Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Corona-Prämie für Pfle­ge­kräfte

    Beschäf­tigte haben nach dem 11. Sozi­al­ge­setz­buch für das Jahr 2020 Anspruch auf eine Corona-Prämie, wenn sie im Zeit­raum vom 1.3.2020 bis ein­schließ­lich 31.10.2020 min­des­tens 3 Monate für eine zuge­las­sene Pfle­ge­ein­rich­tung tätig waren. Nach einer Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Berlin-Bran­den­burg vom 24.3.2022 muss diese 3‑monatige Arbeits­leis­tung im Bemes­sungs­zeit­raum nicht zusam­men­hän­gend erfolgen. Unter­bre­chungen auf­grund von Krank­heit lassen den Anspruch

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  • Qua­ran­täne – keine Nach­ge­wäh­rung von Urlaub

    Erkrankt ein Arbeit­nehmer wäh­rend des Urlaubs, so werden die durch ärzt­li­ches Zeugnis nach­ge­wie­senen Tage der Arbeits­un­fä­hig­keit auf den Jah­res­ur­laub nicht ange­rechnet. Diese Rege­lung aus dem Bun­des­ur­laubs­ge­setz (BUrlG) findet jedoch keine ana­loge Anwen­dung, wenn ein nicht arbeits­un­fähig erkrankter Arbeit­nehmer wäh­rend seines Urlaubs auf­grund einer Abson­de­rungs­an­ord­nung (Qua­ran­täne) des Gesund­heits­amtes wegen eines Anste­ckungs­ver­dachts mit einer Covid 19-Infek­tion das

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  • Keine wirk­same Befris­tung eines Arbeits­ver­trages allein mit Scan der Unter­schrift

    Für eine wirk­same Befris­tung eines Arbeits­ver­trages reicht eine ein­ge­scannte Unter­schrift nicht aus. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeits­ver­trag nur für einige wenige Tage geschlossen worden ist, ent­schied das Lan­des­ar­beits­ge­richt Berlin-Bran­den­burg (LAG) in seinem Urteil vom 16.3.2022. Im ent­schie­denen Fall war eine Frau für ein Unter­nehmen des Per­so­nal­ver­leihs tätig. Bei Auf­trägen von ent­lei­henden Betrieben und

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  • Rück­for­de­rung von Sozi­al­leis­tungen

    Grund­sätz­lich erbringen Sozi­al­leis­tungs­träger jedem Hilfs­be­dürf­tigen Sozi­al­leis­tungen. Aller­dings können sie sich das Geld auch zurück­holen, wenn der Hilfs­be­dürf­tige noch Ansprüche gegen Dritte hat. Die Sozi­al­leis­tungs­träger können diese Ansprüche auf sich über­leiten und dann selbst gegen die Dritten gel­tend machen. Zu sol­chen Ansprü­chen gegen­über Dritten können auch erb­recht­liche Ansprüche gehören. Wird also jemand, dem der Staat Sozi­al­leis­tungen

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  • Anhö­rung des Kindes bei Sor­ge­rechts­ent­schei­dung

    Gemäß dem Gesetz über das Ver­fahren in Fami­li­en­sa­chen und in den Ange­le­gen­heiten der frei­wil­ligen Gerichts­bar­keit (FamFG) in der ab dem 1.7.2021 anzu­wen­denden Fas­sung hat das Fami­li­en­ge­richt das Kind per­sön­lich anzu­hören und sich einen per­sön­li­chen Ein­druck von dem Kind zu ver­schaffen. Diese Ver­pflich­tung ist nach der Neu­re­ge­lung unab­hängig vom Alter des Kindes und gilt auch im

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  • Dop­peltes Buß­geld wegen Vor­satz bei Tem­po­über­schrei­tung

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Hamm ent­schie­denen Fall fuhr ein Auto­fahrer auf einer Auto­bahn viel schneller als erlaubt und wurde geblitzt. Auf­grund der sehr hohen Geschwin­dig­keits­über­tre­tung warf die Behörde dem Fahrer Vor­satz vor und ver­dop­pelte das Buß­geld. Dagegen erhob dieser Ein­spruch mit der Begrün­dung, dass Vor­satz nur dann vor­liegen kann, wenn er die gefah­rene Geschwin­dig­keit genau

