Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Ver­gü­tung von Umkleide- und Wege­zeiten

    Bei dem An- und Ablegen einer beson­ders auf­fäl­ligen Dienst­klei­dung han­delt es sich nach einer Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 6.9.2017 um ver­gü­tungs­pflich­tige Arbeit. Um auf­fäl­lige Dienst­klei­dung han­delt es sich, wenn der Arbeit­nehmer auf­grund der Aus­ge­stal­tung seiner Klei­dungs­stücke in der Öffent­lich­keit mit einem bestimmten Berufs­zweig oder einer bestimmten Branche in Ver­bin­dung gebracht wird. Im Ent­schei­dungs­fall han­delte es

    Artikel lesen

  • Mus­ter­fest­stel­lungs­klage – erst­mals gegen VW

    Am 1.11.2018 trat das Gesetz zur Ein­füh­rung einer Mus­ter­fest­stel­lungs­klage in Kraft. Dar­aufhin hat der Ver­brau­cher­zen­trale Bun­des­ver­band eine Kla­ge­schrift gegen die Volks­wagen AG beim Ober­lan­des­ge­richt Braun­schweig ein­ge­reicht. Das Gericht prüft nun die Kla­ge­schrift. Zu einem spä­teren Zeit­punkt wird die Klage in dem Kla­ge­re­gister des Bun­des­amtes für Justiz öffent­lich bekannt gemacht. Dann können sich Ver­brau­cher in das

    Artikel lesen

  • File­sha­ring – Haf­tung des Anschluss­in­ha­bers

    Nach einer Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs (EuGH) vom 18.10.2018 steht das Uni­ons­recht einer natio­nalen Rechts­vor­schrift ent­gegen, wonach der Inhaber eines Inter­net­an­schlusses, über den Urhe­ber­rechts­ver­let­zungen durch File­sha­ring begangen wurden, nicht haftbar gemacht werden kann, wenn er ein Fami­li­en­mit­glied benennt, dem der Zugriff auf diesen Anschluss mög­lich war, ohne nähere Ein­zel­heiten zu Zeit­punkt und Art der Nut­zung

    Artikel lesen

  • Scha­dens­er­satz bei unter­las­sener Hil­fe­stel­lung des Ver­si­che­rungs­mak­lers

    Der Pflich­ten­kreis des Ver­si­che­rungs­mak­lers umfasst grund­sätz­lich auch die Hil­fe­stel­lung bei der Regu­lie­rung eines Ver­si­che­rungs­scha­dens. Zur eigenen Ver­ant­wor­tung des Ver­si­che­rungs­neh­mers gehört es, sich nach einem Ver­si­che­rungs­fall über Aus­schluss­fristen nach den Ver­si­che­rungs­be­din­gungen zu infor­mieren. Dieser Umstand lässt jedoch keinen Raum für die Ver­tei­di­gung des Ver­si­che­rungs­mak­lers, sich auf diese Oblie­gen­heit des Ver­si­che­rungs­neh­mers zu berufen, weil diese allein das

    Artikel lesen

  • Straf­klausel im Ber­liner Tes­ta­ment

    Das Ober­lan­des­ge­richt Köln (OLG) hatte über ein sog. Ber­liner Tes­ta­ment mit Pflicht­teils­straf­klausel zu ent­scheiden. Im vor­lie­genden Fall setzten die Ehe­leute sich wech­sel­seitig zu Allein­erben ein und bestimmten, dass nach dem Tod des Längst­le­benden die vier Kinder das Ver­mögen zu glei­chen Teilen erben sollten. Sollte jedoch eines der Kinder nach dem Tod des Erst­ver­ster­benden vom Über­le­benden

    Artikel lesen

  • Unfall­ver­si­che­rung bei Haus­halts­hilfen

    Grund­sätz­lich ist die gesetz­liche Unfall­ver­si­che­rung für alle Arbeit­geber Pflicht. Also auch für den pri­vaten Arbeit­geber, der eine Haus­halts­hilfe beschäf­tigt. Gerade im Haus­halt pas­sieren immer wieder Unfälle und so ist der Arbeit­geber vor Ansprü­chen seiner Haus­halts­hilfe bei einem Arbeits- oder Wege­un­fall geschützt. Am ein­fachsten ist die Anmel­dung einer Haus­halts­hilfe bei der Minijob-Zen­trale über das Haus­halts­scheck­ver­fahren. Dann

