Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Kein Anspruch des Nach­barn auf Sonne und Licht

    Das Prinzip der Rück­sicht­nahme erfor­dert nicht, dass alle Fenster eines Hauses oder das gesamte Grund­stück das ganze Jahr über optimal belichtet oder besonnt werden. Wenn Fenster, Bal­kone oder Ter­rassen eines neuen Gebäudes den Blick auf ein Nach­bar­grund­stück ermög­li­chen, ist ihre Aus­rich­tung nicht auto­ma­tisch rück­sichtslos, auch wenn der Blick in einen ruhigen Bereich des Nach­bar­grund­stücks fällt.

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  • Ent­fer­nung von Sicht­schutz­he­cken

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Zwei­brü­cken ent­schie­denen Fall stand im Grenz­be­reich zweier Grund­stücke eine sehr große Thu­ja­hecke, die einen erheb­li­chen Sicht­schutz bot. Mit ihren Ästen ragte sie deut­lich auf das Nach­bar­grund­stück hin­über. Die Grund­stücks- bzw. Hecken­ei­gen­tü­merin ließ sämt­liche Stämme der ganzen Hecke ober­halb des Bodens von einem Gar­ten­bau­un­ter­nehmen absägen. Dar­aufhin ver­langte der Nachbar von ihr Ersatz

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  • Wohnungs­eigentümer­gemeinschaft – „Beschluss­zwang“ für bau­liche Ver­än­de­rungen

    Nach dem Wohnungs­eigentums­moderni­sierungs­gesetz bedarf jede von einem ein­zelnen Woh­nungs­ei­gen­tümer beab­sich­tigte bau­liche Ver­än­de­rung des gemein­schaft­li­chen Eigen­tums eines legi­ti­mie­renden Beschlusses, auch wenn kein Woh­nungs­ei­gen­tümer in recht­lich rele­vanter Weise beein­träch­tigt wird. Es ist Sache des bau­wil­ligen Woh­nungs­ei­gen­tü­mers, einen Gestat­tungs­be­schluss gege­be­nen­falls im Wege der Beschluss­erset­zungs­klage her­bei­zu­führen, ehe mit der Bau­maß­nahme begonnen wird. Han­delt er dem zuwider, haben die übrigen

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  • Scha­dens­min­de­rungs­pflicht bei Pkw-Schaden

    Unter dem Gesichts­punkt der Schadens­minderungs­pflicht ist der Geschä­digte gehalten, seine Abrech­nung auf die Kosten einer mühelos und ohne Wei­teres zugäng­li­chen güns­ti­geren und gleich­wer­tigen Reparatur­möglichkeit zu beschränken. Um zu beur­teilen, ob eine solche Instand­set­zung ohne Schwie­rig­keiten durch­ge­führt werden kann, müssen ver­schie­dene Fak­toren berück­sich­tigt werden. Dazu gehören unter anderem die Ent­fer­nung zum Wohnort, der zusätz­liche Zeit­auf­wand für

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  • Kos­ten­er­mä­ßi­gung bei vor­zei­tiger Rück­zah­lung eines Kre­dits

    Das Recht des Ver­brau­chers auf Ermä­ßi­gung der Gesamt­kosten seines Immo­bi­li­en­kre­dits bei vor­zei­tiger Rück­zah­lung des Kre­dits umfasst nicht die lauf­zeit­un­ab­hän­gigen Kosten. Der Ver­brau­cher kann somit nur eine Ermä­ßi­gung der Zinsen und der lauf­zeit­ab­hän­gigen Kosten ver­langen. Zu dieser Ent­schei­dung kamen die Richter des Euro­päi­schen Gerichts­hofs (EuGH) in ihrem Urteil v. 9.2.2023. Das Recht auf Ermä­ßi­gung zielt dem

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  • Haf­tung eines GmbH-Geschäfts­füh­rers wegen Über­wei­sung auf­grund einer Phis­hing-Mail

    Nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch haften Geschäfts­führer, welche ihre Oblie­gen­heiten ver­letzen, der Gesell­schaft soli­da­risch für den ent­stan­denen Schaden. Was unter den „Pflichten“ im Sinne dieser Rege­lung im Ein­zelnen zu ver­stehen ist, wird in der Recht­spre­chung unter­schied­lich beur­teilt. In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Zwei­brü­cken (OLG) ent­schie­denen Fall hatte eine GmbH-Geschäfts­füh­rerin eine Über­wei­sung zulasten der GmbH ver­an­lasst und damit

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  • Wer­bung mit dem Logo „kli­ma­neu­tral“

    Die Wer­bung mit dem Logo „kli­ma­neu­tral“ kann erheb­li­chen Ein­fluss auf die Kauf­ent­schei­dung der Ver­brau­cher haben.  So gehen Ver­brau­cher i. d. R. bei einem „klimaneutral“-Logo davon aus, dass grund­sätz­lich alle wesent­li­chen Emis­sionen des Unter­neh­mens ver­mieden oder kom­pen­siert werden. Eine Aus­klam­me­rung bestimmter Emis­si­ons­arten nimmt er nicht ohne Wei­teres an. Des­halb ist ein Unter­nehmen ver­pflichtet, über grund­le­gende Umstände

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  • Glei­ches Ent­gelt für Männer und Frauen

    Eine Frau hat Anspruch auf glei­ches Ent­gelt für gleiche oder gleich­wer­tige Arbeit, wenn der Arbeit­geber männ­li­chen Kol­legen auf­grund des Geschlechts ein höheres Ent­gelt zahlt. Daran ändert nichts, wenn der männ­liche Kol­lege ein höheres Ent­gelt for­dert und der Arbeit­geber dieser For­de­rung nach­gibt. Ferner konnte im ent­schie­denen Fall die Ver­mu­tung einer Ent­gelt­be­n­ach­tei­li­gung auf­grund des Geschlechts nicht mit

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  • Unter­schied­liche Zuschläge bei regel­mä­ßiger und unre­gel­mä­ßiger Nacht­schicht

    Die Richter des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) hatten in einem Fall zu klären, ob eine Rege­lung in einem Man­tel­ta­rif­ver­trag (MTV), die einen Zuschlag zum Stun­den­ent­gelt für regel­mä­ßige Nacht­ar­beit von 20 % und für unre­gel­mä­ßige Nacht­ar­beit von 50 % vor­sieht, gegen den all­ge­meinen Gleich­heits­grund­satz ver­stößt. Sie kamen zu der Ent­schei­dung, dass eine Rege­lung in einem Tarif­ver­trag, die für

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  • Arbeit auf Abruf – Wochen­ar­beits­zeit bei Fehlen einer Ver­ein­ba­rung

    Fehlt in einem Abruf­ar­beits­ver­hältnis eine Ver­ein­ba­rung über die Dauer der wöchent­li­chen Arbeits­zeit, gilt nach dem Gesetz über Teil­zeit­ar­beit und befris­tete Arbeits­ver­träge eine Arbeits­zeit von 20 Wochen­stunden als ver­ein­bart. Bei einem nicht gleich­för­migen Abruf jeden­falls, begründet allein das tat­säch­liche Abruf­ver­halten des Arbeit­ge­bers weder eine kon­klu­dente ver­trag­liche Ver­ein­ba­rung noch ist eine ergän­zende Ver­trags­aus­le­gung mög­lich. Schließ­lich wäre die

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  • Kosten für die Kon­trolle von Müll­be­häl­tern umla­ge­fähig

    Die rich­tige Müll­tren­nung ist in Deutsch­land ver­pflich­tend und gesetz­lich vor­ge­schrieben. Es gilt also Pappe, Kunst­stoff, Bio­ab­fall, Glas usw. kor­rekt zu trennen. Das geschieht jedoch nicht immer, sodass u. U. Rest­müll­be­hälter von externen Dienst­leis­tern kon­trol­liert werden. Der Bun­des­ge­richtshof (BGH) hatte nun zu klären, ob die dafür anfal­lenden Kosten umleg­bare Betriebs­kosten sind. „Die Kosten eines externen Dienst­leis­ters

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  • Weg­fall öffent­li­cher Park­plätze vor einem Grund­stück

