Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Infor­ma­ti­ons­pflicht eines Mak­lers

    Grund­sätz­lich kommt einem Makler inso­weit eine Auf­klä­rungs­pflicht zu, als er seinem Auf­trag­geber alle ihm bekannten tat­säch­li­chen und recht­li­chen Umstände mit­zu­teilen hat, die sich auf den Geschäfts­ab­schluss beziehen und die für den Wil­lens­ent­schluss des Auf­trag­ge­bers von Bedeu­tung sein können. Der Makler darf dem Auf­trag­geber keine fal­schen Vor­stel­lungen ver­mit­teln. Die für den Kauf­ab­schluss wesent­li­chen Aus­künfte betref­fend das

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  • Zahn­ersatz im Aus­land muss vorher geneh­migt werden

    Aus Kos­ten­gründen lassen einige Pati­enten ihren Zahn­ersatz im Aus­land fer­tigen. Dabei reicht nicht aus, dass sie sich den Heil- und Kos­ten­plan ihres inlän­di­schen Zahn­arztes von ihrer Kran­ken­kasse bewil­ligen lassen. In einem vom Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sachsen-Bremen (LSG) am 14.5.2019 ent­schie­denen Fall belief sich der Heil- und Kos­ten­plan des Zahn­arztes auf 5.000 €. Die Kasse bewil­ligte einen Zuschuss

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  • Mehr Trans­pa­renz im Online­handel durch neue EU-Richt­linie

    Die neue euro­päi­sche Richt­linie über die bes­sere Durch­set­zung und Moder­ni­sie­rung des EU-Ver­brau­cher­rechts soll helfen, sich beim Online­shop­ping künftig besser zu ori­en­tieren. Hier die wich­tigsten Rege­lungen: Klare Infor­ma­tion an den Ver­brau­cher, ob er Waren oder Dienst­leis­tungen von einem Unter­nehmer oder einer Pri­vat­person erwirbt und welche Rechte er im Falle von Pro­blemen hat. Ver­brau­cher müssen beim Ran­king

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  • Ver­gleichs­por­tale – nicht immer ver­brau­cher­freund­lich

    Die Markt­ab­de­ckung der Ver­gleichs­por­tale ist sehr hoch, sodass viele Ver­brau­cher diese für ihre Kauf- oder Buchungs­ent­schei­dung immer häu­figer nutzen. Das Bun­des­kar­tellamt hat nun einige Por­tale unter die Lupe genommen und ist dabei auch auf ver­brau­cher­un­freund­liche Tricks gestoßen. In den Berei­chen Ver­si­che­rungen und Hotels werden teil­weise wich­tige Anbieter nicht mit ein­be­zogen und die ange­zeigte Rei­hen­folge wird

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  • Eigen­be­darfs­kün­di­gung – Sach­ver­halts­auf­klä­rung bei Här­te­fall­klausel

    Im Falle einer Eigen­be­darfs­kün­di­gung sind sowohl auf Seiten des Ver­mie­ters wie auf Seiten des Mie­ters grund­recht­lich geschützte Belange (Eigentum, Gesund­heit) betroffen. Daher sind eine umfas­sende Sach­ver­halts­auf­klä­rung sowie eine beson­ders sorg­fäl­tige Abwä­gung erfor­der­lich, ob im jewei­ligen Ein­zel­fall die Inter­essen des Mie­ters an der Fort­set­zung des Miet­ver­hält­nisses die­je­nigen des Ver­mie­ters an dessen Been­di­gung über­wiegen. Nach dem Bür­ger­li­chen

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  • Miet­kosten bei Auf­lö­sung einer Woh­nung wegen Tren­nung

    Nutzt ein Ehe­gatte nach der Tren­nung eine gemeinsam ange­mie­tete Woh­nung allein weiter, trägt er im Innen­ver­hältnis die Miete allein, denn es han­delt sich um ein Dau­er­schuld­ver­hältnis, aus dem regel­mäßig wie­der­keh­rend Nut­zungen gezogen werden. Diese Nut­zungen zieht nach der Tren­nung nur noch der in der Ehe­woh­nung ver­blie­bene Partner. Da dieser die Mög­lich­keit hätte, eine andere Woh­nung