    Artikel lesen

  • Schwan­kende Online-Preise – „Dynamic Pri­cing”

    Immer mehr Ver­brau­cher kaufen Pro­dukte im Internet. Ver­wun­der­lich ist, dass sich die Preise für ein und das­selbe Pro­dukt häufig ändern. Dabei spielen viele Fak­toren eine Rolle, wel­cher Preis dem Ver­brau­cher online ange­zeigt wird. Angebot und Nach­frage sind sicher­lich die Haupt­fak­toren, aber teil­weise ent­scheidet auch die Tages­zeit den ange­zeigten Preis. Dann macht es einen Unter­schied, ob

    Artikel lesen

  • Frist­lose Kün­di­gung mit hilfs­weiser ordent­li­cher Kün­di­gung

    In zwei Fällen aus der Praxis hatten die Mieter der Woh­nungen jeweils die von ihnen geschul­deten Mieten in zwei auf­ein­an­der­fol­genden Monaten nicht ent­richtet. Hierauf haben die Ver­mieter die frist­lose und zugleich hilfs­weise die frist­ge­rechte Kün­di­gung des Miet­ver­hält­nisses wegen Zah­lungs­ver­zugs erklärt. In beiden Fällen begli­chen die Mieter nach Zugang der Kün­di­gung die auf­ge­lau­fenen Zah­lungs­rück­stände. Die Richter

    Artikel lesen

  • Grund­stück – Alt­las­ten­ver­dacht kann einen begrün­deten Sach­mangel dar­stellen

    Begründet die frü­here Nut­zung eines Grund­stücks einen Alt­las­ten­ver­dacht, weist dieses einen Sach­mangel auf, ohne dass wei­tere Umstände hin­zu­treten müssen. Ins­be­son­dere bedarf es für die Annahme eines Sach­man­gels keiner zusätz­li­chen Tat­sa­chen, die auf das Vor­han­den­sein von Alt­lasten hin­deuten. Ver­schweigt der Ver­käufer eine ihm bekannte frü­here Nut­zung des Grund­stücks, die einen Alt­las­ten­ver­dacht begründet, so han­delt er objektiv

    Artikel lesen

  • Ein­zie­hung des Geschäfts­an­teils eines Geschäfts­füh­rers

    Nach dem Gesetz betref­fend die Gesell­schaften mit beschränkter Haf­tung darf die Ein­zie­hung (Amor­ti­sa­tion) von Geschäfts­an­teilen nur erfolgen, soweit sie im Gesell­schafts­ver­trag zuge­lassen ist. Die Vor­aus­set­zungen einer Zwangs­ein­zie­hung eines Geschäfts­an­teils liegen vor, wenn ein wich­tiger Grund gegeben ist, der die Aus­schlie­ßung des Gesell­schaf­ters recht­fer­tigen würde und die Ein­zie­hung (Amor­ti­sa­tion) von Geschäfts­an­teilen im Gesell­schafts­ver­trag zuge­lassen ist. Ein

    Artikel lesen

  • Auf­he­bung eines Geschäfts­füh­rer­an­stel­lungs­ver­trags

    Ein Geschäfts­füh­rer­an­stel­lungs­ver­trag kann, wenn im Ver­trag selbst keine abwei­chende Rege­lung getroffen wurde, auch durch münd­liche Ver­ein­ba­rung beendet werden. Ob zwi­schen der Gesell­schaft und dem Geschäfts­führer eine solche Ver­ein­ba­rung zustande gekommen ist, kann sich aus einer Viel­zahl von Indi­zien zur Über­zeu­gung des Gerichts ergeben. Behauptet eine Partei eine solche Ver­ein­ba­rung und den Wechsel des Geschäfts­füh­rers in

    Artikel lesen

  • Min­dest­lohn – Ver­gü­tung von Bereit­schafts­zeiten

    Der Arbeit­geber schuldet den gesetz­li­chen Min­dest­lohn für jede tat­säch­lich geleis­tete Arbeits­stunde und damit für alle Stunden, wäh­rend derer der Arbeit­nehmer die geschul­dete Arbeit erbringt. Ver­gü­tungs­pflich­tige Arbeit ist dabei nicht nur die Voll­ar­beit, son­dern auch die Bereit­schaft. Der Arbeit­nehmer kann wäh­rend des Bereit­schafts­dienstes nicht frei über die Nut­zung dieses Zeit­raums bestimmen, son­dern muss sich an einem

