Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Keine Eini­gung der Eltern über die Belange des Kindes nach der Tren­nung

    In Gerichts­ver­fahren sind nach der Tren­nung der Eltern neben der Frage, wo ein Kind leben soll, viel­fach auch Mei­nungs­ver­schie­den­heiten über den Schul­be­such, gesund­heit­liche oder ver­mö­gens­recht­liche Belange zu klären. Das Fami­li­en­ge­richt hat dann auf ent­spre­chenden Antrag der Eltern zu ent­scheiden, wer zukünftig das Sor­ge­recht oder Teile des Sor­ge­rechts, wie bei­spiels­weise die Gesund­heits­sorge oder das Recht zur

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  • Bezahlte Pro­dukt­re­zen­sionen auf Ver­kaufs­platt­formen

    Fließen in das Gesamt­be­wer­tungs­er­gebnis für Pro­dukte, die auf einer Ver­kaufs­platt­form ange­boten werden, auch Rezen­sionen ein, für die an den Rezen­senten ein – wenn auch geringes – Ent­gelt gezahlt wird, liegt unlau­tere getarnte Wer­bung vor, sofern die Berück­sich­ti­gung dieser bezahlten Rezen­sionen nicht kennt­lich gemacht wird. Zu dieser Ent­schei­dung kamen die Richter des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt a. M.

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  • Über­prü­fungs­pflicht von Hotel-Bewer­tungen durch Rei­se­portal

    Bei einem Bewer­tungs­portal (hier: Hotel­be­wer­tungs­portal) reicht die Rüge des Bewer­teten, einer Bewer­tung liege kein Gäs­te­kon­takt zugrunde, grund­sätz­lich aus, um Prüf­pflichten des Bewer­tungs­por­tals aus­zu­lösen. Zu wei­teren Dar­le­gungen, ins­be­son­dere einer näheren Begrün­dung seiner Behaup­tung des feh­lenden Gäs­te­kon­takts, ist der Bewer­tete gegen­über dem Bewer­tungs­portal grund­sätz­lich nicht ver­pflichtet. Dies gilt nicht nur in dem Fall, dass die Bewer­tung kei­nerlei

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  • Unlau­terer Wett­be­werb bei Wer­bung auf Insta­gram

    Ein ohne finan­zi­elle Gegen­leis­tung erfolgter Bei­trag eines Influen­cers auf Insta­gram ist als Wer­bung zu kenn­zeichnen, wenn er kos­tenlos über­las­sene E‑Books anpreist und jeweils mit sog. Tap-Tags zu den Unter­nehmen der Bücher ver­linkt. Auf­grund der Ver­mi­schung von pri­vaten und kom­mer­zi­ellen Dar­stel­lungen ist es für den Durch­schnitts­ver­brau­cher ohne diese Kenn­zeich­nung nicht erkennbar, ob es sich um Wer­bung

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  • Rück­tritt von Pau­schal­reise wegen COVID-19

    Vor Rei­se­be­ginn kann der Rei­sende jeder­zeit vom Ver­trag zurück­treten. Tritt der Rei­sende vom Ver­trag zurück, ver­liert der Rei­se­ver­an­stalter den Anspruch auf den ver­ein­barten Rei­se­preis. Er kann jedoch eine ange­mes­sene Ent­schä­di­gung ver­langen. Ein Ent­schä­di­gungs­an­spruch besteht aller­dings nicht, wenn am Bestim­mungsort oder in dessen unmit­tel­barer Nähe unver­meid­bare, außer­ge­wöhn­liche Umstände auf­treten, die die Durch­füh­rung der Pau­schal­reise oder die

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  • Sach­be­züge – keine Anrech­nung auf gesetz­li­chen Min­dest­lohn

    Sach­be­züge sind bei der Berech­nung des Min­dest­lohnes nicht zu berück­sich­tigen. Das Min­dest­lohn­ge­setz bestimmt, dass jeder Arbeit­nehmer Anspruch auf Zah­lung eines Arbeits­ent­gelts min­des­tens in Höhe des Min­dest­lohns hat. Den For­mu­lie­rungen dieser Vor­schrift „gezahlt“ und „je Zeit­stunde“ ist zu ent­nehmen, dass der Min­dest­lohn­an­spruch auf die Zah­lung einer Geld­leis­tung gerichtet ist. Dem­entspre­chend hatte bereits das Bun­des­ar­beits­ge­richt mit seinem