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  • Anrecht auf Miet­min­de­rung – keine Aus­wir­kung bei Kap­pungs­grenze

    Der Ver­mieter kann die Zustim­mung zu einer Erhö­hung der Miete bis zur orts­üb­li­chen Ver­gleichs­miete ver­langen, wenn die Miete in dem Zeit­punkt, zu dem die Erhö­hung ein­treten soll, seit 15 Monaten unver­än­dert ist. Inner­halb von drei Jahren darf die Miete jedoch nicht um mehr als 20 % erhöht werden (sog. Kap­pungs­grenze). Nach einem Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs

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  • „Diesel-Skandal” – betrof­fene Fahr­zeuge sind man­gel­haft

    Fahr­zeuge, die mit einem Die­sel­motor aus­ge­rüstet sind, der nach der Bewer­tung des Kraft­fahrt­bun­des­amtes über eine unzu­läs­sige Abschalt­ein­rich­tung ver­fügt, sind man­gel­haft, weil die Gefahr der Betriebs­un­ter­sa­gung durch die Kfz-Zulas­sungs­be­hörde besteht. Hieraus resul­tie­rende Gewähr­leis­tungs­an­sprüche ver­jähren – unab­hängig von der Kenntnis des Man­gels – inner­halb von zwei Jahren ab Über­gabe des Fahr­zeugs. Soweit das Gesetz für den Fall,

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  • Kün­di­gung von Spar­ver­trägen

    Der Bun­des­ge­richtshof (BGH) hatte am 14.5.2019 über den nach­fol­genden Sach­ver­halt zu urteilen: 1996 und 2004 schloss ein Bank­kunde mit einer Spar­kasse drei Spar­ver­träge „S‑Prämiensparen fle­xibel”. Neben einer varia­blen Ver­zin­sung des Spar­gut­ha­bens sahen die Ver­träge erst­mals nach Ablauf des dritten Spar­jahres die Zah­lung einer Prämie in Höhe von 3 % der im abge­lau­fenen Spar­jahr erbrachten Spar­bei­träge

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  • Ände­rungs­klausel zu Kon­to­ent­gelt bei bestehenden Bau­spar­ver­trägen unwirksam

    Eine Klausel, mit der eine Bau­spar­kasse durch Ände­rung ihrer All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gungen bei bestehenden Bau­spar­ver­trägen von ihren Kunden Kon­to­ent­gelt wäh­rend der Anspar­phase ver­langt, ist nach einem Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Celle unwirksam. Bei den Kon­to­füh­rungs­ge­bühren in der Anspar­phase han­delt es sich um orga­ni­sa­to­ri­sche Auf­wen­dungen, die grund­sätz­lich von der Bau­spar­kasse zu erbringen sind. Diese würde dann in unzu­läs­siger

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  • Aus­lands­rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung

    Die Som­mer­rei­se­zeit beginnt und viele planen ihren Urlaub im Aus­land zu ver­bringen. Nicht immer ver­läuft dieser rei­bungslos. Im Extrem­fall kann es pas­sieren, dass man wäh­rend des Auf­ent­halts erkrankt oder gar ver­un­fallt. Bei einer unzu­rei­chenden Zusatz­ver­si­che­rung bleiben die meisten Rei­senden auf den u. U. sehr hohen Behand­lungs­kosten sitzen, da die gesetz­li­chen Kran­ken­kassen maximal die Kosten erstatten,

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  • Flug­ver­spä­tung wegen Beschä­di­gung eines Flug­zeug­rei­fens

    Nach der EU-Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung haben Pas­sa­giere bei einer Flug­ver­spä­tung, die mehr als drei Stunden am End­ziel beträgt, einen Anspruch auf eine Aus­gleichs­leis­tung. In einem vom Euro­päi­schen Gerichtshof (EuGH) ent­schie­denen Fall wurde ein gebuchter Flug mit einer Ankunfts­ver­spä­tung von 3 Stunden und 28 Minuten durch­ge­führt. Die Flug­ge­sell­schaft lehnte eine vom Pas­sa­gier ver­langte Aus­gleichs­zah­lung mit der Begrün­dung ab, dass