    Artikel lesen

  • Rück­zah­lung von Fort­bil­dungs­kosten

    Grund­sätz­lich unter­liegen Rück­zah­lungs­klau­seln in der Fort­bil­dungs­ver­ein­ba­rung einer Ange­mes­sen­heits- und Trans­pa­renz­kon­trolle. Eine zur Unwirk­sam­keit füh­rende unan­ge­mes­sene Benach­tei­li­gung kann sich daraus ergeben, dass die Ver­trags­klausel nicht klar und ver­ständ­lich ist. Das Trans­pa­renz­gebot gebietet zugleich eine aus­rei­chende Bestimmt­heit der Klausel. Dem Bestimmt­heits­gebot wird nur ent­spro­chen, wenn in einer Ver­trags­be­stim­mung sowohl die Tat­be­stands­vor­aus­set­zungen als auch deren Rechts­folgen so genau

    Artikel lesen

  • Schutz bei Schwan­geren – Schichtarbeit/​Nachtarbeit

    Eine euro­päi­sche Richt­linie über die Sicher­heit und den Gesund­heits­schutz von schwan­geren Arbeit­neh­me­rinnen, Wöch­ne­rinnen und stil­lenden Arbeit­neh­me­rinnen bestimmt u. a., dass diese wäh­rend ihrer Schwan­ger­schaft und einem bestimmten Zeit­raum nach der Ent­bin­dung nicht zu Nacht­ar­beit ver­pflichtet werden dürfen, vor­be­halt­lich eines vor­zu­le­genden ärzt­li­chen Attestes, in dem die ent­spre­chende Not­wen­dig­keit im Hin­blick auf ihre Sicher­heit und ihren Gesund­heits­schutz

    Artikel lesen

  • Erstat­tung von Pro­vi­sionen bei Flug­an­nul­lie­rung

    Im Fall der Annul­lie­rung eines Fluges muss die Flug­ge­sell­schaft auch Pro­vi­sionen erstatten, die Ver­mitt­lungs­un­ter­nehmen beim Kauf der Flug­ti­ckets erhalten haben, sofern die Gesell­schaft davon Kenntnis hatte. Zu dieser Ent­schei­dung kam der Euro­päi­sche Gerichtshof mit seinem Urteil vom 12.9.2018. Bei dem ent­schie­denen Fall erwarb ein Mann für sich selbst und seine Familie auf der Web­site opodo.de

    Artikel lesen

  • Geplante Ände­rungen bei der Miet­preis­bremse

    Nach dem Ent­wurf des Miet­rechts­an­pas­sungs­ge­setzes sollen die Rege­lungen der Miet­preis­bremse trans­pa­renter und wirk­samer werden. Künftig müssen Ver­mieter den Mieter vor Abschluss des Miet­ver­trages unauf­ge­for­dert und schrift­lich dar­über infor­mieren, ob eine Aus­nahme von der Miet­preis­bremse vor­liegt, wenn sie eine deut­lich höhere als die orts­üb­liche Ver­gleichs­miete ver­langen. Nur wenn der Ver­mieter diese Aus­kunft erteilt, kann er sich

    Artikel lesen

  • Über­tra­gung der Schön­heits­re­pa­ra­turen bei unre­no­viert über­ge­bener Woh­nung

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) am 22.8.2018 ent­schie­denen Fall wurde vom Vor­mieter an den neuen Mieter im Januar 2009 eine nicht reno­vierte Woh­nung mit Gebrauchs­spuren über­geben. Der vom Ver­mieter ver­wen­dete For­mu­lar­miet­ver­trag sah vor, dass die Schön­heits­re­pa­ra­turen dem Mieter oblagen. Bei der Über­nahme hatten der Nach­mieter und der Vor­mieter eine „Reno­vie­rungs­ver­ein­ba­rung” getroffen. Nach dieser Ver­ein­ba­rung hatte

    Artikel lesen

  • Archi­tek­ten­ver­trag – außer­or­dent­liche Kün­di­gung

    Die Kün­di­gung eines Archi­tek­ten­ver­trages aus wich­tigem Grund setzt voraus, dass die Ver­trags­fort­set­zung für den Besteller unzu­mutbar ist. Ein wich­tiger Grund ist unter anderem dann anzu­nehmen, wenn der Auf­trag­nehmer das für den Bau- oder Archi­tek­ten­ver­trag als eines auf Koope­ra­tion der Ver­trags­partner ange­legten Lang­zeit­ver­trags vor­aus­zu­set­zende Ver­trau­ens­ver­hältnis durch sein schuld­haftes Ver­halten derart emp­find­lich stört, dass die Errei­chung des

