Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Zahn­arzt­praxis ist keine „Pra­xis­klinik”

    Eine auf ambu­lante Behand­lungen aus­ge­rich­tete Zahn­arzt­praxis, die ihren Pati­enten keine Mög­lich­keit zu einer auch nur vor­über­ge­henden sta­tio­nären Auf­nahme anbietet, kann nicht als „Pra­xis­klinik” beworben werden. Das hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm am 27.2.2018 ent­schieden. In dem vor­lie­genden Fall bezeich­nete ein Zahn­arzt in der geschäft­li­chen Wer­bung seine Praxis als „Pra­xis­klinik” (z. B. auf seiner Home­page), ohne in

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  • Beschäf­ti­gung eines Apo­the­kers – Befreiung von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht

    Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) hat mit seinem Urteil vom 22.3.2018 ent­schieden, dass ein Apo­theker nicht nur dann von der Ver­si­che­rungs­pflicht befreit ist, wenn er tat­säch­lich als appro­bierter Apo­theker tätig ist. Aus­rei­chend ist auch eine andere, nicht berufs­fremde Tätig­keit. In dem ent­schie­denen Fall war ein appro­bierter Apo­theker seit 2009 als Ver­ant­wort­li­cher für Medi­zin­pro­dukte, Arz­nei­buch­fragen und Fach­in­for­ma­tionen in

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  • Rei­se­portal haftet für fal­sche Angaben auf Web­seite

    In einem Fall aus der Praxis hatte ein Rei­se­portal in seinen Geschäfts­be­din­gungen unter der Über­schrift „Haf­tungs­be­schrän­kungen” darauf ver­wiesen, dass die Angaben zu den ver­mit­telten Rei­se­leis­tungen aus­schließ­lich auf Infor­ma­tionen der Leis­tungs­träger beruhen. Sie stellen keine eigenen Zusagen des Ver­mitt­lers gegen­über dem Rei­se­teil­nehmer dar. Mit seinem Urteil vom 15.3.2018 ent­schieden die Richter des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen (OLG) jedoch,

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  • Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung – Ansprüche bei „wildem Streik”

    Ein „wilder Streik” des Flug­per­so­nals, der auf die über­ra­schende Ankün­di­gung einer Umstruk­tu­rie­rung folgt, stellt keinen „außer­ge­wöhn­li­chen Umstand” dar, der es der Flug­ge­sell­schaft erlaubt, sich von ihrer Ver­pflich­tung zur Leis­tung von Aus­gleichs­zah­lungen bei Annul­lie­rung oder großer Ver­spä­tung von Flügen zu befreien. Die Risiken, die sich aus den mit sol­chen Maß­nahmen ein­her­ge­henden sozialen Folgen ergeben, sind Teil

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  • Pro­dukt­be­wer­tungen beim Online-Ein­kauf

    Das Shoppen im Internet boomt. Dabei ver­trauen viele Käufer auf die Pro­dukt­be­wer­tungen durch andere Kunden. Es gibt jedoch nicht nur seriöse Bewer­tungen. Zunächst ist es ratsam, auf die Anzahl der Bewer­tungen zu schauen. Ist bei­spiels­weise ein Pro­dukt erst seit kurzer Zeit erhält­lich, hat aber schon auf­fällig viele Beur­tei­lungen, ist Vor­sicht geboten. Ferner auch bei auf­fällig

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  • Angebot eines Wer­be­blo­ckers nicht unlauter

    Um auf Web­seiten ent­hal­tene Wer­bung zu unter­binden, können sog. Wer­be­blo­cker instal­liert werden. Der Bun­des­ge­richtshof (BGH) hat mit seinem Urteil vom 19.4.2018 ent­schieden, dass das Angebot des Wer­be­block­pro­gramms AdBlock Plus nicht gegen das Gesetz gegen den unlau­teren Wett­be­werb (UWG) ver­stößt. In dem vom BGH ent­schie­denen Fall stellte ein Verlag seine redak­tio­nellen Inhalte auch auf seinen Inter­net­seiten

