Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Vor­sor­ge­voll­macht

    Jeder kann durch Unfall, Krank­heit oder Alter in die Lage kommen, wich­tige Ange­le­gen­heiten seines Lebens nicht mehr selbst­ver­ant­wort­lich regeln zu können. In einer Vor­sor­ge­voll­macht gibt die betrof­fene Person in gesunden Tagen für den Fall einer später ein­tre­tenden Geschäfts- oder Ein­wil­li­gungs­un­fä­hig­keit (z. B. durch alters­be­dingten Abbau von geis­tigen Fähig­keiten) einem anderen die Voll­macht, im Namen der

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  • Ein­wil­li­gung des Pati­enten bei Vor­ver­le­gung der Ope­ra­tion

    Eine Klinik kann ver­pflichtet sein sich zu ver­ge­wis­sern, ob die in einer schwie­rigen Situa­tion gege­bene Ein­wil­li­gung des Pati­enten in eine Ope­ra­tion nach wie vor dem freien Willen ent­spricht. Dies gilt jeden­falls in einem vom Ober­lan­des­ge­richt Köln (OLG) ent­schie­denen Fall. Hier zeigte sich eine Pati­entin beim ärzt­li­chen Auf­klä­rungs­ge­spräch aus­ge­spro­chen skep­tisch und „regel­recht wider­spenstig” gegen­über der von

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  • Ver­ein­ba­rung einer Ver­wal­tungs­pau­schale im Miet­ver­trag ist unwirksam

    Die Par­teien eines Wohn­raum­miet­ver­trages können ver­ein­baren, dass der Mieter bestimmte, in der Betriebs­kos­ten­ver­ord­nung bezeich­nete Betriebs­kosten trägt, ent­weder als Pau­schale oder im Wege (ange­mes­sener) Vor­aus­zah­lungen mit Abrech­nungs­pflicht. Einer sol­chen Ver­ein­ba­rung bedarf es, weil der Ver­mieter nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch (BGB) die auf der Miet­sache ruhenden Lasten zu tragen hat. Die Miete ist von ihrer gesetz­ge­be­ri­schen Aus­ge­stal­tung

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  • Keine steu­er­recht­liche Bera­tungs­pflicht des Immo­bi­li­en­mak­lers

    Einen Makler trifft beim Fehlen einer ent­spre­chenden Ver­ein­ba­rung grund­sätz­lich keine ver­trag­liche Neben­pflicht, steu­er­recht­liche Fragen zu prüfen, die sich im Zusam­men­hang mit dem Ver­trag stellen, den er ver­mit­telt oder für dessen Abschluss er eine Gele­gen­heit nach­weist und seinen Auf­trag­geber über die in diesem Zusam­men­hang rele­vanten Umstände auf­zu­klären. Abwei­chendes gilt im Ein­zel­fall aus­nahms­weise dann, wenn der Makler

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  • Kein Widerruf von Auf­he­bungs­ver­trägen

    Ein Arbeit­nehmer kann einen Ver­trag, durch den das Arbeits­ver­hältnis beendet wird (Auf­he­bungs­ver­trag), auch dann nicht wider­rufen, wenn er in seiner Pri­vat­woh­nung abge­schlossen wurde. Ein Auf­he­bungs­ver­trag kann jedoch unwirksam sein, falls er unter Miss­ach­tung des Gebots fairen Ver­han­delns zustande gekommen ist. Fol­gender Sach­ver­halt lag dem Bun­des­ar­beits­ge­richt zur Ent­schei­dung vor: Eine Arbeit­neh­merin war bei einer Arbeit­ge­berin als

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  • Gesetz­li­cher Urlaubs­an­spruch bei unbe­zahltem Son­der­ur­laub

    Nach dem Bun­des­ur­laubs­ge­setz beläuft sich der Anspruch auf bezahlten Jah­res­ur­laub bei einer gleich­mä­ßigen Ver­tei­lung der Arbeit auf 6 Tage in der Woche auf 24 Werk­tage. Dies ent­spricht einem gesetz­li­chen Jah­res­ur­laubs­an­spruch von 20 Tagen bei einer Fünf­ta­ge­woche. Ist die Arbeits­zeit eines Arbeit­neh­mers auf weniger oder mehr als 6 Arbeits­tage in der Kalen­der­woche ver­teilt, muss die Anzahl der Urlaubs­tage