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  • Ablegen des Handys auf Ober­schenkel ist ver­bots­wid­rige Nut­zung lt. StVO

    Nach der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung darf der­je­nige, der ein Fahr­zeug führt, z. B. ein Handy nur benutzen, wenn hierfür das Gerät weder auf­ge­nommen noch gehalten wird. Das Baye­ri­sche Ober­lan­des­ge­richt stellte am 10.1.2022 in seinem Beschluss fest, dass die ver­bots­wid­rige Benut­zung eines Mobil­te­le­fons durch ein Halten nicht nur dann vor­liegt, wenn dieses mit der Hand ergriffen wird, son­dern

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  • Kün­di­gung online abge­schlos­sener Ver­träge

    Das Gesetz für faire Ver­brau­cher­ver­träge hat bereits wich­tige Ver­bes­se­rungen gebracht. So können Strom- und Gas­ver­träge nicht mehr wirksam am Telefon abge­schlossen werden. Hier besteht eine aus­drück­liche Bestä­ti­gungs­pflicht. Des Wei­teren traten zum 1.3.2022 stren­gere Rege­lungen für still­schwei­gende Ver­trags­ver­län­ge­rungen in Kraft. Im nächsten Schritt wird ab dem 1.7.2022 für dau­ernde Schuld­ver­hält­nisse ein ver­pflich­tender Kün­di­gungs­button im Online-Bereich ein­ge­führt.

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  • „Zug zum Flug-Ticket“ als Teil einer Pau­schal­reise

    Ist im Rei­se­pro­spekt bei der Beschrei­bung einer Flug­pau­schal­reise der Bahn­transfer zum Flug­hafen ohne Hin­weis auf ein zusätz­li­ches Ent­gelt als „Vor­teil“ auf­ge­führt, ist dies aus Kun­den­sicht i. d. R. dahin zu ver­stehen, dass es sich um eine vom Rei­se­un­ter­nehmen ange­bo­tene Leis­tung han­delt, die vom genannten Pau­schal­preis umfasst ist. Dieser Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 29.6.2021 lag

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  • Ent­schä­di­gung bei ver­passtem Flug auf­grund War­te­zeit bei Sicher­heits­kon­trolle

    Ver­passt ein Flug­gast infolge über­langer War­te­zeit an der Sicher­heits­kon­trolle des Flug­ha­fens seinen Flug, kann er Ent­schä­di­gung für ent­stan­dene Kosten des Ersatz­flugs ver­langen, wenn er sich gemäß den Emp­feh­lungen des Flug­ha­fens recht­zeitig beim Check-In ein­ge­funden und von dort ohne erheb­liche Ver­zö­ge­rungen die Sicher­heits­kon­trolle auf­ge­sucht hat. Zu dieser Ent­schei­dung kamen die Richter des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt am Main

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  • Keine Staats­haf­tung bei corona-bedingten flä­chen­de­ckenden Betriebs­schlie­ßungen

    Der Bun­des­ge­richtshof (BGH) hatte am 17.3.2022 über die Frage ent­schieden, ob der Staat für Ein­nah­me­aus­fälle haftet, die durch flä­chen­de­ckende vor­über­ge­hende Betriebs­schlie­ßungen oder Betriebs­be­schrän­kungen auf­grund von staat­li­chen Maß­nahmen zur Bekämp­fung des Coro­na­virus und der dadurch ver­ur­sachten Corona-Krank­heit ent­standen sind. Hil­fe­leis­tungen für von einer Pan­demie schwer getrof­fene Wirt­schafts­be­reiche sind keine Auf­gabe der Staats­haf­tung, ent­schieden die BGH-Richter. Viel­mehr

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  • Gewer­be­miete trotz Corona-Schlie­ßung