    Ein Anlieger kann regel­mäßig nicht bean­spru­chen, dass Park­mög­lich­keiten auf öffent­li­chen Straßen und Plätzen unmit­telbar an seinem Grund­stück ein­ge­richtet werden oder erhalten bleiben. So führte das Saar­län­di­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt aus, dass sich der gestei­gerte Schutz des Anlie­ger­ge­brauchs gegen­über dem Gemein­ge­brauch nur auf einen not­wen­digen Zugang zum Grund­stück durch eine Ver­bin­dung mit dem öffent­li­chen Stra­ßen­netz und nicht auf

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  • Schei­dung – Zuwei­sung der ehe­li­chen Woh­nung

    Nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch kann der andere Ehe­gatte von dem Ehe­gatten, der Allein­ei­gen­tümer der Ehe­woh­nung ist, deren Über­las­sung nur ver­langen, wenn dies not­wendig ist, um eine unbil­lige Härte zu ver­meiden. Bis zur Ehe­schei­dung hat der Ehe­gatte, der Nicht­ei­gen­tümer ist, noch ein Besitz­recht. Nach der Ehe­schei­dung sind grund­sätz­lich die Eigen­tums­ver­hält­nisse zu beachten. Die Zuwei­sung an den

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  • Tes­ta­ments­er­öff­nung auch mit pri­vater Kopie mög­lich

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schie­denen Fall reichte eine Witwe dem Nach­lass­ge­richt die Kopie eines vom Erb­lasser im Jahre 1976 errich­teten Tes­ta­ments, das sie als Allein­erbin bestimmt, zur Eröff­nung beim Nach­lass­ge­richt ein. Dazu hat sie vor­ge­tragen, der Erb­lasser habe dieseKopie gefer­tigt und ihr zur Auf­be­wah­rung über­reicht. Aus wel­chem Grund er ihr nicht auch das Ori­ginal

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  • Geld­buße bei Nut­zung einer „Blitzer-App“ durch Bei­fahrer

    „Wer ein Fahr­zeug führt, darf ein tech­ni­sches Gerät nicht betreiben oder betriebs­be­reit mit­führen, das dafür bestimmt ist, Ver­kehrs­über­wa­chungs­maß­nahmen anzu­zeigen oder zu stören. Das gilt ins­be­son­dere für Geräte zur Stö­rung oder Anzeige von Geschwin­dig­keits­mes­sungen (Radar­warn- oder Laser­stör­ge­räte).“, steht in der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung. Am 7.2.2023 kamen die Richter des Ober­lan­des­ge­richts Karls­ruhe zu der Ent­schei­dung, dass ein o. g.

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  • Info an Pas­sa­giere über Flug­strei­chung

    Bei Annul­lie­rung eines Flugs wird den betrof­fenen Flug­gästen nach den Rege­lungen der EU-Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung vom aus­füh­renden Luft­fahrt­un­ter­nehmen ein Anspruch auf Aus­gleichs­leis­tung ein­ge­räumt. Die Aus­gleichs­zah­lungen sind gestaf­felt und betragen: 250 € bei allen Flügen über eine Ent­fer­nung von 1.500 km oder weniger, 400 € bei allen inner­ge­mein­schaft­li­chen Flügen über eine Ent­fer­nung von mehr als 1.500 km und

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  • Kein Scha­dens­er­satz wegen feh­lender Nutz­bar­keit von Easy­PASS

    An vielen Flug­häfen kann mitt­ler­weile Easy­PASS genutzt werden. Dieses ermög­licht ein schnel­leres Pas­sieren der Grenz­kon­trolle, indem die Iden­tität des Rei­senden, der – neben wei­teren Vor­aus­set­zungen – min­des­tens zwölf Jahre alt sein muss, sowie die Echt­heit und Gül­tig­keit des elek­tro­ni­schen Rei­se­do­ku­ments auto­ma­ti­siert über­prüft werden. In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) ent­schie­denen Fall war ein Flug­hafen mit dem

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  • Kos­ten­vor­schuss­an­spruch gegen den Auf­trag­nehmer wegen Män­geln

