­geber erbracht. Wäh­rend der Bau­ar­beiten zahlte er an den Unter­nehmer ohne Rech­nung meh­rere hun­dert­tau­send Euro als Abschläge. Bezüg­lich einer wei­teren Abschlags­zah­lung bat der Bau­un­ter­nehmer per WhatsApp, die Zah­lung per Über­wei­sung auf zwei ver­schie­dene Konten auf­zu­teilen, „damit nicht so viel an die Augen

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  • Neu­re­ge­lung der EU-Ent­sen­de­richt­linie

    Zusätz­lich zu den Vor­schriften über „Min­dest­ent­gelte” sollen künftig auch die Vor­schriften über alle Ele­mente der „Ent­loh­nung” gelten. Dieses Gesetz soll sicher­stellen, dass ganze Lohn­gitter, Über­stun­den­sätze oder auch Zulagen (z. B. Schmutz- und Gefah­ren­zu­lagen) und Sach­leis­tungen des Arbeit­ge­bers künftig für alle in Deutsch­land arbei­tenden Arbeit­nehmer geleistet werden müssen. Zugleich kann die Ver­gü­tung stärker nach Tätig­keit, Qua­li­fi­ka­tion

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  • Hin­weis- und Infor­ma­ti­ons­pflichten des Arbeit­ge­bers – Scha­dens­er­satz

    Der Arbeit­geber hat zwar keine all­ge­meine Pflicht, die Ver­mö­gens­in­ter­essen des Arbeit­neh­mers wahr­zu­nehmen. Erteilt er jedoch Aus­künfte, ohne hierzu ver­pflichtet zu sein, müssen diese richtig, ein­deutig und voll­ständig sein. Andern­falls haftet der Arbeit­geber für Schäden, die der Arbeit­nehmer auf­grund der feh­ler­haften Aus­kunft erleidet. Ein im Jahr 2014 in den Ruhe­stand getre­tener Rentner war bei einem Unter­nehmen

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  • Ende der Aus­bil­dung durch Ver­trag oder Prü­fung

    In den meisten Aus­bil­dungs­ver­trägen ist ein festes Datum als Aus­bil­dungs­ende ange­geben (z. B. 31.8.). Es gibt jedoch noch wei­tere Fak­toren, die sich auf die Been­di­gung der Aus­bil­dung aus­wirken können. Grund­sätz­lich tritt auto­ma­tisch mit dem Ablauf der ver­ein­barten Aus­bil­dungs­zeit das Ende des Berufs­aus­bil­dungs­ver­hält­nisses ein. In vielen Fällen wirkt sich jedoch auch die Bekannt­gabe des Prü­fungs­er­geb­nisses auf

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  • Rechts­wid­rige IHK-Bei­träge

    Die Bei­trags­be­scheide zweier Indus­trie- und Han­dels­kam­mern sind wegen über­höhter Rück­lagen und unzu­lässig erhöhten Eigen­ka­pi­tals rechts­widrig. Das hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt am 22.1.2020 ent­schieden. In seiner Begrün­dung führte das Gericht aus, dass den Kam­mern die Bil­dung von Ver­mögen gesetz­lich ver­boten ist. Rück­lagen dürfen sie nur bilden, soweit sie hierfür einen sach­li­chen Zweck im Rahmen zuläs­siger Kam­mer­tä­tig­keit anführen

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  • Teil­ei­gen­tums­ein­heit – Ver­stoß gegen die ver­ein­barte Nut­zung

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) am 25.10.2019 ent­schie­denen Fall wurde in einer Tei­lungs­er­klä­rung über die Nut­zung der Ein­heit diese als „Laden” bezeichnet. Tat­säch­lich wurde darin eine Eis­ver­kaufs­stelle betrieben. Neben Eis wurden auch Kaf­fee­spe­zia­li­täten und Erfri­schungs­ge­tränke ange­boten. Ferner befanden sich in den Räum­lich­keiten Tische mit aus­lie­genden Spei­se­karten sowie Stühle. Der Ver­mieter ver­langte die Unter­las­sung der Nut­zung

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  • Muf­figer bzw. modrig-feuchter Geruch im Haus – Sach­mangel

    Bei Häu­sern, die zu einer Zeit errichtet wurden, als Kel­ler­ab­dich­tungen noch nicht üblich waren, begründet nicht jede Feuch­tig­keit im Keller einen Sach­mangel. Es kommt viel­mehr auf die Umstände des Ein­zel­falls an, nament­lich darauf, ob das Haus in einem sanierten Zustand ver­kauft wurde, der Keller Wohn­zwe­cken diente, wel­cher Zustand bei der Besich­ti­gung erkennbar war und wie

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  • Keine Kür­zung von BAföG um gewährte Unter­halts­vor­schuss­leis­tungen