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  • Pro­spekt­haf­tung – unrich­tige Pro­spekt­an­gaben

    Ein Anleger, der durch unrich­tige Pro­spekt­an­gaben bewogen wurde, einer Anla­ge­ge­sell­schaft als Kom­man­di­tist bei­zu­treten, kann im Rahmen des Ver­trau­ens­scha­dens ent­weder die Rück­ab­wick­lung seiner Betei­li­gung ver­langen oder an seiner Anla­ge­ent­schei­dung fest­halten und Ersatz des Betrages ver­langen, um den er seine Betei­li­gung wegen der unrich­tigen Pro­spekt­an­gaben zu teuer erworben hat. Ein Scha­dens­er­satz­an­spruch aus Pro­spekt­haf­tung ist im wei­teren Sinne

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  • Auf­lö­sung einer Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts – vor­he­riges Aus­scheiden eines Gesell­schaf­ters

    Wird eine Publi­kums­ge­sell­schaft bür­ger­li­chen Rechts nach einer Kün­di­gung vor Ein­tritt der Kün­di­gungs­wir­kung auf­ge­löst, scheidet der kün­di­gende Gesell­schafter, sofern dem Gesell­schafts­ver­trag nichts anderes ent­nommen werden kann, nicht aus, son­dern ver­bleibt in der Liqui­da­ti­ons­ge­sell­schaft. Dieses ent­schieden die Richter des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) mit ihrem Urteil vom 6.2.2018. Der BGH hat für eine Publi­kums-Kom­man­dit­ge­sell­schaft bereits ent­schieden, dass eine Kün­di­gung

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  • Miet­ver­trag – Jah­res­ab­rech­nung nach Aus­scheiden des Ver­wal­ters

    Nach dem Woh­nungs­ei­gen­tums­ge­setz hat der Ver­walter nach Ablauf des Kalen­der­jahres eine Abrech­nung auf­zu­stellen. In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) am 16.2.2018 ent­schie­denen Fall aus der Praxis wurde in einer Eigen­tü­mer­ver­samm­lung am 21.1.2015 die Abbe­ru­fung des Ver­wal­ters mit sofor­tiger Wir­kung beschlossen. Im Juni 2015 for­derte der neue Ver­walter den abbe­ru­fenen Ver­walter zur Erstel­lung der Jah­res­ab­rech­nung 2014 auf,

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  • Miet­erhö­hung – kon­klu­dente Zustim­mung des Mie­ters

    Nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch ist dem Mieter ein Miet­erhö­hungs­ver­langen in Text­form zu erklären und zu begründen. Für die Zustim­mung von­seiten des Mieter hat der Gesetz­geber kein ent­spre­chendes Form­erfor­dernis auf­ge­stellt. Die Zustim­mung zur Erhö­hung der Miete kann, wie der Bun­des­ge­richtshof mit seinem Beschluss vom 30.1.2018 ent­schieden hat, auch kon­klu­dent erfolgen, indem der Mieter den Miet­erhö­hungs­be­trag dreimal

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  • Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit von Bewer­bern bei offener Stelle eines kirch­li­chen Arbeit­ge­bers

    Die Richter des Euro­päi­schen Gerichts­hofs (EuGH) stellen in ihrem Urteil vom 17.4.2018 klar, dass kirch­liche Arbeit­geber nicht bei jeder offenen Stelle von Bewer­bern eine Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit for­dern dürfen. Dieses Erfor­dernis muss not­wendig und ange­sichts des Ethos der Kirche auf­grund der Art der in Rede ste­henden beruf­li­chen Tätig­keit oder der Umstände ihrer Aus­übung objektiv geboten sein und

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  • Ent­gelt­um­wand­lung – Kün­di­gung einer Direkt­ver­si­che­rung im bestehenden Arbeits­ver­hältnis