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  • Min­dest­dauer einer Ehe bei Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung

    In einem vom Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) am 19.2.2019 ent­schie­denen Fall ent­hielt der Arbeits­ver­trag eines Arbeit­neh­mers eine Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung. Nach dieser Ver­sor­gungs­zu­sage ent­fiel die Wit­wen­ver­sor­gung, wenn die Ehe im Zeit­punkt des Todes des Ver­sor­gungs­be­rech­tigten nicht min­des­tens zehn Jahre bestanden hat. Die Ehe wurde 2011 geschlossen und 2015 ver­starb der Ehe­mann. Eine in All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gungen ent­hal­tene Ver­sor­gungs­re­ge­lung, nach der

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  • Unwirk­same For­mu­lie­rung zur Erb­ein­set­zung im Tes­ta­ment

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Köln (OLG) ent­schie­denen Fall errich­tete ein Ehe­paar ein gemein­schaft­li­ches pri­vat­schrift­li­ches Tes­ta­ment, das u. a. fol­genden Inhalt hatte: „Tes­ta­ment – Wir bestimmen gegen­seitig, dass der Über­le­bende der Allein­erbe des Ver­stor­benen sein soll. Nach dem Tod des zuletzt ver­stor­benen Ehe­gatten soll der­je­nige, der den zuletzt ver­stor­benen Ehe­gatten begleitet und gepflegt hat, der Allein­erbe

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  • Sit­ten­wid­rige Ver­knüp­fung zwi­schen Erben­stel­lung und Besuchs­pflicht

    Setzt ein Erb­lasser erb­recht­liche Ver­mö­gens­vor­teile als Druck­mittel für zu Leb­zeiten durch­zu­füh­rende Besuche seiner Enkel­kinder ein, ist eine an die Besuchs­pflicht geknüpfte bedingte Erb­ein­set­zung der Enkel sit­ten­widrig und damit nichtig. Die Enkel sind unter Berück­sich­ti­gung des hypo­the­ti­schen Wil­lens des Erb­las­sers auch ohne Erfül­lung der Besuchs­pflicht Mit­erben, ent­schied das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main am 5.2.2019. Die in

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  • Kom­pro­miss zur Locke­rung des Infor­ma­ti­ons­ver­bots für Schwan­ger­schafts­ab­brüche

    Nach einem Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung können Ärzte, Kran­ken­häuser und Ein­rich­tungen künftig öffent­lich dar­über infor­mieren, dass sie Schwan­ger­schafts­ab­brüche durch­führen. Auch der Hin­weis auf wei­tere Infor­ma­tionen zu Schwan­ger­schafts­ab­brü­chen von neu­tralen Stellen wie bei­spiels­weise der Ärz­te­kammer sind erlaubt. Zulässig sind Hin­weise über ange­wandte Methoden nur auf einer zen­tralen Liste, die sei­tens der Bun­des­ärz­te­kammer geführt werden soll. Sie ent­hält

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  • Bestel­ler­prinzip bei Immo­bi­li­en­kauf geplant

    Das Bun­des­mi­nis­te­rium der Justiz und für Ver­brau­cher­schutz hat einen Gesetz­ent­wurf für das Bestel­ler­prinzip, dass bereits bei der Miet­woh­nungs­ver­mitt­lung gilt, auch für den Immo­bi­li­en­kauf vor­ge­legt. Danach soll der­je­nige die Pro­vi­sion tragen, der den Makler beauf­tragt. Eine Kap­pungs­grenze ist nicht vor­ge­sehen. Der Ver­käufer soll die Pro­vi­si­ons­höhe mit dem Makler aus­han­deln und der Mak­ler­auf­trag muss schrift­lich erfolgen. Ferner

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  • Kon­klu­dente Abnahme von Archi­tek­ten­leis­tungen

