Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Kein Wett­be­werbs­verbot von Gesell­schaf­tern einer GbR

    Grund­sätz­lich unter­liegen Gesell­schafter von Per­so­nen­han­dels­ge­sell­schaften (GmbH & Co. KG, oHG, KG) sowie Partner einer Part­ner­schafts­ge­sell­schaft einem gesetz­li­chen Wett­be­werbs­verbot. Es bedarf dazu keiner wei­teren ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung. Dieses all­ge­meine Verbot für Gesell­schafter einer OHG, mit der Gesell­schaft in Wett­be­werb zu treten, gilt aller­dings nicht für die Gesell­schafter einer GbR, ent­schieden die Richter des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen (OLG). Das OLG

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  • Ent­gelt bei vom Arbeit­geber ange­ord­neter Qua­ran­täne

    Ein Arbeit­geber kann zum Schutz seiner Beschäf­tigten vor einer Infek­tion mit dem Corona-Virus die Art und Weise der Arbeits­er­brin­gung regeln, und zwar auch mit der Folge, dass der­je­nige Arbeit­nehmer, der nicht bereit ist, seine Arbeits­leis­tung ent­spre­chend der Fest­le­gung zu erbringen, mit­telbar seinen Ent­gelt­an­spruch ver­liert. In einem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Berlin-Bran­den­burg ent­schie­denen Fall hatte ein Arbeit­geber über

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  • Ver­hal­tens­be­dingte Kün­di­gung bei Arbeits­zeit­be­trug

    Ein Arbeits­zeit­be­trug, bei dem ein Mit­ar­beiter vor­täuscht, für einen näher genannten Zeit­raum seine Arbeits­leis­tung erbracht zu haben, obwohl dies nicht oder nicht in vollem Umfang der Fall ist, stellt eine beson­ders schwer­wie­gende Pflicht­ver­let­zung dar und erfüllt an sich den Tat­be­stand des wich­tigen Grundes zur außer­or­dent­li­chen Kün­di­gung. Das­selbe gilt für den Ver­stoß eines Arbeit­neh­mers gegen seine

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  • Stei­gender Ver­brau­cher­preis­index bei Index­miet­ver­trag

    In einem Miet­ver­trag können die Ver­trags­par­teien schrift­lich ver­ein­baren, dass die Miete durch den vom Sta­tis­ti­schen Bun­desamt ermit­telten Preis­index für die Lebens­hal­tung aller pri­vaten Haus­halte in Deutsch­land bestimmt wird (Index­miete). Die der­zei­tige Ent­wick­lung der Infla­ti­ons­rate wirkt sich deut­lich auf Index­miet­ver­träge aus und Miet­erhö­hungen sind die Folge. Die Miet­erhö­hung auf­grund des stei­genden Preis­index muss in Text­form (z.

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  • Umlage von Über­wa­chungs­kosten auf Gewer­be­raum­mieter

    In einem vom Kam­mer­ge­richt Berlin (KG) am 2.5.2022 ent­schie­denen Fall war in einem Gewer­be­raum­miet­ver­trag die Umlage der Kosten für die 24-Stunden-Bewa­chung des Gebäudes auf die Mieter ver­ein­bart. Eine Mie­terin hielt dies jedoch für unzu­lässig und ver­langte die Rück­zah­lung von Betriebs­kosten für die Jahre 2014 – 2016 in Höhe von ca. 73.000 €. Die Richter des

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  • Unter­halts­pflicht bei mehr­stu­figer Aus­bil­dung

    Kinder haben grund­sätz­lich nur Anspruch auf eine Aus­bil­dung, nicht auf meh­rere. Haben Eltern die ihnen oblie­gende Pflicht, ihrem Kind eine ange­mes­sene Aus­bil­dung zu gewähren, erfüllt und hat es den übli­chen Abschluss seiner Aus­bil­dung erlangt, sind sie ihrer Unter­halts­pflicht in aus­rei­chender Weise nach­ge­kommen. Sie sind unter diesen Umständen grund­sätz­lich nicht ver­pflichtet, noch eine wei­tere zweite Aus­bil­dung