    In einem am 26.4.2018 vom Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­denen Fall schloss ein Arbeit­nehmer mit seinem Arbeit­geber 2001 eine Ent­gelt­um­wand­lungs­ver­ein­ba­rung. Danach war der Arbeit­geber ver­pflichtet, jähr­lich ca. 1.000 € in eine zugunsten des Arbeit­neh­mers bestehende Direkt­ver­si­che­rung, deren Ver­si­che­rungs­nehmer der Arbeit­geber ist, ein­zu­zahlen. Die Ver­si­che­rung, die vom Arbeit­geber durch wei­tere Bei­träge geför­dert wird, ruht seit 2009. Da sich

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  • Strea­ming-Dienst im Aus­land

    Seit dem 1.4.2018 können kos­ten­pflich­tige Strea­ming-Dienste und andere Online-Inhalte für kurz­zei­tige Auf­ent­halte auch im EU-Aus­land ohne Zusatz­kosten genutzt werden. In der Regel gilt dies für Musik, Sport­ver­an­stal­tungen, Filme, Serien sowie für E‑Books. Dabei gilt aller­dings zu beachten, dass ledig­lich kos­ten­pflich­tige, inter­net­ba­sierte Strea­ming- und Pay-TV-Dienste wie Spo­tify, SkyGo, Net­flix oder Amazon Prime mit dieser neuen Rege­lung

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  • Public Vie­wing zur Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft 2018

    Für die Zeit der Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft 2018 in Russ­land hat das Bun­des­ka­bi­nett eine Ver­ord­nung beschlossen, die ermög­licht, aus­nahms­weise den nächt­li­chen Lärm­schutz zu lockern. Damit wird der Spiel­raum der Kom­munen erwei­tert, Public Vie­wing auch für die Spiele zuzu­lassen, die erst nach 20 Uhr ange­pfiffen werden. Die Ver­ord­nung tritt am Tag nach der Ver­kün­di­gung im Bun­des­ge­setz­blatt in Kraft

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  • Wirk­samer Aus­schluss einer Stor­nie­rung der Flug­bu­chung

    Der Bun­des­ge­richtshof ent­schied mit seinem Urteil vom 20.3.2018, dass eine Stor­nie­rung der Flug­bu­chung wirksam aus­ge­schlossen werden kann. Im ent­schie­denen Fall buchte ein Ehe­paar im November 2014 Flüge für den 22./23. Mai 2015. Die Bedin­gungen des Luft­fahrt­un­ter­neh­mens sahen fol­gende Rege­lung vor: „Die Stor­nie­rung der Tickets ist nicht mög­lich. Die nicht ver­brauchten Steuern und Gebühren sind erstattbar.

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  • För­de­rung von Mie­ter­strom

    Als Mie­ter­strom wird der Strom bezeichnet, der in einer Solar­an­lage auf dem Dach eines Wohn­ge­bäudes erzeugt und ohne Nut­zung des Netzes der all­ge­meinen Ver­sor­gung an Letzt­ver­brau­cher in diesem Wohn­ge­bäude (ins­be­son­dere Mieter) gelie­fert und im Gebäude ver­braucht wird. Damit die Mieter vom Solar­strom auf dem Haus­dach pro­fi­tieren können, hat die Bun­des­re­gie­rung die För­de­rung des Mie­ter­stroms –

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  • Grund­le­gend ver­än­dernde Bau­maß­nahmen keine zu dul­dende Moder­ni­sie­rung

    Moder­ni­sie­rungs­maß­nahmen sind bau­liche Ver­än­de­rungen, durch die der Gebrauchs­wert der Miet­sache nach­haltig erhöht wird oder die all­ge­meinen Wohn­ver­hält­nisse auf Dauer ver­bes­sert werden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie einer­seits über die bloße Erhal­tung des bis­he­rigen Zustands hin­aus­gehen, ande­rer­seits aber die Miet­sache nicht so ver­än­dern, dass etwas Neues ent­steht. Grund­sätz­lich hat ein Mieter eine Moder­ni­sie­rungs­maß­nahme zu

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  • Nut­zung einer Teil­ei­gen­tums­ein­heit im „Ärz­te­haus” zu Wohn­zwe­cken

    Der Bun­des­ge­richtshof hatte am 23.3.2018 zu ent­scheiden, ob die Nut­zung einer Teil­ei­gen­tums­ein­heit in einem „Ärz­te­haus” zu Wohn­zwe­cken erlaubt ist. In einem Fall aus der Praxis diente nach einer Tei­lungs­er­klä­rung ein aus sieben Ein­heiten bestehendes Gebäude „zur beruf­li­chen und gewerb­li­chen Nut­zung”. Die Ein­heiten dürfen „aus­drück­lich beruf­lich oder gewerb­lich, ins­be­son­dere auch als Apo­theke oder Arzt­praxis genutzt werden”.