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  • Ver­gü­tung bei Betre­tungs­verbot trotz nega­tivem Corona-Test

    Ein Unter­nehmen erstellte zum Infek­ti­ons­schutz ein Hygie­ne­kon­zept, das für Arbeit­nehmer, die aus einem vom RKI aus­ge­wie­senen Risi­ko­ge­biet zurück­kehren, eine 14-tägige Qua­ran­täne mit Betre­tungs­verbot des Betriebs ohne Ent­gelt­an­spruch anord­nete. Die SARS-CoV-2-Ein­däm­mungs­maß­nah­men­ver­ord­nung des Landes Berlin vom 16.6.2020 sah nach Ein­reise aus einem Risi­ko­ge­biet grund­sätz­lich eine Qua­ran­tä­ne­pflicht für einen Zeit­raum von 14 Tagen vor. Diese sollte jedoch nicht

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  • Kein Anspruch auf Dankes- und Wunsch­formel im Arbeits­zeugnis

    Der Arbeit­nehmer hat bei Been­di­gung eines Arbeits­ver­hält­nisses Anspruch auf ein schrift­li­ches Zeugnis. Das Zeugnis muss min­des­tens Angaben zu Art und Dauer der Tätig­keit (ein­fa­ches Zeugnis) ent­halten. Der Arbeit­nehmer kann ver­langen, dass sich die Angaben dar­über hinaus auf Leis­tung und Ver­halten im Arbeits­ver­hältnis (qua­li­fi­ziertes Zeugnis) erstre­cken. Daraus kann der Arbeit­nehmer aber unmit­telbar keinen Anspruch auf eine

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  • Refle­xionen einer Pho­to­vol­ta­ik­an­lage

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Braun­schweig ent­schie­denen Fall waren auf einem Haus­dach in Rich­tung des Wohn­hauses des Nach­barn Paneele einer Pho­to­vol­ta­ik­an­lage mon­tiert. Der Nachbar gab an, dass er durch die Refle­xion der Son­nen­ein­strah­lung auf die Paneele in Teilen seines Hauses in unzu­mut­barer Weise geblendet würde. Damit wären die tech­ni­schen Normen und Regel­werke, die vor­geben würden, wie

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  • Dul­dung und Ankün­di­gung von Bau­maß­nahmen am Miet­ob­jekt

    Wer Woh­nungs­ei­gentum gebraucht, ohne Woh­nungs­ei­gen­tümer zu sein, hat gegen­über der Gemein­schaft der Woh­nungs­ei­gen­tümer und anderen Woh­nungs­ei­gen­tü­mern zu dulden: • die Erhal­tung des gemein­schaft­li­chen Eigen­tums und des Son­der­ei­gen­tums, die ihm recht­zeitig ange­kün­digt wurde; • Maß­nahmen, die über die Erhal­tung hin­aus­gehen, die spä­tes­tens 3 Monate vor dem Beginn in Text­form ange­kün­digt wurden. Der Begriff „recht­zeitig“ ist jedoch nicht

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  • Ver­wir­kung des Cour­ta­ge­an­spruchs eines Mak­lers

    In einem Ver­fahren wegen Mak­ler­cour­tage hatte sich das Ober­lan­des­ge­richt Hamm (OLG) unter anderem mit der Ver­wir­kung des Zah­lungs­an­spruchs des Mak­lers zu beschäf­tigen. Werden wich­tige, dem Makler bekannte Infor­ma­tionen zurück­ge­halten, kann der Zah­lungs­an­spruch des Mak­lers ent­fallen. Weiß der Makler von der „Ver­mül­lung“ einer Miet­woh­nung, muss er hier­über infor­mieren. Die Richter führten aus, dass die „Ver­mül­lung“ einer

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  • Haf­tung bei Unfall beim Über­holen einer Kolonne

