Kategorie: Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht

  • Her­kunfts­nach­weis bei Bar-Ein­zah­lungen über 10.000 €

    Bei Bar-Ein­zah­lungen von mehr als 10.000 € bei der Haus­bank muss ein Nach­weis über die Her­kunft der Summe mög­lich sein. Bei einer anderen Bank als der Haus­bank gilt die Rege­lung schon ab 2.500 €. Das gilt auch, wenn die Ein­zah­lung gestü­ckelt vor­ge­nommen und dabei der Betrag von 10.000 € bzw. 2.500 € ins­ge­samt über­schritten wird.

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  • Fehl­ver­halten eines Gesell­schafter-Geschäfts­füh­rers

    Ein Fehl­ver­halten als Gesell­schafter-Geschäfts­führer kann auch die Ein­zie­hung des Geschäfts­an­teils recht­fer­tigen. Dies gilt aber nur dann, wenn auf­grund der Pflicht­ver­let­zung als Geschäfts­führer auch ein Ver­bleiben des­selben als Gesell­schafter den übrigen Gesell­schaf­tern unzu­mutbar wird, etwa weil durch das Fehl­ver­halten das Ver­trau­ens­ver­hältnis der Gesell­schafter so nach­haltig zer­rüttet wird, dass eine gedeih­liche Zusam­men­ar­beit auch auf dieser Ebene aus­ge­schlossen

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  • Entzug eines Wochen­markt­stand­platzes bei Nicht­be­ach­tung der Öff­nungs­zeiten

    Aus der Fest­set­zung der Öff­nungs­zeiten für einen Wochen­markt ergibt sich die Ver­pflich­tung der Markt­händler, bei Öff­nung des Marktes ver­kaufs­be­reit zu sein. In einem Fall aus der Praxis war ein Markt­händler bei Öff­nung des Marktes um 8:00 Uhr wie­der­holt nicht ver­kaufs­be­reit. Dar­aufhin wurde ihm der Stand­platz ent­zogen. Dagegen erhob der Markt­händler Klage. Die Richter des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts

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  • Erschüt­te­rung des Beweis­werts einer Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung

    Kün­digt ein Arbeit­nehmer sein Arbeits­ver­hältnis und wird er am Tag der Kün­di­gung arbeits­un­fähig krank­ge­schrieben, kann dies den Beweis­wert der Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung (AU-Beschei­ni­gung) ins­be­son­dere dann erschüt­tern, wenn die beschei­nigte Arbeits­un­fä­hig­keit (AU) pass­genau die Dauer der Kün­di­gungs­frist umfasst. Dieser Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 8.9.2021 lag der nach­fol­gende Sach­ver­halt zugrunde: Eine Arbeit­neh­merin kün­digte am 8.2.2019 zum 22.2.2019 und legte

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  • Alters­klausel bei betrieb­li­cher Alters­ver­sor­gung

    Eine Ver­sor­gungs­re­ge­lung kann wirksam Beschäf­tigte von Leis­tungen der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung aus­schließen, die bei Beginn des Arbeits­ver­hält­nisses das 55. Lebens­jahr bereits voll­endet haben. Diese Höchst­al­ters­grenze stellt weder eine unge­recht­fer­tigte Benach­tei­li­gung wegen des Alters noch eine solche wegen des weib­li­chen Geschlechts dar. Zu dieser Ent­schei­dung kam das Bun­des­ar­beits­ge­richt mit Urteil vom 21.9.2021.

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  • Anfor­de­rungen an ein Miet­erhö­hungs­ver­langen

    Nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch kann der Ver­mieter die Zustim­mung zu einer Erhö­hung der Miete bis zur orts­üb­li­chen Ver­gleichs­miete ver­langen, wenn die Miete in dem Zeit­punkt, zu dem die Erhö­hung ein­treten soll, seit 15 Monaten unver­än­dert geblieben ist. Das Erhö­hungs­ver­langen ist dem Mieter in Text­form zu erklären und zu begründen, wobei zur Begrün­dung auf einen Miet­spiegel

