Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Erlö­schen eines Bestands­schutzes bei Umbau

    Ein etwa­iger Bestands­schutz kann erlö­schen, wenn ein Wohn­haus ange­sichts der bereits durch­ge­führten Bau­maß­nahmen nicht mehr mit dem zuvor vor­han­denen Alt­be­stand iden­tisch ist. Auch wenn die Aus­maße des Wohn­hauses mit dem Alt­be­stand iden­tisch sind und die durch­ge­führten Arbeiten im Wesent­li­chen zum Zweck der Reno­vie­rung und Sanie­rung erfolgten, ver­hin­dert dies im Übrigen nicht, das Wohn­haus als anders

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  • Anrech­nung von Dritt­mit­teln bei Miet­erhö­hung

    Grund­sätz­lich kann ein Ver­mieter nach durch­ge­führten Modernisierungs­maßnahmen die jähr­liche Miete erhöhen. Kosten, die für Erhal­tungs­maß­nahmen erfor­der­lich gewesen wären, gehören jedoch nicht zu den auf­ge­wen­deten Kosten und sind, soweit erfor­der­lich, durch Schät­zung zu ermit­teln. Werden Moder­ni­sie­rungs­maß­nahmen für meh­rere Woh­nungen durch­ge­führt, so sind die Kosten ange­messen auf die ein­zelnen Woh­nungen auf­zu­teilen. Für die Umset­zung der Miet­erhö­hung muss

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  • Wohn­recht trotz Ver­kauf der Immo­bilie

    Wenn der eine Ehe­gatte stirbt, möchte der andere Ehe­gatte meist im ehe­li­chen Haus ver­bleiben. Dar­über muss man sich Gedanken machen, wenn die Erben­ge­mein­schaft das Haus ver­kauft. So auch in einem Fall, den das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg (OLG) zu ent­scheiden hatte: Eine Frau war gemeinsam mit ihren beiden Töch­tern Erbin ihres Ehe­mannes geworden. Man einigte sich mit

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  • Keine Befreiung vom Rund­funk­bei­trag

    Ein­wände gegen die Qua­lität der öffent­lich-recht­li­chen Pro­gramm­in­halte sowie andere Fragen der Pro­gramm- und Mei­nungs­viel­falt können die Erhe­bung des Rund­funk­bei­trags nicht in Frage stellen, ent­schied der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richtshof. Ziel des Rund­funk­bei­trags ist es, eine staats­ferne bedarfs­ge­rechte Finan­zie­rung des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks sicher­zu­stellen. Der Rund­funk­bei­trag wird aus­schließ­lich als Gegen­leis­tung für die Mög­lich­keit des Rund­funk­emp­fangs erhoben.

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  • Ein­füh­rung des Gesell­schaf­ter­re­gis­ters für GbRs

    Ab dem 1.1.2024 tritt das Gesetz zur Moder­ni­sie­rung des Per­so­nen­ge­sell­schafts­rechts (MoPeG) in Kraft. Dieses Gesetz führt ein Gesell­schafts­re­gister für GbRs ein. Dieses wird in seiner Publi­zi­täts­wir­kung dem Han­dels­re­gister ähneln und soll dem Rechts­ver­kehr eine bisher feh­lende Sicher­heit über die Zusam­men­set­zung der Gesell­schaften, ihren Sitz und die Namen der Gesell­schafter bieten. Es gilt jedoch nur für

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  • Geschäfts­füh­rer­wechsel – Mel­dung durch den künf­tigen GmbH-Geschäfts­führer

    Die Richter des Ober­lan­des­ge­richts Bran­den­burg hatten die Frage zu klären, ob der künf­tige Geschäfts­führer den Geschäfts­füh­rer­wechsel zur Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gister wirksam anmelden kann, wenn er bei der Abgabe seiner Erklä­rung noch nicht Geschäfts­führer ist, die Erklä­rung aber zu einer Zeit bei dem Regis­ter­ge­richt ein­geht, zu der die Geschäfts­füh­rer­be­stel­lung inzwi­schen wirksam geworden ist. Maß­geb­lich ist

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  • Pau­schal­reisen und Covid-19-Pan­demie