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  • Gebot der Rück­sicht­nahme bei beid­sei­tiger Fahr­bahn­ver­en­gung

    Bei einer beid­sei­tigen Fahr­bahn­ver­en­gung gilt das Gebot der wech­sel­sei­tigen Rück­sicht­nahme. Fahren zwei Fahr­zeuge gleichauf auf die Eng­stelle zu, ergibt sich auch kein regel­hafter Vor­tritt des rechts fah­renden. Die Situa­tion einer Kreu­zung oder Ein­mün­dung, in der der­je­nige Vor­fahrt hat, der von rechts kommt, ist nicht ver­gleichbar. In diesem vom Bun­des­ge­richtshof am 8.3.2022 ent­schie­denen Fall befuhr eine

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  • Brand­schaden durch ein­ge­schal­tete Herd­platte

    Das Ober­lan­des­ge­richt Bremen hatte in einem Fall zu ent­scheiden, in dem eine Ver­si­che­rungs­neh­merin Leis­tungen aus der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung nach einem Brand­schaden in ihrem – selbst­be­wohnten – Wohn­haus begehrte. Ursäch­lich für den Brand war, dass die Frau – kurz bevor sie das Haus ver­ließ – den Elek­tro­herd nicht aus­schal­tete, son­dern ver­se­hent­lich den Dreh­knopf einer anderen Herd­platte betä­tigte

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  • Wei­tere Corona-Maß­nahmen für steu­er­liche Ent­las­tungen

    Durch die Corona-Pan­demie und den Krieg in der Ukraine sind die Ener­gie­preise und Lebens­hal­tungs­kosten wei­terhin auf einem hohen Niveau. Die Bun­des­re­gie­rung hat bereits einige Maß­nahmen zur Ent­las­tung der Bürger beschlossen. Diese Maß­nahmen sollen schnell spür­bare Effekte erzielen, sowohl bei Unter­nehmen als auch im pri­vaten Bereich. Bereits in den Vor­mo­naten wurden meh­rere Maß­nah­men­pa­kete durch die Politik

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  • Wider­rufs­recht bei Online-Kauf von Ein­tritts­karten für Kultur- oder Sport­ver­an­stal­tungen

    Im Bür­ger­li­chen Gesetz­buch sind einige Aus­nahmen zum gesetz­li­chen Wider­rufs­recht gere­gelt: u. a. Ver­träge zur Erbrin­gung von Dienst­leis­tungen in den Berei­chen Beher­ber­gung zu anderen Zwe­cken als zu Wohn­zwe­cken, Lie­fe­rung von Speisen und Getränken sowie zur Erbrin­gung wei­terer Dienst­leis­tungen im Zusam­men­hang mit Frei­zeit­be­tä­ti­gungen, wenn der Ver­trag für die Erbrin­gung einen spe­zi­fi­schen Termin oder Zeit­raum vor­sieht. Der Euro­päi­sche

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  • Infor­ma­ti­ons­pflicht des Paket­zu­stel­lers über abge­stellte Sen­dung

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof (BGH) am 7.4.2022 ent­schie­denen Fall ver­wen­dete ein Paket­dienst­leister in seinen All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gungen u. a. fol­gende Klausel: „Hat der Emp­fänger eine Abstell­ge­neh­mi­gung erteilt, gilt das Paket als zuge­stellt, wenn es an der in der Geneh­mi­gung bezeich­neten Stelle abge­stellt worden ist.“ Der BGH ent­schied, dass diese Bedin­gung Ver­brau­cher unan­ge­messen benach­tei­ligt, da sie den

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  • Zah­lungs­pflicht bei corona-bedingter Schlie­ßung eines Fit­ness­stu­dios