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  • Ver­ein­ba­rung einer Platz-/Re­ser­vie­rungs­ge­bühr für die Zeit vor dem Einzug in das Pfle­ge­heim

    Die Ver­ein­ba­rung einer Platz-/Re­ser­vie­rungs­ge­bühr für die Zeit vor dem tat­säch­li­chen Einzug des Pfle­ge­be­dürf­tigen in das Pfle­ge­heim ist unzu­lässig. Der Bun­des­ge­richtshof hat in seinem Urteil v. 15.7.2021 ent­schieden, dass dies auch für Pri­vat­ver­si­cherte gilt. Es ist mit den Rege­lungen im Sozi­al­ge­setz­buch unver­einbar, eine Platz- oder Reser­vie­rungs­ge­bühr auf der Basis des ver­trag­li­chen Leis­tungs­ent­gelts – ggf. ver­min­dert um

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  • Mel­dungen für kurz­fris­tige Mini­jobs ab 2022

    In den Anmel­dungen für kurz­fristig Beschäf­tigte (Per­so­nen­gruppe 110) muss der Arbeit­geber für Mel­de­zeit­räume nach dem 1.1.2022 angeben, wie die Aus­hilfe für die Dauer der Beschäf­ti­gung kran­ken­ver­si­chert ist. In einem neuen Feld „KENNZEICHEN KRANKENVERSICHERUNG (KENNZKV)“ muss bei der Anmel­dung mit Abga­be­grund „10“ und auch bei gleich­zei­tiger An- und Abmel­dung mit Abga­be­grund „40“ Kenn­zei­chen „1“ oder „2“

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  • Ver­ein­ba­rung über die Kosten des Ver­fah­rens bei einer Schei­dung

    Haben die Betei­ligten in einer Schei­dungs- oder Fol­ge­sache eine Ver­ein­ba­rung über die Kosten des Ver­fah­rens getroffen, so hat das Fami­li­en­ge­richt diese Ver­ein­ba­rung in seiner Kos­ten­ent­schei­dung im Regel­fall zugrunde zu legen und darf hiervon nur abwei­chen, wenn schwer­wie­gende Gründe vor­liegen, die es recht­fer­tigen, die Kosten gegen den Willen der Betei­ligten auf andere Weise als ver­ein­bart zu

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  • Erb­schaft – Aus­kunfts­an­spruch beinhaltet keinen Anspruch auf Beleg­vor­lage

    Der Pflicht­teils­be­rech­tigte hat im Rahmen des Aus­kunfts­an­spruchs zu Pflicht­teils- und Pflicht­teils­er­gän­zungs­an­sprü­chen grund­sätz­lich keinen Anspruch auf Vor­lage von Belegen. Eine Pflicht zur Vor­le­gung von Belegen besteht aus­nahms­weise dann, wenn ein Unter­nehmen zum Nach­lass gehört und die Beur­tei­lung seines Wertes ohne Kenntnis ins­be­son­dere der Bilanzen und ähn­li­cher Unter­lagen dem Pflicht­teils­be­rech­tigten nicht mög­lich wäre. Des Wei­teren kann eine

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  • Kenn­zeich­nung von Insta­gram-Bei­trägen als Wer­bung

    Der Bun­des­ge­richtshof hat am 9.9.2021 ent­schieden, dass Influencer, die mit­tels eines sozialen Mediums wie Insta­gram Waren ver­treiben, Dienst­leis­tungen anbieten oder das eigene Image ver­markten, ein Unter­nehmen betreiben. Die Ver­öf­fent­li­chung von Bei­trägen dieser Influencer in dem sozialen Medium ist geeignet, ihre Bekannt­heit und ihren Wer­be­wert zu stei­gern und damit ihr eigenes Unter­nehmen zu för­dern. Eine geschäft­liche

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  • Angabe der Zins­sätze für Dis­po­kre­dite müssen her­vor­ge­hoben werden