    Der Euro­päi­sche Gerichtshof (EuGH) hatte am 8.6.2023 in einem Fall zu ent­scheiden, bei dem im Kon­text der Covid-19-Pan­demie eine Rechts­ver­ord­nung erlassen worden war, um es den Rei­se­ver­an­stal­tern zu ermög­li­chen, im Fall des Rück­tritts („Auf­lö­sung“) vom Pau­schal­rei­se­ver­trag wegen unver­meid­barer, außer­ge­wöhn­li­cher Umstände einen Gut­schein mit einer Gül­tig­keit von 18 Monaten aus­zu­stellen, nach deren Ablauf im Fall der

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  • Pri­vat­nut­zung dienst­li­cher IT

    Sofern der Arbeit­geber die pri­vate Nut­zung eines dienst­li­chen Smart­phones erlaubt, kann der Mit­ar­beiter daraus schließen, dass auch die gesamte dienst­liche IT für pri­vate Zwecke genutzt werden darf. Daher darf eine ver­dachts­un­ab­hän­gige Über­prü­fung des E‑Mail-Accounts durch den Arbeit­geber i.d.R. nicht ver­deckt erfolgen. Viel­mehr muss dem Arbeit­nehmer ange­kün­digt werden, dass und aus wel­chem Grund eine Ver­ar­bei­tung von

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  • Ent­gelt­fort­zah­lung wäh­rend der Kün­di­gungs­frist

    Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Schleswig-Hol­stein (LAG) hatte in einem Fall zu ent­scheiden, in dem eine Arbeit­neh­merin am 4.5.2022 mit Datum 5.5.2022 ein Kün­di­gungs­schreiben zum 15.6.2022 ver­fasste und darin u.a. um die Zusen­dung einer Kün­di­gungs­be­stä­ti­gung und der Arbeits­pa­piere an ihre Wohn­an­schrift bat. Sie bedankte sich für die bis­he­rige Zusam­men­ar­beit und wünschte dem Unter­nehmen alles Gute. Ab dem 5.5.2022

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  • Sonn- und Fei­er­tags­zu­schläge bei der Berech­nung des Urlaubs­ent­gelts

    Nach dem Bun­des­ur­laubs­ge­setz bemisst sich das für Urlaubs­zeiten zu gewäh­rende Urlaubs­ent­gelt nach dem durch­schnitt­li­chen Arbeits­ver­dienst, das der Arbeit­nehmer in den letzten 13 Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat, mit Aus­nahme des zusätz­lich für Über­stunden gezahlten Arbeits­ver­dienstes. Zugrun­de­zu­legen sind der Berech­nung der Urlaubs­ver­gü­tung die Arbeits­ver­gü­tungen, die der Arbeit­nehmer im Refe­renz­zeit­raum jeweils als Gegen­leis­tung für

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  • Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht eines mit­ar­bei­tenden GmbH-Gesell­schaf­ters

    Ein GmbH-Gesell­schafter, der in der Gesell­schaft ange­stellt und nicht zum Geschäfts­führer bestellt ist, ist regel­mäßig abhängig beschäf­tigt. Bei der Sta­tus­be­ur­tei­lung eines Gesell­schafter-Geschäfts­füh­rers kommt es nicht allein auf dessen Wei­sungs­frei­heit im eigenen Tätig­keits­be­reich an. Viel­mehr muss dieser auch in der Lage sein, auf die Aus­rich­tung der Geschäfts­tä­tig­keit des Unter­neh­mens ins­ge­samt Ein­fluss zu nehmen und damit die

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  • Vor­kaufs­recht des Mie­ters hinter ding­li­chem Vor­kaufs­recht

    Bei der Umwand­lung von Miet­woh­nungen in Eigen­tums­woh­nungen ist der Eigen­tümer i.d.R. gesetz­lich ver­pflichtet, dem jewei­ligen Mieter die Woh­nung zum Kauf anzu­bieten. Dieses Vor­recht wird als „Vor­kaufs­recht“ bezeichnet und kann auch ver­trag­lich im Miet­ver­trag fest­ge­legt werden. Alter­nativ dazu kann der Eigen­tümer auch anderen Per­sonen ein Vor­kaufs­recht gewähren, das dann im Grund­buch ver­merkt wird (ding­li­ches Vor­kaufs­recht). Im

