Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Glei­cher Lohn bei Teil­zeit­be­schäf­ti­gung

    Gering­fügig Beschäf­tigte, die in Bezug auf Umfang und Lage der Arbeits­zeit keinen Wei­sungen des Arbeit­ge­bers unter­liegen, jedoch Wün­sche anmelden können, denen dieser aller­dings nicht nach­kommen muss, dürfen bei glei­cher Qua­li­fi­ka­tion für die iden­ti­sche Tätig­keit keine gerin­gere Stun­den­ver­gü­tung erhalten als voll­zeit­be­schäf­tigte Arbeit­nehmer, die durch den Arbeit­geber ver­bind­lich zur Arbeit ein­ge­teilt werden. Dieser Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts v.

    Artikel lesen

  • Urlaubs­ab­gel­tung – Ver­jäh­rung

    Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hatte am 20.12.2022 ent­schieden, dass Urlaubs­an­sprüche ver­jähren können, die drei­jäh­rige Ver­jäh­rungs­frist jedoch erst am Ende des Kalen­der­jahres beginnt, in dem der Arbeit­geber den Arbeit­nehmer über seinen kon­kreten Urlaubs­an­spruch infor­miert und ihn im Hin­blick auf Ver­fall­fristen auf­ge­for­dert hat, den Urlaub tat­säch­lich zu nehmen. Hat der Arbeit­geber diesen Mit­wir­kungs­ob­lie­gen­heiten nicht ent­spro­chen, kann der nicht erfüllte

    Artikel lesen

  • Ver­si­cherte Tätig­keiten im Home­of­fice

    Arbeits­un­fälle sind die Unfälle, die ver­si­cherte Per­sonen infolge einer ver­si­cherten Tätig­keit erleiden, z. B. am Arbeits­platz. Grund­sätz­lich fällt jeder, der in einem Arbeits‑, Aus­bil­dungs- oder Dienst­ver­hältnis steht, kraft Gesetzes in den Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung. Dieser erstreckt sich auf Arbeits- und Wege­un­fälle sowie Berufs­krank­heiten. Die Grenze zwi­schen beruf­li­cher und pri­vater Tätig­keit im Home­of­fice ver­läuft aller­dings

    Artikel lesen

  • Fik­tiver Scha­dens­er­satz bei unter­las­sener Schön­heits­re­pa­ratur nach beende-tem Miet­ver­hältnis

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) ent­schie­denen Fall war ein Mieter nach dem Miet­ver­trag zur Durch­füh­rung von Schön­heits­re­pa­ra­turen ver­pflichtet. Nach Been­di­gung des Miet­ver­hält­nisses ver­langte der Ver­mieter von seinem Mieter Scha­dens­er­satz wegen nicht durch­ge­führter Schön­heits­re­pa­ra­turen. Diesen berech­nete er auf Grund­lage eines Kos­ten­vor­anschlags. Der Mieter war jedoch der Auf­fas­sung, dass der Ver­mieter keine fik­tive Höhe als Scha­dens­er­satz ver­langen

    Artikel lesen

  • Miet­preis­bremse greift nicht bei lau­fenden Miet­ver­hält­nissen

    In der Regel kommt eine Ver­ein­ba­rung über die Erhö­hung der Miete auf die neue Miet­höhe durch die Zustim­mung eines Mie­ters zu einem Miet­erhö­hungs­ver­langen des Ver­mie­ters zustande. Diese stellt den Rechts­grund für die dar­aufhin erbrachten erhöhten Miet­zah­lungen dar. Die Rege­lungen über die Miet­höhe bei Miet­be­ginn in Gebieten mit ange­spannten Woh­nungs­märkten (sog. Miet­preis­bremse) finden auf eine Miet­erhö­hungs­ver­ein­ba­rung

    Artikel lesen

  • Rechts-vor-links-Rege­lung nicht auf öffent­li­chen Park­plätzen

    Nach der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung hat an Kreu­zungen und Ein­mün­dungen der­je­nige die Vor­fahrt, der von rechts kommt, außer wenn die Vor­fahrt durch Ver­kehrs­zei­chen beson­ders gere­gelt ist oder für Fahr­zeuge, die aus einem Feld- oder Waldweg auf eine andere Straße kommen. Es muss sich also bei den auf­ein­an­der­sto­ßenden Fahr­bahnen um Straßen han­deln. Ein Park­platz ist dagegen – als