    Eine kon­klu­dente Abnahme kann vor­liegen, wenn der Unter­nehmer aus dem Ver­halten des Bestel­lers nach Treu und Glauben und mit Rück­sicht auf die Ver­kehrs­sitte schließen konnte und durfte, der Besteller bil­lige seine Leis­tung als frei von wesent­li­chen Män­geln. Das kann z. B. der Fall sein bei wider­spruchs­loser Hin­nahme der Fer­tig­stel­lungs­be­schei­ni­gung oder bei einer vor­be­halt­losen Zah­lung des

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  • Instand­hal­tungs­pflicht eines vor­han­denen Tele­fon­an­schlusses

    Der Ver­mieter hat die Miet­sache dem Mieter in einem zum ver­trags­ge­mäßen Gebrauch geeig­neten Zustand zu über­lassen und sie wäh­rend der Miet­zeit in diesem Zustand zu erhalten. Der Umfang der Pflicht des Ver­mie­ters zur Gebrauchs­er­hal­tung richtet sich danach, was die Par­teien als ver­trags­gemäß ver­ein­bart haben. Fehlt es bezüg­lich der Tele­fon­lei­tung an einer ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung, wird der

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  • Betrug mit ver­meint­li­chen Inkasso-Schreiben

    In der Ver­gan­gen­heit ver­schickten Betrüger ver­mehrt Zah­lungs­auf­for­de­rungen per E‑Mail oder SMS. Die For­de­rungen sind i. d. R. frei erfunden, die ange­ge­benen Inkas­so­un­ter­nehmen exis­tieren gar nicht. Um den Mails einen seriösen Touch zu geben und den ver­meint­li­chen For­de­rungen Nach­druck zu ver­leihen, nutzen die Ver­sender z. B. die Logos oder fäl­schen E‑Mail-Adressen bestehender Unter­nehmen. Emp­fänger einer sol­chen

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  • Rechts­auf­fas­sung des BGH bei Fahr­zeug mit unzu­läs­siger Abschalt­ein­rich­tung

    In seinem Beschluss vom 8.1.2019 hat der Bun­des­ge­richtshof (BGH) auf seine vor­läu­fige Rechts­auf­fas­sung hin­ge­wiesen, dass bei einem Fahr­zeug, wel­ches bei Über­gabe an den Käufer mit einer unzu­läs­sigen Abschalt­ein­rich­tung aus­ge­stattet ist, die den Stick­oxid­aus­stoß auf dem Prüf­stand gegen­über dem nor­malen Fahr­be­trieb redu­ziert, vom Vor­liegen eines Sach­man­gels aus­zu­gehen sein dürfte. Sie führten aus, dass hier die Gefahr

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  • Anwohner müssen Müll­tonnen zum Sam­mel­platz bringen

    Das Ver­wal­tungs­ge­richt Gießen hat in drei Eil­ver­fahren die Anord­nungen des Müll­ab­fuhr­zweck­ver­bandes für recht­mäßig erachtet, mit denen die Anwohner ein­zelner Straßen in der Stadt ver­pflichtet wurden, ab dem 1.1.2018 die Müll­tonnen und den Sperr­müll in einem vor­ge­ge­benen Bereich bereit­zu­stellen. Für die Anwohner bedeu­tete dies, dass sie ihre Müll­tonnen über Ent­fer­nungen zwi­schen 75 und 110 m zu den

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  • Sach­grund­lose Befris­tung bei Vor­be­schäf­ti­gung

    Die sach­grund­lose Befris­tung eines Arbeits­ver­trags ist nicht zulässig, wenn zwi­schen dem Arbeit­nehmer und dem Arbeit­geber bereits einige Jahre (hier: 8 Jahre) zuvor ein Arbeits­ver­hältnis von etwa ein­ein­halb­jäh­riger Dauer bestanden hat, das eine ver­gleich­bare Arbeits­auf­gabe zum Gegen­stand hatte. Nach dem Gesetz über Teil­zeit­ar­beit und befris­tete Arbeits­ver­träge (TzBfG) ist die kalen­der­mä­ßige Befris­tung eines Arbeits­ver­trags ohne Vor­liegen eines sach­li­chen