    Das Ober­lan­des­ge­richt Celle (OLG) hatte in einem Fall zu ent­scheiden, in dem ein Motor­rad­fahrer eine Fahr­zeug­ko­lonne von 9– 10 Fahr­zeugen über­holte, an deren Spitze ein Lkw fuhr. Dabei kam es zu einem Zusam­men­stoß mit einem aus der Kolonne nach links abbie­genden Pkws. Der Motor­rad­fahrer erlitt erheb­liche Ver­let­zungen und dau­er­hafte Gesund­heits­schäden. Die Richter des OLG ent­schieden,

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  • Nach­weis­ge­setz – Ände­rungen seit dem 1.8.2022

    In Deutsch­land ist im sog. Nach­weis­ge­setz gere­gelt, wel­chen Infor­ma­tions- und Doku­men­ta­ti­ons­pflichten Arbeit­geber nach­kommen müssen. Zum 1.8.2022 kamen einige Ergän­zungen hinzu und die neue Fas­sung gilt ab diesem Zeit­punkt für alle Neu­ein­stel­lungen. Zusätz­lich sind nun fol­gende Punkte schrift­lich zu doku­men­tieren: jeweils getrennte Angaben zu den unter­schied­li­chen Bestand­teilen des Arbeits­ent­gelts (Zusam­men­set­zung und Höhe sowie Über­stun­den­ver­gü­tungen, Zuschläge, Zulagen,

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  • Corona-Son­der­re­ge­lung: tele­fo­ni­sche Krank­schrei­bung

    Ange­sichts der stei­genden Infek­ti­ons­zahlen hat der Gemein­same Bun­des­aus­schuss (G‑BA) die Corona-Son­der­re­ge­lung für eine tele­fo­ni­sche Krank­schrei­bung wieder akti­viert. Diese gilt vor­erst befristet bis 30.11.2022. Auf­grund dieser Son­der­re­ge­lung können Ver­si­cherte, die an leichten Atem­wegs­er­kran­kungen leiden, tele­fo­nisch bis zu 7 Tage krank­ge­schrieben werden. Dabei müssen sich die Ärzte durch eine ein­ge­hende tele­fo­ni­sche Befra­gung per­sön­lich vom Zustand des Pati­enten über­zeugen.

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  • Keine gesetz­liche Rege­lung zur Heiz­pe­riode

    Gerade jetzt bei den stei­genden Ener­gie­kosten stellt sich die Frage: Gibt es eine gesetz­liche Rege­lung zur Heiz­pe­riode? Die Ant­wort lautet nein. Der Zeit­raum vom 1.10. bis zum 30.4. hat sich jedoch auch in der Recht­spre­chung als Heiz­pe­riode durch­ge­setzt. Wäh­rend dieser Zeit ist die ein­wand­freie Funk­tion der Hei­zungs­an­lage sicher­zu­stellen. Abwei­chungen sind aller­dings je nach Region und

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  • Vor­kaufs­recht des Mie­ters

    Bei der Umwand­lung einer Immo­bilie in Woh­nungs­ei­gentum muss der Eigen­tümer dem der­zei­tigen Mieter die Mög­lich­keit geben, die Miet­woh­nung zu kaufen, bevor es ein Dritter tut (Vor­kaufs­recht). Die in einem Kauf­ver­trag über eine mit einem Vor­kaufs­recht des Mie­ters belas­tete Eigen­tums­woh­nung zwi­schen dem Vor­kaufs­ver­pflich­teten (Ver­käufer) und dem Dritten (Erst­käufer) getrof­fene Abrede, wonach der Vor­kaufs­be­rech­tigte (Mieter) einen höheren

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  • Keine voll­stän­dige Pri­vat­sphäre bei Getrennt­leben

    In einem von den Rich­tern des Ober­lan­des­ge­richts Bam­berg am 1.4.2022 ent­schie­denen Fall lebte ein Ehe­paar getrennt in der Ehe­woh­nung (200 m² Wohn­fläche und 1.800 m² Grund­stück).  Die Frau bean­tragte nach drei Monaten die Zuwei­sung der Woh­nung zur allei­nigen Nut­zung, da sie das Zusam­men­leben mit ihrem Mann inner­halb eines Hauses für unzu­mutbar hielt. Sie ver­langte eine

