Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Min­dest­lohn – Fei­er­tags­ver­gü­tung – Nacht­ar­beits­zu­schlag

    Die Höhe der Ent­gelt­fort­zah­lung an Fei­er­tagen bestimmt sich – soweit kein höherer tarif­li­cher oder ver­trag­li­cher Ver­gü­tungs­an­spruch besteht – nach dem Ent­gelt­fort­zah­lungs­ge­setz (EFZG) und dem Min­dest­lohn­ge­setz (MiLoG). Sieht ein Tarif­ver­trag einen Nacht­ar­beits­zu­schlag vor, der auf den tat­säch­li­chen Stun­den­ver­dienst zu zahlen ist, ist auch dieser min­des­tens aus dem gesetz­li­chen Min­dest­lohn zu berechnen. Zwar gewährt das MiLoG nur

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  • Wer bekommt die Ehe­woh­nung?

    Wenn sich Ehe­leute trennen, kann es auch Streit um die Woh­nung geben. Wenn sie sich nicht einigen können, kann ein Gericht die Woh­nung einem der beiden zuspre­chen, wenn dies nötig ist, um eine „unbil­lige Härte” zu ver­hin­dern. Das kommt ins­be­son­dere dann in Betracht, wenn sonst das Wohl von im Haus­halt lebenden Kin­dern beein­träch­tigt ist. Aber

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  • Rund­funk­bei­trags­pflicht für Hotel- und Gäs­te­zimmer sowie Feri­en­woh­nungen

    Nach dem gel­tenden Rund­funk­bei­trags­staats­ver­trag der Länder sind Inhaber von Betriebs­stätten für die darin vor­han­denen Hotel- und Gäs­te­zimmer sowie Feri­en­woh­nungen zur Zah­lung eines zusätz­li­chen Rund­funk­bei­trags ver­pflichtet, der neben ihrer all­ge­meinen Bei­trags­pflicht erhoben wird. Für jedes Zimmer bzw. jede Feri­en­woh­nung muss der Inhaber ein Drittel des Rund­funk­bei­trags ent­richten, wobei die erste Raum­ein­heit bei­trags­frei ist. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat

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  • Gewerb­liche eBay-Ange­bote – Link zur OS-Platt­form ist Pflicht

    Gewerb­liche Ange­bote auf der Inter­net­platt­form eBay müssen einen „klick­baren” Link zur OS-Platt­form – dem Online­portal der Euro­päi­schen Union zur Unter­stüt­zung einer außer­ge­richt­li­chen Streit­bei­le­gung zwi­schen Ver­brau­chern und Unter­neh­mern (http://ec.europa.eu/consumers/odr) – ent­halten. Hierauf hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm mit Beschluss vom 3.8.2017 hin­ge­wiesen. Das bean­stan­dete Inter­net­an­gebot ent­hielt eine bloße text­liche Wie­der­gabe der Inter­net­adresse (URL) der OS-Platt­form (ohne eine

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  • Anspruch auf Lie­fe­rung einer man­gel­freien Sache trotz Man­gel­be­sei­ti­gung

    In einem Fall aus der Praxis hatte ein Käufer einen Pkw erworben. Nach seinen Angaben erschien häufig im Dis­play des Fahr­zeugs eine Text­mel­dung, die zum vor­sich­tigen Anhalten des Fahr­zeugs zum Zwecke der Abküh­lung der Kupp­lung auf­for­derte, was bis zu 45 Minuten dauern konnte. Der Käufer ver­langte einen Umtausch des Fahr­zeugs. Dazu ent­schied das Ober­lan­des­ge­richt Nürn­berg

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  • „Schlem­mer­block” – Ver­trags­strafe für Gast­wirt?