    Artikel lesen

  • Wider­rufs­be­leh­rung erfor­dert aus­rei­chende Les­bar­keit

    Hin­rei­chende druck­tech­ni­sche Her­vor­he­bungen der Wider­spruchs­be­leh­rung zu einem Lebens­ver­si­che­rungs­ver­trag for­dert aus­rei­chende Les­bar­keit und setzt die Benut­zung einer hin­rei­chend großen Schrift sowie Schriftart voraus. Außerdem muss die Beleh­rung zumin­dest durch die Druck­technik bzw. ‑art so stark her­vor­ge­hoben werden, dass sie dem Ver­si­che­rungs­nehmer beim Durch­blät­tern der über­sandten Unter­lagen nicht ent­gehen kann, selbst wenn er nicht aktiv und bewusst

    Artikel lesen

  • Neue Vor­gaben aus dem Ver­pa­ckungs­ge­setz

    Seit Jah­res­be­ginn sind Restau­rants, Bis­tros und Cafés, die Essen und Getränke zum Mit­nehmen ver­kaufen, ver­pflichtet, ihre Pro­dukte auch in Mehr­weg­ver­pa­ckungen anzu­bieten. Die neue Mehr­weg­an­ge­bots­pflicht aus dem Ver­pa­ckungs­ge­setz muss von allen „Letzt­ver­trei­benden“ ein­ge­halten werden, die Lebens­mit­tel­ver­pa­ckungen aus Kunst­stoff sowie Ein­weg­ge­trän­ke­be­cher unab­hängig von deren Mate­rial in Ver­kehr bringen. Damit sind all jene gemeint, die mit Essen oder

    Artikel lesen

  • Neue För­der­richt­linie zum Umwelt­bonus seit 1.1.2023

    Ab 1.1.2023 wird die För­de­rung für Elek­tro­autos degressiv aus­ge­staltet und es gibt sie nur noch für rein elek­tri­sche Fahr­zeuge. Maß­geb­lich für den För­der­an­trag ist das Datum der Antrag­stel­lung beim Bun­desamt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trolle (bafa.de/elektromobilitaet). Eine Antrag­stel­lung ist nur für Fahr­zeuge mög­lich, deren Zulas­sung bereits erfolgt ist. Beim Umwelt­bonus beträgt der Bun­des­an­teil an der För­de­rung

    Artikel lesen

  • Such­ma­schinen müssen Falsch­in­for­ma­tionen aus­listen

    Nach einem Urteil des Euro­päi­schen Gerichtshof v. 8.12.2022 muss der Betreiber einer Such­ma­schine die in dem auf­ge­lis­teten Inhalt ent­hal­tenen Infor­ma­tionen aus­listen, wenn der Antrag­steller nach­weist, dass sie offen­sicht­lich unrichtig sind. Dabei ist es nicht erfor­der­lich, dass sich dieser Nach­weis aus einer gericht­li­chen Ent­schei­dung ergibt, die gegen den Her­aus­geber der Web­site erwirkt wurde. In Bezug auf

    Artikel lesen

  • Keine Gebühr für das Errechnen der Vorfälligkeits­entschädigung

    Das Errechnen der Höhe einer Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung im Fall der vor­zei­tigen Rück­füh­rung eines Dar­le­hens gehört zu den ver­trag­li­chen Neben­pflichten einer Bank gegen­über Ver­brau­chern. Die Bank darf dafür kein geson­dertes Ent­gelt ver­langen. Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main (OLG) hat mit seiner Ent­schei­dung eine Bank ver­ur­teilt, die Ver­wen­dung einer Klausel, mit der 100 € für die Errech­nung ver­langt

    Artikel lesen

  • Arbeits­zeit­er­fas­sung für Arbeit­geber ver­pflich­tend

    Das Bun­des­ar­beits­ge­richt stellte in seinem Beschluss vom 13.9.2022 klar, dass Arbeit­geber nach dem Arbeits­schutz­ge­setz ver­pflichtet sind, ein System ein­zu­führen, mit dem die von den Arbeit­neh­mern geleis­tete Arbeits­zeit erfasst werden kann. Fest­le­gungen zum Inhalt der Arbeits­zeit­do­ku­men­ta­tion sind noch nicht getroffen worden. Aber um die Ein­hal­tung der Höchst­ar­beits­zeit sowie der täg­li­chen und wöchent­li­chen Ruhe­zeiten wirksam gewähr­leisten zu