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  • Ord­nungs­mittel bei Kon­takt zum Kind außer­halb der gere­gelten Umgangs­zeiten

    Eine Ver­hän­gung von Ord­nungs­mit­teln wegen Kon­takt­auf­nahmen außer­halb der fest­ge­legten Umgangs­zeiten setzt voraus, dass sich die Unter­sa­gung einer sol­chen Kon­takt­auf­nahme ein­deutig aus dem Tenor der Umgangs­re­ge­lung ergibt. Ein Tun oder Unter­lassen kann nur dann sank­tio­niert werden, wenn die ent­spre­chenden Pflichten der betrof­fenen Person zwei­fels­frei aus dem Voll­stre­ckungs­titel her­vor­gehen. Soll also dem Umgangs­be­rech­tigten die Kon­takt­auf­nahme bzw. Nähe­rung

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  • Prä­mi­en­an­pas­sung in der PKV

    Das Gesetz über den Ver­si­che­rungs­ver­trag (VVG) berech­tigt den Ver­si­cherer bei einer nicht nur als vor­über­ge­hend anzu­se­henden Ver­än­de­rung einer für die Prä­mi­en­kal­ku­la­tion maß­geb­li­chen Rech­nungs­grund­lage zur Neu­fest­set­zung der Prämie. Das Gesetz über die Beauf­sich­ti­gung der Ver­si­che­rungs­un­ter­nehmen (VAG) legt dazu den gesetz­li­chen Schwel­len­wert von 10 % fest, bei dessen Über­schrei­tung durch eine Abwei­chung der erfor­der­li­chen von den kal­ku­lierten

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  • Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung – kein Anspruch bei feh­ler­hafter Angabe zur Berech­nungs­me­thode

    Der Dar­le­hens­geber kann im Fall der vor­zei­tigen Rück­zah­lung eine ange­mes­sene Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung für den unmit­telbar mit der vor­zei­tigen Rück­zah­lung zusam­men­hän­genden Schaden ver­langen, wenn der Dar­le­hens­nehmer zum Zeit­punkt der Rück­zah­lung Zinsen zu einem gebun­denen Soll­zins­satz schuldet. Ein All­ge­mein-Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trag muss u.a. klar und ver­ständ­lich for­mu­lierte Angaben über die Berech­nungs­me­thode des Anspruchs auf Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung beinhalten, soweit der Dar­le­hens­geber beab­sich­tigt,

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  • „Fahrt ins Blaue“ – Bestim­mungs­recht des Rei­se­ver­an­stal­ters

    Bei einer Über­ra­schungs­reise (z.B. „Fahrt ins Blaue“) ohne vor­he­rige Kenntnis von Rei­se­ziel und Rei­se­pro­gramm kann der Rei­se­ver­an­stalter über die von ihm zu erbrin­genden Leis­tungen bestimmen. Sobald er jedoch den Rei­senden ein Rei­se­pro­gramm aus­hän­digt, sind die darin genannten Leis­tungen für ihn ver­bind­lich. Sein Bestim­mungs­recht übt der Rei­se­ver­an­stalter also nicht erst mit der tat­säch­li­chen Leis­tungs­er­brin­gung aus, son­dern

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  • Keine Pan­ora­ma­frei­heit für Droh­nen­auf­nahmen

    Nach dem Gesetz über Urhe­ber­recht und ver­wandte Schutz­rechte ist es zulässig, Werke, die sich blei­bend an öffent­li­chen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, z.B. durch Licht­bild oder durch Film zu ver­viel­fäl­tigen, zu ver­breiten und öffent­lich wie­der­zu­geben. Bei Bau­werken erstre­cken sich diese Befug­nisse nur auf die äußere Ansicht. Die Ein­schrän­kung des Urhe­ber­rechts durch die Pan­ora­ma­frei­heit, die eine

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  • End­ge­halts­be­zo­gene Betriebs­rente und Teil­zeit