    Der Bun­des­ge­richtshof hat mit seinem Urteil vom 31.8.2017 ent­schieden, dass in All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gungen des Her­aus­ge­bers des Gut­schein­heftes „Schlem­mer­block” eine Ver­trags­strafe von 2.500 € für jeden vor­sätz­li­chen Ver­trags­ver­stoß des Gast­wirts nicht wirksam ver­ein­bart werden kann. Eine solche Ver­ein­ba­rung, die ohne Dif­fe­ren­zie­rung nach dem Gewicht der Ver­trags­ver­stöße einen pau­schalen Betrag von 2.500 € vor­sieht, benach­tei­ligt den Ver­trags­partner

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  • Zuschlag für Schön­heits­re­pa­ra­turen neben Grund­miete

    Beinhaltet ein Miet­ver­trag neben der „Grund­miete” auch einen „Zuschlag Schön­heits­re­pa­ra­turen”, so han­delt es sich hier um eine Preis(haupt)abrede, die nicht der Kon­trolle auf ihre inhalt­liche Ange­mes­sen­heit unter­liegt. Dieser Zuschlag stellt unge­achtet des geson­derten Aus­weises neben der „Grund­miete” ein Ent­gelt für die Haupt­leis­tungs­pflicht (Gebrauchs­ge­wäh­rungs- und Gebrauchs­er­hal­tungs­pflicht) des Ver­mie­ters dar. Der Mieter hat den Gesamt­wert zu ent­richten,

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  • Kün­di­gung eines GmbH-Geschäfts­füh­rers aus Alters­gründen

    Das Errei­chen eines Alters von 60 Jahren kann im Dienst­ver­trag mit einem GmbH-Geschäfts­führer als Alters­grenze ver­ein­bart werden, die eine ordent­liche Kün­di­gung recht­fer­tigt. Wenn gewähr­leistet ist, dass dem Geschäfts­führer nach seinem Aus­scheiden aus dem Unter­nehmen eine betrieb­liche Alters­ver­sor­gung zusteht, ver­stößt eine der­ar­tige Rege­lung nicht gegen das All­ge­meine Gleich­be­hand­lungs­ge­setz. Das haben die Richter des Ober­lan­des­ge­richts Hamm am

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  • Pfän­dungs­schutz für Sonntags‑, Fei­er­tags- und Nacht­ar­beits­zu­lagen

    Zulagen für Sonntags‑, Fei­er­tags- und Nacht­ar­beit sind Erschwer­nis­zu­lagen und damit im Rahmen des Übli­chen unpfändbar. Zulagen für Schicht‑, Sams­tags- oder sog. Vor­fest­ar­beit sind dagegen der Pfän­dung nicht ent­zogen. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in seiner Ent­schei­dung vom 23.8.2017 fest­ge­legt. Hin­sicht­lich der Frage, in wel­chem Umfang und wel­cher Höhe Zuschläge für Sonntags‑, Fei­er­tags- und Nacht­ar­beit als

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  • Treue­prämie – Anrech­nung auf Min­dest­lohn

    In einem vom Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­denen Fall war in einem Arbeits­ver­trag (hier: Schlacht- und Ver­ar­bei­tungs­be­trieb für Geflügel) ver­ein­bart, dass der Min­dest­lohn je Stunde 7,75 € beträgt. Der Arbeit­nehmer erhielt jedoch für geleis­tete Arbeit einen Brut­to­stun­den­lohn von 7,15 €, eine Schicht­zu­lage von 0,10 € brutto und eine Treue­prämie von 0,50 € brutto. Er ver­trat die Auf­fas­sung,

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  • Kon­kur­renz­tä­tig­keit im Arbeits­ver­hältnis kann zu frist­loser Kün­di­gung führen

    Solange das Arbeits­ver­hältnis besteht, ist dem Arbeit­nehmer jede Kon­kur­renz­tä­tig­keit unter­sagt. Eine gesell­schafts­recht­liche Betei­li­gung von 50 % an einer juris­ti­schen Person eröffnet jeden­falls dann maß­geb­li­chen Ein­fluss auf den Geschäfts­be­trieb, wenn Beschlüsse der Gesell­schaft mit Stim­men­mehr­heit gefasst werden müssen. Agiert diese Gesell­schaft unter 50%iger Betei­li­gung des Arbeit­neh­mers wäh­rend des Bestehens seines Arbeits­ver­hält­nisses kon­kur­rie­rend im Han­dels­zweig des Arbeit­ge­bers

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  • Wirk­sam­keit eines Not­tes­ta­ments vor drei Zeugen