    Der Bun­des­ge­richtshof (BGH) hatte am 4.5.2022 in der Frage ent­schieden, ob ein Fit­ness-Studio-Betreiber zur Rück­zah­lung von Mit­glieds­bei­trägen ver­pflichtet ist, welche er in der Zeit, in der das Fit­ness­studio auf­grund der hoheit­li­chen Maß­nahmen zur Bekämp­fung der COVID-19-Pan­demie schließen musste, von einem Kunden per Last­schrift ein­ge­zogen hatte. Der BGH kam zu der Ent­schei­dung, dass ein Anspruch auf

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  • Rechte von Bau­herren beim sog. Ver­brau­cher­bau­ver­trag

    Ver­brau­cher­bau­ver­träge sind Ver­träge, durch die der Unter­nehmer von einem Ver­brau­cher zum Bau eines neuen Gebäudes oder zu erheb­li­chen Umbau­maß­nahmen an einem bestehenden Gebäude ver­pflichtet wird. Ein Ver­brau­cher­bau­ver­trag im Sinne dieser Rege­lung liegt auch dann vor, wenn Bau­herren beim Neubau eines Wohn­hauses die Gewerke an ein­zelne Hand­werks­un­ter­nehmen ver­geben. In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Zwei­brü­cken (OLG) ent­schie­denen Fall

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  • Dar­le­gungs- und Beweis­last bei Über­stunden

    Die Richter des Bun­des­ar­beits­ge­richts ent­schieden in ihrem Urteil v. 4.5.2022, dass ein Arbeit­nehmer in der Begrün­dung für die von ihm geleis­teten Über­stunden – kurz zusam­men­ge­fasst – ers­tens dar­legen muss, dass er Arbeit in einem die Nor­mal­ar­beits­zeit über­stei­genden Umfang geleistet oder sich auf Wei­sung des Arbeit­ge­bers hierzu bereit­ge­halten hat. Da der Arbeit­geber Ver­gü­tung nur für von

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  • Antrag auf befris­tete Teil­zeit

    Nach dem Gesetz über Teil­zeit­ar­beit und befris­tete Arbeits­ver­träge kann ein Arbeit­nehmer, dessen Arbeits­ver­hältnis länger als 6 Monate bestanden hat, auf Antrag in Text­form ver­langen, dass seine ver­trag­lich ver­ein­barte Arbeits­zeit für einen im Voraus zu bestim­menden Zeit­raum ver­rin­gert wird. Der begehrte Zeit­raum muss min­des­tens ein Jahr und darf höchs­tens 5 Jahre betragen. Der Arbeit­nehmer hat jedoch nur dann

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  • Umgangs­recht bei Tren­nung und Schei­dung

    Wenn ein Kind nach der Tren­nung bei einem Eltern­teil bleibt, hat der andere Eltern­teil meist ein Umgangs­recht, z. B. an jedem zweiten Wochen­ende. Häufig einigen sich die Eltern vor dem Fami­li­en­ge­richt dar­über, wie das Umgangs­recht genau aus­ge­staltet wird. Das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg (OLG) hatte am 14.1.2022 zu ent­scheiden, was pas­siert, wenn sich die Lebens­um­stände ändern und

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  • Teil­nahme eines Eltern­teils an der Ein­schu­lungs­feier seines Kindes

    In dem ent­schie­denen Fall waren die betei­ligten Kin­des­el­tern getrennt­le­bende Ehe­leute und der Tren­nungs­kon­flikt schon Gegen­stand meh­rerer fami­li­en­ge­richt­li­cher Ver­fahren. Zuletzt wurde die elter­liche Sorge für beide Kinder auf die Kin­des­mutter über­tragen und dem Kin­des­vater ein Umgangs­recht im Umfang von zwei Stunden wöchent­lich unter Beglei­tung des Kin­der­schutz­bundes zuge­spro­chen. Sowohl im Sor­ge­rechts- als auch im Umgangs­ver­fahren hat der

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  • Wirk­sam­keit eines Drei-Zeugen-Tes­ta­ments