    Die Gel­tend­ma­chung eines Kos­ten­vor­schuss­an­spruchs durch den Auf­trag­geber wegen Män­geln setzt grund­sätz­lich eine ord­nungs­ge­mäße, frist­be­inhal­tende Män­gel­be­sei­ti­gungs­auf­for­de­rung an den Auf­trag­nehmer voraus. Eine Auf­for­de­rung zur Män­gel­be­sei­ti­gung nebst Frist­set­zung ist ent­behr­lich, wenn das Ver­halten des Auf­trag­neh­mers von vorn­herein zwei­fels­frei und end­gültig erkennen lässt, dass er eine Auf­for­de­rung zur Nach­er­fül­lung nicht nach­kommen wird. Einer o. g. Auf­for­de­rung bedarf es auch

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  • Glei­cher Lohn bei Teil­zeit­be­schäf­ti­gung

    Gering­fügig Beschäf­tigte, die in Bezug auf Umfang und Lage der Arbeits­zeit keinen Wei­sungen des Arbeit­ge­bers unter­liegen, jedoch Wün­sche anmelden können, denen dieser aller­dings nicht nach­kommen muss, dürfen bei glei­cher Qua­li­fi­ka­tion für die iden­ti­sche Tätig­keit keine gerin­gere Stun­den­ver­gü­tung erhalten als voll­zeit­be­schäf­tigte Arbeit­nehmer, die durch den Arbeit­geber ver­bind­lich zur Arbeit ein­ge­teilt werden. Dieser Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts v.

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  • Urlaubs­ab­gel­tung – Ver­jäh­rung

    Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hatte am 20.12.2022 ent­schieden, dass Urlaubs­an­sprüche ver­jähren können, die drei­jäh­rige Ver­jäh­rungs­frist jedoch erst am Ende des Kalen­der­jahres beginnt, in dem der Arbeit­geber den Arbeit­nehmer über seinen kon­kreten Urlaubs­an­spruch infor­miert und ihn im Hin­blick auf Ver­fall­fristen auf­ge­for­dert hat, den Urlaub tat­säch­lich zu nehmen. Hat der Arbeit­geber diesen Mit­wir­kungs­ob­lie­gen­heiten nicht ent­spro­chen, kann der nicht erfüllte

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  • Ver­si­cherte Tätig­keiten im Home­of­fice

    Arbeits­un­fälle sind die Unfälle, die ver­si­cherte Per­sonen infolge einer ver­si­cherten Tätig­keit erleiden, z. B. am Arbeits­platz. Grund­sätz­lich fällt jeder, der in einem Arbeits‑, Aus­bil­dungs- oder Dienst­ver­hältnis steht, kraft Gesetzes in den Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung. Dieser erstreckt sich auf Arbeits- und Wege­un­fälle sowie Berufs­krank­heiten. Die Grenze zwi­schen beruf­li­cher und pri­vater Tätig­keit im Home­of­fice ver­läuft aller­dings

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  • Fik­tiver Scha­dens­er­satz bei unter­las­sener Schön­heits­re­pa­ratur nach beende-tem Miet­ver­hältnis

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) ent­schie­denen Fall war ein Mieter nach dem Miet­ver­trag zur Durch­füh­rung von Schön­heits­re­pa­ra­turen ver­pflichtet. Nach Been­di­gung des Miet­ver­hält­nisses ver­langte der Ver­mieter von seinem Mieter Scha­dens­er­satz wegen nicht durch­ge­führter Schön­heits­re­pa­ra­turen. Diesen berech­nete er auf Grund­lage eines Kos­ten­vor­anschlags. Der Mieter war jedoch der Auf­fas­sung, dass der Ver­mieter keine fik­tive Höhe als Scha­dens­er­satz ver­langen

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  • Miet­preis­bremse greift nicht bei lau­fenden Miet­ver­hält­nissen

    In der Regel kommt eine Ver­ein­ba­rung über die Erhö­hung der Miete auf die neue Miet­höhe durch die Zustim­mung eines Mie­ters zu einem Miet­erhö­hungs­ver­langen des Ver­mie­ters zustande. Diese stellt den Rechts­grund für die dar­aufhin erbrachten erhöhten Miet­zah­lungen dar. Die Rege­lungen über die Miet­höhe bei Miet­be­ginn in Gebieten mit ange­spannten Woh­nungs­märkten (sog. Miet­preis­bremse) finden auf eine Miet­erhö­hungs­ver­ein­ba­rung

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