    Eine Betriebs­ren­ten­zu­sage kann zulässig auf das im letzten Kalen­der­jahr vor dem Aus­scheiden durch­schnitt­lich bezo­gene Monats­ge­halt abstellen, um die Betriebs­ren­ten­leis­tungen zu berechnen, und dieses im Fall von Teil­zeit­be­schäf­ti­gung inner­halb der letzten zehn Jahre vor dem Aus­scheiden mit einem Faktor für den durch­schnitt­li­chen Beschäf­ti­gungs­um­fang in diesem Zeit­raum modi­fi­zieren. Zu dieser Ent­schei­dung kam das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in seinem

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  • AU bei Erkran­kung im Aus­land

    Nach dem Ent­gelt­fort­zah­lungs­ge­setz ist ein Arbeit­nehmer, der sich bei Beginn der Arbeits­un­fä­hig­keit (AU) im Aus­land auf­hält, ver­pflichtet, dem Arbeit­geber die AU, deren vor­aus­sicht­liche Dauer und die Adresse am Auf­ent­haltsort in der schnellst­mög­li­chen Art der Über­mitt­lung mit­zu­teilen. Die durch die Mit­tei­lung ent­ste­henden Kosten hat der Arbeit­geber zu tragen. Dar­über hinaus ist ein Arbeit­nehmer, wenn er Mit­glied

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  • Offene Video­über­wa­chung – Ver­wer­tungs­verbot

    Einem Arbeit­nehmer wurde vor­ge­worfen, eine sog. Mehr­ar­beits­schicht absicht­lich nicht zu leisten, aber bezahlt zu bekommen. Nach seinen Angaben hatte er zwar an dem Tag zunächst das Werks­ge­lände betreten. Die auf einen anonymen Hin­weis hin erfolgte Aus­wer­tung der Auf­zeich­nungen einer durch ein Pik­to­gramm aus­ge­wie­senen und auch sonst nicht zu über­se­henden Video­ka­mera an einem Tor zum Werks­ge­lände

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  • Erneue­rung von Rauch­warn­mel­dern

    Die Erneue­rung von Rauch­warn­mel­dern stellt anders als deren erst­ma­liger Einbau grund­sätz­lich keine Moder­ni­sie­rung dar, wenn mit ihr eine tech­ni­sche Ver­bes­se­rung oder sons­tige Auf­wer­tung nicht ver­bunden ist. Der Ver­mieter ist auf­grund einer sol­chen Erneue­rungs­maß­nahme des­halb auch dann nicht zu einer Erhö­hung der Miete berech­tigt, wenn die zu einem frü­heren Zeit­punkt erfolgte erst­ma­lige Aus­stat­tung der Miet­woh­nung mit

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  • Behörd­liche Nut­zungs­un­ter­sa­gung – außer­or­dent­liche Kün­di­gung eines Miet­ver­trags

    Nach den Bestim­mungen des Bür­ger­li­chen Gesetz­buchs (BGB) kann jede Ver­trags­partei das Miet­ver­hältnis aus wich­tigem Grund außer­or­dent­lich fristlos kün­digen. Ein wich­tiger Grund liegt u.a. dann vor, wenn dem Mieter der ver­trags­ge­mäße Gebrauch der Miet­sache ganz oder zum Teil nicht recht­zeitig gewährt oder wieder ent­zogen wird. Dies ist ins­be­son­dere beim Auf­treten eines Man­gels der Fall, wel­cher dem

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  • Miet­ver­trag – Schrift­form­erfor­dernis bei Ver­schie­bung von Fäl­lig­keits­ter­minen

    Gemäß dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch ist es erfor­der­lich, dass ein Miet­ver­trag, der länger als ein Jahr dauern soll, schrift­lich abge­schlossen wird. Wenn dies nicht der Fall ist, gilt er für unbe­stimmte Zeit. Zur Wah­rung der Schrift­form ist es grund­sätz­lich erfor­der­lich, dass sich die wesent­li­chen Ver­trags­be­din­gungen – ins­be­son­dere Miet­ge­gen­stand, Miet­zins sowie Dauer und Par­teien des Miet­ver­hält­nisses –

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