    Grund­sätz­lich ist ein sog. „Drei-Zeugen-Tes­ta­ment” mög­lich. Wer sich in so naher Todes­ge­fahr befindet, dass ein Tes­ta­ment vor einem Notar oder ein Not­tes­ta­ment vor dem Bür­ger­meister nicht mehr mög­lich ist, kann das Tes­ta­ment durch münd­liche Erklä­rung vor drei Zeugen errichten. Als Zeuge können aber nicht die Kinder oder bestimmte andere Ver­wandte der Person mit­wirken, die durch

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  • Bei­trags­pflicht für Indus­trie- und Han­dels­kam­mern ver­fas­sungs­gemäß

    Die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern (IHK) sind als Kör­per­schaften des öffent­li­chen Rechts orga­ni­siert, an die die Kam­mer­mit­glieder Bei­träge zahlen müssen. Pflicht­mit­glied ist, wer im Bezirk der jeweils regional zustän­digen IHK einen Gewer­be­be­trieb betreibt. Mit Beschluss vom 12.7.2017 legte das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nun­mehr fest, dass die an die Pflicht­mit­glied­schaft in der IHK gebun­dene Bei­trags­pflicht ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­standen

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  • Bear­bei­tungs­ent­gelt bei Unter­neh­mer­dar­lehen

    Vor­for­mu­lierte Bestim­mungen über ein lauf­zeit­un­ab­hän­giges Bear­bei­tungs­ent­gelt in Dar­le­hens­ver­trägen, die zwi­schen Kre­dit­in­sti­tuten und Unter­neh­mern geschlossen wurden, sind unwirksam. Dies ent­schieden die Richter des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) in 2 Ver­fahren vom 4.7.2017. Grund­sätz­lich sind Bestim­mungen in All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gungen unwirksam, wenn sie den Ver­trags­partner des Ver­wen­ders ent­gegen den Geboten von Treu und Glauben unan­ge­messen benach­tei­ligen. Die Ange­mes­sen­heit der Klau­seln lässt

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  • EuGH moniert pau­schale Stor­no­ge­bühren und intrans­pa­rente Preise für Flug­rei­sende

    In ihre All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gungen nahm eine Flug­ge­sell­schaft eine Klausel auf, nach der einem Rei­se­teil­nehmer 25 € Bear­bei­tungs­ge­bühr von dem ihm zu erstat­tenden Betrag ein­be­halten werden, wenn er eine Buchung für einen Flug im Spar­tarif stor­niert oder den Flug nicht antritt. Die Richter des Euro­päi­schen Gerichts­hofs (EuGH) sehen das anders und ent­schieden dazu, dass Flug­ge­sell­schaften keine

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  • Wer­be­an­rufe nach Ver­trags­ende

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Köln (OLG) ent­schie­denen Fall konnten Ver­brau­cher auf der Web­seite der Telekom Deutsch­land GmbH beim Abschluss eines Tele­fon­ver­trags per Klick in die Nut­zung ihrer Ver­trags­daten zur „indi­vi­du­ellen Kun­den­be­ra­tung” bis zum Ende des auf die Kün­di­gung fol­genden Kalen­der­jahres ein­wil­ligen. Das Unter­nehmen wollte seine ehe­ma­ligen Kunden über neue Ange­bote und Ser­vices per E‑Mail, Telefon,

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  • Gebraucht­wa­gen­kauf – fal­scher Tacho­stand

    Leider kommt es bei Gebraucht­wa­gen­käufen immer wieder vor, dass der Tacho­stand nicht der tat­säch­li­chen Lauf­leis­tung ent­spricht. Über die Frage, welche Rechte einem Käufer dann zustehen, hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg (OLG) am 18.5.2017 ent­schieden. Der nach­fol­gende Sach­ver­halt lag dem OLG zur Ent­schei­dung vor: Ein Mann kaufte im Sep­tember 2015 einen gebrauchten Pkw für 8.000 €. Nach

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  • Erfin­dung eines GmbH-Gesell­schaf­ters – Andie­nungs­pflicht gegen­über der GmbH