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  • Zustim­mung des Arbeit­ge­bers zur Ver­län­ge­rung der Eltern­zeit

    Die Inan­spruch­nahme von Eltern­zeit für das dritte Lebens­jahr eines Kindes im Anschluss an die Eltern­zeit wäh­rend der ersten beiden Lebens­jahre ist nicht von der Zustim­mung des Arbeit­ge­bers abhängig. Zu dieser Ent­schei­dung kamen die Richter des Lan­des­ar­beits­ge­richts Berlin-Bran­den­burg (LAG) in ihrem Urteil vom 20.9.2018. In dem Fall aus der Praxis hatte ein Arbeit­nehmer Eltern­zeit für zwei

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  • Angabe von obli­ga­to­ri­schen Trink­gel­dern im Rei­se­preis

    Die Richter des Schleswig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richts (OLG) ent­schieden in ihrem Urteil vom 13.12.2018, dass obli­ga­to­ri­sche Trink­gelder im bewor­benen Rei­se­preis ange­geben werden müssen. In dem ent­schie­denen Fall ver­mit­telte ein Rei­se­ver­an­stalter Schiffs­reisen und bewarb diese mit der Angabe eines Gesamt­preises. In diesem Gesamt­preis fehlte die Angabe eines Ser­vice­ent­gelts von 10 € pro Tag. Nach den Ver­trags­be­din­gungen muss das

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  • Keine Aus­gleichs­zah­lung bei Streik am Flug­hafen

    Nach der EU-Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung haben Flug­rei­sende u. a. bei Annul­lie­rung oder Ver­spä­tung ab drei Stunden einen finan­zi­ellen Ent­schä­di­gungs­an­spruch. Dieser beträgt pro Flug­gast, je nach Distanz der Flug­strecke, 250 bis 600 €. Was pas­siert jedoch bei einem Flug­aus­fall auf­grund eines Streiks z. B. des Sicher­heits­per­so­nals? Hier han­delt es sich um außer­ge­wöhn­liche Umstände, bei denen dem Rei­senden in

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  • Eigen­be­darfs­kün­di­gung – Nut­zung als Feri­en­woh­nung bzw. Zweit­woh­nung

    Der Ver­mieter kann nur kün­digen, wenn er ein berech­tigtes Inter­esse an der Been­di­gung des Miet­ver­hält­nisses hat. Ein sol­ches Inter­esse des Ver­mie­ters liegt u. a. vor, wenn er die Räume als Woh­nung für sich, seine Fami­li­en­an­ge­hö­rigen oder Ange­hö­rige seines Haus­halts benö­tigt. Die Richter des Bun­des­ge­richts­hofs hatten nun­mehr in einen Fall aus der Praxis zu ent­scheiden, ob

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  • Miet­erhö­hungs­ver­langen – Ein­ge­baute Küche vom Mieter

    Eine vom Mieter auf eigene (vom Ver­mieter auch nicht erstat­tete) Kosten in die Miet­woh­nung ein­ge­baute (Küchen-)Einrichtung bleibt bei der Ermitt­lung der orts­üb­li­chen Ver­gleichs­miete auf Dauer unbe­rück­sich­tigt. Ent­ge­gen­ste­hende Ver­ein­ba­rungen der Miet­ver­trags­par­teien zum Nach­teil des Mie­ters sind unwirksam. Dies gilt auch dann, wenn der Ver­mieter dem Mieter gestattet hat, eine in der Woh­nung vor­han­dene Ein­rich­tung zu ent­fernen

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  • „Dash But­tons” mit jet­ziger Funk­tion unzu­lässig

    Die Firma Amazon bietet seinen Prime-Mit­glie­dern sog. „Dash But­tons” an. Diese But­tons gibt es für meh­rere Pro­dukte: vom Tier­futter bis zum Toi­let­ten­pa­pier. Nach der Instal­la­tion und dessen Ver­bin­dung mit dem hei­mi­schen WLAN wird durch einen Druck auf den Button unmit­telbar die Bestel­lung des Pro­dukts bei Amazon aus­ge­löst. Das kann natür­lich Wochen oder Monate nach der

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