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  • Abo­falle bei dubiosen Strea­ming-Por­talen

    Zur­zeit häufen sich Beschwerden zu dubiosen Strea­ming-Por­talen bei den Ver­brau­cher­zen­tralen. Meis­tens werden auf diesen Por­talen Anwender mit kos­ten­losen, kurz­zei­tigen Abos ange­lockt, bei denen der Name sehr einem seriösen Strea­ming­dienst ähnelt. In sol­chen Fällen ist häufig die Regis­trie­rung angeb­lich nicht erfolg­reich oder das ver­spro­chene Strea­ming von Filmen und Serien funk­tio­niert nicht. Die Daten des Users wurden

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  • Sach­grund­lose Befris­tung – Rechts­miss­brauch

    Schließt ein mit einem anderen Arbeit­geber recht­lich und tat­säch­lich ver­bun­dener Arbeit­geber mit einem zuvor bei dem anderen Arbeit­geber befristet beschäf­tigten Arbeit­nehmer einen sach­grundlos befris­teten Arbeits­ver­trag ab, kann es sich um eine rechts­miss­bräuch­liche Umge­hung der gesetz­li­chen Bestim­mungen zur sach­grund­losen Befris­tung han­deln. Dies hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Berlin-Bran­den­burg (LAG) ent­schieden. Dieser Ent­schei­dung des LAG vom 31.1.2019 lag fol­gender

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  • Arbeits­ver­trags­schluss durch tat­säch­li­ches Han­deln

    Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Schleswig-Hol­stein (LAG) musste in einem Fall aus der Praxis ent­scheiden, ob ein Arbeits­ver­trag durch tat­säch­li­ches Han­deln zustande gekommen ist, in dem ein Arbeit­nehmer zunächst bei einem Kon­zern­un­ter­nehmen arbei­tete, bei dem die Schlie­ßung des Stand­orts absehbar war. Das Unter­nehmen suchte für den Arbeit­nehmer eine wohn­ort­nahe Beschäf­ti­gung in einem anderen Kon­zern­un­ter­nehmen. Der zukünf­tige Vor­ge­setzte erklärte

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  • Kran­ken­kas­sen­wahl­recht – Kün­di­gung

    Ver­si­che­rungs­pflich­tige und Ver­si­che­rungs­be­rech­tigte sind an die Wahl der Kran­ken­kasse min­des­tens 18 Monate gebunden. Die Kün­di­gungs­frist beträgt zwei Monate zum Monats­ende. Die Kran­ken­kasse hat dem Mit­glied unver­züg­lich – spä­tes­tens jedoch inner­halb von zwei Wochen nach Ein­gang der Kün­di­gung – eine Kün­di­gungs­be­stä­ti­gung aus­zu­stellen. Die Kün­di­gung wird wirksam, wenn das Mit­glied inner­halb der Kün­di­gungs­frist eine Mit­glied­schaft bei einer

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  • Miet­ver­hältnis – keine Dul­dung umfang­rei­cher Umbau­maß­nahmen

    Mietet eine Rechts­an­walts­kanzlei Räum­lich­keiten an, kann sie ver­langen, dass der Ver­mieter keine lärm‑, erschüt­te­rungs- und staub­in­ten­siven Umbau- und Moder­ni­sie­rungs­ar­beiten im gesamten Haus zur Ermög­li­chung einer anderen Nut­zung durch­führt. Die Kanzlei ist auch nicht zur Dul­dung der Arbeiten außer­halb der übli­chen Büro­zeiten oder am Wochen­ende ver­pflichtet, da Rechts­an­wälte gerichts­be­kannt regel­mäßig auch außer­halb der gän­gigen Geschäfts­zeiten arbeiten.