    Artikel lesen

  • Beweis­last bei Zugang einer E‑Mail

    Den Absender einer E‑Mail trifft die volle Dar­le­gungs- und Beweis­last dafür, dass die E‑Mail dem Emp­fänger zuge­gangen ist. Ihm kommt nicht dadurch die Beweis­erleich­te­rung des Anscheins­be­weises zugute, dass er nach dem Ver­senden keine Mel­dung über die Unzu­stell­bar­keit der E‑Mail erhält. Dieser Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln (LAG) lag der nach­fol­gende Sach­ver­halt zugrunde: Ein Mann und ein

    Artikel lesen

  • Kün­di­gung wegen unter­durch­schnitt­li­cher Leis­tung

    Wenn ein Arbeit­nehmer über einen län­geren Zeit­raum die Durch­schnitts­leis­tung um mehr als 1/​3 unter­schreitet, kann dies im Ein­zel­fall nach ein­schlä­giger Abmah­nung eine ver­hal­tens­be­dingte ordent­liche Kün­di­gung recht­fer­tigen, ent­schieden die Richter des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln im Mai 2022. Hat der Arbeit­geber vor­ge­tragen, dass die Leis­tungen des Arbeit­neh­mers über einen län­geren Zeit­raum den Durch­schnitt im vor­ge­nannten Sinne unter­schritten haben,

    Artikel lesen

  • Geld­buße wegen unan­ge­messen hoher Miete

    Der Eigen­tümer einer 33,1 m² großen Ein­zim­mer­woh­nung mit Koch­ni­sche, fens­ter­losem Bad/​WC, Flur und Balkon in Frank­furt a. M. ver­mie­tete diese teil­mö­blierte Woh­nung für 550 €/​Monat kalt zzgl. Neben­kosten von 180 €/​Monat. Auf Anzeige des Mie­ters ermit­telte das Amt für Woh­nungs­wesen wegen des Ver­dachts der Miet­preis­über­hö­hung. Das Amts­ge­richt ver­ur­teilte dar­aufhin den Ver­mieter wegen vor­sätz­li­chen Ver­ein­nah­mens einer

    Artikel lesen

  • Unfall – Mit­haf­tung bei deut­li­cher Über­schrei­tung der Richt­ge­schwin­dig­keit auf Auto­bahnen

    Nach der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung darf ein Fahr­streifen nur gewech­selt werden, wenn eine Gefähr­dung anderer Ver­kehrs­teil­nehmer aus­ge­schlossen ist. Steht eine Kol­li­sion zweier Kraft­fahr­zeuge in einem unmit­tel­baren zeit­li­chen und ört­li­chen Zusam­men­hang mit einem Fahr­spur­wechsel, spricht grund­sätz­lich der Anscheins­be­weis für die Miss­ach­tung der Sorg­falts­pflichten, die für den Spur­wechsler gelten. Den Spur­wechsler trifft dann im Regel­fall eine Allein­haf­tung. In einem

    Artikel lesen

  • Ver­fah­rens­bei­stand für ein Kind auch bei bekanntem Kin­des­willen

    Die Bestel­lung eines Ver­fah­rens­bei­stands nach dem Gesetz über das Ver­fahren in Fami­li­en­sa­chen und in den Ange­le­gen­heiten der frei­wil­ligen Gerichts­bar­keit (FamFG) ist regel­mäßig erfor­der­lich, wenn das Inter­esse des Kindes zu dem seiner gesetz­li­chen Ver­treter in erheb­li­chem Gegen­satz steht. Wobei für die Erfor­der­lich­keit eines Ver­fah­rens­bei­stands bereits die Mög­lich­keit des Bestehens eines Inter­es­sen­ge­gen­satzes aus­reicht. Ein erheb­li­cher Inter­es­sen­ge­gen­satz ist