    Wer sich an einem Ort auf­hält, der infolge außer­or­dent­li­cher Umstände so abge­sperrt ist, dass die Errich­tung eines Tes­ta­ments vor einem Notar nicht mög­lich oder erheb­lich erschwert ist, kann das Tes­ta­ment z. B. durch münd­liche Erklä­rung vor drei Zeugen errichten. Die drei Zeugen haben dabei eine Anwe­sen­heits- und Mit­wir­kungs­pflicht für die münd­liche Erklä­rung des letzten Wil­lens,

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  • Berück­sich­ti­gung des Kin­der­er­zie­hungs­auf­wands in der Pfle­ge­ver­si­che­rung

    Mit Wir­kung zum 1.1.2005 wurde in der Pfle­ge­ver­si­che­rung ein Bei­trags­zu­schlag für Kin­der­lose ein­ge­führt. Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts werden in dem gegen­wär­tigen System der sozialen Pfle­ge­ver­si­che­rung Eltern mit mehr Kin­dern gegen­über sol­chen mit weniger Kin­dern in spe­zi­fi­scher Weise benach­tei­ligt, weil der mit stei­gender Kin­der­zahl anwach­sende Erzie­hungs­mehr­auf­wand im gel­tenden Bei­trags­recht keine Berück­sich­ti­gung findet. Die gleiche Bei­trags­be­las­tung der

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  • BAföG-Reform

    Ziel der BAföG-Reform ist es, die Zahl der Emp­fänger deut­lich zu stei­gern. Das soll z. B. durch die Anhe­bung der Frei­be­träge, der Bedarfs­sätze sowie der Alters­grenzen geschehen. Vor­ge­sehen sind u. a. fol­gende Maß­nahmen: Die Erhö­hung der Frei­be­träge um 20 %, die Anhe­bung der Bedarfs­sätze und des Kin­der­be­treu­ungs­zu­schlags um 5 % sowie die Anhe­bung des Wohn­zu­schlags

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  • Bun­desrat bil­ligt Heiz­kos­ten­zu­schuss

    Der Bun­desrat hat am 8.4.2022 dem Heiz­kos­ten­zu­schuss­ge­setz zuge­stimmt. Es gilt vom 1.6.2022 bis Ende Mai 2032. Danach erhalten Emp­fänger von Wohn­geld, BAföG und wei­teren Bil­dungs­för­de­rungen einen ein­ma­ligen Zuschuss, um den starken Anstieg der Heiz­kosten auf­grund der hohen Ener­gie­preise abzu­fe­dern. Jeder Ein-Per­sonen-Haus­halt im Wohn­geld­bezug erhält ein­malig einen Zuschuss von 270 €, ein Zwei-Per­sonen-Haus­halt 350 € und

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  • Aus­gleichs­leis­tungs­an­spruch für Flug­ver­spä­tung gegen Nicht-EU-Luft­fahrt­un­ter­nehmen

    Der Euro­päi­sche Gerichtshof (EuGH) ent­schied am 7.4.2022 über den nach­fol­genden Sach­ver­halt: 3 Flug­gäste buchten über ein Rei­se­büro mit einer ein­zigen Buchung bei Luft­hansa einen Flug von Brüssel (Bel­gien) nach San José (Ver­ei­nigte Staaten) mit Zwi­schen­lan­dung in Newark (Ver­ei­nigte Staaten). Der gesamte Flug wurde von United Air­lines, einem in den Ver­ei­nigten Staaten ansäs­sigen Luft­fahrt­un­ter­nehmen, durch­ge­führt. Die Flug­gäste

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  • Scha­dens­er­satz bei geschei­tertem Grund­stücks­kauf

    In einem vom Bun­des­ge­richtshof am 24.9.2021 ent­schie­denen Fall hatte der Käufer einer Immo­bilie den Kauf­ver­trag wegen arg­lis­tiger Täu­schung wirksam ange­fochten. Er ver­langte vom Ver­käufer die Rück­zah­lung des Kauf­preises – hilfs­weise Zug um Zug gegen Rück­über­tra­gung des Grund­stücks – sowie Zah­lung von Scha­dens­er­satz, dar­unter auch den Ersatz der für die Mak­ler­pro­vi­sion und die Grund­er­werb­steuer auf­ge­wandten Beträge.

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