    Artikel lesen

  • Widerruf einer Dienst­wa­gen­über­las­sung aus wirt­schaft­li­chen Gründen

    Die arbeits­ver­trag­lich ein­ge­räumte Mög­lich­keit, einen vom Arbeit­geber zur Ver­fü­gung gestellten Dienst­wagen auch für Pri­vat­fahrten nutzen zu dürfen, ist eine zusätz­liche Gegen­leis­tung für die geschul­dete Arbeits­leis­tung. Wird diese Gegen­leis­tungs­pflicht im Rahmen eines For­mu­lar­ar­beits­ver­trages unter einen Wider­rufs­vor­be­halt gestellt, bedarf es einer näheren Beschrei­bung des Wider­rufs­grundes, der auch das Inter­esse des Arbeit­neh­mers an der Bei­be­hal­tung der Leis­tung berück­sich­tigt.

    Artikel lesen

  • Arzt­be­such wäh­rend der Arbeits­zeit

    Grund­sätz­lich ist ein Arzt­be­such nicht bereits dann not­wendig, wenn der behan­delnde Arzt einen Arbeit­nehmer wäh­rend der Arbeits­zeit zur Behand­lung oder Unter­su­chung in seine Praxis bestellt. Der Arbeit­nehmer muss ver­su­chen, die Arbeits­ver­säumnis mög­lichst zu ver­meiden. Hält der Arzt außer­halb der Arbeits­zeit Sprech­stunden ab und spre­chen keine medi­zi­ni­schen Gründe für einen sofor­tigen Arzt­be­such, muss der Arbeit­nehmer die

    Artikel lesen

  • Bera­tungs­pflicht einer Ver­si­che­rung bei Prä­mi­en­frei­stel­lungs­ver­langen

    Ein Lebens­ver­si­che­rungs­ver­trag wird nur dann in eine bei­trags­freie Ver­si­che­rung umge­wan­delt, wenn ein klares und ein­deu­tiges end­gül­tiges Umwand­lungs­ver­langen des Ver­si­che­rungs­neh­mers erkennbar ist. Ein wirk­sames Umwand­lungs­ver­langen hat zur Folge, dass sich der Ver­si­che­rungs­schutz auf die bei­trags­freie Ver­si­che­rungs­summe beschränkt. In Höhe des dar­über hin­aus­ge­henden Betrags erlischt die Ver­si­che­rung. Die Umwand­lung in eine prä­mi­en­freie Ver­si­che­rung kann grund­sätz­lich nur mit

    Artikel lesen

  • Kein ver­si­cherter Wege­un­fall trotz gewöhn­li­cher Weg­strecke zur Arbeit

    In der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung ist auch das Zurück­legen des mit der ver­si­cherten Tätig­keit zusam­men­hän­genden unmit­tel­baren Weges zum Arbeits­platz ver­si­chert (sog. „Wege­un­fall”). Trotzdem ist nicht auto­ma­tisch jeder Unfall auf dem Arbeitsweg ein Wege­un­fall. Wenn der Ver­si­cherte meh­rere Stunden früher als gewöhn­lich von zu Hause los­fährt, um noch pri­vate Besor­gungen zu erle­digen, fehlt es am erfor­der­li­chen Zusam­men­hang

    Artikel lesen

  • Unter­halts­vor­schuss für Kinder Allein­er­zie­hender

    Einen Anspruch auf Unter­halts­vor­schuss haben Kinder von Allein­er­zie­henden, die keinen oder keinen regel­mä­ßigen Unter­halt von dem anderen Eltern­teil erhalten. Eine Ein­kom­mens­grenze des allein­er­zie­henden Eltern­teils gibt es nicht. Hat der Antrag­steller erneut gehei­ratet, besteht kein Anspruch auf Unter­halts­vor­schuss. Die Zah­lung erfolgt monat­lich und kann rück­wir­kend längs­tens für den Monat vor Antrag­stel­lung bean­tragt werden. Seit dem 1.7.2018

    Artikel lesen