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  • Stief­kind­ad­op­tion

    Grund­sätz­lich kann eine Adop­tion aus­ge­spro­chen werden, wenn dies dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwi­schen dem Anneh­menden und dem Kind ein Eltern-Kind-Ver­hältnis ent­steht. Vor allem bei der Stief­kind­ad­op­tion ist das schüt­zens­werte Inter­esse des Kindes an der Auf­recht­erhal­tung der fami­liären Bande zu seinem leib­li­chen anderen Eltern­teil zu beachten, wenn dieses Band infolge

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  • Form- und frist­ge­rechte Anfech­tung einer Erb­aus­schla­gung

    Die form­ge­rechte Anfech­tungs­er­klä­rung bezüg­lich einer vor­aus­ge­gan­genen Erb­aus­schla­gung erfor­dert bei Abgabe der Erklä­rung in öffent­lich beglau­bigter Form den Ein­gang der Ori­gi­nal­ur­kunde beim Nach­lass­ge­richt. Die Über­mitt­lung der als Papier­ur­kunde erstellten nota­riell beglau­bigten Anfech­tungs­er­klä­rung in Gestalt einer pdf-Datei über das beson­dere elek­tro­ni­sche Anwalts­post­fach an das Nach­lass­ge­richt reicht zur Wah­rung der erfor­der­li­chen Form für eine wirk­same Anfech­tung der Erb­aus­schla­gung

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  • Hälf­tige Haf­tung bei Unfall auf einem Park­platz

    Auf Fahr­gassen eines Park­platzes, die vor­rangig der Park­platz­suche dienen und nicht dem flie­ßenden Ver­kehr, gilt nicht die Vor­fahrts­regel „rechts vor links“. Die Fahrer sind viel­mehr ver­pflichtet, defensiv zu fahren und die Ver­stän­di­gung mit dem anderen Fahrer zu suchen. Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main (OLG) hat mit seiner Ent­schei­dung vom 22.6.2022 eine hälf­tige Haf­tungs­quote für die

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  • Lie­fer­ket­ten­sorg­falts­pflich­ten­ge­setz zum 1.1.2023

    Das Lie­fer­ket­ten­sorg­falts­pflich­ten­ge­setz tritt zum 1.1.2023 in Kraft und gilt für in Deutsch­land ansäs­sige Unter­nehmen ab einer Größe von 3.000 Mit­ar­bei­tern (ab 1.1.2024: 1.000 Mit­ar­beiter). Diese werden dazu ver­pflichtet, ihrer men­schen­recht­li­chen Ver­ant­wor­tung und Sorg­falts­pflicht in ihren Lie­fer­ketten besser nach­zu­kommen. Zu den Sorg­falts­pflichten der Unter­nehmen zählen: Ein­rich­tung eines Risi­ko­ma­nage­ments und Durch­füh­rung einer Risi­ko­ana­lyse Ver­ab­schie­dung einer Grund­satz­er­klä­rung der

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  • Kein Schmer­zens­geld für Qua­ran­täne

    In den letzten beiden Jahren wurde viel­fach Qua­ran­täne für Bürger ange­ordnet, die Kon­takt zu Coro­na­in­fi­zierten Per­sonen hatten, auch wenn bei ihnen selbst keine Krank­heits­sym­ptome vor­lagen. In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg (OLG) am 30.3.2022 ent­schie­denen Fall hatte ein Land­kreis zunächst für eine Mutter, deren unmit­tel­bare Arbeits­kol­legin ein posi­tives PCR-Test­ergebnis erhalten hatte, Qua­ran­täne ange­ordnet, nach einem posi­tiven

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  • Keine Kür­zung des Heim­ent­gelts bei coro­nabe­dingten Besuchs- und Aus­gangs­be­schrän­kungen

    Der Bun­des­ge­richtshof hat am 28.4.2022 über die Frage ent­schieden, ob Bewohner einer sta­tio­nären Pfle­ge­ein­rich­tung wegen Besuchs- und Aus­gangs­be­schrän­kungen, die im Rahmen der Bekämp­fung der COVID-19-Pan­demie hoheit­lich ange­ordnet wurden, zu einer Kür­zung des Heim­ent­gelts berech­tigt sind. Nach dem Wohn- und Betreu­ungs­ver­trags­ge­setz in Ver­bin­dung mit dem Pfle­ge­ver­trag war die Ein­rich­tung ver­pflichtet, dem Ver­trags­partner (Heim­be­wohner) ein bestimmtes Zimmer

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