    Artikel lesen

  • „Düs­sel­dorfer Tabelle“ ab dem 1.1.2023

    Die von dem Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf her­aus­ge­ge­bene „Düs­sel­dorfer Tabelle“ wurde zum 1.1.2023 geän­dert. Neben den Bedarfs­sätzen für min­der­jäh­rige und voll­jäh­rige Kinder änderte sich auch der Bedarf eines Stu­die­renden, der nicht mehr bei seinen Eltern oder einem Eltern­teil wohnt. Ferner erfolgte eine Anpas­sung der sog. Selbst­be­halte. Die „Düs­sel­dorfer Tabelle“ stellt eine bloße Richt­linie dar und dient als

    Artikel lesen

  • Koh­len­di­oxid-Kos­ten­auf­tei­lungs-Gesetz ab 1.1.2023 in Kraft

    Der Bun­desrat bil­ligte am 25.11.2022 einen Bun­des­tags­be­schluss zur Auf­tei­lung der Kosten zwi­schen Ver­mieter- und Mie­ter­seite nach einem Stu­fen­mo­dell. Das Koh­len­di­oxid-Kos­ten­auf­tei­lungs-Gesetz gilt damit ab dem 1.1.2023. Künftig werden die Kos­ten­an­teile ent­spre­chend dem Koh­len­di­oxid­aus­stoß des Gebäudes pro Qua­drat­meter Wohn­fläche und Jahr berechnet und ori­en­tieren sich damit an der ener­ge­ti­schen Qua­lität des Gebäudes. Je schlechter diese ist, desto

    Artikel lesen

  • Sanie­rung nicht zu Lasten des Nach­barn

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg (OLG) am 8.7.2022 ent­schie­denen Fall hatten Geschwister das von ihnen geerbte Eltern­haus sanieren lassen. Dabei wurde auch Wasser aus dem Keller nach draußen gepumpt. Die Erben gingen davon aus, dass keine Ablei­tung in die Kana­li­sa­tion erfor­der­lich war, weil das Wasser auf dem Grund­stück ver­si­ckern würde. Statt­dessen gelangte es zum Nach­bar­haus

    Artikel lesen

  • Klausel zu einem Jah­res­ent­gelt in der Anspar­phase von Bau­spar­ver­trägen

    Der Bun­des­ge­richtshof hat mit seinem Urteil v. 15.11.2022 ent­schieden, dass die in den All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gungen einer Bau­spar­kasse ent­hal­tene Klausel, mit der die Bau­spar­kasse von den Bau­spa­rern in der Anspar­phase der Bau­spar­ver­träge ein soge­nanntes Jah­res­ent­gelt erhebt, unwirksam ist. Sie ist unwirksam, weil die Erhe­bung des Jah­res­ent­gelts in der Anspar­phase eines Bau­spar­ver­trags mit wesent­li­chen Grund­ge­danken der gesetz­li­chen

    Artikel lesen

  • Zugangs­zeit­punkt einer E‑Mail im Geschäfts­ver­kehr

    Zum Teil wird ange­nommen, dass eine E‑Mail dem Emp­fänger unmit­telbar in dem Zeit­punkt zugeht, in dem sie abruf­be­reit in seinem elek­tro­ni­schen Post­fach ein­ge­gangen ist. Eine Aus­nahme soll für den Fall gelten, dass die E‑Mail zur Unzeit oder außer­halb der übli­chen Geschäfts­zeiten ein­geht. In diesem Fall liegt der Zugang der Erklä­rung am Fol­getag. Nach anderer Ansicht

    Artikel lesen

  • Berück­sich­ti­gung von Urlaubs­tagen bei der Berech­nung von Mehrabeits­zu­schlägen

    Auf ein Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen des Bun­des­ar­beits­ge­richts hatte der Euro­päi­sche Gerichtshof am 13.1.2022 ent­schieden, dass das Uni­ons­recht einer tarif­li­chen Rege­lung ent­ge­gen­steht, nach der für die Berech­nung, ob und für wie viele Stunden einem Arbeit­nehmer Mehr­ar­beits­zu­schläge zustehen, nur die tat­säch­lich gear­bei­teten Stunden berück­sich­tigt werden, nicht aber die Stunden, in denen der Arbeit­nehmer seinen bezahlten Jah­res­ur­laub in Anspruch nimmt.

    Artikel lesen