    Leis­tungen nach dem Unter­halts­vor­schuss­ge­setz, die ein Aus­zu­bil­dender für sich selbst bekommt, sind bis zur Höhe des all­ge­meinen Ein­kom­mens­frei­be­trages nicht auf Leis­tungen anzu­rechnen, die er nach dem Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­setz (BAföG) erhält. Unter­halts­vor­schuss­leis­tungen gehören zu den sons­tigen Ein­nahmen und dienen dem Lebens­be­darf des Aus­zu­bil­denden und sind in der Ein­kom­mens­ver­ord­nung zum BAföG eigens als sons­tige Ein­nahmen benannt. Als solche

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  • Wei­ter­bil­dungs­sti­pen­dium für junge Fach­kräfte wird attrak­tiver

    Mit dem Sti­pen­dium erhalten junge Fach­kräfte mit Berufs­aus­bil­dung Unter­stüt­zung für fach­liche Wei­ter­bil­dungen und Auf­stiegs­fort­bil­dungen oder aber fach­über­grei­fende Wei­ter­bil­dungen wie Soft­ware-Kurse oder Intensiv-Sprach­kurse. Auch ein berufs­be­glei­tendes Stu­dium, das auf der Aus­bil­dung auf­baut, ist för­der­fähig. Die maxi­male För­der­höhe ist von 7.200 € auf 8.100 € gestiegen und Wei­ter­bil­dungen im Aus­land (z. B. Inten­siv­sprach­kurse) werden deut­lich erleich­tert.

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  • Bei irr­tüm­li­cher Annahme einer Leis­tungs­pflicht keine betrieb­liche Übung

    Unter einer betrieb­li­chen Übung ist die regel­mä­ßige Wie­der­ho­lung bestimmter Ver­hal­tens­weisen des Arbeit­ge­bers zu ver­stehen, aus denen die Arbeit­nehmer schließen können, ihnen solle eine Leis­tung oder eine Ver­güns­ti­gung auf Dauer ein­ge­räumt werden. So können u. U. auch Tarif­ver­träge im Wege einer betrieb­li­chen Übung anwendbar sein. Eine betrieb­liche Übung ent­steht jedoch nicht, wenn sich der Arbeit­geber irr­tüm­lich

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  • Anspruch auf Min­dest­lohn bei einem Prak­tikum – Unter­bre­chung des Prak­ti­kums

    Prak­ti­kanten haben keinen Anspruch auf den gesetz­li­chen Min­dest­lohn, wenn sie das Prak­tikum zur Ori­en­tie­rung für eine Berufs­aus­bil­dung oder für die Auf­nahme eines Stu­diums leisten und es eine Dauer von drei Monaten nicht über­schreitet. Das Prak­tikum kann aus Gründen in der Person des Prak­ti­kanten recht­lich oder tat­säch­lich unter­bro­chen und um die Dauer der Unter­bre­chungs­zeit ver­län­gert werden,

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  • Streu­pflicht auf einem Kun­den­park­platz

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof am 2.7.2019 ent­schie­denen Fall war es auf­grund der Wit­te­rung auf dem Kun­den­park­platz eines Lebens­mit­tel­marktes glatt. Eine Kundin parkte ihr Auto, rutschte nach dem Aus­steigen aus und ver­letzte sich. Zwi­schen den par­kenden Fahr­zeugen war nicht gestreut. Darin sah die Frau eine Ver­let­zung der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht und ver­langte Scha­dens­er­satz. Der Park­platz des Lebens­mit­tel­marktes wurde

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  • Ver­kehrs­si­che­rungs­pflichten im Hotel­ein­gangs­be­reich

    Der Bun­des­ge­richtshof hatte in einem Fall vom 14.1.2020 zu ent­scheiden, bei dem ein Urlauber gegen ein Rei­se­un­ter­nehmen Ansprüche auf­grund eines Unfalls gel­tend machte, der sich im Rahmen einer bei dem Unter­nehmen gebuchten Pau­schal­reise nach Lan­za­rote ereignet hatte. Der Urlauber ist links­seitig ober­schen­kel­am­pu­tiert, trägt eine Pro­these und ist auf eine Unter­arm­stütze ange­wiesen. Am Tag nach der

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  • Kein Unfall­ver­si­che­rungs­schutz bei Säge­ar­beiten für Nach­barn

    Grund­sätz­lich können auch arbeit­neh­mer­ähn­liche Tätig­keiten (Wie-Beschäf­ti­gung) außer­halb eines bestehenden Arbeits­ver­hält­nisses unter dem Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung stehen. In einem vom Thü­rin­gi­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richt (LSG) am 5.9.2019 ent­schie­denen Fall führte ein Mann für seine Nach­barin Säge­ar­beiten (Brenn­holz zuschneiden) aus. Dabei zog er sich an der linken Hand erheb­liche Schnitt­ver­let­zungen zu. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft hatte das Vor­liegen eines Arbeits­un­falls

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  • Unfall in der Wasch­straße

    Ein Kraft­fahr­zeug, das ohne eigene Motor­kraft auf dem För­der­band durch eine auto­ma­ti­sche Wasch­an­lage gezogen wird, befindet sich nicht „in Betrieb”, da bei diesem Vor­gang weder die Fort­be­we­gungs- noch die Trans­port­funk­tion des Fahr­zeugs zum Tragen kommt. Ereignet sich wäh­rend des auto­ma­ti­sierten Wasch- und Trans­port­vor­gangs ein Unfall, haftet der Halter des Kraft­fahr­zeugs daher nicht aus dem Gesichts­punkt