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  • Verbot kurz­zei­tiger Ver­mie­tung nur bei Zustim­mung aller Eigen­tümer

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof am 12.4.2019 ent­schie­denen Fall ent­hielt die Tei­lungs­er­klä­rung in einer Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft eine Rege­lung, wonach den Woh­nungs­ei­gen­tü­mern auch die kurz­zei­tige Ver­mie­tung ihrer Woh­nungen (z. B. an Feri­en­gäste) gestattet ist. Eine Öff­nungs­klausel sieht vor, dass die Tei­lungs­er­klä­rung mit einer Mehr­heit von 75 % aller Mit­ei­gen­tums­an­teile geän­dert werden kann. Mit einer sol­chen Mehr­heit beschlossen die

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  • Eltern­geld­be­mes­sung bei mehr­fa­chem Steu­er­klas­sen­wechsel

    Wech­selt der Eltern­geld­be­rech­tigte die Steu­er­klasse im Bemes­sungs­zeit­raum für das Eltern­geld (in der Regel 12 Monate vor dem Monat der Geburt) mehr­mals, kommt es auf die im Bemes­sungs­zeit­raum relativ am längsten gel­tende Steu­er­klasse an. Die maß­geb­liche Steu­er­klasse muss nicht min­des­tens in sieben Monaten des Bemes­sungs­zeit­raums gegolten haben, auch wenn diese abso­lute Betrach­tung für den Eltern­geld­be­rech­tigten im

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  • Gesetz für schnel­lere Arzt­ter­mine

    Der Bun­desrat hat am 12.4.2019 das Ter­min­ser­vice- und Ver­sor­gungs­ge­setz gebil­ligt, das gesetz­lich Ver­si­cherten schnel­lere Arzt­ter­mine garan­tieren und die ärzt­liche Ver­sor­gung auf dem Land ver­bes­sern soll. Das Gesetz ver­pflichtet nie­der­ge­las­sene Ärzte, mehr Sprech­stunden anzu­bieten: Statt bisher 20 müssen sie ihre Praxis künftig min­des­tens 25 Stunden für Pati­enten öffnen. Ferner müssen Augen­ärzte, Frau­en­ärzte, Ortho­päden sowie Hals-Nasen-Ohren-Ärzte in

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  • Dar­le­gungs­last bei Urhe­ber­rechts­ver­let­zungen durch File­sha­ring

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) am 30.3.2017 ent­schie­denen Fall wurde ein Musik­album über einen Inter­net­an­schluss im Wege des „File­sha­ring” öffent­lich zugäng­lich gemacht. Für diese Urhe­ber­rechts­ver­let­zung ver­langte der Rech­te­inhaber Scha­dens­er­satz vom Inhaber des Inter­net­an­schlusses. Dieser bestritt die Rechts­ver­let­zung begangen zu haben und wies darauf hin, dass seine drei bereits voll­jäh­rigen Kinder noch bei ihm wohnen und

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  • Gebraucht­wa­gen­kauf – Män­gel­haf­tung des Ver­käu­fers

    Wenn man von einem Pri­vat­mann einen Gebraucht­wagen kauft, kann die soge­nannte „Gewähr­leis­tungs­haf­tung” für Mängel ver­trag­lich aus­ge­schlossen werden. Kauft man einen Gebraucht­wagen von einem Händler, geht das dagegen nicht. Manchmal ist aber auch nicht ganz klar, wer der Ver­trags­partner ist. Ein sol­cher Fall wurde vor kurzem vor dem Ober­lan­des­ge­richts Olden­burg (OLG) ver­han­delt. In einem Inter­net­in­serat wurde

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  • Keine Haf­tung wegen Lebens­er­hal­tung durch künst­liche Ernäh­rung

    Ein 1929 gebo­rener Patient litt an fort­ge­schrit­tener Demenz. Er war bewe­gungs- und kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­fähig. Der Patient wurde von Sep­tember 2006 bis zu seinem Tod im Oktober 2011 mit­tels einer PEG-Magen­sonde künst­lich ernährt. Er stand unter Betreuung eines Rechts­an­walts und hatte keine Pati­en­ten­ver­fü­gung errichtet. Sein Wille hin­sicht­lich des Ein­satzes lebens­er­hal­tender Maß­nahmen ließ sich auch nicht ander­weitig fest­stellen.

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