    Wäh­rend des sog. „Lock­downs“ Ende 2020 mussten viele Geschäfte schließen. Die Miet­ver­träge liefen trotzdem weiter, obwohl häufig kein Gewinn mehr erwirt­schaftet werden konnte. Der Gesetz­geber hat darauf mit einem neuen Gesetz reagiert, nach dem ein „Weg­fall der Geschäfts­grund­lage“ ver­mutet wird, wenn die gemie­teten Räum­lich­keiten wegen des Lock­downs nicht oder nur noch mit erheb­li­chen Ein­schrän­kungen ver­wendet

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  • Über­tra­gung einer Immo­bilie mit Pfle­ge­ver­ein­ba­rung

    In der Praxis wird nicht selten eine Immo­bilie mit der Bedin­gung über­tragen, dass ein Wohn­recht ein­ge­tragen und der Über­tra­gende vom Emp­fänger gepflegt wird.  So auch in einem vom Bun­des­ge­richtshof ent­schie­denen Fall. Ein Mann, der zuvor einen schweren Herz­in­farkt erlitten hatte, über­trug sein mit einem Wohn­haus bebautes Grund­stück auf seine Schwester. Als Gegen­leis­tung bestellte diese ihrem

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  • Ver­tei­lung der CO2-Kosten auf Mieter und Ver­mieter

    Am 2.4.2022 einigten sich der Bun­des­wirt­schafts­mi­nister, die Bun­des­bau­mi­nis­terin und der Bun­des­jus­tiz­mi­nister auf eine Tei­lung der CO2-Kosten zwi­schen Ver­mie­tern und Mie­tern sowohl bei den Wohn- als auch Nicht­wohn­ge­bäuden. Mit einem Stu­fen­mo­dell sollen anhand der spe­zi­fi­schen CO2-Emis­sionen des ver­mie­teten Gebäudes die pro­du­zierten CO2-Kosten künftig anteilig ent­spre­chend der Ver­ant­wor­tungs­be­reiche umge­legt werden. Je schlechter die Ener­gie­bi­lanz des jewei­ligen Gebäudes,

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  • Arbeits­un­fä­hig­keit an tarif­li­chen Frei­stel­lungs­tagen

    In einem vom Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) am 23.2.2022 ent­schie­denen Fall waren der Arbeit­geber und Arbeit­nehmer an den Man­tel­ta­rif­ver­trag für die Metall- und Elek­tro­in­dus­trie Nord­rhein-West­fa­lens (MTV) und den Tarif­ver­trag Tarif­li­ches Zusatz­geld für die Metall- und Elek­tro­in­dus­trie Nord­rhein-West­fa­lens (TV T‑ZUG) gebunden. Der MTV eröffnet bestimmten Arbeit­neh­mer­gruppen die Mög­lich­keit, statt des Zusatz­gelds nach dem TV T‑ZUG bezahlte arbeits­freie Tage

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  • Ver­öf­fent­li­chung Kin­der­fotos – beide Eltern müssen zustimmen

    Grund­sätz­lich ist für die Ver­brei­tung von Fotos des Kindes in digi­talen sozialen Medien die Ein­wil­li­gung beider sor­ge­be­rech­tigter Eltern­teile erfor­der­lich. In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf (OLG) ent­schie­denen Fall lebten die Ehe­leute getrennt und hatten das gemein­same elter­liche Sor­ge­recht für ihre Töchter. Die Mäd­chen leben bei der Kin­des­mutter und haben mit dem Vater regel­mäßig Umgang. Die Lebens­ge­fährtin

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  • Gesetz für faire Ver­brau­cher­ver­träge

    Seit dem 1.3.2022 sind stren­gere Rege­lungen für still­schwei­gende Ver­trags­ver­län­ge­rungen in Kraft. Für Ver­träge, die ab diesem Datum geschlossen wurden, ist eine All­ge­meine Geschäfts­be­din­gung, wonach sich ein Ver­brau­cher­ver­trag still­schwei­gend ver­län­gert, nur dann wirksam, wenn dem Ver­brau­cher das Recht ein­ge­räumt wird, das ver­län­gerte Ver­trags­ver­hältnis nach Ablauf der anfäng­li­chen Ver­trags­lauf­zeit jeder­zeit mit einer Frist von höchs­tens einem Monat

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  • Beweis­last für den Zugang einer Mail