    Macht der Gesell­schafter, der wie ein Geschäfts­führer in die Lei­tung der Gesell­schaft ein­ge­bunden ist, im Zusam­men­hang mit dieser Tätig­keit eine Erfin­dung, kann für ihn nach den Gesamt­um­ständen die Pflicht bestehen, diese Erfin­dung der Gesell­schaft (ent­schä­di­gungslos) anzu­dienen, wenn die Lei­tungs­funk­tion des Gesell­schaf­ters auch den tech­ni­schen Bereich betraf, die Erfin­dung dem Geschäfts­ge­gen­stand der Gesell­schaft zuzu­ordnen ist und

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  • „Sofort­über­wei­sung” als ein­zige kos­ten­lose Zah­lungs­weise im Internet nicht zulässig

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BFH) ent­schie­denen Fall bot eine Rei­se­platt­form im Internet das Bezahlen mit Kre­dit­karte nur gegen ein zusätz­li­ches Ent­gelt an. Bei einem Rei­se­preis von ca. 120 € fielen Kosten in Höhe von 12,90 € an. Kos­tenlos konnte nur per „Sofort­über­wei­sung” gezahlt werden. Hierbei öff­nete sich ein Dia­log­fenster. Ein­ge­geben werden sollten die Kon­to­daten inklu­sive

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  • Wei­ter­gabe von Pati­en­ten­daten recht­fer­tigt außer­or­dent­liche Kün­di­gung

    In einem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Baden-Würt­tem­berg (LAG) ent­schie­denen Fall hatte eine Arzt­hel­ferin ein Ter­min­blatt (Name und Geburts­datum waren ersicht­lich) vom Bild­schirm mit einem Smart­phone abfo­to­gra­fiert und an ihre Tochter wei­ter­ge­leitet. Diese wie­derum hatte das Foto bei einem Sport­trai­ning wei­ter­ge­zeigt. Der Arbeit­geber erfuhr davon und sprach der Arzt­hel­ferin die außer­or­dent­liche Kün­di­gung aus. Dazu ent­schieden die Richter des

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  • Alters­dis­kri­mi­nie­rung bei Stel­len­aus­schrei­bung

    Mit dem All­ge­meinen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz sollen Benach­tei­li­gungen aus Gründen der Rasse oder wegen der eth­ni­schen Her­kunft, des Geschlechts, der Reli­gion oder Welt­an­schauung, einer Behin­de­rung, des Alters oder der sexu­ellen Iden­tität ver­hin­dert oder besei­tigt werden. Dem­nach dürfen auch Beschäf­tigte nicht wegen eines der o. g. Gründe benach­tei­ligt werden. Auch eine Arbeits­platz­aus­schrei­bung muss dieses berück­sich­tigen. Bei einem Ver­stoß

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  • Kein höheres Eltern­geld auf­grund der Ein­mal­zah­lung von Urlaubs- oder Weih­nachts­geld

    Jähr­lich einmal gezahltes Urlaubs- oder Weih­nachts­geld erhöhen nicht das Eltern­geld. Diese Gelder bleiben bei der Bemes­sung des Eltern­geldes als sons­tige Bezüge außer Betracht. Dies hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt am 29.6.2017 ent­schieden. Das Eltern­geld bemisst sich für Arbeit­nehmer nach dem Durch­schnitt des lau­fenden, in der Regel monat­lich zuflie­ßenden Lohns im Bemes­sungs­zeit­raum. Übli­cher­weise sind damit die lau­fenden Löhne

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  • Höhere Pfän­dungs­frei­grenzen seit 1.7.2017

    Seit 1.7.2017 gilt die neue Pfän­dungs­ta­belle nach der Zivil­pro­zess­ord­nung. Der unpfänd­bare Grund­be­trag ist auf 1.133,80 Euro/​Monat (vorher: 1.073,88 €/​Monat) gestiegen. Ist der Schuldner bzw. die Schuld­nerin zu Unter­halts­zah­lungen ver­pflichtet, erhöht sich der unpfänd­bare Betrag ent­spre­chend der Unter­halts­be­rech­tigten. Bei einer Unter­halts­pflicht für eine Person darf ein zusätz­li­cher Betrag von 426,71 €/​Monat (bis 30.6.2017: 404,16 €/​Monat) nicht

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