    In 2 Urteilen hat der Bun­des­ge­richtshof (BGH) am 29.6.2021 klar­ge­stellt, dass Banken ihre Zins­sätze für Dis­po­kre­dite in der Wer­bung und im Preis­ver­zeichnis deut­lich her­vor­heben müssen. Gelten dif­fe­ren­zierte Zins­sätze für ver­schie­dene Kun­den­gruppen darf die Angabe nicht mit „Aktuell bis zu 10,90 % p.a. Zinsen“ erfolgen. Nach den gesetz­li­chen Rege­lungen ist der Soll­zins­satz, der für die Über­zie­hungs­mög­lich­keit berechnet

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  • Kün­di­gung eines Prä­mi­en­spar­ver­trages nach Errei­chen der
    höchsten Prä­mi­en­stufe

    In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Celle (OLG) am 3.6.2020 ent­schie­denen Fall hatte ein Bank­kunde mit einer Spar­kasse im Jahr 1994 einen sog. Prä­mi­en­spar­ver­trag abge­schlossen. Die monat­li­chen Raten betrugen ab dem 15.3.1995 200 DM und später 102,26 €. Das Gut­haben sollte von der Spar­kasse mit „dem jeweils gül­tigen Zins­satz, z. Zt. 3 %,“ ver­zinst werden. Ferner ver­pflich­tete

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  • Arbeit­geber darf Rück­kehr aus Home­of­fice anordnen

    Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen hat am 26.8.2021 ent­schieden, dass ein Arbeit­geber, der seinem Arbeit­nehmer gestattet hatte, seine Tätig­keit als Gra­fiker von zuhause aus zu erbringen, grund­sätz­lich berech­tigt ist, seine Wei­sung zu ändern, wenn sich später betrieb­liche Gründe her­aus­stellen, die gegen eine Erle­di­gung von Arbeiten im Home­of­fice spre­chen. Der Arbeit­geber durfte unter Wah­rung bil­ligen Ermes­sens den Arbeitsort

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  • Frei­stel­lung des Arbeit­neh­mers nach ordent­li­cher Kün­di­gung

    Ein Arbeit­nehmer hat einen Anspruch auf tat­säch­liche Beschäf­ti­gung. Dieser ver­pflichtet den Arbeit­geber nicht nur dazu, die ver­ein­barte Ver­gü­tung zu zahlen, son­dern auch dazu, das ideelle Beschäf­ti­gungs­in­ter­esse des Arbeit­neh­mers durch tat­säch­liche Beschäf­ti­gung zu befrie­digen. Eine ein­sei­tige Sus­pen­die­rung des Arbeit­neh­mers ist grund­sätz­lich nicht zulässig. Der Beschäf­ti­gungs­an­spruch muss nur dann zurück­treten, wenn über­wie­gende schutz­werte Inter­essen des Arbeit­ge­bers ent­ge­gen­stehen.

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  • Miet­kau­tion – keine Ver­rech­nung mit Miete

    Ein bestehendes Miet­ver­hältnis kann vom Ver­mieter und vom Mieter gekün­digt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Ver­pflich­tung zur Zah­lung der Miete plus der ver­ein­barten Neben­kosten bis zum Ende des Miet­ver­hält­nisses besteht. Eine Ver­rech­nung mit einer gezahlten Kau­tion ist nicht erlaubt, da diese dem Ver­mieter als Sicher­heit für Ansprüche aus dem Miet­ver­hältnis dient. Wird also

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  • Been­di­gung des Miet­ver­hält­nisses bei Ver­sterben des Mie­ters

    Mit dem Tod eines Mie­ters endet nicht auto­ma­tisch das Miet­ver­hältnis. Sofern der Mieter allein wohnte, geht das Miet­ver­hältnis auf die Erben über. In der Praxis gibt es aber natür­lich auch Fälle, in denen die Erben unbe­kannt sind und sich für den Ver­mieter die Frage stellt, wem er die Kün­di­gung des Miet­ver­trags aus­spre­chen kann. Das Ober­lan­des­ge­richt

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  • Unfall bei Aus­ritt

    Eine Mutter hatte für ihre fünf­jäh­rige Tochter auf einem Ponyhof für einen Aus­ritt ein Pony gemietet. Das Mäd­chen stieg auf, die Mutter führte das Tier in ein nahe­ge­le­genes Wald­stück. Zwei andere Kinder ritten mit ihren Pferden voraus. Als die beiden Kinder schneller wei­ter­ritten, riss sich das Pony los und stürmte hin­terher. Das Mäd­chen fiel herab,