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  • Tritt­schall­schutz in der Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft

    Nach dem Woh­nungs­ei­gen­tums­ge­setz ist jeder Woh­nungs­ei­gen­tümer ver­pflichtet, von den in seinem Son­der­ei­gentum ste­henden Gebäu­de­teilen sowie von dem gemein­schaft­li­chen Eigentum nur in sol­cher Weise Gebrauch zu machen, dass dadurch keinem der anderen Woh­nungs­ei­gen­tümer über das bei einem geord­neten Zusam­men­leben unver­meid­liche Maß hinaus ein Nach­teil erwächst. In diesem Zusam­men­hang hatte sich der Bun­des­ge­richtshof (BGH) in seinem Urteil

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  • Son­der­zah­lung – Leis­tungs­be­stim­mungs­recht des Arbeit­ge­bers

    In einem vom Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) am 23.8.2017 ent­schie­denen Fall ent­hielt ein am 16.10.1984 unter­zeich­neter Arbeits­ver­trag u. a. fol­gende Rege­lung: „Zusätz­lich zum Grund­ge­halt wird – nach Ablauf der Pro­be­zeit – als frei­wil­lige Leis­tung eine Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­tion gezahlt, deren Höhe jeweils jähr­lich durch den Arbeit­geber bekannt gegeben wird und deren Höhe der­zeit ein volles Monats­ge­halt nicht über­steigt.” Der

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  • Nicht­ein­hal­tung einer Wahl­leis­tungs­ver­ein­ba­rung mit dem Chef­arzt

    Im Falle der Wahl­leis­tungs­ver­ein­ba­rung mit dem Chef­arzt muss dieser – mit Aus­nahme seiner Ver­hin­de­rung – den Ein­griff selbst durch­führen. Allein mit seiner Anwe­sen­heit (hier als Anäs­the­sist wäh­rend der Ope­ra­tion) werden diese Vor­aus­set­zungen nicht erfüllt. Die ärzt­liche Behand­lung ist dann man­gels wirk­samer Ein­wil­li­gung des Pati­enten rechts­widrig. Das ent­schieden die Richter des Ober­lan­des­ge­richts Hamm (OLG) mit Urteil

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  • Bele­ge­insicht des Mie­ters bei bestrit­tener Heiz­kos­ten­ab­rech­nung

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) am 7.2.2018 ent­schie­denen Fall bewohnten die Mieter eine 94 qm große Miet­woh­nung. Die gesamte Wohn­fläche des Hauses beläuft sich, soweit sie an den für die Woh­nung der Mieter maß­geb­li­chen Heiz­kreis ange­schlossen ist, auf knapp 720 qm. Der zwi­schen den Par­teien geschlos­sene Miet­ver­trag sah eine monat­liche Vor­aus­zah­lung auf die Betriebs­kosten in

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  • Scha­dens­er­satz­an­spruch des Ver­mie­ters wegen Beschä­di­gung der Miet­woh­nung – Frist­set­zung

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) am 28.2.2018 ent­schie­denen Fall wurde ein Miet­ver­hältnis ein­ver­nehm­lich beendet. Nach Rück­gabe der Woh­nung ver­langte der Ver­mieter vom Mieter Scha­dens­er­satz, weil dieser ins­be­son­dere wegen Ver­let­zung von Obhuts- und Sorg­falts­pflichten für ver­schie­dene Beschä­di­gungen der Woh­nung ver­ant­wort­lich sei. Eine Frist zu Besei­ti­gung der betref­fenden Schäden hatte er dem Mieter zuvor nicht gesetzt. Der

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