    Den Absender einer E‑Mail trifft die volle Dar­le­gungs- und Beweis­last dafür, dass die E‑Mail dem Emp­fänger zuge­gangen ist. Ihm kommt keine Beweis­erleich­te­rung zugute, auch wenn er nach dem Ver­senden keine Mel­dung über die Unzu­stell­bar­keit der E‑Mail erhält. Zu dieser Ent­schei­dung kam das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln am 11.1.2022. Wie auch bei ein­fa­cher Post ist es tech­nisch mög­lich,

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  • Sach­liche Infor­ma­tionen über Schwan­ger­schafts­ab­brüche

    Mit einem beschlos­senen Regie­rungs­ent­wurf soll die Straf­vor­schrift der Wer­bung für den Schwan­ger­schafts­ab­bruch im Straf­ge­setz­buch auf­ge­hoben werden. Damit soll zum einen erreicht werden, dass sich betrof­fene Frauen besser infor­mieren können. Denn die Bereit­stel­lung von Infor­ma­tionen ins­be­son­dere durch Ärzte, die selbst Schwan­ger­schafts­ab­brüche vor­nehmen, auch außer­halb eines per­sön­li­chen Bera­tungs­ge­sprächs, stellt für sie eine wich­tige Ent­schei­dungs­hilfe dar. Ärzte müssen

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  • För­de­rung zur ener­gie­ef­fi­zi­enten Sanie­rung von Gebäuden

    Es können wieder neue Anträge bei der KfW für Sanie­rungs­maß­nahmen an Gebäuden gestellt werden. Die För­de­rung im Rahmen der Bun­des­för­de­rung für effi­zi­ente Gebäude (BEG) ist wieder gestartet. Die För­der­be­din­gungen für Sanie­rungs­maß­nahmen bleiben unver­än­dert. Nähere Infor­ma­tionen gibt es auf der Internet-Seite der Kre­dit­an­stalt für Wie­der­aufbau (www.kfw.de). Zum 1.1.2020 ist auch die steu­er­liche För­de­rung für ener­ge­ti­sche Maß­nahmen,

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  • Grund­ver­sor­gung mit Strom und Gas – gesplit­tete Neu­kun­den­ta­rife können zulässig sein

    Das Gesetz über die Elek­tri­zi­täts- und Gas­ver­sor­gung (EnWG) soll die Grund­ver­sor­gung der Haus­halte mit Strom und Gas sichern. Es ent­hält einen Kon­tra­hie­rungs­zwang für den Grund­ver­sorger. Ein Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­nehmen kann in seiner Preis­ge­stal­tung bei der Grund- und Ersatz­ver­sor­gung zuläs­si­ger­weise zwi­schen Alt- und Neu­kunden unter­scheiden. Das hat das Ober­lan­des­ge­richt Köln mit Beschluss vom 2.3.2022 ent­schieden. Eine Dis­kri­mi­nie­rung durch

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  • Beweis­last bei Flug­ver­spä­tung

    Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) steht dem Flug­gast nach der Flug­gast­rech­teVO ein Anspruch auf eine Aus­gleichs­zah­lung zu, wenn der Flug an seinem Zielort mit einer Ver­spä­tung von 3 Stunden oder mehr ein­trifft. Maß­geb­lich für das Vor­liegen einer sol­chen Ver­spä­tung ist der Zeit­punkt, zu dem min­des­tens eine der Flug­zeug­türen geöffnet wird und den Flug­gästen das Ver­lassen

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  • Ein­sei­tiger Ver­stoß gegen das Schwarz­ar­beits­ge­setz

    Han­delt es sich bei den zu erbrin­genden Arbeiten um solche, die nur ein Meis­ter­be­trieb hätte vor­nehmen dürfen, führt eine feh­lende Meis­ter­ei­gen­schaft nur zu einem ein­sei­tigen Ver­stoß gegen das Schwarz­ar­beits­ge­setz (Schwarz­ArbG), der nicht die Nich­tig­keit des Ver­trags nach sich zieht. Die Annahme der Nich­tig­keit im Falle eines ein­sei­tigen Ver­stoßes würde näm­lich zu der nicht hin­nehm­baren Kon­se­quenz

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