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  • Anspruch auf Betreu­ungs­platz im Kin­der­garten

    Aus den Rege­lungen des Achten Sozi­al­ge­setz­bu­ches ergibt sich, dass ein Kind, wel­ches das 3. Lebens­jahr voll­endet hat, bis zum Schul­ein­tritt Anspruch auf För­de­rung in einer Tages­ein­rich­tung in einem Umfang von min­des­tens 6 Stunden werk­täg­lich hat. Eine halb­tä­gige Betreuung im Umfang von min­des­tens 4 Stunden ist dem­nach nicht aus­rei­chend, um den bun­des­recht­lich begrün­deten Anspruch zu erfüllen. Welche Ent­fer­nung

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  • Ände­rungen am Ganz­tags­för­de­rungs­ge­setz

    Der Bun­desrat hat am 10.9.2021 dem Ganz­tags­för­de­rungs­ge­setz zur Betreuung von Kin­dern im Grund­schul­alter zuge­stimmt. Kern des Gesetzes ist die Ein­füh­rung eines bedarfs­un­ab­hän­gigen Anspruchs auf För­de­rung in einer Tages­ein­rich­tung von min­des­tens 8 Stunden. Dieser gilt für jedes Kind ab der ersten Klas­sen­stufe bis zum Beginn der 5. Klas­sen­stufe. Anspruchs­be­rech­tigt sind Kinder, die ab dem Schul­jahr 2026/​2027 die

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  • Insol­venz­an­trags­pflicht vor­über­ge­hend aus­ge­setzt

    Die Hoch­was­ser­ka­ta­strophe hat in den betrof­fenen Regionen auch zahl­reiche Betriebe und Unter­nehmen schwer getroffen. Mit der Aus­set­zung der Insol­venz­an­trags­pflicht sollen Betrof­fene mehr Zeit bekommen, ihre finan­zi­ellen Ver­hält­nisse zu klären. Eine mög­liche Insol­venz kann durch öffent­liche Hilfen, Ent­schä­di­gungs­leis­tungen, Ver­si­che­rungs­leis­tungen, Zins- und Til­gungs­mo­ra­to­rien oder auf andere Weise abge­wendet werden. Die Aus­set­zung der Antrags­pflicht soll rück­wir­kend ab dem

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  • Neu­re­ge­lung der Insol­venz­si­che­rung bei Pau­schal­reisen

    Am 25.6.2021 hat der Bun­desrat dem vom Bun­des­mi­nis­te­rium der Justiz und für Ver­brau­cher­schutz vor­ge­legten Ent­wurf eines Gesetzes über die Insol­venz­si­che­rung durch Rei­se­si­che­rungs­fonds und zur Ände­rung rei­se­recht­li­cher Vor­schriften zuge­stimmt. Hier ein kurzer Über­blick: Insol­venz­si­che­rung über einen Rei­se­si­che­rungs­fonds: Die Insol­venz­si­che­rung bei Pau­schal­reisen soll künftig über einen Rei­se­si­che­rungs­fonds erfolgen. Ledig­lich für kleine Unter­nehmen mit einem jähr­li­chen Pau­schal­rei­se­um­satz von

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  • Neue Gewähr­leis­tungs­rechte und neue Rechte beim Kauf digi­taler Pro­dukte

    Die Nut­zung digi­taler Pro­dukte wie Soft­ware, Apps und Strea­ming­dienste ist aus dem Alltag nicht mehr weg­zu­denken. Mit einem neuen Gesetz erhalten die Ver­brau­cher nun umfas­sende Gewähr­leis­tungs­rechte. Auch eine Update-Pflicht für die Unter­nehmen wird ein­ge­führt. Das Gesetz gilt ab dem 1.1.2022. Hier einige Kern­punkte:  Ver­brau­cher erhalten umfas­sende Gewähr­leis­tungs­rechte für digi­tale Inhalte (z. B. Musik- und Video­da­teien,

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