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  • Sorg­falts­pflichten im Pfle­ge­heim – keine lücken­lose Beauf­sich­ti­gung von Demenz­kranken

    Zwar besteht grund­sätz­lich eine Ver­pflich­tung des Pfle­ge­heims, Pati­enten nach Mög­lich­keit vor Stürzen zu bewahren. Der Umfang der zu tref­fenden Siche­rungs­maß­nahmen richtet sich danach, ob und inwie­weit sich ein Sturz­ri­siko absehen lässt. Dabei ist der Schutz des Pati­enten vor einem Sturz abzu­wägen mit dem Schutz seiner Intim­sphäre. Diese ist auch bei einem Demenz­kranken zu beachten. Bei

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  • Begriff „Abkömm­linge” im Tes­ta­ment

    Wenn Ehe­gatten ein gemein­sames Tes­ta­ment ver­fassen, bedenken sie sich i. d. R. zunächst einmal gegen­seitig. Nach dem Tod des Letzt­ver­ster­benden sollen dann häufig die Kinder erben, manchmal auch die Enkel – oder eine ganz andere Person oder Ein­rich­tung. Dies alles kann man in einem Tes­ta­ment fest­legen. Tut man es nicht, so gilt die gesetz­liche Erb­folge,

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  • Fuß­gänger haben Vor­rang vor Elek­tro­kleinst­fahr­zeugen

    Auf einem kom­bi­nierten Fuß- und Radweg haben Fuß­gänger gegen­über Elek­tro­kleinst­fahr­zeugen (hier: Segway) abso­luten Vor­rang. Der Fuß­gänger muss des­halb dort nicht fort­wäh­rend nach Fahr­zeugen Aus­schau halten, um ihnen aus­wei­chen zu können. Viel­mehr haben die Fahrer ihre Fahr­weise und Fahr­ge­schwin­dig­keit so anzu­passen, dass es nicht zu einer Behin­de­rung oder Gefähr­dung des Fuß­gän­gers kommt. Hierzu gehört es auch,

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  • Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz

    Um den Fach­kräf­te­mangel in Deutsch­land zu lin­dern, tritt am 1.3.2020 das Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz in Kraft. Mit dem Gesetz wird der Arbeits­markt für Fach­kräfte aus Staaten außer­halb der Euro­päi­schen Union voll­ständig geöffnet. Künftig können auch Fach­kräfte mit einer aus­län­di­schen beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tion in allen Berufen ein Visum oder einen Auf­ent­halts­titel zur Beschäf­ti­gung erhalten. Die Beschrän­kung auf Eng­pass­be­rufe ent­fällt.

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  • Rück­kehr zur Meis­ter­pflicht

    Der Bun­desrat hat in seiner Sit­zung vom 20.12.2019 das vom Bun­destag beschlos­sene „Vierte Gesetz zur Ände­rung der Hand­werks­ord­nung und anderer hand­werks­recht­li­cher Vor­schriften” gebil­ligt. Danach soll in zwölf der­zeit zulas­sungs­freien Hand­werken künftig die Meis­ter­pflicht wieder gelten. Es geht um diese zwölf Berufe: Fliesen‑, Platten- und Mosa­i­k­leger, Beton­stein- und Ter­razzo­her­steller, Est­rich­leger, Behälter- und Appa­ra­te­bauer, Par­kett­leger, Roll­laden- und

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  • Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall – zweite Erkran­kung

    Der gesetz­liche Anspruch auf Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall ist auch dann auf die Dauer von sechs Wochen beschränkt, wenn wäh­rend bestehender Arbeits­un­fä­hig­keit eine neue, auf einem anderen Grund­leiden beru­hende Krank­heit auf­tritt, die eben­falls Arbeits­un­fä­hig­keit zur Folge hat. Ein neuer Ent­gelt­fort­zah­lungs­an­spruch ent­steht nur, wenn die erste krank­heits­be­dingte Arbeits­ver­hin­de­rung bereits zu dem Zeit­punkt beendet war, zu dem die

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  • Alters­teil­zeit – kein Urlaubs­an­spruch für Frei­stel­lungs­phase

    Nach Been­di­gung eines Alters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nisses im Block­mo­dell besteht kein Anspruch auf Abgel­tung von Urlaub für die sog. Frei­stel­lungs­phase. Das ent­schieden die Richter des Bun­des­ar­beits­ge­richts in ihrem Urteil vom 24.9.2019. Zur Ent­schei­dung lag den Rich­tern der nach­fol­gende Sach­ver­halt vor: Ein Arbeit­nehmer war im Rahmen eines Voll­zeit­ar­beits­ver­hält­nisses beschäf­tigt. Ab dem 1.12.2014 wurde das Arbeits­ver­hältnis als Alters­teil­zeit­ar­beits­ver­hältnis mit der

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